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Gefährliche Debatte über billiges Geld: Inflation zerstört die Demokratie

Die Ära der stabilen Währungen geht zu Ende. Weltweit fordern Ökonomen höhere Inflationsraten - um so die Staatshaushalte unauffällig zu entschulden. Doch die Politik des billigen Geldes ist kein eleganter Weg: Steigende Preise sind nichts anderes als kalte Enteignung.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...681172,00.html
  1. #180

    Dies und jenes I

    Hallo National-Oekonom,

    lange nicht mehr das Vergnügen gehabt.

    Zitat von National-Oekonom Beitrag anzeigen
    So dumm ist die Formel nicht. Wäre man 1990/1991 bei der Wiedervereinigung in einem Inflationsszenario gelandet, ...
    Was ist der Gegenwartsbezug von "So dumm ist die Formel nicht." ?

    Zitat von National-Oekonom Beitrag anzeigen
    Aber auch schon damals ging es um antizipierte Versorgungslasten. Dem Rentner (West) sollte kein Nachteil entstehen, dem Rentner (Ost) sowieso nicht, war letzterer doch als Kaufkraftmultiplikator in BRD-Ost vorgesehen (statt einer soliden wertschöpfenden Industrie).
    Ist das nicht ein haltlose Überinterpretation ? - Klar BDI und Co. hatten nur Interesse an dem geschenkten Absatzmarkt, Privatvermögende an der Gelegenheit zur Ausweitung des Privatvermögens, niemand wollte Lasten schultern, "der Dicke" hat ökonomisch alles falsch gemacht, was möglich war und mit Economist speech kann man das so schreiben.

    Bei "antizipierten Versorgungslasten" wüßte ich dagegen erst genau was gemeint ist, bevor ich meckere.

    Zitat von National-Oekonom Beitrag anzeigen
    Man landete also bei freigeräumten Potenzialwachstum in der Deflation, in welche hinein problemlos Verschuldung - also Gelddrucken an der Zentralbank vorbei - möglich war.
    Ich halte vom Konzept "Potentialwachstum" mittlerweile nicht mehr, als von der Taylor-Regel oder untergegangenen Vorstellungen über die Geldmengengleichung, zu einem notwendigen Widerspruch will sich das aber auch hier nicht verdichten.

    Zitat von National-Oekonom Beitrag anzeigen
    Japan verfolgte die gleiche Konstruktion. Letztlich überschuldet sich der Staat bei seinen wertschaffenden Bürgern, um Verteilungslasten auf diese Weise aufrechtzurhalten.
    M.a.W. kapitalisiertes Scheinvermögen soll als Illusion aufrechterhalten bleiben, ja ? - Dagegen hätte ich keine Einwände, dies sehe ich aber gerade als Gefahrenscenario für die nächsten ein bis zwei Jahrzehnte.

    Die größte Depression aller Zeiten ist ja noch lange nicht ausgestanden, auch wenn ich gerade mal wieder nach Wohnungen suche. Fällt eher noch unter Anwendung der Spekulationskasse, also kein Anzeichen von Erholung, sondern nur Ausnutzen von Problemen anderer, die ihre Verluste realisieren müssen oder wollen, um klar Schiff zu haben.

    ...
  2. #181

    Dies und jenes II

    ...
    Zitat von National-Oekonom Beitrag anzeigen
    Inflation ist nun doppelte Enteignung: Die jetzt Arbeitenden müssen die Umlage für die jetzigen Rentner erbringen. Zugleich können sie keinerlei Kapital aufbauen. Die Verschuldung, die sie dem Staat kreditieren, wird entwertet, was den Generationenvertrag aushebelt.
    Nee, nee. Das ignoriert den Einkommensklassen- und Altersbezug von Sparvermögen. Nettoverlierer sind vor allem ältere Gut- und Bestverdiener, sowie die wirklich Vermögenden, die vor allem auf den "Finanzmärkten" engagiert sind.

    Nur muss man den Gedanken zulassen, dass das ohnehin nur die Realisierung latenter Verluste vorwiegend aus der letzten Dekade sind. Wir haben das entsprechend auch vorweggenommen und alle nennenswerten Kapitalversicherungen Ende 2008 aufgelöst.

    Dass das viel jüngere Riesterkapital relativ sicher zu einer negativen Nettorendite führt, liegt doch ohnehin auf der Hand. Da ist es doch besser früh den Tatsachen ins Auge zu sehen, als zwei, drei Jahrzehnte später Illusionen platzen zu sehen.

    Vor allem ist das die Grundlage zum Umsteuern: Dem notwendigen drastischen Dezimieren der Kapitaldeckung zugunsten einer Erneuerung der Umlagesicherungen, die das Nachfrage behindernde Übersparen endlich eindämmt.

    Zitat von National-Oekonom Beitrag anzeigen
    Bei Potenzialwachstum 5% ist eine Inflation von bis zu 5% auch in Ordnung.
    Wie gesagt, ich halte nichts mehr von dem Konzept "Potenzialwachstum", wenn es ohnehin nur als Funktion einer künstlich durch Geld- und Fiskalpolitik verursachten Wachstumsschwäche vorkommt.

    Ansonsten muss ich - mea culpa - in dem Punkt auch ein Stück weit zurückrudern: Zumindest die Nenn-Inflationsraten waren bis Anfang der 70er genauso niedrig, wie heute.
  3. #182

    jep

    Zitat von Silverhair Beitrag anzeigen
    . . .
    Das menschliche Grundproblem besteht in einer "alten Einstellung" - ich habe "Geld/Gold" und wenn ich gehe bin ich alle anderen los - ICH muss nichts zahlen - ALLES was ich nicht zahle behalte ICH".

    . . .
    War in der Zeit der Jäger und Sammler auch sinnvoll und möglich, für den Einzelnen und sogar für Gruppen. Ob das allerdings bei einem von mehreren Milliarden Menschen bevölkerten Planeten heute immer noch so gilt, dass man "alle anderen los ist" möcht ich bezweifeln.

    Noch in der letzten Ecke der Welt wollen krumme Gestalten die trockenen Schäfchen scheren . . . ;-)
  4. #183

    Schöne Welt - Gute Inflation

    Zitat von BayerInAmerica Beitrag anzeigen
    Ich habe mich tatsaechlich durch alle Beitraege hier gequaelt! Die Argumente von beiden Seiten rechen von falsch ueber realitaetsfern bis zu blankem Unsinn. Wobei ich sagen muss dass die Inflations Gegner und der Artikel zumindest ein bischen naeher an der Realitaet liegen als die sogenanten star Oekonomen!

    Inflation an sich ist durchaus eine gute sache solange sie im zaum gehalten wird.
    Inflation ist solange gut, solange es ein reeles Wachstum gibt.
    Wenn es das nicht mehr gibt , wie jetzt hier und da ' und die Unzufriedenheit erreicht einen Schwellenwert, und das sollten wie Deutsche ja gelernt haben, dann passiert, imho noch immer dasselbe, was wir schon einmal erfahren haben..

    Es werden Köpfe rollen und das möchte ich im Sinne der 'Franz. Revolution' auch gern bildlich wörtlich gemeint wissen.

    Der erste Trugschluss des Menschen ist, dass er galubrt dur h Wissen sein Leben unter Kiontrolle zu haben.

    Man gewöhnt sich eben gerne!?
    Und je mehr man hat desto lieber ...

    Und irgendwann.....
  5. #184

    sorry!

    aber ihr dreht euch alle im kreis und damit um euch selbst...
    schade eigentlich
  6. #185

    Wer auf Konsum verzichtet hat

    Zitat von acitapple Beitrag anzeigen
    tja, wer hoch verschuldet ist, dem kommt so eine inflation gerade recht. wer hart gearbeitet, auf konsum verzichtet und gespart hat, ist dann aber der gearschte !
    Wer jahrelang hart gearbeitet hat und zum Aufbau von Realvermögen konsumiert und damit die korrekte Funktion einer arbeitsteiligen Gesellschaft gefördert hat, dem tut die Inflation nur Gutes.

    Wer jahrelang auf Konsum verzichtet hat und gespart hat, hat jahrelang die Realwirtschaft geschädigt und Zahlungsmittel aus dem Umlauf gebracht. Warum soll man da Mitleid haben? Ich werde nicht weinen, weil irgendwelche Leutchen meinen in einem Zirkulationsgeldsystem das absurde Unterfangen unternehmen zu können für das Alter mit großen Geldguthaben vorzusorgen. Unser heutiges Kreditsystem ist da leider auch keine Abhilfe, denn eine Wirtschaft kann nicht darauf basieren, dass die einen immer Schulden aufnehmen, damit die anderen ihre Rente ansparen können. Wie soll das denn für ALLE funktionieren? Alle sparen und alle nehmen Kredite in gleicher Höhe auf? Ach ja, es wird in Produktionsmittel investiert. Die Kapitalzinsen zahlen aber dann doch die Sparer als Konsumenten? Ach so, es sind die jungen Leute, die die Gesamtlast der Kredite aufnehmen
    und erst im Alter wieder was ansparen. Das bedeutet, dass Leute ohne Bonität große Kredite bekommen und Leute am Ende des Erwerbslebens noch für den Lebensabend groß sparen können? Wie lebensfremd sind all diese Alternativen... praktisch und mathematisch geht keines der Erklärungsmuster auf.

    Was geht ist: Materielle Kredite mit einem Zins nahe null für Investitionen im produktiven Alter und eine Transferrente für das hohe Alter.

    Also, wer viel und lange Geld spart, wird bestraft - das ist einfach und gerecht!
  7. #186

    Na Na Na....

    Zitat von TommIT Beitrag anzeigen
    Inflation ist solange gut, solange es ein reeles Wachstum gibt.
    Wenn es das nicht mehr gibt , wie jetzt hier und da ' und die Unzufriedenheit erreicht einen Schwellenwert, und das sollten wie Deutsche ja gelernt haben, dann passiert, imho noch immer dasselbe, was wir schon einmal erfahren haben..

    Es werden Köpfe rollen und das möchte ich im Sinne der 'Franz. Revolution' auch gern bildlich wörtlich gemeint wissen.

    Der erste Trugschluss des Menschen ist, dass er galubrt dur h Wissen sein Leben unter Kiontrolle zu haben.

    Man gewöhnt sich eben gerne!?
    Und je mehr man hat desto lieber ...

    Und irgendwann.....
    Koepfe muessen aber nicht gleich rollen. Ausserdem ist das wirtschaftswachstum in fast allen Economien wieder positiv, teils sogar auf for Rezessions hoehe.

    Leider schlaegt sich das ncht so schnell auf die Arbeitslosigkeit durch und dass ist was der Normalbuerger wirklich fuehlt, egal ob selbst betroffen oder auch nur aus Angst for einer moeglichen Arbeitslosigkeit.

    Leider ist es auch so dass jobs viel schneller verschwinden als dass sie entstehen, deshalb haengt die Arbeitslosigkeit als wirtschafts indikator immer weit hinter der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung her. Selbst das Konsumentenvertrauen ist da schneller.

    Auch glaube ich dass viele der verlorenen job nie wider zuruck kommen. Warum? Viele Firmen haben noetig oder nicht "ausgemistet" und stellen fest dass sie auch ganz gut ohne einen grosstil der Arbeitskraft auskommen und als Nebenefekt bei anziehender Wirtschaft hoeher Profite (und natuerlich hoehere Boni fuer die Assgeier) erwirtschaften koenen. Auch wurden jobs abgebaut die durch die Globalisierung laengst ueberfluessig waren. Die kommen nicht zurueck!


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