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Gebührenpflicht für Schulklos: Ich muss mal - zahlen
Viele Schultoiletten sind so dreckig, dass Schüler sie meiden, selbst wenn sie müssen. Einige Schulen steuern jetzt gegen mit dem Modell der Autobahn-Raststätten: Sie kassieren für jedes Geschäft. Die kleinen Kunden schwärmen vom Pinkelparadies, doch einige Eltern und Schulpolitiker sind empört.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...770083,00.html
- #100 11.08.2011 08:35 von
Wenn die Schüler endlich wieder gerne auf...
die Toilette gehen und die Eltern (fast alle) bereitwillig dafür zahlen wollen, dann frage ich mich allen Ernstes, warum diese minimale Bezahlung ständig an den Pranger gestellt werden!?!
In unserer Schule waren es wir Eltern mit Schülern der SV, die die Bewirtschaftung der Schultoilette organisiert und ins Leben gerufen haben. Es war die Sorge der Eltern, dass unsere Kinder eine Ganztagsschule besúchen und dabei nicht nur NICHT das WC aufsuchen mögen, sondern auch mit dem Gefühl dringend zu "müssen", Arbeiten schreiben sollen.
15,--€ pro Jahr, das sind bei uns 7Cent pro Schultag, was ist daran verkehrt, wenn es ein großes und wichtiges Problem löst??!!
Und ganz nebenbei haben wir noch einen Arbeitsplatz geschaffen. Eine Dame, die nicht nur ein Auge auf die Toilettenanlage wirft, sodern auch Erste-Hilfe leistet, Pflaster, Kühlkissen und Wärmflaschen verteilt.
An vielen Schulen sind ähnliche Organisationen bereits eingerichtet oder in Planung. Fast immer stecken sehr viele ehrenamtliche Stunden Arbeit in diesen Projekten. POSITIVE Artikel, vielleicht sogar Mut machende, wären durchaus angebracht und würden mit der Zeit sogar die letzte Schule, das letzte versiffte Schulklo ereichen.
Viele Grüße - #101 11.08.2011 09:19 von
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Die Schule meiner Töchter hat schon vor Jahren "vandalensichere Toiletten" bekommen- sie sehen etwa so aus, wie ich mir eine Toilette in einer Ausnüchterungszelle vorstellen würde: Edelstahlschüssel, keine Brille, keinen Deckel, das "Waschbecken" gleicht eher einer Dachrinne, es gibt keinen Spiegel, eine hoch oben "diebstahlsicher" angebrachte Funzel, keine elektrischen Händetrockner, keinen Papiertuchspender und Toilettenpapier musste vom Hausmeister auf Nachfrage geholt werden, je nach Laune drei Blätter oder auch mal mehr...
Allerdings führte das dazu, daß meine Älteste, wie viele andere Schüler auch, dieses Gruselkabinett nur im äußersten Notfall aufsuchte. Meistens riss sie bei ihrer Heimkehr die Haustür auf, ließ die Tasche fallen und raste in Richtung Bad...
2009 stand dann eine Grundsanierung der Schule an, bei den Gesprächen im Elternrat zu den Umbaumaßnahmen wurde auch das Thema Toilette angesprochen. Ergebnis: Es gibt jetzt auch an dieser Schule vernünftige Toiletten, hell und freundlich, jeweils 2 pro Schülerjahrgang. Die sind allerdings ebenfalls kostenpflichtig, es wurden 400- Euro-Kräfte eingestellt, die den ganzen Tag die Toiletten beaufsichtigen, nach jedem "Besuch" reinigen, für Papier etc. sogen, außerdem Binden und Tampons sowie Deo,Gel und Haarspray vorrätig haben.Die männlichen Schüler nutzen zumindest das Deo-, Gel- und Haarspray-Angebot fleißig....
Die Benutzung kostet 10 Cent, was wohl eher ein symbolischer Beitrag ist. Die Differenz wird vom Förderverein der Schule übernommen.
Mir ist es lieber, meinen Töchtern die "Toilettengroschen" mitzugeben, als ständig diesen "Run aufs heimische Bad" mit anzusehen. Immerhin läuft diese Schule im Ganztagsbetrieb, da halte ich ein "Dauerverkneifen" schon für gesundheitsschädlich...
Im Übrigen scheint es so zu sein, daß die Toiletten der unteren Jahrgänge und die der Oberen auch vorher schon recht ordentlich waren. Nur die Mittelstufe, die neigt wohl zum Chaotentum.
Da jede Klassenstufe "eigene" Toiletten hat, wäre es meiner Meinung nach hilfreich, die Schüler im Rahmen eines sog. "Toilettendienstes" die Toiletten selber putzen zu lassen- das hätte sie vielleicht zu vernünftigem Verhalten erzogen.
Da es aber schon Theater unter der Elternschaft gab, weil die Schüler bei Schulende ihre Klassenräume selber ausfegen und den Papierkorb lehren - wofür gibts denn Putzfrauen ? ( Die Putzfrauen bekommen, vom Landkreis als Kostenträger, eine Zeitvorgabe für die Reinigung. Die ist so knapp bemessen, daß pro Klassenraum 10 Minuten bleiben. Das reicht gerade mal zum "einmal übern Tisch wischen" und zum flüchtigen "Drübermoppen" beim Fußboden!)- ist diese Idee wohl nicht durchzusetzen.... - #102 11.08.2011 10:32 von hjm
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Weil es der (vorerst) letzte Beweis dafür ist, dass diese Gesellschaft inzwischen die einzige Berechtigung und den einzigen Sinn ihrer Existenz darin sieht, kleine Metallscheiben und bedruckte Zettel hin- und herzuschieben. Was, in Anlehnung an Douglas Adams, schon merkwürdig ist, weil es ja nicht diese kleinen bedruckten Zettel sind, die Druck auf der Blase haben.
Sie haben genau den Arbeitsplatz geschaffen, der kurz zuvor aus Kostengründen eingespart wurde. De fakto haben Sie also die würdevolle Aufgabe, die Schulklos sauber zu halten, von der Allgemeinheit auf die Eltern der Schulkinder übertragen. Damit haben Sie (siehe unten) einen weiteren winzigen Betrag dazu geleistet, Eltern gegenüber »freien« Bürgern zu benachteiligen und Kinder zu einem »Privatvergnügen« zu machen.15,--€ pro Jahr, das sind bei uns 7Cent pro Schultag, was ist daran verkehrt, wenn es ein großes und wichtiges Problem löst?
Und ganz nebenbei haben wir noch einen Arbeitsplatz geschaffen. Eine Dame, die nicht nur ein Auge auf die Toilettenanlage wirft, sodern auch Erste-Hilfe leistet, Pflaster, Kühlkissen und Wärmflaschen verteilt.
Wir beklagen uns darüber, dass wir zu wenig Kinder haben. Dabei gibt es doch so tolle positive Entfaltungsmöglichkeiten für Eltern. Zum Beispiel, ehrenamtlich Schulklos zu putzen.An vielen Schulen sind ähnliche Organisationen bereits eingerichtet oder in Planung. Fast immer stecken sehr viele ehrenamtliche Stunden Arbeit in diesen Projekten. POSITIVE Artikel, vielleicht sogar Mut machende, wären durchaus angebracht und würden mit der Zeit sogar die letzte Schule, das letzte versiffte Schulklo ereichen.
Viele Grüße - #103 11.08.2011 11:04 von
Herr hjm,
Genau das haben wir nicht getan,denn diesen Arbeitsplatz gab es vorher überhauüt nicht. Es ist doch nicht so, dass Schultoileten verschmutzen, weil die Schulträger sie nicht regelmäßig sanieren oder reinigen lassen. Sondern weil wir auch in Deutschland ein gesellschaftliches Problem haben und die Jugendlichen, Kinder und Fast-Erwachsenen dieses Örtlichkeiten nicht pfleglich behandeln.
hjm, Sie haben eines nicht verstanden: Es geht nicht ums putzen! Geputzt wird genau wie früher einmal täglich durch die Kommune. Es geht um eine Presänzkraft, die allein durch ihre Anwesenheit dafür sorgt, dass Schmierfinke ihre kreative Ader nicht auf den WC´s hinterlassen. Das eine Ansprechparnerin vor Ort ist, wenn es Probleme gibt. Die Pflaster verteilt, Haargel, binden... und für alle große und kleinere Nöte zur Stelle steht. - #104 11.08.2011 12:29 von hjm
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Nee, eben nicht. Geputzt wird nämlich nicht durch die Kommune, sondern durch diejenige Reinigungsfirma, die das billigste Pauschalangebot für die komplette Schule macht. Und da private Firmen viel effizienter sind als der öffentliche Dienst, schaffen die das heute mit halb so viel Personal und Stunden pro Woche wie »früher« die Kommune. Wie dieses Hygiene-Wunder bewerkstelligt wird, ist natürlich deren Betriebsgeheimnis.
- #105 11.08.2011 12:35 von hjm
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Es hat ihn nicht als »einen« Arbeitsplatz im Sinne einer bestimmten Person gegeben, aber als »einen« Arbeitsplatz im Sinne einer wirtschaftlichen Rechengröße, die sich auf häufiger präsente Reinigungskräfte, Schulsekretärinnen und Hausmeister mit mehr bezahlten Stunden etc. verteilt hat.
- #106 12.08.2011 19:33 von
Und noch einmal, sehr geehrter hjm...
...es ging und geht bei diesen bewirtschafteten Schultoiletten NIE um das günstige PUTZEN oder dessen Ersatz!!
Es geht einzig und allein darum, dass Schultoiletten deshalb verschmutzen - auch die neu Renovierten! - wenn keine Präsenz durch Aufsicht erfolgt. Ein gewisses Klientel an Schülern raucht dort ohne Aufsicht, randaliert, schmiert an die Wände usw. Dieses Klientel findet man an allen Schulen, wie gesagt, es ist ein gesellschaftliches Problem.
Als wir Eltern an der Schule unserer Kinder, vor 5 Jahren anfingen ein Konzept für eine neue und auf lange Sicht nutzbare Schultoilette zu finden, war uns schnell klar, dass jede Renovierung sinnlos ist, wenn anschließend nicht jemand dort vor Ort aufpasst!!
So schick wie die Toilettenanlage (eine für die Jungen und eine für die Mädchen) auch anschlißend war, sie wäre in "Nullkommanix" wieder verqualmt und verdreckt worden, vielleicht sogar mit steigender Begeisterung einiger pubertierender Jungendlichen. Und somit unnutzbar für alle anderen.
Lehrer, Sekretärinnen, Hausmeister sind natürlich auch so schon ausgelastet genug und keiner von ihnen kann den halben Tag dort vor dem stillen Örtchen sitzen. Und so kamen wir zu dem Schluss, dass eine Person eingestellt werden muß, die der Schulträger natürlich nicht zahlen würde.
Unsere Dame, die dort nun seit 3 Jahren arbeitet, sorgt dafür, dass die Schüler ihre Taschen nicht mit in die Toilettenräume nehmen (Edding-Gefahr etc). Durch ihre Anwesenheit VOR den Räumen raucht natürlich auch kein Schüler dort, oder randaliert herum.
Nach den großen Pausen füllt die Dame die WC-Papierrollen auf, die Seifenspender und Trockentücher. ABER sie PUTZT nicht und ist deshalb auch keine Entlastung für die Stadt.
Die Schüler sind begeistert, sie gehen trotz Aufsicht gern dorthin, das darf man wirklich bei dieser Diskussion nicht bergessen!!
Wenn alle Schulträger einsehen würden, dass eine solche Präsenzkraft auf Dauer günstiger und sinnvoller für sie wäre, als alle 3-5 Jahre renovieren zu müssen (wenn es denn überhaupt passiert) dann, ja dann, könnte man sich auch über das Putzen unterhalten.
Ich würde Ihnen in dem, was Sie schreiben vollkommen Recht geben, wenn es uns nur um die Renigung gehen würde, aber es geht um die Anwesenheit einer Respektperson, die zwar leider, aber von uns Eltern gern finanziert wird.
Daran kann nichts falsch sein. Oder?
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