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Gefängnisdrama "Hunger": Die Kunst des Grauens

Der preisgekrönte Film "Hunger" des britischen Künstlers Steve McQueen beschreibt den tödlichen Hungerstreik eines IRA-Häftlings in einem nordirischen Gefängnis. Ein schwer zu ertragendes aber ungemein fesselndes Dokument darüber, wozu Menschen fähig sind.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,642077,00.html
  1. #1

    Phu

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der preisgekrönte Film "Hunger" des britischen Künstlers Steve McQueen beschreibt den tödlichen Hungerstreik eines IRA-Häftlings in einem nordirischen Gefängnis. Ein schwer zu ertragendes aber ungemein fesselndes Dokument darüber, wozu Menschen fähig sind.

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,642077,00.html
    Habe den Artikel gelesen (und die Bilder gesehen), muß
    anmerken daß ich diese Indentifikation mit der Rolle
    fast schon zum Fürchten finde. Jetzt mal abgesehen von der
    Realvorlage und den politischen Hintergründen.
    Werde mir dieses Werk besorgen und bin mal gespannt wie es
    mich beeindrucken bzw. beeinflussen wird.
  2. #2

    Auf Thema antworten

    Zitat von bürger mr Beitrag anzeigen
    muß anmerken daß ich diese Indentifikation mit der Rolle
    fast schon zum Fürchten finde.
    Es ist aber nicht das erste Mal in der Filmgeschichte, dass sich Schauspieler mit ihren Rollen so weit identifizieren und sich für diese aufopfern. Ist nun mal Knunst, und die verlangt Opfer ;)
    Für "La passion de Jeanne d'Arc" hat sich die Hauptdarstellerin den Kopf kahl rasieren lassen - im Jahr 1928 keine Selbstverstädigkeit für eine Frau.

    Von neueren Filmen fällt mir natürlich "El maquinista" aka "The Machinist" ein - da hat sich Christian Bale für seine Hauptrolle bis auf die Haut und Knochen heruntergehungert, nach eigenen Angaben unter strenger ärztlicher Aufsicht.

    Ganz mal abgesehen von Theater-Theoretikern wie Grotowski & Co., die von den Schauspielern schon mal bedingungsloses Gehorsam verlangten, oder von Experimenatatoren wie Werner Herzog, der schon mal für den Dreh die gesamte Crew hypnotisieren ließ ("Herz aus Glas").
  3. #3

    xx

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der preisgekrönte Film "Hunger" des britischen Künstlers Steve McQueen beschreibt den tödlichen Hungerstreik eines IRA-Häftlings in einem nordirischen Gefängnis. Ein schwer zu ertragendes aber ungemein fesselndes Dokument darüber, wozu Menschen fähig sind.

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,642077,00.html
    Mich würde der Film interessieren - als Vergleich zu einem Gefängnisfilm aus dem Jahr 1985 - „Kuss der Spinnenfrau“ mit William Hurt in der Hauptrolle - eine schauspielerische Meisterleistung, für die er einen Oscar gewann. Eindringliche Bilder in einem unvergesslichen Film. Hat der Regisseur die düstere Wirklichkeit ebenso erfolgreich eingefangen, ist der Film sicher sehenswert.
  4. #4

    falsch!

    Ich frage mich oft wo die Leidenschaft, Beobachtungsgabe und Enthusiasmus für das Kino im Spiegel sind.

    In Hunger geht es nicht um die "Abgründe der menschlichen Seele", sondern um den Hungerstreik von Bobby Sands. Den Hintergrund der Proteste und somit die Grundlage des Films wird im Artikel nicht erwähnt (die Aberkennung deri rechte als politische Gefangene und der damit eingehenden Konsequezen wie z.B Zwangsarbeit, einheitliche Kleidung).

    Zentrales Motiv des Films ist Widerstand. In solch einer Ausnahmesituation der kompletten Entindividualisierung, ist der einzige Weg ds Widerstands der körperliche, d.h für den "schmutzigen Protest" der IRA-Häftlinge z.B Essenreste zu Brei vor der Zellentür zu verarbeiten und somit die Pisse auf den Wärtergang zu leiten.

    Wenn Steve McQueen dann einen Wärter zeigt, der in voller Hygiene-Schutzkleidung den Gang von oben bis unten wischt, und das alles in einer einzigen, minutenlangen Einstellung, macht das die Auswirkungen des Widerstands für den Zuschauer erfahrbar.

    Der Dialog zwischen Priester und Sands ist natürlich auch nicht richtig widergegeben. Die Kommunikation der beiden findet auf verschiedenen Ebenen statt: auf der Argumentations- und der Beziehungsebene. Und es ist eben NICHT eine klischeehaftes "Der Priest kommt mit der Moral, der Freiheitskämpfer mit der Selbstlosigkeit" Gespräch, sondern ein intensiver Gedankenaustausch der innerste Überzeugungen nach außen bringt.

    Natürlich beinhaltet Sanders Artikel auch inhaltliche Fehler. Er beschreibt nicht die blutigen Knöchel des Polizisten, die faschistoiden Prügelattacken und Methoden der Regierung Thatcher, die explizit gezeigt werden.

    Auch beinhaltet die lange Dialog-Szene sehr wohl einen Schnitt. Sie fährt in diesem an die Gesichter heran, und macht nach der Körpersprache die Mimik erfahrbar, und damit die Figuren komplexer und nachvollziehbarer.

    Bekommt man eigentlich Gehalt für solche Artikel, wie den unqualifizierten Humbuk den Herr Sanders hier veröffentlichen darf?


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