Gefahr für die Energiewende: Netzausbau schleicht voran

DPAFast 2000 Kilometer sind geplant, nur rund 200 wurden schon gebaut. Der Ausbau des deutschen Stromnetzes kommt äußerst schleppend voran. Bundesnetzagenturchef Homann sorgt sich um die Energiewende und warnt vor möglichen Stromausfällen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...831357,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fast 2000 Kilometer sind geplant, nur rund 200 wurden schon gebaut. Der Ausbau des deutschen Stromnetzes kommt äußerst schleppend voran. Bundesnetzagenturchef Homann sorgt sich um die Energiewende und warnt vor möglichen Stromausfällen.

    Netzausbau kommt nur schleichend voran - SPIEGEL ONLINE
    Ja ja, die Energiewende. Im Felde unbesiegt....
  2. #2

    Tunnel!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fast 2000 Kilometer sind geplant, nur rund 200 wurden schon gebaut. Der Ausbau des deutschen Stromnetzes kommt äußerst schleppend voran. Bundesnetzagenturchef Homann sorgt sich um die Energiewende und warnt vor möglichen Stromausfällen.

    Netzausbau kommt nur schleichend voran - SPIEGEL ONLINE
    Was mir in der bisherigen Diskussion fehlt, sind Kostenschätzungen für den notwendigen Trassenbau.
    Und in diesem Zusammenhang eine Abwägung zwischen der herkömmlichen Freilandtrasse auf großen Pylonen und einer Tunnelalternative - also unterirdischen Trassen.
    Wir haben in Deutschland die Firma Herrenknecht, die stellt Tunnelbohrmaschinen für Straßen-, U-Bahn- und Wasserleitungstunnel weltweit her. Die Anpassung auf ein kleineres Format sollte technisch möglich sein. Es ist für mich nicht einzusehen, warum es keine feste Röhre mit Raum für ein gut isoliertes Kabel und einen Inspektionsgang geben sollte. Wahrscheinlich etwas teurer in der Herstellung als die herkömmliche Variante aber dafür ohne Gegenfeuer von Bürgerinitiativen gegen Landschaftsverschandelung und "Elektrosmog" machbar, daher kürzere Bauzeit. Weiterer Vorteil: keine Einschränkung der oberirdischen Nutzung bei Bau und Betrieb. Wenn man die Röhre tief genug legt, gilt Bergrecht, d.h. u.a. weniger Einspruch, weniger Kosten.

    Gibt es technische Einwände?
  3. #3

    Träume auf leisen....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fast 2000 Kilometer sind geplant, nur rund 200 wurden schon gebaut. Der Ausbau des deutschen Stromnetzes kommt äußerst schleppend voran. Bundesnetzagenturchef Homann sorgt sich um die Energiewende und warnt vor möglichen Stromausfällen.

    Netzausbau kommt nur schleichend voran - SPIEGEL ONLINE
    In einem vorherigen Jahrhundert entstanden Visionen von großen Windkraftfeldern im Norden und riesigen, mit Fotovoltaikanlagen zugepflasterten Gebieten im Süden, verbunden mit Stromtrassen zu und von Pumpspeicherwerken und zu den Verbrauchern. Es wurde von alternativen Energien geschwärmt, die praktisch unbegrenzt und kostenlos vorhanden sind. Von einer neuen Energiewelt wurde geträumt und um diese Träume umsetzen zu können, gab es in den Folgejahren neue Abgaben auf Strom und Steuererleichterungen auf alternative Energien. Einnahmen seit 1999 für die Förderung dieser Träume etwa 120 Milliarden Euronen (120.000.000.000 EUR). Der Ausbau konnte beginnen, das Geld war vorhanden. Dann kam 12 Jahre nach dem ersten Steuer(Pfennig) der Tsunami im fernen Japan und in Deutschland brach die Panik aus. Es wurde sofort und ohne weiteres Nachdenken die Energiewende in Angriff genommen, Probleme konnte es ja nicht geben, man plante und baute ja schon seit vielen Jahren, aber die Wirklichkeit sieht jetzt anders aus. Es gibt zur Zeit in Deutschland fast 90 Initiativen gegen Windkraftanlagen, viele mit grüner Unterstützung, (im Landkreis Uckermark gibt es sogar eine Anti-Windkraft-Fraktion „Rettet die Uckermark“) von den vielen gegen den Ausbau der Stromtrassen und die Errichtung von Pumpspeicherwerken ganz zu schweigen. Plötzlich werden vielerorts Störche gesichtet, die mit den Leitungen kollidieren könnten. Gemeinden melden Kiebitz-Rastplätze an, die bislang niemand kannte. Andere führen den Zug der Kraniche ins Feld, der sich zwar in größerer Höhe abspielt. Doch man könne nie wissen, wie die Vögel auf Nebel reagieren. Im Schwarzwald kämpfen Bürgerinitiativen gegen den Bau von Europas größtem Pumpspeicherkraftwerk. Die Kreisvorsitzende BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN von Waldshut, Ruth Cremer-Ricken, und ihre Mitstreiter argumentieren u.a. mit der Erdbebengefahr (in Bezug auf Pumpspeicherwerke – nicht Kernkraftwerke) und der Zerstörung von Tier-Lebensräumen. Bis alle Einsprüche und Einwendungen abgearbeitet sind, können noch viele Jahre vergehen und dann wundert man sich, dass der Netzausbau schleicht?
  4. #4

    Klarer Fall...

    ... die (kurzfristig) profitorientierten Konzerne haben die Umsetzung derartiger Innovatioinen einfach nicht drauf.
    Würde der Staat das in eigener Regie machen, ginge das deutlich problemloser von der Hand.
  5. #5

    Gegen die Bürger

    Zitat von Leser00815 Beitrag anzeigen
    ... die (kurzfristig) profitorientierten Konzerne haben die Umsetzung derartiger Innovatioinen einfach nicht drauf.
    Würde der Staat das in eigener Regie machen, ginge das deutlich problemloser von der Hand.
    Hoffentlich aber nicht entgegen das Bürgerinteresse, das sich in den Bürgerinitiativen gegen die Pumpspeicherkraftwerke etabliert. Schliesslich hat Fukushima gezeigt, dass man nach einem Erdbeben viel wahrscheinlicher im Wasser eines Dammbruchs ersäuft, als dass man radioaktiv verstrahlt wird.
  6. #6

    Zitat von Leser00815 Beitrag anzeigen
    ... die (kurzfristig) profitorientierten Konzerne haben die Umsetzung derartiger Innovatioinen einfach nicht drauf.
    Würde der Staat das in eigener Regie machen, ginge das deutlich problemloser von der Hand.
    Wenn der betreffende Staat China wäre sicherlich. Dann müssen die Anwohner einfach entweder die Klappe halten oder einpacken und wegziehen.

    In Deutschland muss man in jahrelangen Prozessen um jeden Kilometer kämpfen.
  7. #7

    Zitat von auweia Beitrag anzeigen
    Was mir in der bisherigen Diskussion fehlt, sind Kostenschätzungen für den notwendigen Trassenbau.
    Und in diesem Zusammenhang eine Abwägung zwischen der herkömmlichen Freilandtrasse auf großen Pylonen und einer Tunnelalternative - also unterirdischen Trassen.
    Wir haben in Deutschland die Firma Herrenknecht, die stellt Tunnelbohrmaschinen für Straßen-, U-Bahn- und Wasserleitungstunnel weltweit her. Die Anpassung auf ein kleineres Format sollte technisch möglich sein. Es ist für mich nicht einzusehen, warum es keine feste Röhre mit Raum für ein gut isoliertes Kabel und einen Inspektionsgang geben sollte. Wahrscheinlich etwas teurer in der Herstellung als die herkömmliche Variante aber dafür ohne Gegenfeuer von Bürgerinitiativen gegen Landschaftsverschandelung und "Elektrosmog" machbar, daher kürzere Bauzeit. Weiterer Vorteil: keine Einschränkung der oberirdischen Nutzung bei Bau und Betrieb. Wenn man die Röhre tief genug legt, gilt Bergrecht, d.h. u.a. weniger Einspruch, weniger Kosten.

    Gibt es technische Einwände?
    Die gibt es zu hauf.
    Energiekabel auf Höchstspannungsebene haben einen riesigen Bedarf an Blindleistung, der kompensiert werden muss. Man müsste also alle 10 bis 20 km eine Höchstspannungskommensationsanlage aufstellen, die selbst SF6 gekapselt gerne mal die Größe von ein paar Tennisfeldern hat.
    Die Kabel an sich sind ebenfalls extrem teuer, da die Fertigung absolut fehlerfrei erfolgen muss. Die Kleinste Störung würde sofort zum Ausfall führen. Solche Kabel gibt es nicht als "Massenware" oder irgendwo auf Vorrat, sondern werden "nach Bedarf" gebaut. In Deutschland liegen z.B. nur wenige km davon in Berlin, teils in VPE (neuer aber noch kaum Langzeiterfahrung; sollen ja schließlich nen paar Jahrzehnte halten) teils als Öl-Papier Variante (älter, schlechtere (di)elektrische Eigenschaften, dafür gute Langzeiterfahrung). Das bezieht sich natürlich jeweils auf die verwendete Isolierung.
    Man kann nicht einfach quer durch Deutschland Tunnel graben in relevanter Tiefe. Was machen Sie bei fragwürdigen Grundwasserverhältnissen, vorallem wenn Sie in der nähe noch mit SF6 rumspielen? Wir schaffen es doch nichtmal unterirdisch gescheite Lager für Atommüllfässer oder CO2 zu bauen.

    Es gibt für Hoch- und Höchstspannungskabel eigentlich nur ein sinnvolles Einsatzgebiet und das ist in Ballungsgebieten, in denen die Mehrkosten von Kabeln immer noch billiger sind als die nötigen Räume für Freileitungen. Ich glaube in Essen wird dazu übrigens gerade eine supraleitende Trasse erprobt, die mit deutlich niedrigerer Spannung die gleiche elektrische Leistung übertragen kann.
  8. #8

    Zitat von auweia Beitrag anzeigen
    Wir haben in Deutschland die Firma Herrenknecht, die stellt Tunnelbohrmaschinen für Straßen-, U-Bahn- und Wasserleitungstunnel weltweit her. Die Anpassung auf ein kleineres Format sollte technisch möglich sein.
    Das ist wohl nicht nötig, die haben auch Anlagen für kleinere Querschnitte.
    ... aber dafür ohne Gegenfeuer von Bürgerinitiativen gegen Landschaftsverschandelung und "Elektrosmog" machbar, daher kürzere Bauzeit.
    Es könnte auch das Gegenteil der Fall sein. Wie ich lese schaffen die sogar in losem Sediment (Rheinunterquerung bei Worms) maximal
    90m/Tag. Das müsste mal jemand seriös durchrechnen, wann welche Trasse frühestens fertig wär. Deutschland kreuz und quer zu untertunneln könnte Jahrhunderte dauern oder auch nicht, keine Ahnung.
  9. #9

    Konzeptlos in die Steinzeit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fast 2000 Kilometer sind geplant, nur rund 200 wurden schon gebaut. Der Ausbau des deutschen Stromnetzes kommt äußerst schleppend voran. Bundesnetzagenturchef Homann sorgt sich um die Energiewende und warnt vor möglichen Stromausfällen.

    Netzausbau kommt nur schleichend voran - SPIEGEL ONLINE
    Durch den übereilten Atomausstieg katapultiert sich Deutschland zurück in die Steinzeit.
    Das der Ausbau nicht so vorranschreiten wird, war vorher absehbar.
    Wenn 2022 das letzte AKW abgeschaltet wird, wird es wohl dunkel in Deutschland. Kerzen und Gaskatuschen sind ausverkauft, Holz nicht mer verfügbar. Im Winter erfrieren die Menschen und die Industrie ist längst abgewanderdert.
    Willkommen in Dummdeutschland.