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Gehaltsverhandlungen: Ey Chef, ich will mehr Geld!

In Gehaltsverhandlungen kann man viele Fehler machen. Drei Experten sagen, wie es richtig geht: Mit welchen Argumenten punkten Angestellte? Und was sollte ein Chef im Gehaltsgespräch beachten? Eines ist sicher: Der Satz aus der Überschrift gehört nicht in die Trickkiste*...

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...753646,00.html
  1. #20

    Die Mächtigen sind nicht so mächtig wie sie glauben

    Zitat von marvinw Beitrag anzeigen
    Oh je, ich glaube die Einstellung hatte ca. in 80-er Jahren bestand. Heute ist es nur wichtig Aktionäre zufrieden zu stellen und unmotivierte Mitarbieter sitzen heute auf Hartz4 zu Hause.
    Gehaltserhöhung gibt es heute auch nach Jahren nicht mehr: sie wird in der Regel angeboten wenn man schon gekündigt hat und eine andere Stelle bekommen hat, wo man so wie so mehr Geld verdient. Daher sind heutige Gehaltsverhandlungen so was wie Fata Morgana.

    PS: Nicht so dass ich Ihnen nicht zustimmen würde: bloß hält sich heute keiner mehr daran.
    Es geht schon. Wenn man nicht so einfach zu ersetzen ist, dann verschieben sich die Machtverhältnisse zuungsten des Chefchens. Dann kann man sich Vieles erlauben. Wenn man dann noch älter ist und gar nichts mehr zu verlieren hat, weil man leicht über Alg und zur Not auch Hartz in die Rente gleiten kann, dann hat das Chefchen keinerlei Druckmittel in der Hand.

    Mit abbezahltem Haus, allen nötigen Anschaffungen, Fahrzeugen etc. in Redundanz und ein paar Ersparnissen,kann man selbst mit Harzt noch gut leben.

    Wer wirklich jederzeit hinschmeißen kann, der ist nicht erpressbar und kann es locker angehen.
  2. #21

    Generation Praktikum

    Zitat von Tizzle Beitrag anzeigen
    Das ist beim Jurist oder Ingenieur mit spezialisierter Ausbildung, langjäriger Erfahrung und jobspezifischem Wissen oft nicht so. Gute bezahlung ist oft vorbeugende Belohnung dafür, dass mein bleibt und seinen Job der Verantwortung entsprechend ernst nimmt.
    Ok, bei Juristen kenne ich mich jetzt zwar nicht aus. Bei Ingenieuren ist es aber heutzutage eher so, dass eine derartige Spezialisierung verlangt wird, dass man eben nicht mehr mal schnell zu einer anderen Firma wechseln kann, wenn einem das Gehalt nicht schmeckt... Bzw. dort darf man dann erst wieder mehr oder weniger von vorne anfangen...

    Von befristeten Verträgen gar nicht erst zu sprechen, die für junge Ingenieure inzwischen eher die Regel als die Ausnahme sind. Da ist es nämlich mittlerweile recht verbreitet, nach Ablauf des Vertrages das Gehalt fix ein paar Hundert Euro zu drücken für den Anschlussvertrag. Völlig leistungsunabhängig, sondern aus der Machtposition heraus, dass der AG weiß, dass der AN einen neuen Vertrag braucht und anderswo erst wieder von vorne anfangen müsste (wo gerade bei jüngeren AN, die gerade ihren ersten Einjahresvertrag hinter sich haben, diese Zeit anderswo schlichtweg als "gar keine Erfahrung" gewertet wird).

    Mir ist bisher seit meinem Berufseinstieg bei jedem neuen (wie heutzutage üblich jeweils Ein-Jahres-)Vertrag massiv das Gehalt gekürzt worden, was in keinem Fall auch nur das geringste mit mangelnder Leistung zu tun hatte, eher im Gegenteil. Diese Entscheidungen kamen dabei immer von "höher" oben, wo meine direkten Chefs auch nichts mehr zu melden hatten. Begründungen waren abstrakt und unverhandelbar - wirtschaftliche Situation, übliche Einstiegsgehälter auf unbefristeten Stellen, schlechte Erfahrungen mit früheren jungen Mitarbeitern usw. - während persönliche Leistung gegenüber solchen prinzipiellen "Zwängen" nie auch nur überhaupt als Kriterium zugelassen wurde!!!

    Die meisten Berufseinsteiger "schlucken" solche Praktiken leider widerstandslos, so dass AG dieses "Spielchen" anscheinend inzwischen als völlig normal ansehen und die wenigen, die es (wie ich) wagen dagegen aufmüpfen, am Ende die Dummen sind. So habe ich es z.B. trotz all der Probleme eines Neuanfangs schon zweimal riskiert, "nein danke" zur Gehaltskürzung zur sagen und anderswo eine neue Stelle anzunehmen (was in der Praxis z.B. so aussieht, dass man eine Festeinstellung zu 60% seines ursprünglichen Einstiegsgehalts für eine weitere befristete "Einstiegsstelle" anderswo ausschlägt, wo man sein ursprüngliches Gehaltsniveau wenigstens vorläufig halten kann)... Erfolg: Inzwischen bin ich 35, mit nicht wirklich gern gesehenen "Patchwork"-Lebenslauf, nach wiederholten "Einstiegen" bei anderen Firmen weiterhin ohne Aussicht auf Festanstellung, und ich werde nach jeweiliger Einarbeitung in neuen Spezialgebieten immer noch überall als "Berufseinsteiger" angesehen, als hätte ich all diese Jahre nichts getan. Und das dafür, dass man nicht nur in jeder neuen Stelle wieder 150% gibt, um eine Übernahme möglich zu machen, sondern dass man neben der Arbeit ständig damit beschäftigt ist, Bewerbungen zu schreiben, und ein großer Teil der Urlaubstage für Interviews draufgeht, damit man bei der nächsten Gehaltskürzung, wenn sie wieder einmal zu unverschämt und willkürlich ausfällt, wenigstens noch eine Alternative hat...
  3. #22

    Andere Erfahrung

    Zitat von Mulharste Beitrag anzeigen
    Das Dümmste was am als Angestellter machen kann. Wenn Sie wirlich so wichitg sind, hält der Chef Sie bevor Sie fragen können - die Drohung zur Konkurrenz zu gehen, ist die Kündigung - wenn der Chef clever ist, verbaut er Ihenn dort den Weg - man kennt sich ja untereinander.
    Meine Erfahrung besagt aber das Gegenteil.
    Bei mir haben Chefs immer erst ernsthaft reagiert, wenn die Kündigung bereits auf dem Tisch lag.
    Der AG ist heutzutage so schlau und abgebrüht - manchmal eben auch zu abgebrüht.
    Eine solche Kündigungsverhandlung führte zu einer glatten Gehaltsverdopplung.
    Hätte er vorher freiwillig reagiert, wäre es erheblich günstiger geworden.

    Ob wichtig oder nicht. Meine Chefs halten sich immer für viel schlauer - in dem Glauben lasse ich die denn auch mal.

    Mann kennt sich untereinander - klar. Man ist Wettbewerber. Da freut es den einen doch, wenn der andere Fehler begeht.
  4. #23

    Genau...

    Zitat von systemgast Beitrag anzeigen
    Meine Erfahrung besagt aber das Gegenteil.
    Bei mir haben Chefs immer erst ernsthaft reagiert, wenn die Kündigung bereits auf dem Tisch lag.
    Der AG ist heutzutage so schlau und abgebrüht - manchmal eben auch zu abgebrüht.
    Eine solche Kündigungsverhandlung führte zu einer glatten Gehaltsverdopplung.
    Hätte er vorher freiwillig reagiert, wäre es erheblich günstiger geworden.

    Ob wichtig oder nicht. Meine Chefs halten sich immer für viel schlauer - in dem Glauben lasse ich die denn auch mal.
    Kann ich auch nur bestätigen. Mir wurden auch gleich mal ein paar Tausender aufs angebotene Jahresgehalt draufgepackt, als ich durchblicken ließ, dass ich noch was anderes in der Hinterhand hatte. Und mir wurde schließlich, als sie bei meinem alten AG nervös wurden, dass ich es ernst meinen könnte, signalisiert, dass das gerne auch noch weiter hochhandelbar sein könnte... Leider musste ich beim anderen Angebot zu kurzfristig zusagen, um mich noch auf längere Verhandlungen mit dem alten AG einzulassen. Der Abteilungsleiter schien ziemlich schockiert und ganz und gar nicht glücklich, wie er sich da verspekuliert hatte. (Es half sicher auch nicht, dass außer mir kurz darauf auch noch andere, gerade die besseren, der "Neuen" wegen des unverschämt niedrigen Gehalts bei Vertragsverlängerung absprangen, während die "Mitschwimmer" auch bei der neuen Gehaltsrunde dann traurig, aber tatenlos, weiter mitschwammen...) - So wird weiter eiskalt ausgequetscht, und meistens hat man als AN da nicht viel entgegenzusetzen... (Persönliche Leistung schonmal gar nicht, da gibt's immer einen "triftigen"Grund, warum die im Augenblick wieder mal nicht im Gehalt berücksichtigt werden "kann"...)
  5. #24

    Scherzkeks

    Zitat von Mulharste Beitrag anzeigen
    ... die Drohung zur Konkurrenz zu gehen, ist die Kündigung - wenn der Chef clever ist, verbaut er Ihenn dort den Weg - man kennt sich ja untereinander.
    ...
    Wenn der Chef "clever" ist? Ich würde so jemanden zwar andere Charakterzüge unterstellen, aber egal.
    Das mit dem untereinander kennen klappt nur in einem begrenztem Gebiet mit alten Seilschaften und wenn ich lese "Ort: L.E.ipzig" dann ist eh ein Gebietswechsel angebracht wenn es um höhere Löhne geht.
  6. #25

    Komische Vorschläge

    Es mag ja sein, dass im Mai das Wetter freundlicher ist. Die Budget Situation ist i.d.R. im Oktober entspannter. Dann stellt sich nämlich heraus, dass die zu Beginn des Jahres eingeplanten Sicherheitsreserven des Abteilungsbudgets ggf. nicht benötigt und abgerufen werden (müssen). Ergo empfehle ich diesen Monat für Verhandlungen. Freilich gepaart mit ein paar Handlungsempfehlungen, die den Rest des Budgets sinnvoll "verbrauchen" und im nächsten Jahr dann sockelwirksam werden lassen ;-).
  7. #26

    Zeitarbeit

    Zitat von marvinw Beitrag anzeigen
    Oh je, ich glaube die Einstellung hatte ca. in 80-er Jahren bestand. Heute ist es nur wichtig Aktionäre zufrieden zu stellen und unmotivierte Mitarbieter sitzen heute auf Hartz4 zu Hause.
    Gehaltserhöhung gibt es heute auch nach Jahren nicht mehr: sie wird in der Regel angeboten wenn man schon gekündigt hat und eine andere Stelle bekommen hat, wo man so wie so mehr Geld verdient. Daher sind heutige Gehaltsverhandlungen so was wie Fata Morgana.

    PS: Nicht so dass ich Ihnen nicht zustimmen würde: bloß hält sich heute keiner mehr daran.
    In meiner Firma steht momentan das Ostergeschäft an und auf Grund der chronisch knappen Personaldecke sind wir derzeit dringend auf Zeitarbeiter angewiesen (die Hälfte der Belegschaft besteht aus Leiharbeitern, und diese werden selbst nach Jahren nicht übernommen) aber was wir die letzten Wochen geschickt bekamen hält nicht mal eine Woche durch. Die Leistung ist schlicht inakzetabel. Es funktioniert gar nicht mehr, via Zeitarbeit seinen Pool an Mitarbeitern anforderunsggerecht aufzufüllen.

    Derweil leisten wir ein Überstunden-Kontingent, das schlichtweg gegen die gesetzliche Vorgaben verstößt:
    max. 40 Stunden die Wochen innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten bzw. 24 Wochen.
    Freizeitausgleich gibt es bei uns nur in Form von Anträgen, die aber niemals genehmigt werden. Die liegen nur aus (bzw. sind Teil der Urlaubsanträge), weil es Vorschrift ist.


    Ex und hopp kann man als Chef weiterhin versuchen, aber irgendwann bekommt man Probleme...
  8. #27

    -

    Zitat von reinhard_m Beitrag anzeigen
    Es geht schon. Wenn man nicht so einfach zu ersetzen ist, dann verschieben sich die Machtverhältnisse zuungsten.....
    Ersparnisse uind Harzt? Sie verwechslen da was.








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