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Geltungsdrang: Die Angebertitel der Wirtschaftselite

picture-alliance/ dpaDer Skandal um Yahoo-Chef Scott Thompson zeigt ein grundlegendes Problem: Die internationale Wirtschaftselite ist süchtig nach Titeln. In Chefetagen wimmelt es von falschen Abschlüssen, Ehrendoktoren und Honorarkonsuln, manche fälschen gleich ihren Titel. Hereinspaziert ins Panoptikum der Eitelkeit!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,832200,00.html
  1. #1

    Lichtblick

    Es wäre alles halb so schlimm, wenn die angesprochenen Titelsüchtigen davon einfach nur profitieren würden - de facto schädigen sie aber das System Wissenschaft und alle, die ernsthaft promovieren und deren Dissertationen zumindest handwerklich den Gepflogenheiten wissenschaftlicher Redlichkeit entsprechen. Wer den Doktortitel verliehen bekommen hat, kann damit jenseits der Universitäten (noch) wuchern. Doktor = Doktor, es sei denn man möchte in der Wissenschaft Karriere machen, aber darum geht es diesen Leuten ja nicht.
    Die so genannten "Plagiatsjäger" (!sic) sind eine durchaus folgerichtige Erscheinung dieses pervertierten Zeitgeists. Sie lassen mit genauem Nachlesen und ausgeprägter Expertise (shavanplag ist hier beispielhaft zu nennen) die Luft aus so manchem Aufgeblähten heraus. Immer häufiger tun sie das mit Erfolg. Sie zwingen die Universitäten, ihrem Titel-Verleih-Monopol gerecht zu werden. Und in der Mehrzahl der bekannten Fälle werden die zu unrecht verliehenen Titel kassiert. Das wird sich unter Politikern und Wirtschaftsbossen herumgesprochen haben. Aber auch unter Doktorväter und Promotionsausschüssen. Es kann und wird also besser werden.
  2. #2

    bedenklich bleibt, dass seelenlose und zugleich geistlose spenden quasi gleichgesetzt werden mit verdiensten um und an der wissenschaft. jedermann verbindet selbst mit dem ehrendoktor mehr persönlichen einsatzt, auch von geist und intelligenz zu gunsten der wissenschaften als eine schnöde geldspende. man wei?: ab einer bestimmten vermögenslage bedeutet dies nicht mehr als eine kleine unterschrift auf scheck oder überweisungsträgerl, ohne persönlichen einsatz oder verzicht. als kreativem menschen fällt mir da doch gleich eine neue geschäftsidee mit praktischer umsetzungsanleitung ein, werlche einträglich und transparent zugleich wäre: veröffentlichung einer angebotsliste mit preisblatt, zugänglich für ALLE. also demokratisch. bachelors, master und diplome ab 100.000€, professorentitel ab 200.000€. differenziert nach fakultät und uni.
  3. #3

    optional

    "Niki Lauda: Einen nicht ganz so prestigeträchtigen Titel erschummelte sich der Ex-Rennfahrer. Als Kind manipulierte er sein Abiturzeugnis - um schneller mit dem Autofahren anfangen zu können. Er hielt seinen Eltern einfach das Zeugnis eines anderen unter die Nase - dessen Namen hatte er mit Tintenkiller ausgelöscht."

    Aha. Niki Lauda hat sich also das Originalabiturzeugnis eines Anderen geliehen und den Namen per Tintenkiller gelöscht? Alles klar..
  4. #4

    In diesem Zusammenhang schießt immernoch der Herr Prof. Dr. h. c. mult.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Skandal um Yahoo-Chef Scott Thompson zeigt ein grundlegendes Problem: Die internationale Wirtschaftselite ist süchtig nach Titeln. In Chefetagen wimmelt es von falschen Abschlüssen, Ehrendoktoren und Honorarkonsuln, manche fälschen gleich ihren Titel. Hereinspaziert ins Panoptikum der Eitelkeit!

    Manager Titel: Scott Thompson, Udo Klein-Bölting, Michael Träm - SPIEGEL ONLINE
    ...Joseph Martin Fischer ("Joschka") den Vogel ab, ein "Intellektueller"
    also OHNE Schul-, Ausbildungs- bzw. Berufsabschluß.
    Solche Leute finden sich leider nicht nur in Politik und Management
    wieder, sondern zum Teil auch in den Medien.
    Da sind wir nun bei dem Kernproblem schlechthin!
    GENAU DAS erklärt doch messerscharf diese hundsmiserable Situation
    nicht nur in D, sondern auch in der gesamten EU.
    Ein Narr, wer sich Glauben macht, DIESE Leute könnten für die
    gesamte total verfahrene Situation mustergültige Problemlösungen
    anbieten.
    Schaut man sich die Reputationen und Referenzen dieser Leute an,
    dann wird einem ununterbrochen nur noch schlecht.
  5. #5

    Ein Doktortitel

    Ein Doktortitel ist harte Arbeit, oder zumindestens eine Fleißarbeit über mehrere Jahre. In dieser Zeit haben die Mitglieder der Wirtschaftselite ihre Karrieren gemacht. Also sollen sie sich nicht beschweren. Man muß sich entscheiden - Geld oder Wissenschaft!
  6. #6

    Professor Doktor ...

    Zitat von Peter73 Beitrag anzeigen
    Eine halbe Milliarde an die Uni Hildesheim... ganz schön spendabel Herr Maschmeyer... für eine halbe Million hätte es den tollen Titel doch auch gegeben... ;)
    Warum nicht gleich auch noch Professor?
    Reden kann kann er bestimmt besser als viele hauptamtliche Uniprofessoren.

    Vorbild Professor Götz Werner kann auch sehr gut und überzeugend salbungsvoll reden.
  7. #7

    Dr.Dr.

    und wer denn keinen Dr. haben kann, der sollte wenigstens einen Doppelnamen führen. Klingt auch ganz wichtig und macht etwas daher, zumal wenn einer der Namensgeber etwas besonderes geleistet hat oder berühmt war. So sind wir Menschen halt, geltungssüchtig und eitel. Schade dass ich keinen Dr. habe und auch nicht mal einen Doppelnamen. . Was würde das Eindruck auf meinem Grabstein machen. So wird da nur "no_angie" stehen.
  8. #8

    Zitat von bigpeng Beitrag anzeigen
    ...Joseph Martin Fischer ("Joschka") den Vogel ab, ein "Intellektueller"
    also OHNE Schul-, Ausbildungs- bzw. Berufsabschluß.
    Es geht hier in der Tat um keine Kleinigkeit, denn es handelt sich um massiven Betrug, der zu gewaltigen Schäden führt. Wir haben ein System, bei dem sich oft die eitelsten und dreistesten Betrüger durchsetzen, die sich dann hinterher selber vormachen, sie seine "die besten". Sie sacken durch ihre Betrügereien ein Vermögen ein, dass über die Jahre gerechnet durch Bankraub kaum zu erlangen wäre.
    Und ich denke, dass sich die Mehrzahl derartiger Betrügereien nicht in der Politik, sondern in der Wirtschaft abspielt. Ein eitler Betrüger verirrt sich in der Regel gar nicht erst in die Politik, sondern geht gleich in die Wirtschaft, weil dort "die dicke Kohle" lockt"(Ausnahme: Gutenberg).
    Insofern finde ich das Beispiel "Fischer" an dieser Stelle etwas unpassend. Wenn jemand ohne formale Bildung etwas bewegt, dann ist das doch in Ordnung! Und wenn er dann später irgendwo ein "hc" verliehen bekommt ist das auch nicht schlimm, denn es ist klar, dass es ein "hc" ist und er hat in der Regel vorher gezeigt, dass er etwas kann.
  9. #9

    Gute Idee,

    Zitat von liberalliberal Beitrag anzeigen
    als kreativem menschen fällt mir da doch gleich eine neue geschäftsidee mit praktischer umsetzungsanleitung ein, werlche einträglich und transparent zugleich wäre: veröffentlichung einer angebotsliste mit preisblatt, zugänglich für ALLE. also demokratisch. bachelors, master und diplome ab 100.000€, professorentitel ab 200.000€. differenziert nach fakultät und uni.
    ..aber dann bitte mit dem Zusatz: "gekauft an der Uni XY", denn je renommierter eine Uni ist, desto teurer müsste auch der Titel sein. Das hätte zumindest den Vorteil, dass die Unis unabhängiger von der sponserten Wirtschaft sein würden.








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