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Gefahr für die Gesundheit: Schmerzmittel-Wahn im Freizeitsport

CorbisSchmerzen in den Knien, Zwicken in der Wade: Überraschend viele Ausdauersportler schlucken vor dem Wettkampf Schmerzmittel, oft sogar nur als Prophylaxe. Für Herz, Magen-Darm und Nieren kann das aber schwere Folgen haben - und sogar zum Tod führen.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...812671,00.html
  1. #50

    traue keiner Statistik die Du nicht selbst ...

    Zitat von LatscherPohl Beitrag anzeigen
    Interessante Studie. Nur das 2011 in Bonn nur knapp über 1000 Marathonläufer ins Ziel gekommen sind.

    Die Studie ist da wohl doch eher auf die Teilnehmer der Staffeln, Kinderläufe, Firmenläufe und Halbmarathonis der selben Veranstaltung geganen ...
    Mal wieder eins dieser lästigen Details!

    Zudem, ich kenne zwar den Fragebogen von 2011 nicht, aber ich habe mal eine dieser Schmerzmittelstudien im Laufsport von 2009 kritisch untersucht.
    Eine Frage dort lautete:"Haben Sie in der Vorbereitung auf den Lauf Schmerzmittel genommen?" Dieses bejahten um die 2/3 der Befragten, woraus die Schlagzeile entstand: "Große Merheit nimmt vor Marathon Schmerzmittel ein". Dass eine Vorbereitung auf ein Marathon klassischerweise 12 Wochen dauert und somit 'vor dem Marathon' sehr relativ ist, wurde (freundlich gesagt) verschwiegen.

    Diese Fehlinterpretationen sind leider typisch, da es sich um sog. Feld-Wald-und-Wiesen Untersuchungen handelt, welche keine kritische Prüfung vor der Veröffentlichung unterzogen werden - im Gegensatz zu wirklichen Studien, welche in Fachzeitschriften veröffentlicht werden.

    Sehr schade solche Falschmeldungen - so entstehen 'Urbane Legenden'.
  2. #51

    Was soll das jetzt?

    Aus welchem Motiv auch immer jemand seinen Sport treibt, sollte das respektiert werden. Die Artikeleinleitung geht diesem Respektprinzip nicht nach, das nervt. Auch ich hocke fast den ganzen Tag auf meinem Stuhl und bin froh den Sport als Ausgleich zu haben und darüberhinaus in Wettkämpfen, auf langen Trainingstouren oder im Hochgebirge die spannende Wirkung von Dopamin- und Adrenalinausschüttungen des Körpers in demselben zu spüren. Es nervt, wenn irgendwelche Mediziner den Teufel an die Wand malen und am Ende den klugen Rat ablassen auf den Sport zu verzichten. Nicht nerven würde der konkrete Bericht über das Opfer eines an Selbstmedikatation leidenden Sportlerkollegen. Aber am Ende: der viele Konjunktiv im Artikel nervt mich unheimlich, und das noch als Aufmacher.
  3. #52

    Magnesium

    Der Körper benötigt ziemlich lange um das zugeführte Magnesium einzulagern (bis zu 4 Wochen) und im Wettkampf/Bedarfsfall auch verwerten zu können. Ich behaupte, den meisten Athleten/Sportler würden einfache Kochsalz-Tabletten wenn es akut wird bedeutend mehr helfen.
  4. #53

    mit den jahren steigt die versuchung - je oller, je doller

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schmerzen in den Knien, Zwicken in der Wade: Überraschend viele Ausdauersportler schlucken vor dem Wettkampf Schmerzmittel, oft sogar nur als Prophylaxe. Für Herz, Magen-Darm und Nieren kann das aber schwere Folgen haben - und sogar zum Tod führen.

    Ausdauersportler schlucken zu häufig Schmerzmittel - SPIEGEL ONLINE
    jedes frühjahr, nach fast vollständiger lauf-winterpause wegen der erkälungsgefahr, dauert es länger, um an die zeiten des vorjahres heranzukommen. die internetgestützte-statistik der sündhaft teuren pulsfrequenzuhr ist unbestechlich genau.

    doppelte trainingseinheiten führen dann auch prompt zu schmerzen im schienbein, im knie, im fuß, seitenstiche und rasseln der lungen kommen auch noch hinzu.
    da ist die versuchung groß, ass oder paracetamol einzuwerfen - aber ich tue es trotzdem nicht, sondern reduziere das training wieder auf eine, statt zwei runden.

    schmerz ist ein natürliches warnzeichen, welches nicht künstlich unterdrückt werden sollte.
    so begegnete ich plötzlichen rückenschmerzen - oh gott, und das trotz sports - nicht mit spritzen oder gar dem skalpell, sondern mit gezielter stärkung der lendenmuskulatur und regelmäßigen yogaübungen.
    das resultat: nun bin ich nicht nur schmerzfrei, sondern auch gelenkiger denn je - und das ohne chemie.

    für mein alter fit-sein reicht mir, eine genauso schnelle regeneration und hohe leistungsfähigkeit zu erwarten wie mit 20 jahren, ist völlig unrealistisch.

    der schnelle muskelaufbau der jugendzeit ist vorbei und was so mancher junge mr. boombastic im mucleshirt in der freihantelecke innerhalb weniger wochen an bizeps- und brustumfang zulegt, verdankt er wohl nicht nur fanatischem trainings 6-7 mal die woche, sondern auch den verstohlenen handbewegungen zum mund in der umkleide und anschließenden kräftigen schlucken dubioser mixturen aus der plastikflasche - popyemuskeln mit erbsenkleinen eiern zu bezahlen, wäre es mir nicht wert.

    also freue ich mich, schlank und rank, ohne chicken wings, schmerbauch und rettungsring, noch eine gute figur im fitness center abzugeben und so manchem jungen ding anerkennende, um nicht zu sagen begehrliche blicke zu entlocken - zumindest so lange, bis ich mich als gesichtsältester zu ihr hinwende... ;-)
  5. #54

    Schwachsinn....

    Zitat von n+1 Beitrag anzeigen
    Schmerzen beim Krafttraining gibt es ein sehr wirksames Verfahren:
    man wählt ein Gewicht, mit dem man zwischen 50 und 100 Wiederholungen schafft.

    Eine Stunde VOR dem Training schluckt man 30 Wobenzym (die teureren roten, nicht die weißen Pillen) und führt dann die Übung mit
    50-100 Wiederholungen 3 mal (Pause dazwischen: 10 Min) durch.
    Jeden 2. Tag trainieren und nach 2 Wochen sind die Schmerzen
    in 90% der Fälle weg.
    ....Sie haben sicher eine Quelle incl Studie, die einen förderlichen Effekt der deutlichen Überdosierung von Wobenzym belegen. Das Produkt ist ja nicht gerade billig und dass man das dann 3fach überdosieren soll, nur weil Sie das hier als Geheimtipp verkünden, halte ich für richtig professionell. Den Inhalt des Spiegelbeitrages haben Sie ja da richtig verstanden.
    Auch wenn die Nebenwirkungen wohl eher nur "zum Kotzen" oder "beschissen" sind, so sollte man solche Empfehlungen getrost in die Tonne treten. Viel hilft viel....ja ne...is klar (Zitat Atze Schröder (nur das ich hier nicht Guttenberg bin)!

    Michael...

    p.s. Ihnen hats geholfen. Die Argumentation ist aber die Gleiche, die der 80-jährige Kettenraucher verkündet, dass Rauchen nicht krebserregend wäre...
  6. #55

    Zitat von n+1 Beitrag anzeigen
    Schmerzen beim Krafttraining gibt es ein sehr wirksames Verfahren:
    man wählt ein Gewicht, mit dem man zwischen 50 und 100 Wiederholungen schafft.
    Na damit lassen sich wohl effektiv "Schmerzen" verhindern, weil man für solche Wiederholungszahlen ein lächerlich geringes Gewicht nehmen muss. Die grösste Gefahr ist da wohl, dass man während der Übung einschläft und einem das Gewicht auf den Kopf fällt.

    Relevantes Muskelwachstum, das in irgendeiner Relation zum Zeitaufwand steht, werden Sie damit aber kaum erzielen. Da hält man sich lieber an sinnvolle Trainingsmethoden und spart sich dabei erst noch die dubiosen Präparate.
  7. #56

    Wehe der Zukunft

    Das Problem mit dem Freizeitsport ist, dass die Sportler sich immer weiter aufschaukeln. Mit jeder Saison wird der Anspruch höher geschraubt, die Ziele engagierter. Das führt zu derben gesundheitlichen Problemen, die aber ignoriert bis einkalkuliert werden.

    Mein Nachbar läuft gerne und macht öfter mal öffentliche Veranstaltungen wie Halbmarathons usw. mit. Er hat mittlerweile einen Herzschrittmacher, operierte Knie, und ist noch Tage nach dem Lauf nicht in der Lage, Einkäufe nach Hause zu tragen. Trotzdem steckt er jedes Jahr die Ziele höher und möchte sich steigern.

    Es ist wie eine Droge bei den Hobbysportlern - Stillstand ist Rückschritt, ist Verlust der Selbstachtung. Medikamente sind da willkommene Unterstützung. Das Herausstechen aus der Masse scheint manchem viel wert zu sein ...
  8. #57

    Zitat von maipiu Beitrag anzeigen
    Die Werbung in den Medien suggeriert den Menschen, Schmerzmittel könne man schlucken wie Bonbons. Meiner Meinung nach sollte der Gesetzgeber diese Werbung verbieten so wie die Tabakwerbung.
    Und genau diese Ihre Meinung (und entsprechende Berichte in Medien wie Spiegel oder auch Stern) sind die Ursache dafür, dass Ärzte selbst bei stärksten Schmerzen zögern, entsprechende Medikamente zu verordnen - obwohl sie in ausreichender Form zur Verfügung stünden.
    Bei Psychopharmaka verhält es sich übrigens ganz ähnlich.
    Ein gutes Beispiel dafür, dass Gewalt und Bevormundung + "nur gut gemeint" ganz fatale Auswirkungen haben kann.

    Bevor ich jetzt in Rage gerate, nur noch eine Anmerkung: Dieses dauernde "sollte verboten werden", "muss der Staat einschreiten" usw. ist für geschätzt 95% allen Unglücks in Deutschland direkt verantwortlich. Wahre, traurige Geschichte.
    Sowas sollte man doch verbieten!
  9. #58

    Zitat von bernd_laurer Beitrag anzeigen
    Und genau diese Ihre Meinung (und entsprechende Berichte in Medien wie Spiegel oder auch Stern) sind die Ursache dafür, dass Ärzte selbst bei stärksten Schmerzen zögern, entsprechende Medikamente zu verordnen - obwohl sie in ausreichender Form zur Verfügung stünden.
    Ihre Schlussfolgerung scheint mir zu wenig differenziert. Ich denke, das sind durchaus beides zwei richtige Seiten der gleichen Medaille, die sich darum als generell unangemessener Umgang mit Schmerzmitteln zusammenfassen liesse. Denn so zögerlich viele Ärzte bei effektiven Schmerzpatienten sind so leichtfertig gehen m.E. viele in der Normalität mit scheinbar harmlosen Präparaten um.

    Der Vorwurf ist darum im Kontext des Artikels durchaus angebracht: In unserer Gesellschaft ist es effektiv normal, "schwache" Schmerzmittel nach Belieben zu verwenden. Selbst wenn die Ursache im eigenen Verhalten liegt, das sich leicht korrigieren liesse. Oder einfach gesagt, für viele heisst die Standardlösung halt nicht früher Feierabend, mehr Schlaf, weniger Alkohol, reduziertes Trainingspensum, etc. sondern: Aspirin, Paracetamol und Co.

    Dass auf der anderen Seite selbst Schwerstkranken teilweise immer noch jeder Morphintropfen missgönnt wird wirkt da auf den ersten Blick etwas paradox, ist aber wohl nur die logische Weiterführung des gestörten Verhältnis zu der Thematik.
  10. #59

    am widerstand wächst der muskel

    Zitat von n+1 Beitrag anzeigen
    Gegen Schmerzen beim Krafttraining gibt es ein sehr wirksames Verfahren:
    man wählt ein Gewicht, mit dem man zwischen 50 und 100 Wiederholungen schafft...
    viel weniger ist genauso effektiv und dabei viel effizienter.
    zehn minuten pro woche mit lediglich einem zehnersatz reichen!


    ich hatte plötzlich unerträgliche rückenschmerzen - und das als drahtiger freizeitsportler.

    panikartige bemühungen wie stundenlanges rückenschwimmen einerseits und männlich-kindliches trotzverhalten nach dem motto, no pain no gain, es muss wehtun, schnauben und fluchen, ich bin doch kein weichei, halfen überhaupt nicht - das stechen wurde langsam unerträglich.

    ich dachte, nun bin auch ich reif für die montägliche spritze in den rücken und die heroische bandscheiben-operation ein paar monate später, wie so viele meiner bekannten.

    ich kam in kontakt mit jenem fitness center, welches sich auf die stärkung der muskulatur unter medizinischer überwachung spezialisiert hat.
    nach kurzer untersuchung stellte der arzt fest, dass kein bandscheibenproblem vorläge, sondern lediglich eine muskuläre disbalance zwischen bauch und rücken.

    bauchmuskeln hatte ich schon immer, die machten sich ja auch ganz gut bei der halb verstohlenen, halb stolzen präsentation vor dem spiegel in der fitness center umkleide.
    aber die rückenmuskeln hatte ich im wahrsten sinne des wortes aus den augen verloren, das spezielle trainingsgerät für den rücken im anderen fitness center hatte ich immer gemieden - die tradidionelle schmerzvermeidungs strategie, die den teufelskreis von schwacher rückenmuskulatur, schmerzvermeidung durch verzicht auf training und noch schwächerem rücken einleitete.

    die vom arzt verortnete zwei-monatige therapie beinhaltete für die ersten wochen jeweils zweimal 10 minuten gezieltes rückentraining, danach lediglich einmal pro woche.

    meine anfängliche skepsis - was? nur zehn minuten? höchstens zwei mal die woche? das kann doch gar nicht wirken! - wich schon nach kurzer zeit freudiger überraschung - das schmerzhafte stechen in der lendengegend ließ merklich nach.

    was war geschehen?
    der rückenmuskel wurde nicht in ellenlangen 50-er oder 100-er wiederholungssätzen ermüdet, sondern nach kurzer aufwärmphase von vielleicht drei minuten mit vorher vom computer ermittelten gewichtswiderständen in weiteren fünf minuten an die leistungsgrenze geführt.
    diese wöchentlichen zehn minuten-sitzungen reichten schon aus, um den muskel zu stärken - es klingt unglaublich, ist aber wahr.

    diese erfahrung übertrage ich nun auch auf die anderen trainingsgeräte:
    bewusste, langsame bewegungen im einklang mit der atmung, nach kurzer aufwärmphase maximalgewichte auflegen, die den muskel schon nach zehn wiederholungen vollständig ermüden und danach in der regenerationsphase, quasi im schlaf, wachsen lassen.








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