Geheimberuf Escort-Service: "Ich hatte erwartet, mich dreckig zu fühlen"

CorbisSalomé liebt ihren Beruf - und spricht dennoch fast nie darüber: Als Escort-Dame begleitet sie Männer, meist auch ins Bett. Sie ist Gespielin und Sozialtherapeutin zugleich. Und kann sich in ihrem Gewerbe nur eine katastrophale Situation vorstellen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...837498,00.html
  1. #90

    immerhin

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Salomé liebt ihren Beruf - und spricht dennoch fast nie darüber: Als Escort-Dame begleitet sie Männer, meist auch ins Bett. Sie ist Gespielin und Sozialtherapeutin zugleich. Und kann sich in ihrem Gewerbe nur eine katastrophale Situation vorstellen.
    ... immerhin gibt es auch andere Berufe,
    eine Menge davon.
    Warum ausgerechnet Escort-Dame
    - das wissen nur die Salomés.
  2. #91

    BmbH

    Zitat von Bruder Theodor Beitrag anzeigen
    Schöner Kommentar Ihrerseits, zaungast.

    Die Situation insgesamt hat ja mit Grenzen zu tun von zwei Umständen, bei denen die Grenzverläufe nicht dieselben sind.

    Die Seelen, die sich treffen, die Charaktere, die Individuen, die kennen das "Verbotene" nicht. Die kennen nur das Reich der Intimität, das sie - bestenfalls - mit ihrem Treffen betreten. Die Personae sind es, die Masken, die Figuren der gesellschaftlichen Anpassung sind es, die den Grenzübetritt wagen, während das Risiko das ist, gesellschaftlichen Status und gesellschaftliche Integration, zu welchem Grad und in welcher Qualität auch immer vorliegend, zu verlieren.

    Wie man es aber dreht und wendet, eine Situation wie von Ihnen beschrieben oder wie im Artikel beschrieben läßt sich nicht in eine der allseits Grenzenlosigkeit transferieren. Sie sind Paßstücke zu einem oder anderen Paßstücken in dem jeweiligen Leben, aus denen dann das Ganze wird. In der Begegnung zwischen Mann und Frau mögen von beiden Seiten die Prädispositionen vorliegen, in dem jeweils anderen das volle und ganze Paßstück zu finden. Mehr als einen Grad an Deckungsgleichheit, wie hoch auch immer der wieder sein mag, bietet uns die Natur aber wiederum nicht an.

    Durch das Geld bleibt die Beziehung immer eine geschäftliche, sie bleibt ein Vertrag mit Vertrags- und Erfüllungsgeschäft. Mit dem Vertrag wiederum bleibt die Begegnung im mindesten sozial und kommunizierbar. Ankommen dabei tut wiederum keine Seite. Es ist und bleibt der gekaufte Moment.
    Schöne Antwort Ihrerseits, danke.

    Es ist richtig, dass niemand ankommen wird. Das ist eben Teil des "Vertrags" (ich finde den Ausdruck sehr nett und passend).

    Wohl eher bei mir ist die Gefahr, dass ich zuviel erwarte, gerade weil mir diese junge Frau eine Menge gibt. Es wird mir sehr schwer fallen, sollte ich mal nicht mehr in die Nähe fahren müssen.

    Es wäre schön, wenn diesen Frauen der gleiche Respekt entgegengebracht würde, wie man ihn anderen in seinem Umfeld entgegenbringt.

    Und nebenbei: Sie haben ja so recht, mit der "Deckungsgleichheit". Auch diese Frau würde nur zu einem Teil "deckungsgleich" sein.

    In diesem Sinne..
  3. #92

    Zitat von zaungast Beitrag anzeigen
    (...)die Gefahr besteht, dass man sich verknallt. (Zugegeben, ich mag mein privates Escort Mädchen ziemlich)(...)r.
    Tja... wer mit dem Feuer spielt;-)

    Ich sehe hier aber eher einen Trost und keine "Gefahr". Ist doch schoen, wenn es in einer solch kalten Welt doch mal knistert.

    Dass so ein Job (auf Dauer) wirklich Spass macht, ist ungefaehr so wahr wie die Geschichten von den Dicken, die "zu ihrer Figur stehen" odervon den Grauhaarigen, die "ihr Alter annehmen". Mag zuweilen stimmen, in der Regel kommt aber doch irgendwann der Katzenjammer.

    Auch 600-1000 Euro fuer eine Nacht aendern nun mal nichts daran, dass es sich um Prostitution handelt, und Prostitution bedeutet letztlich, dass man sein Intimstes im Extremfall auch dem geben muss, der einemzuwider ist.

    Das Leben ist nicht "Pretty Woman". Die Realitaet ist einfach haerter. Es gibt einfach viel zu viele schoene Frauen, die bereit sind, sich zu prostituieren, so einfach sind 1000 Euro/Nacht auf Dauer nicht zu verdienen.

    Verstehen kann ich persoenlich nach wie vor nicht, wie man 1000 Euro fuer eine Nacht mit einer Frau ausgeben kann, auch dann nicht, wenn das fuer den Kunden nur Briefmarkengeld ist, denn wer nicht komplett abgestumpft ist, der verliebt sich irgendwann ja doch, und das haette er bei der Kassiererin um die Ecke oder bei der Intellektuellen auf der Vernissage oder der Trainerin im Fitnesscenter ja auch ganz direkt haben koennen;-)
    Geändert von ( um Uhr)
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  4. #93

    Zitat von daddeldiddel Beitrag anzeigen
    Also ich möchte nicht von meiner Frau erfahren dass Sie früher anschaffen war als Studentin. Wär für mich ein Grund die Alte abzuschieben.
    Vielleicht lieben Sie nicht genug?

    Wenn ich es von Dritten erfahren würde, würde mich kränken, dass sie es mir nicht selbst erzählt hat. Aber es würde nichts an meiner Liebe ändern.
  5. #94

    Im Sinne von "traurig" meinte ich übrigens, daß sich die junge Frau selber was vormacht. Es ist vollkommen okay, wenn sie rumsext. Das spricht ihr auch keiner ab. Nur und das ist das, was ich mit traurig meine, hat sie eigentlich doch gar nicht nötig. Man sucht irgendeinen Grund, um sich nicht anzustrengen im Leben. Eine Sexleistung ist nix außergewöhnliches und erbringt im herkömmlichen Sinne keine Leistung. Im Endeffekt ist es, wenn es freiwillig geschieht, schnell verdientes Geld. ABER. Das ist mir zu einfach.
    Für was gehe ich dann studieren, wenn ich keiner schaffenden Arbeit nachgehe?
    Die gute Dame will mir doch nicht erzählen, daß sie später auf den ganzen Luxus verzichten will, den sie nun momentan hat.
    Heisst. WIE sieht ihr Lebenswandel später aus?
    Studiert zu haben um dann als Leiharbeiter irgendwo für 10 Euro zu hackeln? Kostenloses Praktikas die nächsten Jahre machen? Oder doch nicht eher sich nen reichen Mann zu suchen, der sie finanziell absichert oder wie gehabt im Metier des Escorts zu bleiben und dann später zu fallen, wenn dank Alters sie welkt?

    Sind wir doch mal realistisch in dem Bezug. Ich wage zu bezweifeln, daß sie später unabhängig sein wird, was hier die ganze Zeit propagiert wird! Denn das neue Leben IST Luxus, wenn man sich die Geldbeträge anschaut. Dieses Geld wird sie NIE mit normaler Arbeit bekommen, es sei denn, sie hat den Schneid und arbeitet sich empor, was ich mir allerdings bei dem derzeitigen Leben nicht wirklich vorstellen kann.

    Das Traurige ist dabei, daß sie sich vor allem selbst belügt und hier Einige auf diese Gefasel reinfallen, wohlwissend, sie wird danach nimmer den Standard mit normaler, ehrlicher Arbeit erreichen wie sie es durch den Escort erreicht hat (Ausnahmen ....).
  6. #95

    Anmerkung

    "Die Frau studiert Literatur und schreibt!?!? "Escort ist physisch und psychologisch anstrengend." --- es ist allenfalls "psychisch anstrengend", also seelisch und nicht seelenkundlich. Zurück auf Start (1. Semester)!"


    Escort ist ja nicht nur Sex, es ist vielmehr die Persönlichkeit, die man verkauft. Schnellen Sex könnten sich die Herren auch billiger besorgen.
    Die Herren, die sie anfordern, wollen sich gut unterhalten oder die Dame auch mit zu Geschäftlichen Anlässen mitnehmen, da muss man sich zu benehmen und verhalten wissen. Man schauspielert, in seiner eigenen Haut.
  7. #96

    ...

    Zitat von axiom Beitrag anzeigen
    Ich will mich an dieser Stelle bei den vielen jungen und wundervollen Frauen bedanken deren Bekanntschaft ich machen durfte.

    Die vielen Nächte, die vielen Ferienreisen welche Frauen wie Salomé mir versüsst haben, sind wichtiger Teil meiner Lebensqualität.

    Das kommende Wochenende werde ich mit einer jungen atraktiven Frau in einen Wellness-Hotel verbringen und ich wünsche jedem diese unvergleichliche Erfahrung zu machen.

    Die Gesselschaft von jungen attraktiven Frauen ist das schönste und gesündest was man sich für Geld ermöglichen kann.

    Nur Mut, versucht es einfach mal!

    Nichts gegen die Inanspruchnahme von Prostitutierten, ist jedem selbst überlassen.
    Aber jemanden zu bezahlen, damit er mir Gesellschaft leistet, das wäre mir zu traurig. =(

    Es soll auch Leute geben, die einem ohne weitere externe Motivation Gesellschaft leisten. Darunter natürlich auch hübsche Frauen.
  8. #97

    Zitat von spiegelistwiebild Beitrag anzeigen
    ... dass es neben der verdienten kohle solchen frauen einfach spass macht?(...))
    Die gibt es zweifelsohne. Ich kenne sogar einige schoene und interessante Frauen, denen es Spass macht und es sogar kostenlos tun;-)

    Ansonsten muss Prostitution zwar nicht zwangslaeufig aus einer Notsituation heraus entstehen, ich wage aber die Behauptung, dass es meistens doch so ist.
    Geändert von ( um Uhr)
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  9. #98

    Guter Beitrag!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Salomé liebt ihren Beruf - und spricht dennoch fast nie darüber: Als Escort-Dame begleitet sie Männer, meist auch ins Bett. Sie ist Gespielin und Sozialtherapeutin zugleich. Und kann sich in ihrem Gewerbe nur eine katastrophale Situation vorstellen.

    Escort-Service: Prostituierte berichtet von ihrem geheimen Beruf - SPIEGEL ONLINE
    Wir Männer sind schon so eine besonders gestrickte Klasse, einerseits sind wir auf prickelnde Abenteuer aus mit ewigen Herzklopfen etc. etc. wollen riesige Berge besteigen, tolle Autos fahren, im Sport Höchstleistungen erbringen, es zu Ansehen im Beruf und einem Vermögen bringen etc. etc.
    Ja und schließlich heiratet man die Angebetete und nach einiger Zeit tritt der gnadenlose Alltag ein.
    Es ist alle in Ordnung. Man freut sich natürlich auch auf den familären Alltag mit Frau und Kindern, aber irgendwo im Hinterstübchen fehlt einem doch etwas.
    Natürlich gibt man das nicht zu.
    Da war ich doch mal mit einem hervorragenden Scheidungsanwalt befreundet. Wir haben uns aus den Augen verloren.
    Ja, er hätte es besser wissen müssen.
    Er war dreimal verheiratet, hatte sogar einmal Drillinge mit einer Frau. Ich glaube, er musste als Geschiedener für drei Ehefrauen und sechs Kinder aufkommen.
    Er war einer der angesehensten besten Scheidungsanwälte und verdiente viel viel Geld, aber am Monatsende ärgerte er sich, weil so viel Geld von seinem Konto abging.
    Naja, er konnte halt nicht alleine leben. Er war verdorben zum Familienleben. Das brauchte er auch, sonst wäre er vereinsamt.
    Trotzdem heiratete er wieder und nahm nebenbei die Dienste eines Escort-Service in Anspruch.
    Armer, armer dressierter Mann, der den weiblichen Reizen verfallen war. Ester Villar hatte schon mit ihrem Buch über uns dressierten Männer nicht ganz Unrecht.
  10. #99

    Zitat von Morphose83 Beitrag anzeigen
    Sie wollen doch nicht ehrliche und konstruktive Arbeit, die etwas erschafft und alleine nur zur Erhaltung der eigenen Existenz dient, der Gesellschaft nutzt mit dem Verkauf der eigenen Würde und dem eigenen Stolz vergleichen.
    Das was Sie dort macht ist ihre Sache... Aber immernoch verwerflich, oder würden Sie es akzeptieren wenn sich ihr Lebensgefährte prostituiert? Es ist ein normaler Job oder?
    Nein, würde ich nicht. Ebensowenig, wie mein Mann das akzeptiert hätte - zu Zeiten, da wir noch jung und knackig waren *gg* - wenn ich das getan hätte.
    Darum ging es aber nicht, denn weiter unten im Beitrag stand in deutschen Lettern: *man muß es nicht gut finden* - ich schließe mich da mit ein.
    Man muß es aber akzeptieren, auch wenn man selbst diesen Weg nie gegangen wäre.

    Aber seien wir doch mal ehrlich - ich will das durchaus vergleichen, denn es IST vergleichbar.
    Jemand, der morgens früh zur ungeliebten Arbeit für den Broterwerb dackelt, sich krümmen muß vor dem Chef und die Untergebenen (so vorhanden, ansonsten die schwächeren Kollegen) tritt - wissend, er hat einen Scheißjob, wissend, er sollte nicht nach oben buckeln und er sollte auch nicht nach unten treten.
    Der verkauft Stolz und Würde nicht?
    Wieso machen Sie beides an der Sexualität fest?
    Es sind mehr Arbeitnehmer so, als Sie vielleicht denken.
    Und auch mehr Chefs, die selbiges verlangen, als Sie sich vielleicht vorstellen können.

    Auch Prostitution kann eine ehrliche Arbeit sein und dem Erhalt der Existenz für einen gewissen Zeitraum dienen (irgendwann gehn das männliche Anspruchsdenken und die Folgen der Schwerkraft bei einer Prostituierten nicht mehr bezahlkonform) - es werden Steuern gezahlt, Versicherungen abgeschlossen - die ganze Palette halt.
    Und nochmal, extra für Sie:

    Gäbe es keinen Markt dafür, gäbe es keine Prostitution.

    Nein, ich will auch nicht die Männer verurteilen, wieso auch? Das ist etwas, was jeder mit sich selbst ausmachen muß. An dem Fakt Nachfrage <--> Angebot kann man aber nichts ändern.
    Dieses Recht gilt aber auch für die Dienstleistungserbringerin.

    Moralgedöhns und Vokabeln wie *verwerflich* sind völlig fehl am Platz.

    LG
    InsH