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Gedicht-Kritik: Akademie macht Grass Nobelpreis nicht streitig

APIsraels Innenminister hat nicht nur ein Einreiseverbot für Günter Grass verhängt, sondern auch befunden, man müsse dem Schriftsteller den Literatur-Nobelpreis aberkennen. Nun hat der Akademiesekretär Peter Englund geantwortet: Für eine solche Diskussion sehe er keinen Anlass.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...826558,00.html
  1. #50

    Zitat von westberliner79 Beitrag anzeigen
    Israel-Hetze in den Medien ist salonfähig geworden.
    Man darf nun unbestraft öffentlich die Lüge verbreiten dass Israel und nicht die Hesbollah, Iran und Hamas zum Völkermord aufrufen.
    Ein verwirrter alter SS-Mann macht da mit und fast ganz Deutschland redet darüber anstatt sich für diese Hetze zu schämen.

    Solange Günter Grass noch lebt hat er noch die Chance sich beim israelischen Volk zu entschuldigen. Wenn er tot ist, bleibt er als Hetzer, Lügner und heimlicher SS-Mann in der Erinnerung. Schade für dieses Land.
    Als Hetze im gesellschaftlichen Sinn bezeichnet man unsachliche und verunglimpfende Äußerungen zu dem Zweck, Hass gegen Personen oder Gruppen hervorzurufen, Ängste vor ihnen zu schüren, sie zu diffamieren oder zu dämonisieren. Nach diesem Begriff hetzt die israelische Regierung gegen Günter Grass, diese Hetze reicht sogar bis zur Forderung nach Aberkennung des Nobelpreises.
    Der 1927 geborenen Schriftstellers wurde 1944 (also minderjährig, mit 17 Jahren) als Flakhelfer eingezogen, also hat sich nicht freiwillig gemeldet. Ich bin sicher, daß Sie mit 17 schon als Professor weit in die Zukunft sehen konnten und sich während des II. Weltkrieges frei im Internet Informationen besorgen konnten. Ich würde selbst als Scharfrichter mildernde Umstände gelten machen!
    Er hat sich unmittelbar nach Kriegsende gegenüber den Amerikanern zu seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS bekannt. Grass war am 8. Mai 1945 im heute tschechischen Marienbad in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten. Er hat das Papier unterschrieben, das seine Fingerabdrücke zeigt und auch Angaben zu seiner gesundheitlichen Verfassung enthält.
    Daß er sich mit der Waffen-SS nicht rühmen konnte oder sogar dafür schämte, ist für mich durchaus nachvollziehbar. Ihn deshalb aber als heimlichen SS-Mann hinzustellen, dafür muß man schon sehr verbohrt sein.
    Die Lügen, von denen Sie schreiben, müßten Sie uns noch erklären.
  2. #51

    ach ja

    Zitat von überzwerg Beitrag anzeigen
    Eigentlich hätte er ihn erst gar nicht bekommen dürfen, zumindest nicht aus literarischen Gründen. Einen Hit hat er gelandet, dann kam nicht mehr viel. Aber war er damals nicht sowieso nur ein Verlegenheitskandidat?
    "Selten ist der Stockholmer Jury die Entscheidung für den Literatur-Nobelpreis so leicht gefallen wie dieses Mal. Lediglich zwei Sitzungen benötigte das Gremium, dessen Mitglieder sonst für wochenlange Debatten und Beschimpfungen bekannt sind.

    "Der letzte Preis dieses Milleniums" müsse an einen besonders würdigen und unumstrittenen Preisträger gehen, hatten die Stockholmer Medien gefordert. Nach der Mitteilung, daß Günther Grass der Ausgezeichnete sei, hieß es dann einhellig: "Mit ihm sei der richtige gefunden worden." Auffällig war auch, daß der neue Akademiechef Horace Engdahl schon vorher eine nicht unbedingt übliche Einigkeit des Gremiums öffentlich hervorhob: "Diese Entscheidung ist uns sehr leicht gefallen".

    "Die Menschen suchen immer nach der ganz großen literarischen Erzählung", meinte Per Olov Enquist, einer der meist gelesenen schwedischen Autoren kurz vor der Entscheidung für Grass. Dem schwedischen Publikum und wohl auch den Nobelpreis-Juroren, so die einstimmige Meinung der Beobachter, ist vor allem die "Blechtrommel" als ein so großer Wurf in Erinnerung geblieben, den es in der Weltliteratur nicht oft gibt. Immer wieder aber nannten die schwedischen Kommentatoren auch das politische Engagement von Grass als wichtigen Hintergrund für die Zuerkennung des Nobelpreises. Besonders seine Beiträge zur deutschen Wiedervereinigung nahmen starken Einfluß auf öffentliche Debatten. So sah er in dem Einheitsstreben des Jahres 1990 einen neuen deutschen Größenwahn entstehen und ein Unrecht gegen die Bevölkerung der DDR wie gegen die Nachbarn, vor allem Polen. Daß der 71-jährige Schriftsteller seine Skepsis diesbezüglich so unbeugsam und öffentlich vertrete, wurde ihm in Skandinavien stets positiv angerechnet."
  3. #52

    Erfahrungen aus 2 WK

    Zitat von illustro Beitrag anzeigen
    ... doch einmal auf die Kernaussagen Grass:

    Wodurch kann der Tod iranischer Menschen bei einem Angriff gerechtfertigt werden?
    Was ist falsch an der Idee, dass Israel und der Iran ihr Atomprogramm unter eine gemeinsame internationale Aufsicht stellen, im Sinne des Weltfriedens?

    PS: In Interesse meiner Großväter vielleicht auch noch darauf:
    Mir welchem Argument kann im Herbst 44 ein 17jähriger in Deutschland der Einberufung zur Waffen-SS entkommen, ohne sofort am nächsten Baum zu enden?
    Erstmal gibt es zu ihren beiden Fragen einen Antwort:
    Nichts, rein gar nichts, aber wenn man die Propagandamaschine schon angeworfen hat. Im Bewusstsein der Bevölkerung die fehlerhafte Übersetzung der Aussage des iranischen Präsidenten (gesagt: "Regimewechsel in Israel" übersetzt "Vernichtung Israels") verankert, stört ein Herr Grass einfach nur. Also Argumente weglassen und draufknüppeln.

    Zu Ihrem PS: In 2 WK hat es meine Familie geschafft einige Kinder als behindert hinzustellen, genau so behindert, dass sie auf dem Feld helfen konnten, aber zu behindert, um in den Krieg zu ziehen. Soll aber bei der Genesung ´dem Krieg einige dumme Kommentare gegeben haben.
  4. #53

    ++

    Zitat von adam68161 Beitrag anzeigen
    die Forderung der israelischen Regierung! Sie demaskiert sich endlich selbst. Da komme mir bloß keiner mehr mit der besonderen Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland für die Taten dieser Klique!
    Natürlich ist die Forderung der israelischen Regierung nicht akzeptabel und zeigt eine Überreaktion, die dem Pamphlet des Schriftstellers nicht angemessen ist. Interessant ist, wie der Schriftstellerkollege Hochhuth über Grass' literarischen Versuch einer politischen Teilansicht des Nahost-Konfliktes denkt: [url]http://www.abendblatt.de/politik/article2241127/Guenni-Halts-Maul-Grass-Denkmal-beschmiert.html[b/url]
  5. #54

    Zitat von Rubeanus Beitrag anzeigen
    Und es ist auch nicht so, dass der Name Günter Grass außerhalb Deutschlands überall bekannt wäre.
    Dann besteht ja noch Hoffnung.
  6. #55

    Weggesperrt

    Zitat von überzwerg Beitrag anzeigen
    Zum Beispiel, dass Sie dies hier äußern dürfen, ohne dass Sie Gefahr laufen, weggesperrt zu werden wie etwa im Iran.
    vielleicht nicht aber mundtot gemacht, indem man meinen Beitrag nicht veröffentlicht, ich Hotelverbot bekomme, weil meine politischen Ansichen dem Hotelbesitzer nicht gefallen, ich unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz stehe, weil ich der falschen, im Bundestag vertretenen Partei angehöre oder ich evtl. kalt gestellt werde, weil meine Meinung nicht den Werten meines Arbeitgebers, der mich bei Facebook erwischt hat, entspricht.

    Nun Hohenschönhausen ist das nicht - da haben Sie recht. Aber Freiheit sieht für mich anders aus!
  7. #56

    Zitat von fitzgerraldo Beitrag anzeigen
    "Selten ist der Stockholmer Jury die Entscheidung für den Literatur-Nobelpreis so leicht gefallen wie dieses Mal. Lediglich zwei Sitzungen benötigte das Gremium, dessen Mitglieder sonst für wochenlange Debatten und Beschimpfungen bekannt sind."
    Dann hatte ich das wohl falsch in Erinnerung. Dennoch macht mich das gewiss nicht in meiner Meinung irre, dass sein literarisches Werk eher dürftig ist. Was er wiederum mit vielen Nobelpreisträgern gemeinsam hat.
  8. #57

    Zitat von grana Beitrag anzeigen
    Im Bewusstsein der Bevölkerung die fehlerhafte Übersetzung der Aussage des iranischen Präsidenten (gesagt: "Regimewechsel in Israel" übersetzt "Vernichtung Israels") verankert, stört ein Herr Grass einfach nur. Also Argumente weglassen und draufknüppeln.
    Bei Wikipedia lesen wir dazu folgendes: "Der Staat Israel, den Ahmadinedschad in der Regel nicht beim Namen nennt und zumeist als „zionistisches Regime“ bezeichnet, ist für Ahmadinedschad ein „Schandfleck [, der] aus der Mitte der islamischen Welt beseitigt werden muss.“ An einer ähnlichen Aussage Ahmadinedschads (in Persisch: „īn režīm-e ešġālgar bāyad az ṣafḥe-ye rūzgār maḥw šawad“, in deutscher Übersetzung: „Das Besetzer-Regime muss aus den Annalen der Geschichte getilgt werden“ hat sich eine bedeutende Diskussion entzündet. Die englische Übersetzung (wiped off the map), Israel müsse „von der Landkarte gefegt“ werden, stammte von staatlichen iranischen Medien (ISNA, IRIB sowie der Homepage des Präsidenten) und wurde als ungenaue Übersetzung kritisiert. Die Existenz Israels ist laut Ahmadinedschad „eine Ungerechtigkeit und per se eine ständige Bedrohung“. Mehrfach regte Ahmadinedschad eine „Umsetzung“ des Staates Israel nach Europa oder Nordamerika an. Der Holocaust sei eine Lüge, die als Vorwand zur Gründung Israels gedient habe. Wenn sich die Europäer jedoch schuldig fühlten, hätten sie für eine neue Heimat der Juden sorgen müssen."

    Also, 'Regimewechsel' ist Blödsinn, das war schon etwas anderes, was er da vom Stapel gelassen hat. Man reibt sich doch immer wieder verwundert die Augen, wie schnell hier Leute Gewehr bei Fuß sind, Diktatoren der übelsten Sorte gegenüber Demokratien in Schutz zu nehmen.
  9. #58

    Die richtige Reaktion.

    Eine absolut vernünftige Entscheidung über eine irrsinnige Forderung.
  10. #59

    Zitat von a_tetzlaff Beitrag anzeigen
    vielleicht nicht aber mundtot gemacht, indem man meinen Beitrag nicht veröffentlicht, ich Hotelverbot bekomme, weil meine politischen Ansichen dem Hotelbesitzer nicht gefallen, ich unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz stehe, weil ich der falschen, im Bundestag vertretenen Partei angehöre oder ich evtl. kalt gestellt werde, weil meine Meinung nicht den Werten meines Arbeitgebers, der mich bei Facebook erwischt hat, entspricht.

    Nun Hohenschönhausen ist das nicht - da haben Sie recht. Aber Freiheit sieht für mich anders aus!
    Und, einmal Hand aufs Herz: droht Ihnen das hier? Oder gar Herrn Grass, der das 'unsagbare', aber eigentlich eher unsägliche, gesagt hat? Natürlich nicht. Genauso wenig wie seinerzeit Herrn Sarrazin, den man auch als Opfer einer unterbundenen Meinungsfreiheit stilisieren wollte.


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