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Gendoping: Lebensgefährliches Spiel mit dem Erbgut

CorbisGentherapie soll lebensgefährliche Krankheiten heilen. Das Ziel ist in weiter Ferne, doch schon hoffen Leistungsportler, so ihr Erbgut aufmöbeln zu können. Gendoping wäre nicht allein für die Anwender höchst riskant. Sie könnten die manipulierten Viren weiterverbreiten - mit unabsehbaren Folgen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/ern...848689,00.html
  1. #10

    Selbstgestaltung

    Zitat von jockelano Beitrag anzeigen
    Auf der einen Seite jubeln wir Menschen zu, die genetisch abnormal sind, zu hoch, zu muskulös, oder schiere Ausdauermaschinen.[...]
    Wer zufällig die nötige genetische Ausstattung hat kann in einer Sportart (oder sonstwo) brillieren, wer sie nicht hat muss draußen bleiben. Der Zufall bestimmt in vieler (nicht nur genetischer) Hinsicht unser Leben und unsere Möglichkeiten.

    Stellen wir die Frage doch mal allgemeiner: Wenn wir gefahrlos klüger, stärker, schneller, schöner werden könnten, warum sollten wir diesen Gestaltungsspielraum nicht nutzen? Die Antworten darauf sind meist (quasi-)religiös: Weil Gott/Natur uns jeweils so geschaffen haben wie wir sind und wir deshalb damit leben sollen. (Nur für Krankheiten wird häufig, wenn auch nicht immer eine Ausnahme gemacht.)
    Wir leben aber ohnehin nicht "natürlich". Wir setzen z.B. Geld ein für bessere Ausbildung, Ernährung, medizinische Versorgung, im Sport für mehr und besseres Training und Material. Warum darf man perfekte Zähne haben, wenn man sie sich leisten kann?

    Je weniger wir der Natur (oder Gott) ausgeliefert sind, desto interessanter wird die Frage wie wir uns verhalten, was wir werden wollen...
  2. #11

    Hasenbraten

    Zitat von Red Herring Beitrag anzeigen

    Stellen wir die Frage doch mal allgemeiner: Wenn wir gefahrlos klüger, stärker, schneller, schöner werden könnten, warum sollten wir diesen Gestaltungsspielraum nicht nutzen? Die Antworten darauf sind meist (quasi-)religiös: ...
    Wenn wir gefahrlos .... könnten,...

    Da eben liegt der Hase im Pfeffer.
    Gene haben die dumme Eigenschaft und Angewohnheit, sich gegenseitig zu beeinflussen.
  3. #12

    Perfektion

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Wenn wir gefahrlos .... könnten,...

    Da eben liegt der Hase im Pfeffer.
    Gene haben die dumme Eigenschaft und Angewohnheit, sich gegenseitig zu beeinflussen.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass es Gentherapien bzw. -verbesserungen geben wird, deren Nebenwirkungen man ebenso beiläufig zur Kenntnis nimmt wie die von Aspirin.

    Allerdings stimmt es sicherlich, dass es keine "perfekten" Gene gibt. Bestimmte Dinge schließen sich einfach aus, der Körper eines Ringers eignet sich nicht zum Hundertmeterlauf. "Perfekt" könnte ein Genom vielleicht in der Hinsicht sein, dass es keine nennenswerten Defekte enthält. (Obwohl: Was dem einen ein Defekt ist kann dem anderen ein "Feature" sein.) Aber sollten wir unser Genom eines Tages selbst gestalten können müssten wir uns auch selber entscheiden, was wir aus uns machen wollen.
  4. #13

    daher wird es auch innerhalb den nächsten 15 jahre immer noch kein gen-doping geben.kaum etwas davon funktioniert bereits so, wie wir uns das vorstellen. würde heute ein leistungssportler solch ein delivery-system ausprobieren, würde er mit aller wahrscheinlichkeit an einer embolie sterben, bevor er überhaupt einen effekt verspüren könnte. der trend geht auch klar von viralen vektoren weg, hin zu polymeren, die besser steuerbar sind. hätte man im artikel ja mal erwähnen können, aber vor viren hat der gemeine leser eben mehr angst und empört sich.
    die BLÖD würde schreiben: Killer-Viren zum Doping!!!!
  5. #14

    :-)

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gentherapie soll lebensgefährliche Krankheiten heilen. Das Ziel ist in weiter Ferne, doch schon hoffen Leistungsportler, so ihr Erbgut aufmöbeln zu können. Gendoping wäre nicht allein für die Anwender höchst riskant. Sie könnten die manipulierten Viren weiterverbreiten - mit unabsehbaren Folgen.

    Gendoping: Sportler würden ihr Leben ohne Nutzen gefährden - SPIEGEL ONLINE

    Na, statt zweijähriger Sperre eine lebenslange Quarantäne bei Überführung!

    Wenn DAS nicht abschreckt...
  6. #15

    schräg...

    Zitat von Red Herring Beitrag anzeigen
    Wer zufällig die nötige genetische Ausstattung hat kann in einer Sportart (oder sonstwo) brillieren, wer sie nicht hat muss draußen bleiben. Der Zufall bestimmt in vieler (nicht nur genetischer) Hinsicht unser Leben und unsere Möglichkeiten.
    Da glauben Sie doch selbt nicht dran, oder?!
    Hochleistungssportler entwickeln ihre Fähigkeiten in Jahr(zehnt)en harten, disziplinierten Trainings.
    Und die meisten sind am Ende ihrer Karriere auch am Ende mit ihrem Körper.
    Die Allerwenigsten Hochleistungssportler haben ihren Erfolg ihrer genetischen Ausstattung zu verdanken!
  7. #16

    Wenn es möglich ist, ...

    ... wird es irgendwann auch gemacht. Das ist in der Technik so und in der Medizin ist es nicht anders. Da hilft auch keine Ethikkommission, denn die hat ja gerade mal Einfluss in DE und nicht einmal in ganz Europa. Hätte man die Entwicklung der A-Bombe fortgesetzte, wenn man die Risiken gekannt hätte? Ja, hätte man. Die Risiken in der Gen-"Technik" sind noch viel schwerer abzuschätzen. Das gelingt ja nicht einmal bei genbehandelten Pflanzen. Weiß man wirklich, wie sich genbehandelter Mais oder Weizen auf die Insekten auswirken? Weiß man nicht - man tut es trotzdem. Genbehandelter Mais - die Risiken sieht man in den USA ganz anders, als in Europa.
  8. #17

    Immer diese Kritik an allem....

    Zitat von Websingularität Beitrag anzeigen
    Im Artikel steht aber, dass auch Mitmenschen gefährdet werden können.
    Daher ist es nicht mehr deren freie Entscheidung!
    Endlich arbeiten Forscher daran diesem Planeten einen Gefallen zu tun und dem Homo Sapiens eine Chance zu ermöglich, sich auszurotten und das gefällt auch wieder irgendwem nicht!
    Sehen sie es doch positiv, welche Wohltat wäre dies für den Rest der Erdenbewohner....
  9. #18

    Die anderen bezahlens ja

    Zitat von 1man1cup Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man einen Menschen mit seinem Körper tun lassen sollte, was er oder sie für richtig hält. Es ist ja bereits angeklungen, dass viele der potentiellen Doping-Kandidaten bereit dazu wären als Preis für das manipulierte Erbgut innerhalb der nächsten 5 Jahre zu sterben. Das hört sich für mich nach einer eindeutigen Aussage an, die man zu respektieren hat.
    Die Loesung waere auesserst einfach:
    alle deutschen Krankenkassen haben sich den Dopingkontrolleuren des Leistungssports an anzuschliessen: jedenfalls fuer jeden Zwangsversicherten.
    Schliesslich darf ein Ratenselbstmord, der meist mit teurer Medizinbehandlung vorher einhergeht, nicht der Allgemeinheit auferlegt werden.
    Wer des Dopings ueberfuehrt wird, vermutlich dann 50 % der Bevoelkerung ausser Saeuglingen und ueber 90 Jahre Alte, also die, die auch mal Gelegenheitssport treiben, wenn man der Aussage im Artikel Glauben schenken mag (50 % nehmen Tod innerhalb von 5 Jahren in Kauf), mussten vielleicht 40 % der KK-Mitglieder als Leistungsempfaenger gestrichen werden.
    Da werden sich unter den potentiellen Selbstmoerdern (50% von uns Leistungsbereiten?) einige doch gut ueberlegen, ob sie sich gendopen lassen wollen.
    Ganz abgesehen davon, dass sich mindestens 80 % ohnehin schon gendopen, da sie Tierleichenteile von erlaubt genmanipuliert gemaestetem Schlachtvieh essen.
    Aber das ist ja ganz was anderes, versuchen uns unsere Bauern, Politkomiker uind Denaturierungsindustrie einzulullen.

    Wie ich unsere Komiker einschaetze, wuerden sie die Zwangskassenbeitraege fuer alle aber beibehalten wollen -nur die Leistung einstellen.So empfehle ich es- wer will von denen schon eine lukrative Steuereinnahmequelle aufgeben?
    Aber so bekommt man dann endlich viele vom speziellen eigenen Gendoping weg.
    Was ja begruessenswert waere und das auch noch unter Wahrung aller freizuegigen Rechte zur Wahl individueller Verhaltensweisen.
    Den gengedopten Standardfrass wirds natuerlich weitergeben.
    Schliesslich kann ja jeder mit seinem Koerper tun, was er will- die anderen bezahlens ja.
  10. #19

    Nicht das wahre Problem

    Der Beitrag verengt die Definition von Gendoping sehr stark auf das Einschleusen fremder Gene in den Körper, das aber (zumindest derzeit) nicht das eigentliche Problem darstellen dürfte.

    Deutlich mehr Sorgenfalten bereiten einschlägigen Experten schon seit einigen Jahren Methoden, die zur Steuerung/ Beeinflussung der körpereigenen Genaktivität eingesetzt werden können. Das ist deutlich näher an der Realität als die vom Autor beschriebene Methode und nicht minder erschreckend. Lesenswert hierzu ist ein Interview mit dem Kölner Dopingforscher Patrick Diel in der FAZ vom 12.03.2008.








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