Mein Ausdruck "peinliches Gesabbel" ist eben gerade nicht persönlich, sondern bezieht sich explizit auf das Gesagte. Obendrein qualifizierte ich, _warum_ es sich um solches handelt.
Als aufgeklärter Demokrat mit physikalischen, technischen und ökonomischen Grundkenntnissen brauche ich hierzulande ohnehin ein dickes Fell, also tun Sie sich keinen Zwang an.
Jetzt hätte ich zu gerne gewußt, welche "Ideologie" Sie mir denn unterstellen. Schade.
Das mag ja sein, aber europäische Standards waren hier gar nicht das Thema.
Zwar sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der von Ihnen genannten Volkswirtschaften vergleichbar, nicht aber die politischen und gesetzlichen. Wenn die BRD versuchen würde, mit ihren Arbeitslosen so umzuspringen, wie die Niederlande das tun, wäre der Aufschrei ohrenbetäubend -- und, abgesehen davon, wäre mehrere der niederländischen Regelungen hierzulande verfassungswidrig. Insofern hinkt Ihr Vergleich auf mehr als einem Fuß.
Abgesehen davon ist der Mindestlohn in den Niederlanden in vielen Fällen geringer als HartzIV, knapp 1.400 Euro für einen Familienvater mit Frau und Kind (Beispiel siehe [1]). Hierzulande bekäme eine ebensolche Familie insgesamt 1650,- Euro HartzIV (berechnet mit: [2]).
Ich persönlich habe auch grundsätzlich gar nichts gegen einen Mindestlohn, solange er nicht zu hoch ist. Aber genau das ist ja die Befürchtung: daß mit der Einführung eines Mindestlohnes ein politischer Wettbewerb um vollmundige Versprechen zur dessen immer weiterer Erhöhung entbrennt. Wenn man sich anschaut, wie billig und bereitwillig sich unsere Mitwähler regelmäßig von allen Parteien einlullen lassen, ist diese Befürchtung ja wohl auch nicht gänzlich von der Hand zu weisen.
Und dann haben wir wieder das Problem, von dem wir uns gerade erholen: alle, deren Produktivität geringer als der Mindestlohn ist, sind dann arbeitlos. Damit würden Leute, die zu ihrem Lebensunterhalt etwas beitragen können, daran gehindert und gleichzeitig von den sozialen Funktionen des Berufslebens und damit von einem wesentlichen Teil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens abgehängt. Das Problem mit der strukturellen Arbeitslosigkeit und das, was daraus entsteht -- nämlich bildungsferne Parallelgesellschaften und ein abgehängtes Prekariat -- kennen wir doch schon seit der Amtszeit der Bundeskanzler Brandt und Schmidt. Finden Sie das denn sinnvoll?
[1] http://www.stern.de/politik/ausland/...ma-602749.html
[2] http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv...2-rechner.html

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