CorbisSalomé liebt ihren Beruf - und spricht dennoch fast nie darüber: Als Escort-Dame begleitet sie Männer, meist auch ins Bett. Sie ist Gespielin und Sozialtherapeutin zugleich. Und kann sich in ihrem Gewerbe nur eine katastrophale Situation vorstellen.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...837498,00.html
[QUOTE=spon_2114428;10365511]Ich als junger Mann mitte Zwanzig muss jetzt einfach mal folgendes dazu loswerden:
Diese Frau ist eine Hure durch und durch. Sie gibt das freimütig zu.
Sie macht es des Geldes wegen. Das schließt aber nicht nur finanzielle sondern insbesondere auch emotionale Gründe mit ein.
Sie beschreibt ja selbst, dass sie auf den Luxus steht, der ihr geboten wird. Das macht sie an! Sie fühlt sich nicht schmutzig, sondern wertvoll, weil die alten Herren dann auch mal nen Tausender hinblättern müssen.
Sie hat wie viele schöne Frauen schnell gelernt, dass sie nur ihren Körper hinhalten muss, um Probleme zu lösen. Deshalb ist sie auch mal schnell mit ihrem Chef ins Bett gesprungen, um den Job zu bekommen. Völlig normal, oder?
Klar, wenn's ihr nur darum ginge mit alten Männern ins Bett zu gehen, das könnte sie auch so tun. Aber sie braucht das Geld in ihrer Prinzessinnen-Attitüde, um sich als etwas Besonderes zu fühlen.
Sie braucht es, um sich über den Mann und alle anderen Menschen erheben zu können (man betrachte mal wie abwertend sie die eher gängige Pärchensituation beschreibt und mit sich vergleicht).
Sie wird bezahlt! Irgendein reicher viel, viel älterer Mann muss sich dazu herablassen sie teuer auszuführen und obendrein noch zu entlohnen!
Da glaube ich ihr dann auch, dass sie wahrhaftig Spaß am Sex hat.
So offen ich in meiner Sexualität und der anderer bin (/zu sein glaube?) ,so würde ich so eine Frau auch immer nur als Hure wahrnehmen und behandeln. Egal in welchem Kontext (egal ob Alltagssituation oder eben im Eskort) und egal ob nun immer bewusst oder unterbewusst, meine Einstellung wäre so.
Dieses Streben nach möglichst viel Kohle und Luxus mit allen Mitteln, das Gieren nach Zuwendungen und besonderer Belohnung für Selbstverständlichkeiten: Das ist genau das, was mich als Charakterzug wirklich abstößt und einen Menschen einfach abwertet. Wenn alles was irgendwie "mehr glänzt" und "über einem" steht, als besser und wichtiger empfunden wird. Das sind die Menschen, die man kaufen kann. Für QUOTE]
Schonmal daran gedacht, dass nicht Gier für Geld der Grund für die Tätigkeit als Prostitutierte sein könnte, sondern dass man Sex, Intimität und intensive Gespräche als etwas besonders anregendes empfindet? Ich arbeite als Escort, teure Schuhe und Marken gehen mir sowas am Arsch vorbei (übrigens auch den anderen Escorts die ich kenne). Weshalb ich mich trotzdem für diesen Beruf entschieden habe? Weil mir dieser intensive Kontakt mit anderen Menschen Freude bereitet. Es tut gut zu sehen, wie ein Kunde nach unserem Treffen lächelt, von den Alltagssorgen befreit und entspannt ist. Die hohe Bezahlung finde ich völlig gerechtfertigt, denn man kann sich nicht den ganzen Tag lang emotional mit anderen beschäftigen oder Sex haben. Die Bezahlung ist für mich nicht eine Entschädigung für Ekel oder ähnliches, sondern dafür dass solche Treffen Zeitliche Abstände erfordern wenn man nicht bloss mechanisch etwas abarbeiten will. Wenn sich jemand respektlos verhält, treffe ich ihn nicht. Wo ist da bitte der "kauf"? Kein Geld auf der Welt kann mich dazu überreden, meine Werte aufzugeben. Der Unterschied liegt darin, dass ich Sex nicht als etwas negatives empfinde.
...zumindest im " alten Japan ", der Vergleich zum Escortservice ist durchaus angebracht. Um erfolgreich zu sein, muss eine Geisha anmutig, charmant, gebildet, geistreich und schön sein. Sie muss außerdem die Regeln der Etikette einwandfrei beherrschen und bei jeder Gelegenheit Haltung bewahren können.
Und natürlich bei Bedarf und Wunsch zur Sache bereit sein.
Ich würde Sie bitten die Diskussion nicht auf dieser Weise auf der persönlichen Ebene zu führen. Was auch immer ich für Probleme habe oder auch nicht, werde ich mit Ihnen nicht besprechen.
Weiterhin bitte ich darum, meine Postings gründlich zu lesen und auch zu verstehen, bevor Sie sie als "Schwachsinn" abqualifizieren.
Dass die meisten Frauen "mächtig viel Spass beim Sex" haben, ist mir duchaus bekannt. Dennoch sehen Sie ja an diesem Thread, dass es zwischen männlicher und weiblicher Sexualität grosse Unterschiede gibt. Meine Aussagen bezogen sich auf die Sichtweise bestimmter Frauen(gruppen) auf die männliche Sexualität, bei der es primär darum geht, diese "einzuhegen" und zu "domestizieren". Dies geschieht über politisch korrekte Sichtweisen, Gender Mainstreaming und systematische Benachteiligung männlicher Verhaltensweisen vom Kindergarten an. Entzieht sich ein Mann diesem Kontrollversuch - z.B. auch durch den Besuch bei einer Prostituierten - ist er ein "Schwein". Aber nicht, weil er für Sex bezahlt! Sondern weil er ausser Kontrolle ist.
Ihr Beitrag zeigt dieses Missverständnis eigentlich schon wunderbar auf. Der Mann ist nicht so, wie Sie ihn wollen, also "muss er Probleme haben". Tja - nur mit wem, nicht wahr?
Sie wollen nicht "dumm angemacht" werden. D'accord. Aber angemacht werden wollen Sie schon oder, halt nur nett. Aber auch wieder nicht zu nett, welche Frau will schon einen Mann der sich überall brav hinten anstellt. Verwegen soll er ja auch sein. Aber irgendwie sich doch wieder an die Regeln halten. Und all das soll er Ihnen bitteschön von den Augen ablesen.
Ich lebe in einem Stadtteil, in dem inzwischen 2/3 Singlehaushalte sind. Also erzählen Sie mir nicht, es würde zwischen Männern und Frauen gut laufen. Und dass dann manche dieser vielen Singlemänner gelegentlich Prostituierte aufsuchen, lässt sich auch kaum bestreiten. Nur tun die das eben nicht, weil sie schlechte Menschen sind.
Das Sozialsystem zahlt jedoch nicht die vorher gemachten Schulden, oder sichert die eigene Wohnung. Nicht jede(r) möchte im Sozialbau wohnen.
Vielen ist der Wohlstand den sie haben nun einmal so wichtig, dass sie es in Kauf nehmen, der Prostituion nachzugehen.
Oder ganz simpel: vielleicht hat frau Kinder, denen sie nicht zumuten möchte vom hartz4 Satz leben zu müssen.
Vielleicht können Sie ja mal erklären, warum eine ansonsten sympathische und attraktive Frau auf einmal sexuell oder sonstwie eklig wird, nur weil sie mit bestimmten oder vielen anderen Leuten vorher Sex hatte. Abgesehen von nachträglicher Eifersucht fällt mir da nämlich nichts ein.
Vielleicht können Sie auch mal erklären, warum diese Promiskuitivität meistens nur bei Frauen ein Problem ist, bei den meisten Männern aber nicht.
Was für ein toller Beitrag, Danke für Ihre Mühe und Formulierungskunst!
Ergänzen möchte ich noch: Die hier so oft gemachte Behauptung "Liebe und Sex sind nicht das Gleiche" macht, wenn sie denn stimmt, das Ganze auch nicht einfacher.
Denn einmal müssen Sie, wenn Sie so leben wollen, Ihrem Liebespartner das Fremdgehen (oder was da immer in Sachen Sex läuft) nicht nur einmal scheinbar rational erklären, Sie müssen das auch leben - Situationen aushalten, lügen oder nicht, mit Verletzungen umgehen...
Und dann ist der Sex eben auch nicht nur wie Wassertrinken, die Partner dort sind auch Menschen, die vielleicht Erwartungen haben, die vielleicht mehr oder weniger wollen als man selber.
Und zu guter Letzt muss man das auch selber alles "performen" können, wenn man versteht, was ich meine...Körperlich und geistig das bringen, was man diesem anspruchsvollen Programm nach leisten will.
Ich meine, dass sich das viel leichter in ein Forum hinschreibt, als im wirklichen Leben leben...und das führt dann dazu, dass die vielgerühmte Trennung von Sex und Liebe in echt ein ziemlich trauriges Benutzen sexueller Dienstleistungen sein kann incl. Lügen gegenüber Partnern - wenn es denn überhaupt einen gibt.