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Gefährdete Düsenflugzeuge: Aufklärung von Air-France-Absturz offenbart gefährliche Si

Die Untersuchungen zum Absturz eines Air-France-Airbus im Juni 2009 haben nach SPIEGEL-Informationen eine riskante Sicherheitslücke aufgedeckt: Die Geschwindigkeitssensoren aller zur Zeit zugelassenen Düsenjets basieren auf veralteten Standards - Piloten schlagen Alarm.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...679180,00.html
  1. #1

    Pitot-Rohre

    Alle modernen Verkehrsflugzeuge sind heute mit Satellitennavigationssystemen ausgerüstet. Die zeigen ebenfalls die Geschwindigkeit an. Da könnte man doch eine Abweichung von den Messungen der Staurohre feststellen.
  2. #2

    Ein typischer Spiegel-Artikel

    Beinahe so sensationell aufgemacht wie die Bildzeitung, und erkennbar ohne technischen Hintergrund und selbst ohne gesunden Menschenverstand sensationslüstern hingeschrieben.

    Beispiel?
    Wenn eine Spezifikation aus Zeiten noch vor der Einführung einer technischen Erungenschaft stammt heißt dies noch lange nicht zwangsläufig, daß sie unbrauchbar oder gar falsch ist. Wenn die Hersteller eine Düse anbieten, die lt. Norm bei -40 Grad nicht zufrieren darf, dann heißt das noch lange nicht, daß sie dies bei sagen wir -45 Grad tut.

    Daß Airbus ein Patent anmeldet, das sich u.a. auch mit besagter Fragestellung beschäftigt, heißt noch lange nicht, daß diese Fragestellung bisher nur unbefriedigend gelöst ist.

    Die Krönung ist die nebulöse 'andere Technik'. Anscheinend weiß nicht mal Schreiber, um was es dabei geht. Gesagt hat er es uns jedenfalls nicht. Hauptsache man kann schreiben, sie kostet viel Geld und niemand baut sie ein. So ein Wunder aber auch! Seufz.
  3. #3

    Dasselbe...

    Zitat von Ontologix II Beitrag anzeigen
    Alle modernen Verkehrsflugzeuge sind heute mit Satellitennavigationssystemen ausgerüstet. Die zeigen ebenfalls die Geschwindigkeit an. Da könnte man doch eine Abweichung von den Messungen der Staurohre feststellen.
    ...hab ich mir auch gleich gedacht. Mit dem GPS sollte es problemlos moeglich sein festzustellen ob der Geschwindigkeitsmesser noch plausible Messwerte liefert. Man muss das GPS ja nicht als den eigentlichen Messer einsetzen, aber zumindest als Kontrolle. Das waere mit einem Softwareupdate des Bordcomputers fuer ein paar Euro erledigt ohne dafuer fuer 300.000 EUR neue Hardware einauen zu muessen. Zwar sorgt das nicht dafuer das der Geschwindigkeitsmesser wieder funktioniert, aber zumindest weiss der Pilot das der Messer eben ausgefallen ist, und er sich lieber auf aus den GPS-Daten errechneten Geschwindikgeiten (die aber sicher ungenauer sind als die von einem funktionierenden Geschwindigkeitsmesser) verlassen sollte wenn es drauf ankommt.
  4. #4

    einen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Untersuchungen zum Absturz eines Air-France-Airbus im Juni 2009 haben nach SPIEGEL-Informationen eine riskante Sicherheitslücke aufgedeckt: Die Geschwindigkeitssensoren aller zur Zeit zugelassenen Düsenjets basieren auf veralteten Standards - Piloten schlagen Alarm.
    Wenn die "veralteten" Standards eine Sicherheitlücke darstellen, warum sind dann damals, als diese Standards noch nicht veraltet waren, die Düsenjets nicht reihenweise abgestürzt?

    Oder anders gefragt: Was war denn nun eigentlich die Ursache des Absturzes: Das Versagen eines technischen Gerätes? Oder die veralteten Standards? Ersteres natürlich. Aber letzteres gibt natürlich die bessere Meldung ab. Und sie passt so gut in unsere "justiziable" Gesellschaft. Vom unbestreuten Eis auf dem Bürgersteig über abgemahnte Internetseiten bis zu versagenden Messinstrumenten in Flugzeugen: Hauptsache, alles ist rechtlich eindeutig geregelt.
  5. #5

    GPS + GPS-Jamming + GPS-Spoofing

    Zitat von Ontologix II Beitrag anzeigen
    Alle modernen Verkehrsflugzeuge sind heute mit Satellitennavigationssystemen ausgerüstet. Die zeigen ebenfalls die Geschwindigkeit an. Da könnte man doch eine Abweichung von den Messungen der Staurohre feststellen.
    GPS kann gestört werden durch Jamming oder Spoofing.
  6. #6

    So einfach ist das leider nicht

    Zitat von Ontologix II Beitrag anzeigen
    Alle modernen Verkehrsflugzeuge sind heute mit Satellitennavigationssystemen ausgerüstet. Die zeigen ebenfalls die Geschwindigkeit an. Da könnte man doch eine Abweichung von den Messungen der Staurohre feststellen.
    So einfach ist das leider nicht. Die Staurohre messen nämlich nicht die wirkliche Geschwindigkeit der Flugzeuge gegenüber der Erde, sondern die sogenannte indicated air speed. Diese unterscheidet sich teilweise deutlich von der wirklichen Fluggeschwindigkeit in größeren Höhen deutlich. Mit sinkendem Druck sinkt nämlich auch die indicated air speed. Dies ist auch die Geschwindigkeit, die zur Bestimmung der Flugeigenschaften benötigt wird.

    Bei der GPS Navigation wird außerdem der Wind nicht beachtet. Fliegt das Flugzeug z.B. mit 40 Knoten Gegenwind ist die GPS Anzeige schon mal um 40 Knoten falsch. Windböen machen dann jeden Vergleich der verschiedenen Messungen sinnlos.

    An SPON:
    Den letzten Absatz hätte man sich in dieser Form auch sparen können, denn er wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Was ist "Buss" und ich welchem Zusammenhang steht es mit den Ausfällen der Sonden?
  7. #7

    Fehlschluß GPS

    GPS hilft in den gefährlichen Situationen gar nichts.
    Für ein fliegendes Flugzeug ist die Geschwindigkeit gegenüber den umgebenden Luftmassen wichtig. Insbesondere bei kritischen Bedingungen also Gewitterzellen, Luftmassengrenzen können schnelle Änderungen der Luftgeschwindigkeiten eintreten. Das muss gemessen werden können!!
    Man braucht es auch reichlich genau, weil man sonst recht schnell in den Stall durch Über- oder Untergeschwindigkeit kommt. Stichwort coffin corner: http://de.wikipedia.org/wiki/Coffin_Corner

    Grüße tibee


    Zitat von Core Dump Beitrag anzeigen
    ...hab ich mir auch gleich gedacht. Mit dem GPS sollte es problemlos moeglich sein festzustellen ob der Geschwindigkeitsmesser noch plausible Messwerte liefert. Man muss das GPS ja nicht als den eigentlichen Messer einsetzen, aber zumindest als Kontrolle. Das waere mit einem Softwareupdate des Bordcomputers fuer ein paar Euro erledigt ohne dafuer fuer 300.000 EUR neue Hardware einauen zu muessen. Zwar sorgt das nicht dafuer das der Geschwindigkeitsmesser wieder funktioniert, aber zumindest weiss der Pilot das der Messer eben ausgefallen ist, und er sich lieber auf aus den GPS-Daten errechneten Geschwindikgeiten (die aber sicher ungenauer sind als die von einem funktionierenden Geschwindigkeitsmesser) verlassen sollte wenn es drauf ankommt.
  8. #8

    Du bist ja soooo schlau.

    Zitat von Ontologix II Beitrag anzeigen
    Alle modernen Verkehrsflugzeuge sind heute mit Satellitennavigationssystemen ausgerüstet. Die zeigen ebenfalls die Geschwindigkeit an. Da könnte man doch eine Abweichung von den Messungen der Staurohre feststellen.
    Satellitennavigation zeigt dir die Bodengeschwindigkeit an. Die ist aber in der Luft vollkommen uninteressant.

    Was die Piloten interessiert, ist die Geschwindigkeit relativ zu der sie umgebenen Luftmasse. Diese Geschwindigkeit ist von dem Wind und der Flughöhe abhängig.

    Bei einem starken Rückenwind ist die Bodengeschwindigkeit viel höher als die Luftgeschwindigkeit und wenn man sich auf die Bodengeschwindigkeit verläßt, fliegt man dann einfach zu langsam für den Anstellwinkel und schon gibt es nen Strömungsabriss und der Flieger stürzt ab.
  9. #9

    fliegen ist halt doch komplizierter als busfahren...

    Zitat von Ontologix II Beitrag anzeigen
    Alle modernen Verkehrsflugzeuge sind heute mit Satellitennavigationssystemen ausgerüstet. Die zeigen ebenfalls die Geschwindigkeit an. Da könnte man doch eine Abweichung von den Messungen der Staurohre feststellen.
    Weil es DIE Geschwindigkeit bei einem Flugzeug nicht gibt.

    Groundspeed (GS) = Geschwindigkeit über Grund: Tatsächliche Geschwindigkeit des Flugzeugs relativ zum Erdboden
    True Airspeed (TAS) = wahre Luftgeschwindigkeit: Tatsächliche Geschwindigkeit des Flugzeugs relativ zur umgebenden Luft
    Indicated AIrspeed (IAS) = angezeigte Geschwindigkeit: die über Staudruckrohre gemessene und im Flugzeug angezeigte Geschwindigkeit

    Per GPS misst man die Groundspeed, mit den Pitot-Sonden im Flugzeug die IAS. Für weitere Infos bitte Wikipedia bemühen.

    Ansonsten: typisch reisserischer Artikel. Wenn das so stimmte, fielen seit 50 Jahren die Jets reihenweise vom Himmel.


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