Das eine Diskrepanz zwischen gefühltem und tatsächlichen Recht gibt ist seit Einführung eines Rechtstaats so. Wer das nicht in Kauf nehmen möchte, der muss in einen Staat mit mittelalterlichem Rechtssystem auswandern. Dort wird üblicherweise nach gusto des Mobs entschieden. Das hieße dann also Zwangskastrationen, Todesstrafe und Sippenhaft (das sind alles Dinge die im Internet bei entsprechenden Taten üblicherweise so gefordert werden).
Zu dem Fall: Die GEMA ist selbstverständlich im Recht. Wenn ich irgendwo das Werk eines Künstlers aufführen, und damit Geld verdienen möchte, dann muss ich den Künstler dafür geringfügig vergüten. Das war schon immer so im Radio, das war schon immer so im Fernsehen und das war schon immer so bei öffentlichen Aufführungen. Warum also sollte es im Internet anders sein?
Und YouTube alias Google ist kein Unternehmen mit dem man Mitleid haben muss. YouTube verdient viele Millionen Euro im Jahr indem sie u.a. Inhalte anbieten für die man anderswo zahlen muss - sie tun das indem sie sich einfach weigern die Rechung zu bezahlen. Spotify bspw. zahlt Gema-Gebühren. Und das obwohl hinter Spotify nicht eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, sondern ein Start-up steckt.
Wenn YouTube weiterhin Musikvideos streamen möchte, müssen sie ebenso Gemagebühren zahlen. Online-Werbung nach dem Google-Modell ist dafür nunmal nicht profitabel genug. Google würde gerne alles kostenlos anbieten und möglichst ohne den User zu behelligen - sie sehen das als Alleinstellungsmerkmal. Aber das geht nunmal in diesem Fall nicht, ganz besonders weil andere Unternehmen in der Branche es mangels einer Hundertschaft von Anwälten eben auch nicht können.
Ich komme ebenfalls aus der Onlinewerbe-Branche, dort ist der größte Konkurrent natürlich Google. Ich bin der Meinung, dass YouTube eine Wettbewerbsverzerrung darstellt. Google kann sich millionenschwere Rechtsstreitigkeiten leisten, andere nicht.
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