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Gedicht-Kritik: Akademie macht Grass Nobelpreis nicht streitig

APIsraels Innenminister hat nicht nur ein Einreiseverbot für Günter Grass verhängt, sondern auch befunden, man müsse dem Schriftsteller den Literatur-Nobelpreis aberkennen. Nun hat der Akademiesekretär Peter Englund geantwortet: Für eine solche Diskussion sehe er keinen Anlass.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...826558,00.html
  1. #40

    Haben Sie das Gedicht gelesen?

    Zitat von westberliner79 Beitrag anzeigen
    Israel-Hetze in den Medien ist salonfähig geworden.
    Man darf nun unbestraft öffentlich die Lüge verbreiten dass Israel und nicht die Hesbollah, Iran und Hamas zum Völkermord aufrufen.
    Ein verwirrter alter SS-Mann macht da mit und fast ganz Deutschland redet darüber anstatt sich für diese Hetze zu schämen.

    Solange Günter Grass noch lebt hat er noch die Chance sich beim israelischen Volk zu entschuldigen. Wenn er tot ist, bleibt er als Hetzer, Lügner und heimlicher SS-Mann in der Erinnerung. Schade für dieses Land.
    Dann bitte einmal die Stelle zitieren, wo er sagt, dass Israel zum Völkermord aufruft. Bei der Gelegenheit bitte auch zitieren, wo er Israel vorwirft, es würde beabsichtigen, den Iran auszulöschen. Wenn Sie jetzt geneigt sind, Passagen der zweiten Strophe zu zitieren, dann lesen Sie bitte das Gedicht noch einmal, wenn das nicht reicht, auch gern ein drittes Mal.
  2. #41

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Israels Innenminister hat nicht nur ein Einreiseverbot für Günter Grass verhängt, sondern auch befunden, man müsse dem Schriftsteller den Literatur-Nobelpreis aberkennen. Nun hat der Akademiesekretär Peter Englund geantwortet: Für eine solche Diskussion sehe er keinen Anlass.

    Nobelpreis für Grass: Akademie schließt Aberkennung aus - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Eigentlich hätte er ihn erst gar nicht bekommen dürfen, zumindest nicht aus literarischen Gründen. Einen Hit hat er gelandet, dann kam nicht mehr viel. Aber war er damals nicht sowieso nur ein Verlegenheitskandidat?
  3. #42

    Zitat von mullah_omar Beitrag anzeigen
    Artikel 26 GG ist da ziemlich direkt und nicht falsch zu interpretieren.

    Artikel 26.(1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.
    Das ist korrekt. Jedoch ist die Vorbereitung eines Verteidigungskriegs erlaubt. Man muss also eine Verteidigungsbegründung erarbeiten. Es muss also auch ein wesentlicher Verteidigungsgrund glaubhaft gemacht werden können. Falls es zur Klage vor dem BVerG kommt. Und die Unterstützung eines Angriffskriegs eines Dritten - ist ja keine Vorbereitung. Also auch straffrei.
  4. #43

    Tja

    Zitat von treverxy Beitrag anzeigen
    schon wieder eine zaghafte Gegenstimme, die wider den Stachel zu löcken wagt. Mir ist einfach nur noch übel: Wenn es noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, um zu zeigen, wer die Welt beherrscht, dann ist er mit dieser Hetzkampagne gegen Günther Grass erbracht worden.
    Noch nie habe ich solch einen Haufen an Mist über einen Dichter ausschütten sehen, noch nie habe ich einen derart kollektiven Hass erlebt (außer beim Reizthema Holocaust), den völlig Unbeteiligte versprühen, bis hin zur - wenn möglichen - Vernichtung einer Existenz und eines guten Rufes.

    Was - um Himmels Willen - ist bloß los mit unserer westlichen Gesellschaft? Warum schreien alle auf, als ob sie von einer Tarantel gestochen worden wären? Ein vergleichbares Gedicht über China, Russland, die USA oder einen beliebigen anderen Staat hätte wahrscheinlich nicht einmal Eingang in das literarische Erbe des Verfassers geführt. Doch diese Hetztiraden, Unsäglichkeiten und Bösartigkeiten lassen darauf schließen, dass Grass voll ins Schwarze getroffen hat. Und: getretene Hunde kläffen bekanntlich besonders laut...
    Weil sich über das provokative Geschreibsel eines alternden Literaten vortrefflich zanken und disputieren läßt, und all die überflüssigen Feuilletonisten in den Medien ob online oder on print endlich wieder was zum Schreiben und Geld verdienen haben. Mal ehrlich, wie wichtig ist denn der Inhalt in Grassens Mahngedicht über Israel? Hätte ich es geschrieben, keine Wutz würd's interessieren, so wie auch dieses Geschreibsel von mir wohl kaum jemand liest. Aber Grass? Da gibt's gleich einen Riesenrummel im, ja sogar internationalen Blätterwald. Doch letzlich ist sein Gedicht so wichtig, wie die Frage, ob Klopapier parfümiert werden soll oder nicht. Wir haben weltweit dringendere Probleme zu bekämpfen: die Bevölkerungsexplosion und das Versiegen unserer Ressourcen auch an Nahrungsmitteln, die nicht mehr zu kontrollierende Finanzwirtschaft und eine etrem perverse Form der Globalisierung, wo Volkswirtschaften mit sozialer Verantwortung mit Staaten konkurrieren, die eigentlich riesige Arbeitslager sind, wo die Arbeiter null aber auch NULL Rechte haben und entsprechend wie die KZ-insassen der Nazis bis zum Tode ausgequetscht werden. Aber daran was zu ändern, würde bedeuten: die Reichen müßten ja was von ihren Privilegien abgeben, und das wollen sie nicht! Insofern kommt die Debatte um Grass ganz recht. Es lenkt so schön ab.
  5. #44

    .

    Zitat von überzwerg Beitrag anzeigen
    Eigentlich hätte er ihn erst gar nicht bekommen dürfen, zumindest nicht aus literarischen Gründen. Einen Hit hat er gelandet, dann kam nicht mehr viel. Aber war er damals nicht sowieso nur ein Verlegenheitskandidat?
    Es war in der Vergangenheit oft so, dass man mit der Verleihung des Literaturnobelpreises ein politisches Zeichen setzen bzw. dem kulturellen Leben in einem Land generell Referenz erweisen wollte.

    Wenn man sich die Liste der Literaturnobelpreisträger anschaut, so stellt man fest, dass da neben einigen wenigen literarischen Schwergewichten eine Menge Leute bedacht wurden, deren Namen heute vermutlich noch nicht einmal Spezialisten kennen.

    Als der Tscheche Jaroslav Seifert den Literaturnobelpreis 1984 zugesprochen erhielt, entsandte das Literaturmagazin des Deutschlandfunks einen Reporter in das slawistische Seminar der Uni Köln. Die befragten Studenten hatten von dem Dichter noch nie gehört.

    Und es ist auch nicht so, dass der Name Günter Grass außerhalb Deutschlands überall bekannt wäre.
  6. #45

    bitte antworten Sie...

    Zitat von westberliner79 Beitrag anzeigen
    Israel-Hetze in den Medien ist salonfähig geworden.
    Man darf nun unbestraft öffentlich die Lüge verbreiten dass Israel und nicht die Hesbollah, Iran und Hamas zum Völkermord aufrufen.
    Ein verwirrter alter SS-Mann macht da mit und fast ganz Deutschland redet darüber anstatt sich für diese Hetze zu schämen.

    Solange Günter Grass noch lebt hat er noch die Chance sich beim israelischen Volk zu entschuldigen. Wenn er tot ist, bleibt er als Hetzer, Lügner und heimlicher SS-Mann in der Erinnerung. Schade für dieses Land.
    ... doch einmal auf die Kernaussagen Grass:

    Wodurch kann der Tod iranischer Menschen bei einem Angriff gerechtfertigt werden?
    Was ist falsch an der Idee, dass Israel und der Iran ihr Atomprogramm unter eine gemeinsame internationale Aufsicht stellen, im Sinne des Weltfriedens?

    PS: In Interesse meiner Großväter vielleicht auch noch darauf:
    Mir welchem Argument kann im Herbst 44 ein 17jähriger in Deutschland der Einberufung zur Waffen-SS entkommen, ohne sofort am nächsten Baum zu enden?
  7. #46

    Das wäre eine historische Blamage für die Akademie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Israels Innenminister hat nicht nur ein Einreiseverbot für Günter Grass verhängt, sondern auch befunden, man müsse dem Schriftsteller den Literatur-Nobelpreis aberkennen. Nun hat der Akademiesekretär Peter Englund geantwortet: Für eine solche Diskussion sehe er keinen Anlass.

    Nobelpreis für Grass: Akademie schließt Aberkennung aus - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Herr Innenminister Israels,
    bei Ihrer hochmütigen Haltung wird man schwindlig.
    Wie könnte man im Ernst denken, dass die Nobelpreisakademie Ihre Wünschen erfüllen würde ?!
    WARUM erkunden Sie sich nicht lieber, was das Volk Israels -Menschen mit Kindern und friedlichen Absichten- darüber denkt, anstatt in Beleidigung, die KEINE ist, zu erstarren.
  8. #47

    Sie haben leider sehr recht

    Zitat von westberliner79 Beitrag anzeigen
    Israel-Hetze in den Medien ist salonfähig geworden.
    Man darf nun unbestraft öffentlich die Lüge verbreiten dass Israel und nicht die Hesbollah, Iran und Hamas zum Völkermord aufrufen.
    Ein verwirrter alter SS-Mann macht da mit und fast ganz Deutschland redet darüber anstatt sich für diese Hetze zu schämen.

    Solange Günter Grass noch lebt hat er noch die Chance sich beim israelischen Volk zu entschuldigen. Wenn er tot ist, bleibt er als Hetzer, Lügner und heimlicher SS-Mann in der Erinnerung. Schade für dieses Land.
    Grass hat Deutschland mit diesem Gedicht sehr geschadet und viel von dem Vertrauen kaputt gemacht, das Willy Brandt, Konrad Adenauer, Helmut Schmidt und Helmut Kohl für uns gewonnen haben.
    Im übrigen hat der Sprecher des Nobelpreiskomitees sehr diplomatisch geantwortet, dass GG den Preis für seine "literarischen" Verdienste erhalten habe - und damit ist mit Sicherheit nicht sein törichtes "Gedicht" gemeint, mit dem er schlimmste antisemitische Vorurteile bedient und geweckt hat.
  9. #48

    Zitat von westberliner79 Beitrag anzeigen
    Solange Günter Grass noch lebt hat er noch die Chance sich beim israelischen Volk zu entschuldigen. Wenn er tot ist, bleibt er als Hetzer, Lügner und heimlicher SS-Mann in der Erinnerung. Schade für dieses Land.
    Wenn sich die Kritik an die Politik richtete, hat es mit der Bevölkerung nichts gemeinsam. Politiker und Generäle können entscheiden, ob eine Atombombe abgefeuert wird - nicht das Volk. Natürlich ist das Leben in Israel nicht einfach, wenn man jederzeit mit Selbstmordattentätern, Mörsergeschossen oder militärischen Angriffen rechnen muss.

    Wenn aber jemand schreibt, dass man Israel auf eine Stufe mit dem Iran stellt, dann wäre es korrekter gewesen: Man stellt die israelische Politik auf eine Stufe mit Mahmud Ahmadinedschad, der den Holocaust leugnet und die Existenz Israels in Frage stellt.

    Aber Mahmud Ahmadinedschad ist nicht das iranische Volk!

    Seine Meinung ist mit Sicherheit auch nicht die Meinung vieler Iraner. Und ob im Iran Meinungsfreiheit herrscht, bezweifle ich. Die Frage, ob das iranische Volk ein Recht auf Freiheit, Frieden und Leben hat, wurde bisher nicht gestellt - auch wenn es "Pro arisch" klingt. Iran heisst ja schließlich "Land der Arier". Aber daraus wird man jetzt Günter Grass wohl nicht einen weiteren "Strick" machen.

    Man kann sich im Alltag fragen, ob wir einander respektieren. Ihre Meinung respektiere ich, auch wenn ich manche Dinge differenzierter sehe.
  10. #49

    Im Ernstfall allein

    Zitat von breisig Beitrag anzeigen
    ich interpretiere das so, dass frau merkel sich erstmal etwas weiter aus dem fenster lehnt, um ihre aussage im "ernstfall" mit blumigen worten zu relativieren und anzumerken, dass sie da völlig falsch interpretiert worden ist.

    was in diesem fall richtig wäre.
    Genau das erzeugt in Israel die Gewißheit, dass man im Ernstfall allein ist.
    Erinnert sei an den Yom-Kippur-Krieg 1973 als Syrien und Ägypten mit Unterstützung diverser weiterer arabischer Länder israel angegriffen hat und alle westlichen Länder Israel im Stich ließen, weil die arabischen Staaten mit einem Erdölembargo drohten. Alle außer den USA. Die richteten eine Luftbrücke ein und belieferten Israel mit dem nötigen Nachschub.
    Auch Deutschland hat damals Israel nicht geholfen. Die DDR hat sogar Jagdflugzeuge an Syrien geliefert.
    Ich denke, Israel wird auf wohlfeile Erklärungen von Merkel usw. nicht allzuviel geben.


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