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Generalstreik in Griechenland: "In Deutschland hat doch keiner eine Ahnung"

Züge fahren nicht, Krankenhäuser machen nur Notdienst - ein Generalstreik lähmt Griechenland. In Athen gingen Zehntausende auf die Straße. Mit letzter Kraft wehren sich Gewerkschaften gegen die Eingriffe der EU und den Umbau der Gesellschaft.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...813939,00.html
  1. #200

    Genau

    Zitat von interessierter.leser Beitrag anzeigen
    Deutschland ist nicht Schuld an eurem permanenten Leistungsbilanzdefizit, an Eurem Fakelaki-System, an Euren Zwecks Stimmenfang jahrelang aufgeblähten öffentlichen Apparaten, an Euren nicht eingetriebenen Steuern, Eurem zu hohen Lohnniveau, Eurer privaten und öffentlichen Verschuldung und auch nicht dara, daß ihr die Statistiken gefälscht habt um überhaupt in die EU aufgenommen zu werden.
    Genau. Denn schließlich leiht ja jeder einem klammen Schuldner ständig neues Geld, damit er seine Schulden bezahlen kann. Davon, wohin das führt, hat man noch nie gehört.

    Zitat von interessierter.leser Beitrag anzeigen
    Man glaubt es kaum, wir sind selbst nicht für die Gesetze des Marktes verantwortlich, nach denen ihr schon vor Jahren hättet pleite gehen müssen.
    Wir hatten allerdings auch nichts dagegen, dass sich Griechenland mit geliehenem Geld bei deutschen Rüstungsschmieden ordentlich eindeckte:

    Waffenwahn trotz Fast-Pleite: Griechenland rüstet und rüstet und rüstet - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

    Zitat von interessierter.leser Beitrag anzeigen
    Daß Eure Mittel- und Unterschicht nun extrem zu leiden hat ist sehr bedauerlich, denn die Leute haben selbst inb den für Euch "guten Zeiten" kaum etwas von der Party Eurer Reichen und Schönen gehabt -
    aber selbst das geht auf die Mißwirtschaft in Eurem eigenen Land zurück.
    Sehr tröstlich. Richtig wegweisend!

    Zitat von interessierter.leser Beitrag anzeigen
    Im Grunde befinden wir uns schon seit geraumer Zeit in der Post-EU-Phase, weil die heutige Schuldenunion von den Verträgen von Maastricht, Lissabon etc _ausgeschlossen_ wurde.
    Durch den ESM wurde das Europa von de Gaulle und Adenauer endgültig begraben und wir sollten uns nun schnellstmöglich um eine Abwicklung bemühen - bevor unser Land auch an den Schulden der PIIGS&Friends untergeht.
    Aus Ihnen spricht der Weitblick, den wir alle so bitter nötig haben.
  2. #201

    Eingriffe

    Zitat von Dumpfmuff3000 Beitrag anzeigen
    Die Türkei hat selber schon traumatische Erfahrungen mit diktatorischen Eingriffen in die Wirtschafts- und FInanzpolitik durch IWF und Konsorten gemacht. Damals hat man die Staatsverschuldung der Türkei ebenfalls als Druckmittel für die Durchsetzung einer neoliberalen Wirtschafts- und .....
    Eingriffe von außen finden natürlich statt, allerdings nicht im positiven Sinn,
    Griechenland soll auf riesigen Erdöl und Gasvorkommen sitzen, das Problem dabei, die Förderrechte liegen zum größten Teil bei den griechischen Gewerkschaften und zum geringeren Teil bei der staatlichen Ölfördergesellschaft,
    Wenn man sieht, wie Griechenland in den Staatsbankrott getrieben wird, der mit Sicherheit schon stattgefunden hätte, wenn amerikanische Banken nicht durch die CDS Verschreibungen in Mitleidenschaft gezogen würden, könnte man auf die Frage kommen, wem nützt das?
    Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
  3. #202

    Natürlich nicht....

    Zitat von qoderrat Beitrag anzeigen
    Ihr Mitgefühl ehrt Sie, jetzt würde mich nur noch Ihr Lösungsansatz interessieren. Einfach weiterzahlen wie bisher, und gegen alle anderen Varianten sträubt sich ja auch das griechische Volk wie man an den Demonstrationen sieht, wäre die einzige gangbare Alternative.
    Ehrlich gesagt habe ich aber das ungute Gefühl, dass wieder ein Grossteil der Zahlungen eben nicht beim einfachen Volk und den dringend notwendigen Infrastrukturverbesserungsmassnahmen ankommen würde. Ohne Zwang von aussen sieht dieses System nicht gerade reformbereit oder sogar reformfähig aus.

    So unschön wie sich das im Moment auch darstellt, ohne Neuanfang sowohl gesellschaftlich als auch finanziell, der mit erheblichen Schmerzen für das kleine Volk einhergeht, scheint hier kein weiterer Schritt möglich. Oder sehen Sie einen anderen realisierbaren Weg?
    das ganze Gejammer über die Macht der Finanzmärkte, die Gier der Banken und die Unterdrückung der Griechen ist doch neokommunistisches Geschwätz! Hier wird dem aufmerksamen Betrachter lediglich die Konsequenz aus dem hemmungslosen Schuldenmachen aufgezeigt.
    Der griechische Lebensstandard beruht eben nicht auf der Wirtschaftsleistung, sondern auf immensen Krediten. Das funktioniert jedoch nur so lange, bis die Geldgeber (nicht nur Banken) an der Bonität zweifeln und nicht bereit sind, neues Geld nachzuschießen. Letztendlich wird Griechenland gerade auf den Lebensstandard zurechtgestutzt, den es (auf Grund der Leistung) verdient. Das ist hart, aber letztendlich gerecht und gut: Denn nur so wird die Mißwirtschaft erkannt und nur so kann die Mißwirtschaft behoben werden. Ansonsten würde Griechenland früher oder später eine chinesische Kolonie werden (was wohl noch unangenehmer sein dürfte, als ein deutsches Bundesland zu sein).
  4. #203

    Die EU-Politik führt zu immer mehr offenem Nationalismus

    Das alte Hobby unserer politischen Kaste wird langsam gefährlich. "Die Griechen", "die Italiener", "die Portugiesen" und natürlich "die Deutschen".

    Die warmen Worte von Kohl, Eichel & Co seinerzeit waren nichts wert.

    Die Alternative zur EU & Euro ist nicht Krieg und Elend.
    Das ist eher deren Perspektive, derzeit.

    ---

    Dass es auch in GR nicht so schlecht sein muss, wie es ist kann man z.B. am östlichen Nachbarn sehen. Möglich wäre es also.
  5. #204

    Unwissenheit ist der Deutschen grösster Schatz ...

    Zitat von muru Beitrag anzeigen
    hält nicht stand. Auch wenn unsere Beamten in Rente gehen sind es nur vergleichsweise wenig im Verhältnis zur arbeitenden Bevölkerung Deutschlands. (ich bin kein Beamter)
    ...und das wird auch noch ordentlich breit getreten.
    Während es im Jahre 1980 "nur" 1.076.000 staatliche Versorgungsempfänger gab, sind das im Jahr 2011 schon 1.493.000, Tendenz leicht steigend. Auch Beamte werden älter.

    In 1978 gewährte die damalige Regierung de Beamte stolze 12% mehr Gehalt, was sich auch auf die Versorgungsbezüge auswirkt und zwar lebenslang. Ein Beamter erhält in der Regel ca. 71% seines letzten Bruttoentgeldes als Pension, wohlgemerkt. das betrifft nicht Alle. Rückstellungen für die Pensionen wurden, obwohl das gesetzlich vorgesehen ist, nicht gebildet.
    4 - 5 Milliarden Euro kostet das den Staat jährlich, ich lasse mich gerne berichtigen, falls die Zahl nicht zutrifft.Bezahlt wird das von den Nichtbeamten wie Sie und ich. Wieviel Rente bekommen Sie eigentlich einmal, schon mal nachgefragt?
    Der Staatshaushalt in Deutschland verschlingt ca. 43% des BIP. Tendenz leicht fallend. Zahlt die wertschöpfende Bevölkerung, also nicht die Beamten.

    Übrigens: Beamte gehen nicht in Rente, sondern in Pension. Keine Personengruppe ist in Deutschland besser abgesichert wie Beamte und vor allen Dingen Pensionäre .

    Muss jetzt weiter arbeiten, zum Wohle der Beamten.
  6. #205

    Wehleidigkeit

    Zitat von Progressor Beitrag anzeigen
    Die Lohnstückkosten in Griechenland müssen so weit gesenkt werden, dass die Leistungsbilanz zum Ausgleich kommt.

    Dieser Vorgang ist _alternativlos_ egal ob Griechenland im Euro bleibt oder nicht, egal ob der Staatsbankrott erklärt wird oder nicht.

    Da können sich die Gewerkschaften auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln.
    Ich wundere mich schon seit langem über die Wehleidigkeit der griechischen Gesellschaft, die mir reichlich verwöhnt erscheint. Sicher gibt es dort gegenwärtig Wohlstandeinschnitte, aber die Situation ist für den normalen Griechen einigermaßen beherrschbar. Man könnte sich ja einmal ein Beispiel an den Bürgern der neuen Bundesländer nehmen, die in der Nachwendezeit und auch z.T. heute noch einiges allerlei durchmachen mußten (Jobverlust, Einkommenseinchränkungen usw.), ohne Demonstrationen und Generalstreiks zu veranstalten.
  7. #206

    Wer ist Griechenland?

    Zitat von freigeist1964 Beitrag anzeigen
    Das ist ja ein völlige Verdrehung der tatsachen! Grichenland hat sich selbst durch Lügen, Korruption und Steuerbetrug an die wand gefahren.
    Wer ist dieser "Herr Griechenland"? Sie meinen die Politiker, die "durch Lügen, Korruption" in die EU gekommen sind? Das sind aber nicht die Menschen, die jetzt auf der Straße protestieren.
    Gibt es so etwas wie eine Kollektivschuld? Im Ausland wird Berichtet: "Die Deutschen wollen nur die Banken retten". Also sind Sie es auch gemeint?
  8. #207

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Züge fahren nicht, Krankenhäuser machen nur Notdienst - ein Generalstreik lähmt Griechenland. In Athen gingen Zehntausende auf die Straße. Mit letzter Kraft wehren sich Gewerkschaften gegen die Eingriffe der EU und den Umbau der Gesellschaft.
    Streik in Griechenland: "In Deutschland hat doch keiner eine Ahnung" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    wenn jemand (oder eine Firma) vor dem Konkurs steht wird alles versprochen, es wird gelogen und betrogen. Dann muss der Kreditgeber ausrechnen ob die Ertragskraft des Schuldners überhaupt jemals die Rückzahlung der entstandenen Schulden erwirtschaften kann. Geht diese Prüfung (egal was der Schuldner sagt) negativ aus, so muss der Schuldner in die Insolvenz. In Deutschland sogar gesetzlich vorgeschrieben. Eine Insolvenzverschleppung hätte juristische Konsequenzen - Gefängniss nicht ausgeschlossen.

    Wenn jetzt das Griechische Volk öffentlich z.B. deutsche Fahnen verbrennt (so am 8.2. im Fernsehen zu sehen) so wird mal wieder auf den Falschen eingeschlagen.
    Laßt Griechenland endlich Konkurs gehen denn auch Investoren sollen sehen das Staaten nicht unendliche Schulden machen können. Immerhin haben wir einen Schuldenstand in Deutschland erreicht der aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr zurück gzahlt werden kann. Und nur das ist was Merkel/Sarkozy versuchen zu vertuschen mit ihrem Euro Rettungsgewäsch. Wenn die Griechenland Pleite auswirkungen haben sollte so auf die übrigen europäischen Staaten die permanent auch in der besten Konjunktur neue Kredite aufnehmen.
  9. #208

    Zweierlei Maß

    In Griechenland heißt es Gewaltbereite und in Syrien die Aufständische. Beide sind gegen die bestehende Regierung und deren Handel.
  10. #209

    Lösungen suchen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Züge fahren nicht, Krankenhäuser machen nur Notdienst - ein Generalstreik lähmt Griechenland. In Athen gingen Zehntausende auf die Straße. Mit letzter Kraft wehren sich Gewerkschaften gegen die Eingriffe der EU und den Umbau der Gesellschaft.

    Streik in Griechenland: "In Deutschland hat doch keiner eine Ahnung" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich habe den Eindruck, dass die Griechen sich nur beschweren können, aber selbst nichts zur Lösung ihrer Probleme beitragen wollen. Man hört so wenig Konstruktives aus Griechenland. Täuscht da mein Eindruck? Gibt es dort keine Ideenschmieden, keine Talkshows, runden Tische usw., in bzw. an denen man pragmatische Konzepte erarbeiten könnte.
    Wo sind denn die eigenen tollen Ideen, damit das Land seine Schulden abbauen und wieder wettbewerbsfähig werden kann?

    Wenn die Mehrheit der Griechen angeblich so leidet, warum schafft sie es dann nicht, dass die reichen Profiteure der bisherigen Korruption, Schatten- und Vetternwirtschaft nun zur Rechenschaft gezogen werden? Stattdessen lässt man es zu, dass die Reichen ihre unversteuerten Milliarden ins Ausland bringen. Man lässt es zu, dass in der Schweiz, Luxemburg und Großbritannien die illegal erworbenen Milliarden liegen, die die Schulden Griechenlands ausmachen.

    Stattdessen sind die meisten Griechen wohl nur damit beschäftigt, weiterhin Steuerbetrug, Schattenwirtschaft und Korruption zu praktizieren, oder zu streiken.

    - Kassieren die Ärzte immer noch Umschläge voll mit Schwarzgeld, bevor sie behandeln? Zahlen die Griechen immer noch schwarz?
    - Zahlen Taxifahrer, Fähren usw. immer noch keine Steuern?
    - Geht bei den Einzelhändlern immer noch das meiste an der offiziellen Kasse vorbei?
    - Geben Millionäre immer noch ein zu versteuerndes Einkommen von nur 15.000 Euro im Jahr an?
    - Werden lukrative Jobs immer noch ausschließlich an gute Bekannte vergeben?

    Der Spiegel sollte hier mal konstruktiver berichten, statt immer nur Gejammere wiederzugeben.


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