Es wäre alles halb so schlimm, wenn die angesprochenen Titelsüchtigen davon einfach nur profitieren würden - de facto schädigen sie aber das System Wissenschaft und alle, die ernsthaft promovieren und deren Dissertationen zumindest handwerklich den Gepflogenheiten wissenschaftlicher Redlichkeit entsprechen. Wer den Doktortitel verliehen bekommen hat, kann damit jenseits der Universitäten (noch) wuchern. Doktor = Doktor, es sei denn man möchte in der Wissenschaft Karriere machen, aber darum geht es diesen Leuten ja nicht.
Die so genannten "Plagiatsjäger" (!sic) sind eine durchaus folgerichtige Erscheinung dieses pervertierten Zeitgeists. Sie lassen mit genauem Nachlesen und ausgeprägter Expertise (shavanplag ist hier beispielhaft zu nennen) die Luft aus so manchem Aufgeblähten heraus. Immer häufiger tun sie das mit Erfolg. Sie zwingen die Universitäten, ihrem Titel-Verleih-Monopol gerecht zu werden. Und in der Mehrzahl der bekannten Fälle werden die zu unrecht verliehenen Titel kassiert. Das wird sich unter Politikern und Wirtschaftsbossen herumgesprochen haben. Aber auch unter Doktorväter und Promotionsausschüssen. Es kann und wird also besser werden.
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