Den Lagerbestand für den Nachfolger des Nachfolgers anlegen, nicht zum eigenen Nutzen und nicht zum kurzfristigen Gewinn. Sowas passt eben so gar nicht mehr in die heutige Wirtschaftswelt.
TMNAntonio Stradivari wusste, wie es geht. Seine Geigen sind heute ein Vermögen wert. Die Aussichten für den Nachwuchs der Geigenbauer sind aber alles andere als verlockend: Ausbildungsplätze sind rar, die Bezahlung schlecht. Trotzdem sind viele von dem Handwerk fasziniert.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...849387,00.html
Den Lagerbestand für den Nachfolger des Nachfolgers anlegen, nicht zum eigenen Nutzen und nicht zum kurzfristigen Gewinn. Sowas passt eben so gar nicht mehr in die heutige Wirtschaftswelt.
2 Millionen für eine Geige? Alles, was selten ist und was nicht vermehrt werden kann wird teuer - unabhängig von einer besonderen Qualität.
Man sollte vielleicht einmal eine Stradivari zurückbauen mit einem original kürzeren Hals und kleinerem Winkel. Dann sollte man auch das moderne Saitenmaterial entfernen und Saiten draufziehen, die zu Stradivaris Zeiten üblich waren. Man möchte überrascht sein über das gedrehte Abschleppseil für die tiefe G-Saite! Ich vermute, daß da der Klang einer normalen Geige herauskommt.
Bei Stradivari Geigen wird ganz viel geheimnisvolle Mystik erzeugt, um die Preise über solche Werbung noch höher zu treiben.
Tests mit Musikexperten und verschiedenen Geigen haben ergeben, das diese den Klang einer Stradivari nicht von neueren Meisterinstrumenten unterscheiden können. Typischer Hype.
Die geringe Anzahl von Neuzugaengen im Geigenbau Metier garantiert wenigstens stabile Einkommensaussichten. Der Neubau oder die Reparatur ist kein grosses Geschaeft, wenn man alles unter der Euro Krise betrachtet, die eigentlich die Einkommenskrise der Mittel-und Unterschicht ist und das Profit Festival der Oberschicht als Geld Kaste, die mit Beruf und Berufung nichts am Hut haben.. .
Dennoch glaube ich, dass ein kommunikativ geschickter guter Geigenbauer mit der Zeit und im eigenen Geschaeft durch den Wiederverkauf von Instrumenten doch einen guten Zuverdienst machen kann. Das Einschaetzen und Wediterverkaufen von Instrumenten und Boegen ist sehr wichtig fuer den Musiker als Klienjten, als auch fuer die Instrumente, die regelmaessig gespielt werden sollten.
Man muss nicht gleich an die schwarzen Schafe denken, die Faelschungen von beruehmten instruemntenmachern der letzten Jahrhunderte haben echt werden lassen oder diejenigen, die die Klienten nicht ganz ehrlich behandeln wie Herr Machold in Wien, vormals Bremen, welcher einer echten Gagliano von 1786 in einwandfreiem Zustand einen Ankauf-Wert von 8000 DM zustand und solch eine Geige 20 Jahre spaeter fuer eine halbe Million Euros verausssert. Der Spiegel hatte mal einen Artilkel ueber Machold, in dem nicht klar genug heraus kam, dass die meisten Geigenbauer ehrlich sind und mit den Fuessen auf dem Boden bleiben.
Wem es wert ist der bezahlt halt den Preis gern als Investmentobjekt. Die berechtigte Frage steht halt unbeantwortet im Raum: klingt ein Millionen teures Instrument um den Faktor besser als ein modernes Meisterinstrument für 10. oder 20.000 €? Ein anderes markantes und krass kontarstierendes Beispiel für diesen Hype sind vielleicht die Preise die für originale US E-Gitarren aus den 50er - 60er Jahren bezahlt werden. Bei den Modelen der Marke "Fender" handelt es sich im Prinzip um besseres Bauholz - Planken aus Eschen- und Erlenholz mit einem angeschraubten Stil aus Ahornholz. Die Preise gehen bis in den 5-6 stelligen Bereich. Das Ja aber das ggf. von vielen Fachleuten erhoben wird ist gemessen an den Realitäten die das Leben der weitaus meisten Menschen auf dem Globus bestimmt nur banal sein, kann nur banal wirken. Zugegeben, eine Stradivari ist auch fürs Auge eine aussergewöhnlich schöne Banalität, ein Kunstwerk.
Tut es nicht. Es geht nicht um den Klang, es geht um die Rarität. Man kann auch einen da Vinci heute problemlos genausogut nachmalen, trotzdem werden Millionen für ein Original hingelegt. Weil es eben alt und einzigartig ist - auch wenn es keinen ersichtlichen Unterschied zur Kopie gibt.
Der Test war Lobby-vorbereitet. Geigen kann man nicht in einem Hotelzimmer beurteilen. In der Tat klingen moderne Geigen ausgesuchter Geigenbau -Kuenstler aus unmittelbarer Naehe sehr gut, sie haben volle Tiefen, sie haben keine Brueche des Klangcharakters von einer Saite zur naechsten Saite, sie erzeugen den Ton mit relativ wenig Energie-Einsatz durch den Bogenstrich.
Volumen und nicht Lautstaerke kann man nur im Konzertsaal testen. Der automatisch funktionierende Ausgleich leicht unrein gegriffener Toene bei alten Meistergeigen hat man nicht beruecksichtigt. Die Gaenshaut erzeugende Waerme einer alten Meistergeige erfaehrt man in der Distanz. Alles in allem eine laecherliche Show fuers breite Publikum.
Wer jemals auf einer wertvollen antiken Meistergeige gespielt hat, ist vom ersten Ton wie elektrisiert, es scheint als ob mehr Energie in der schoesnten Form beim Spielen heraus kommt, als man je eingegeben hat.
Stradivaris und nur seine beruehmten Zeitgenossen konnten auf Hoelzer zurueck greifen, die offenbar durch eine kleine Eiszeit ihre besondere Struktur hatten. Die Praezision von S. Geigen und seiner Schueler ist OUTSTANDING im Vergleich zu allen anderen Geigenbauern seiner Zeit ohne technisc h gereifte Werkzeuge. Heute kann jeder Chinese seiner Schrott-Geige prefekte Schalloecher verpassen, damals waren Schalloecher ein Kunstwerk.