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Gehalt nach Leistung: Karstadt will Verkäufer mit Boni anstacheln

Leistung soll sich bei Karstadt künftig stärker lohnen: Die Kaufhaus-Kette führt ein Bonusprogramm für seine Mitarbeiter ein. In anderen Branchen genießen solche Anreizprogramme einen schlechten Ruf.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...777263,00.html
  1. #30

    Nachtrag:

    übrigens: der Chef dort fand das nicht gut, dass sie sich soviel Zeit mit der Kundschaft lässt - einmal hat er sie vor Kunden angeschnauzt, weil sie noch irgendwas nicht fertig gemacht hatte (sie war halt mit Beratung beschäftigt, da kann sie ja schlecht Kartons ausräumen).

    Das ging ja überhaupt nicht! Dem hab ich erst einmal gesagt, dass er sich das in meiner Firma nicht leisten könnte! Vor den Kunden? Unmöglich! Niemals! Absolutes NoGo!

    Aber ich glaube, Karstadt könnte den Umsatz ziemlich steigern, wenn die Verkäufer der einzelnen Abteilungen mehr Eigenverantwortung bekommen würden. Jetzt ist es so, dass die vorher nie wissen, was in der nächsten Lieferung drin ist. Und ich kaufe z.B. rosa Hemden nicht. Aber die ich mag, sind nur selten dabei. Immerhin haben die mir in der Abteilung angeboten, dass ich meine Telefonnummer hinterlassen könnte und sie mich anrufen, wenn was passendes geliefert wird - das nenn ich mal Service im Rahmen des Möglichen!
  2. #31

    So:

    Zitat von ArnoNym Beitrag anzeigen
    Wenn man mich freundlich und aufmerksam bedient (z.B. Änderungen bei Klamotten), hab' ich natürlich kein Problem damit, wenn jemand "abzeichnet"; das hat er/sie sich dann ja auch wirklich verdient.
    ... soll das ja auch sein - gar nicht erst bei Änderungen übrigens ;-)

    Um so ärgerlicher find' ich die Verstecker, die sich dann nach erfolgreichem Drücken vor der Arbeit per "abzeichnen" ihre unverdienten Pluspunkte abholen wollen - so was zieht grundsätzlich die ganz harmlose Frage "Warum?" nach sich, gerne gefolgt von der, was denn der oder die Abzeichnungswillige getan zu haben glaubt, um sich das zu verdienen? oO

    Im übrigen brauch' ich keinen stationären Einzelhandel, um einen von vornherein feststehenden Artikel Marke X Modell Y Größe Z in bestimmter Farbe sowieso zu kaufen - der liegt auch im ohnehin frequentierten Großmarkt auf der grünen Wiese im Regal oder ist noch einfacher online zu bestellen ;-)
  3. #32

    Sortiment und Präsentation

    Karstadt sollte sich mal lieber Gedanken über ihr Sortiment, die Präsentation des Sortiments und ihre Zielgruppe machen. Wenn das Sortiment für die Zielgruppe nicht attraktiv ist, dann helfen auch Verkäuferboni nicht weiter.

    Warum sollte jemand noch zu Karstadt gehen um Klamotten zu kaufen? In den meisten Innenstädten und Shopping-Centern gibt es mehr Klamotten-Läden als Sitzgelegenheiten. Die jüngere Zielgruppe ist damit schon vollständig abgedeckt. Blieben nur noch die Zielgruppen, die mit dem Sortiment der üblichen 08/15-Läden nicht zufrieden sind. Mit ein paar Kilo zu viel auf den Hüften wird es ja schon schwierig bei Esprit & Co. was zu finden. Und Stützstrümpfe findet man wahrscheinlich dort auch nicht ;-)

    Schon seit Jahren wundere ich mich über die Elektronik-Abteilungen von Karstadt und Kaufhof. Meistens veralteter Kram zu hohen Preisen und auch noch mies präsentiert. Da werden DVDs hinter Glasvitrinen versteckt wenn sie etwas teurer sind. Vitrinen sind für mich als Kunden total abschreckend. Bei Schmuck und absoluten Luxusartikeln kann ich es ja noch verstehen, aber bei DVDs, Rasierzubehör, etc? Außerdem werden die Elektronik-Abteilungen gerne ganz oben versteckt.

    Wahrscheinlich ist auch das Einkaufsverhalten heute anders. Früher ging man vielleicht mit einer Liste verschiedenster Dinge in die Stadt und hat sie dann alle bei Karstadt gefunden, aber heute bummelt man doch eher von Laden zu Laden und hat nur eine grobe Vorstellung was man kaufen möchte. Wenn man konkret etwas braucht, findet man das meistens vorher in einem spezialisierten Laden (Drogerie, Baumarkt, Möbelhaus, Schreibwarenladen, Schuhladen, Sport-Läden, etc.).

    Was bleibt also für Karstadt? Tischdecken, Bettwäsche, Haushaltsartikel, Küchenzubehör und Deko-Kram.
  4. #33

    @#$%

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Leistung soll sich bei Karstadt künftig stärker lohnen: Die Kaufhaus-Kette führt ein Bonusprogramm für seine Mitarbeiter ein. In anderen Branchen genießen solche Anreizprogramme einen schlechten Ruf.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...777263,00.html
    Alle Mitarbeiter?
    Oder doch nur die Abteilungsleiter?
    Und wie wird es gerechnet, wenn der normale Karstadtkunde, der sich seine Waren selber zusammensucht, und eigenstaendig zu einer Kasse kommt?
    Da gibt es auf Verkaeuferebene bestimmt boeses Blut! Auf Abteilungsleiter Ebene eher nicht.
    Und zum Betriebsrat: Es gibt Betriebsraete, die haben in ihren Vertraegen Abmachungen, das sie nicht schlechter gestellt werden duerfen, als der 'normale' Schaffende.
    Wie ist das bei Karstadt? Oder gibt es einen anderen Grund fuer eine Zustimmung?
  5. #34

    typisch

    Ich finde, dass dieser Thread mal wieder sehr schön zeigt, wie es um die Einkaufskultur der Deutschen bestellt ist. Erschreckend!
    Hier wird rumgeheult, dass die Verkäufer einen vollschwatzen und womöglich auch noch etwas verkaufen wollen. Meine Güte, dazu sind die angestellt.
    Ich gehe seit vielen Jahren nur noch in Fachgeschäfte mit gutem Personal. Ich habe wirklich keine Lust, mir den Kram den ich brauche, auch noch selber zusammen zu suchen. Ich möchte gern bedient werden, ich möchte mir weder die passenden Größen und Farben suchen und auch möchte ich nicht, dass jeder Hans Wurst in den Regalen rumgrabscht und mit seinen Bockwurstpfoten jedes Shirt anfingert.

    Klar ist auch, dass hier sofort wieder herumgenölt wird, wenn es um Leistung geht. Warum soll ein Topverkäufer, der die Leute mit guter Laune und 'nem lockeren Spruch zum Kaufen animiert, nicht mehr Geld verdienen, als die Dumpfbacke, die mit eingeklemmten Eiern verschwindet, sobald ein Kunde in Reichweite kommt?!
  6. #35

    Gerade be Karstadt fällt es schwer, die mit ihrem Schwätzchen

    beschäftigten Damen zu etwas Engagement zu bewegen; hab mich schon immer gefragt, wer die Personalauswahl dort betreibt. Boni gehen zumindest in die richtige Richtung, zumindest wenn sie kräftig sind und das Grundgehalt fürs dumm-rum-stehen im Gegenzug reduziert wird.
  7. #36

    mir egal

    deshalb kauf ich trotzdem keine xxl-pullis made in china die mir allerdings nur bis zum bauchnabel reichen
    DAS hat karstadts probleme verursacht.Punkt
  8. #37

    nicht nur

    Karstadt,
    sondern bei fast jedem Möbelhaus ist dieses unsägliche Schrottsystem Prämie usus.
    Nicht nur, dass bei den Möbelhäusern ein Fixum gezahlt wird, welches im allgemeinen noch nichteinmal die Mietkosten abdeckt, zudem wird meistens auch noch entsprechende Kleidung verlangt welche nicht von der Firma Charme & Anmut sein soll, sowie undurchsichtigste Prämiensysteme welche vielfach Werbeartikel oder auch reduzierte Ware ausschließen.
    Was meinen Sie liebe Mitforisten woher die "dicken" Prozentzahlen im Möbelhandel kommen?
    ...die Prozente welche ich Dir gebe, habe ich vorher doppelt aufgeschlagen^^...
    Daher mein Vorschlag:
    zahlt vernünftige Grundgehalte im Verkäuferbereich von denen man auch noch am 20. des Monats ausgehen kann dass man weiß dass es für das nötige Essen reicht und macht den Anreiz mehr zu verdienen über Verkaufsprämien.
  9. #38

    Re: Quatsch

    Zitat von agricolo Beitrag anzeigen
    Verkäufer belagern? Wo denn? Auch bei Karstadt verschwinden die Verkäufer hinter Verkaufsgondeln und -ständern, wenn ein Kunde naht. Die muss man förmlich verfolgen, um die gewünschte Info zu bekommen. Deshalb sind Boni ein probates Mittel, um gute, serviceorientierte Verkäufer zu belohnen, damit zugleich zu motivieren, und um die faulen Säcke, die ihr Dasein auf Kosten von Kollegen gestalten, zu entlarven.
    Umgekehrt wird ein Schuh draus: In ein Kaufhaus geht man nicht nur, um etwas zu kaufen, sondern um vorher eine Entscheidung zu entwickeln, was man überhaupt kaufen will. Beispielsweise bei Kleidung. Ein Kleidungsstück soll doch mit den Kleidungsstücken, die man dazu zu tragen gedenkt, eine geschmackvolle, gut durchgestylte Kombination ergeben. Also muss man sich erstmal erinnern, was für andere Kleidungsstücke das sind, und sich mit angestrengter Phantasie vorstellen, wie das zusammen aussieht, ob sich das vielleicht beißt. Und es soll vielen anderen Anforderungen genügen. Das kostet erheblich Konzentration. Wenn im völlig falschen Moment ein reichlich schwul wirkender Verkäufer auf einmal um einen herumsäuselt wie eine Mücke, einen wunderschönen guten Tag, kann ich Ihnen behilflich sein, möchten Sie vielleicht dies, möchten Sie vielleicht das, dann ist die Konzentration im Eimer, eine Viertelstunde geistige Arbeit für die Katz, man verliert den Faden und kann noch einmal von vorne anfangen. Ich würde dann am liebsten so laut ich kann brüllen: SCHNAUZE!!!! Wenn das Personal in sicherer Entfernung bereitsteht und die Klappe hält - kein Problem. Aber Kunden anquatschen (also belästigen, beim Entscheidungsprozess stören), mit dem Ziel etwas ganz anderes zu verticken als das was der Kunde braucht, das geht nicht.

    Beraten kann einen das Personal sowieso nicht, weil es ja nicht unparteiisch ist. Das Personal rät einem nicht das zu kaufen, was am besten den eigenen Ansprüchen gerecht wird, sondern das, woran das Kaufhaus am meisten verdient. Das ist keine Beratung.

    Nein, Leistung steigern, mit Prämien, das geht im Kaufhaus gar nicht beim Verkaufspersonal. Das geht höchstens bei den Entscheidern über das Warenangebot und wie dieses arrangiert wird. Beispielsweise in Hamburg, in der Spitaler Straße, müssen die Kunden, die einen beider Eingänge benutzen, erst einmal mit zugehaltener Nase durch die Parfümabteilung, wo ein infernalischer Gestank nach muffig-süßlichem Oma-Parfüm wabert. Es stinkt wie eine arrogante alte Frau. Wer das entschieden hat gehört fristlos entlassen.
  10. #39

    Re: Sortiment und Präsentation

    Zitat von snoopy0815 Beitrag anzeigen
    Karstadt sollte sich mal lieber Gedanken über ihr Sortiment, die Präsentation des Sortiments und ihre Zielgruppe machen. Wenn das Sortiment für die Zielgruppe nicht attraktiv ist, dann helfen auch Verkäuferboni nicht weiter.

    Warum sollte jemand noch zu Karstadt gehen um Klamotten zu kaufen? In den meisten Innenstädten und Shopping-Centern gibt es mehr Klamotten-Läden als Sitzgelegenheiten. Die jüngere Zielgruppe ist damit schon vollständig abgedeckt. Blieben nur noch die Zielgruppen, die mit dem Sortiment der üblichen 08/15-Läden nicht zufrieden sind. Mit ein paar Kilo zu viel auf den Hüften wird es ja schon schwierig bei Esprit & Co. was zu finden. Und Stützstrümpfe findet man wahrscheinlich dort auch nicht ;-)
    Ja, genau. Ein Kaufhaus ist dafür zuständig, ein einigermaßen vollständiges Angebot auch der Waren bereitzuhalten, an denen sich für sich alleine genommen nichts verdienen lässt. Z.B. Kurzwaren. Des weiteren erwarte ich da Dinge, die anderswo als mega-out gelten. Beispielsweise Stoff-Taschentücher. Oder Socken und Unterwäsche, die auch wirklich zu 100% aus Baumwolle bestehen. Oder garantiert nur einfarbige dunkelblaue Männerunterwäsche, die nicht nach 3mal waschen grün oder lila wird. Oder blau-weiß gestreifte Oberhemden, wo die blauen Streifen exakt genauso breit sind wie die weißen. Oder hohe Wildleder-Herrenschuhe wie Camel Boots (Halbschuhe kann ich als Motorradfahrer nicht gebrauchen). Oder Netzgardinen ohne spießig-kitschiges Muster. Wir ältergewordenen können leider nicht mehr jede Mode mitmachen, wenn wir uns in unseren vier Wänden und in unserer Kleidung pudelwohl fühlen wollen. Trotzdem können auch wir Ästheten sein und Geschmack zeigen.

    Wahrscheinlich ist auch das Einkaufsverhalten heute anders. Früher ging man vielleicht mit einer Liste verschiedenster Dinge in die Stadt und hat sie dann alle bei Karstadt gefunden, aber heute bummelt man doch eher von Laden zu Laden und hat nur eine grobe Vorstellung was man kaufen möchte. Wenn man konkret etwas braucht, findet man das meistens vorher in einem spezialisierten Laden (Drogerie, Baumarkt, Möbelhaus, Schreibwarenladen, Schuhladen, Sport-Läden, etc.).
    Für diesen Luxus hat nicht jeder Zeit. Es ist doch völlig normal, dass man nur alle paar Monate mal kurz Zeit hat etwas anderes zu kaufen als Lebensmittel usw.


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