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Gefährdete Frühchen: 980 Gramm Leben

Leonie kam als Frühchen zur Welt, winzig klein, zerbrechlich. Jede Vireninfektion bedrohte ihr Leben. Ihre ersten Monate waren von immer neuen Operationen und Klinikaufenthalten bestimmt - eine Zeit, die bis heute die Beziehung zwischen Mutter und Tochter prägt.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,715193,00.html
  1. #1

    Tolle Mutter, tolles Kind!

    Ich kann diser Mutter eingentlich nur sagen: weiter so!

    Die enge Bindung tut der Tochter sehr gut und die behutsame Trennung werdet ihr auch beide ;-) verkraften. Der Kindergarten beim ersten Kind ist besonders schwierig finde ich, ich habe 3 Töchter (5,3,1).

    Endlich mal wieder eine Mutter, der es gelingt ihrer Intuition zu vertrauen.
  2. #2

    Man erfährt aus diesem Artikel ja nicht, welche medizinische Ursache letztlich wirklich zu dieser extremen Frühgeburt geführt hat und ob eine Wiederholung zu erwarten ist. Sollte das aber nur gering wahrscheinlich sein, kann man nur zu einem zweiten Kind raten im Interesse von Mutter UND Kind.
  3. #3

    wieder ein bsp, wo die welt in ordnung scheint

    ich bin gespalten, einerseits ist es gut, dass man immer wieder in den medien zum stichwort frühgeburt berichtet anderseits ärgert es mich, dass immer wieder die anrührigen beispiele zitiert werden, wo doch alles so gut gegangen ist. frühgeburt heißt jedoch nicht, dass das kind einfach ein paar wochen zu früh auf die welt kommt und eine weile im kh verbringt, die eine oder andere komplikation meistert und dann doch letztendlich ein ganz normales kind, was ein bisschen dünner etc ist, sich darauf entwickelt. frühgeburt ist nicht solch einen spaßige angelegenheit. ich selbst habe zwillinge per notsection in der 26 ssw zur welt gebracht, eines meiner söhne ist heute noch "besonders", dh. halbseitig gelähmt und ganz abgesehen von den geistigen entwicklung, den keiner vorherzusagen wagt.
    ich bin im kh tätig in der umgebung einer neonatologischen its. wie viele kinder versterben, wie viele haben bleibende schäden. ich spreche nicht von der standart ergo-physio etc u co, die wohl fast jedes frühchen bekommt.
    ich bin diese art von artikel leid, den meisten, kommen nie in kontakt mit frühchen - ich wünsche es jeder mutter,dass sie so was nie nie nie durchleben muss - und haben keine vorstellung von der realität. aber bitte nicht immer diese alles wird doch gut trotz schweren start. zumindest sollte ein satz ergänzt werden: es geht nicht bei jedem gut. danke.
  4. #4

    sie sprechen mir mit jedem wort aus dem herzen!

    Zitat von doreencpunkt Beitrag anzeigen
    ...ich bin diese art von artikel leid, den meisten, kommen nie in kontakt mit frühchen - ich wünsche es jeder mutter,dass sie so was nie nie nie durchleben muss - und haben keine vorstellung von der realität. aber bitte nicht immer diese alles wird doch gut trotz schweren start. zumindest sollte ein satz ergänzt werden: es geht nicht bei jedem gut. danke.
    bald kommen wieder die kommentare, ach wie heroisch, ach wie mutig. ach, wie lieben wir unsere krüppelchen. neben gesunden gibt es halt auch solche und die lieben wir besonders, wie bereichert ihr lächeln unser leben. und gott hat sie doch ins leben gerufen. und eiapopeia.

    pfeifedeckele. das krüppelchen wird nicht sein leben lang geliebt. oder warum landen so viele in diesbezüglichen einrichtungen? und warum gibt es solch liebe mitmenschen, die einen prozess anstrengen, weil sie sich im urlaub von behinderten gestört fühlen?
    und so fort.
  5. #5

    x

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Leonie kam als Frühchen zur Welt, winzig klein, zerbrechlich. Jede Vireninfektion bedrohte ihr Leben. Ihre ersten Monate waren von immer neuen Operationen und Klinikaufenthalten bestimmt - eine Zeit, die bis heute die Beziehung zwischen Mutter und Tochter prägt.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,715193,00.html
    Was ein Kontrast - vorgestern der Artikel, wie Menschen weiter fressen und sich der Völlerei widmen können dank Arzneimittel, die an 1000en Tiere fatal getesteten worden sind, und nun ein kleines, armes Frühchen, um das Dutzende Menschen kämpfen, um jedes Leben zu erhalten.
  6. #6

    das sommerloch..

    ...scheint ja noch weiter fortzubestehen, das sommerloch, wie sonst erklärt sich ein so sinnfreier artikel? ich bin auch eins von den frühen frühchen, die ziemlich viel glück gehabt haben, klar gibt es diese und diese und verschieden verlaufende schwangerschaften. und weiter? wusste das irgendjemand vielleicht nicht?
  7. #7

    Extrem-Frühchen

    Also ich könnte mit einem Kind der 23 SSW angeben. Es hat überlebt - Dank der spezialisierten Kliniken und des Fachpersonals. Ich bin bin heilfroh.

    Die Klinikzeit (knapp ein Jahr) und vor allem das was danach kam, lässt sich in seiner Härte jedoch kaum beschreiben: Die lebenserhaltenenden Maßnahmen erinnerten an Folter. Die Monate in der Klinik vergingen nur schleppend (Bis Weihnachten in der Grube scheint da vergleichsweise kurz). Soeben noch medizinischer Hightech - jetzt pflegen zwischen Bügelwäsche und Beistellbettchen zu Hause, während der Mann arbeiten geht. Das hat mich an den Rand des Wahnsinns gebracht.

    Das Leben als und mit einem sogenannten Extrem-Frühchen ist meist nicht so rosa, wie es gerne gezeigt wird. Unser Kind ist zum Beispiel behindert - nicht so schön gesund wie Leonie (Wobei ich mich für die Familie freue und weiterhin viel Glück wünsche).

    Noch heute gibt es Kliniken, die die Eltern aussperren - wir durften von abends acht Uhr bis morgens um elf nicht zu unserem Kind (von weiteren Schließzeiten der Neonatologie mittags und während bestimmter Untersuchungen ganz abgesehen). Konfrontiert mit der Krankenhausmedizin stellt sich die Frage - Fluch oder Segen. Oft standen wir Eltern ohnmächtig da - eine persönliche bzw. psychologische Begleitung/Betreuung gibt es nur in wenigen Kliniken. Bei der Überleitung nach Hause fehlt die dringend benötigte professionelle Hilfe. Das formuliere ich so fordernd, trotz der Gewissheit (des schlechten Gewissens), dass unsere Frühchen die Gesellschaft ohnehin schon "teuer zu stehen kommen".

    Extrem-Frühchen sterben in der Hälfte aller Flälle, nahezu die Hälfte der überlebenden bleibt mehr oder weniger stark behindert. Die Auswirkungen der monatelangen Klinikzeit und der häufigen Erkrankungen bei "dem Rest" kann man sich zusammenreimen. Oft wird das Ausmaß der Folgen erst nach der Einschulung deutlich (Konzentrationsprobleme, Lese-Rechtschreibschwäche, ADHS etc.)

    Wenn man es sich nicht gerade zur Lebensaufgabe macht, fühlt man sich mitunter schlecht mit einem Extrem-Frühchen. Und doch ist klar - ich wollte niemals tauschen :)
  8. #8

    Meine Tochter..

    Meine Tochter kam 10 Wochen zu Früh mit 805 gr. zur Welt, wir hatten jedoch in zweierlei Hinsicht Glück.
    1. Meine Frau bekam noch 2 Tage vor Geburt die Lungenreifungsspritzen, wodurch unsere Tochter sofort selbstständig atmen konnte (sehr wichtig),

    2. wir gingen in die Asklepiosklinik in Hamburg-Barmbek, wo man auf Frühchenspezialisiert ist.

    Trotzdem war es gerade für meine Frau eine sehr harte Zeit, besonders da ich nach einiger Zeit wieder arbeiten musste, sie alleine beim Kind ausharrte. Man kann es sich kaum vorstellen, 3-6 Brutkästen im Zimmer, ständig schlug irgendwo eine Maschiene Alarm, der Horror...
    Wir empfehlen jetzt jedem schwangeren Paar, sich schon mal nach einer auf Frühchen spezialisierten Klinik umzusehen, damit das Kind im Fall der Fälle die besten Chancen hat.
  9. #9

    @mullemaus5

    Zitat von mullemaus5 Beitrag anzeigen
    (...)das krüppelchen wird nicht sein leben lang geliebt. oder warum landen so viele in diesbezüglichen einrichtungen? und warum gibt es solch liebe mitmenschen, die einen prozess anstrengen, weil sie sich im urlaub von behinderten gestört fühlen?
    und so fort.
    Ihr Kommentar hat mir doch nun einigermaßen den Atem verschlagen...
    Verwechseln Sie da nicht etwas?
    1. Von wegen geliebt werden: fast alle Kinder mit Behinderung (das Wort, das Sie benutzten, verursacht mir Übelkeit!) WERDEN über alles geliebt. Von ihren Eltern und idealerweise auch von ihrer restlichen Familie. Von ihren Betreuern. Von ihren Lehrern. Usw. Idiotische Mitmenschen zählen hier nicht.

    2. Von wegen Einrichtungen: auch Kinder mit Behinderungen unterliegen der Schulpflicht. Das heißt, sie müssen ab dem entsprechenden Alter täglich unterrichtet werden. Und je nach Grad der Behinderung erfolgt das nun mal eben in besonderen Förderschulen - "Einrichtungen", wie Sie das nennen. Für die Kinder ist das GUT - sie werden individuell gefördert, unterrichtet, haben soziale Kontakte, und abends sind sie wieder zu Hause.
    Und falls Sie von stationären Einrichtungen sprechen, wo diese Kinder (und später Erwachsenen) ständig leben: KEINE Mutter "schiebt" ihr behindertes Kind dorthin ab. Im Gegenteil, es ist zumeist eine furchtbar schwere Entscheidung, die sie treffen muss - indem sie sich eingesteht, dass das Kind nicht weiter zu Hause bleiben kann, zu Hause nicht mehr gepflegt werden KANN.
    Entweder weil es ab einem bestimmten Alter/Größe/Gewicht einfach nicht mehr möglich ist, sein Kind alleine auf den Wickeltisch zu heben, zu baden etc.
    Oder weil das Kind ständige PROFESSIONELLE Förderung und/oder medizinische Betreuung BRAUCHT, die man als Eltern allein einfach nicht bieten kann.
    Oder weil das Kind vielleicht eine Berufsausbildung machen möchte (bei besonderen Kindern kann man eben nicht mal eben beim benachbarten Schreiner oder Friseur eine Lehrstelle besorgen...).
    Und, und, und.

    3. Von wegen der lieben überempfindlichen Mitmenschen: Bei solchen Leuten ist eigentlich jeder Kommentar überflüssig.

    Freundliche Grüße,
    Winnie1, Mutter eines inzwischen 17jährigen besonderen Kindes.


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