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Gauck-Wahl: Der Klassenfeind

Was ist bloß mit den Grünen und den Sozialdemokraten passiert? Mit Joachim Gauck haben sie den konservativsten Bundespräsidenten gewählt, den Deutschland je hatte. Was das linke Lager heute als Sieg feiert, wird dort morgen schon als gewaltiger Irrtum gelten.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...822132,00.html
  1. #130

    Wertkonservativ, was heißt das?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was ist bloß mit den Grünen und den Sozialdemokraten passiert? Mit Joachim Gauck haben sie den konservativsten Bundespräsidenten gewählt, den Deutschland je hatte. Was das linke Lager heute als Sieg feiert, wird dort morgen schon als gewaltiger Irrtum gelten.

    Gauck-Wahl: Der Klassenfeind - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Herr Fleischhauer sieht die Dinge so, wie man sie eben sieht. Was nicht so en voc ist: Alle Revolutionen wurden letztendlich von wertekonservativen Gedanken geleitet: Die Erhaltung des Lebens und der Schöpfung. Dazu gehören auch sozialer Ausgleich, Respekt vor Andersdenkenden, Gerechtigkeit und Freiheit. Die Etiketten (Sarazin, etc.), die Herrn Gauck gerne angeklebt werden, zeugen mehr von der Seichtigkeit des Denkens jener Kritiker.
  2. #131

    Zitat von ginfizz53 Beitrag anzeigen
    ... der liebe Fleischhauer.

    Zu erwähnen ist allerdings, dass sich rot-grün in diese Entscheidung selbst hineingeritten hat.

    Als Gauck zum ersten Mal - gegen Wulff - aufgestellt wurde, wurde als Gegenkandidat zu einem Kandidaten, der deutlich Parteigeruch hatte, nominiert. So konnte man sich darstellen als selbstlose Partei, die nur das Wohl des Volkes im Sinne hat, ohne selbst parteipolitisch davon zu profitieren. Selbstlosigkeit verkauft sich gut. Man hatte ja auch nichts zu verlieren, es war bei den Mehrheitsverhältnissen klar, dass er sowieso nicht gewählt würde. Hätte es - wider Erwarten - doch geklappt, wäre wg. der machtarmen Position des BP auch nichts verloren gewesen.

    Jetzt kommt man aus dieser Nummer nicht mehr heraus, profitiert aber von der Tatsache, dass schwarz-gelb auf die rot-grüne Position umschwenken musste. "Wir haben es doch gleich gesagt!"

    Also: Keine Niederlage, sondern nutzen einer Win/Win-Situation...
    Win/Win für wen? Für die NED (Neue Einheitspartei Deutschland), wie Grüne/CDU/CSU/SPD/FDP jüngst in der ZEIT genannt worden sind, also einem Blatt, dass gerade über die sechste Partei, die LINKE, fast immer nur polemischen Spott übrig hat, also weißgott kein Marktschreier linker Politik ist?

    Der Wähler hat endlich kapiert, wofür die FDP steht und sägt die ab, doch im Vergleich zu der Masse darunter, ist die FDP doch nur ein kleiner Auswuchs. So gesehen ändert sich ja eben nichts.
  3. #132

    netter Versuch einer Sinngebung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was ist bloß mit den Grünen und den Sozialdemokraten passiert? Mit Joachim Gauck haben sie den konservativsten Bundespräsidenten gewählt, den Deutschland je hatte. Was das linke Lager heute als Sieg feiert, wird dort morgen schon als gewaltiger Irrtum gelten.

    Gauck-Wahl: Der Klassenfeind - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Gaucks Präsidentschaft zwischen links und konservativ hin- und herzuargumentieren, ist auch nichts anderes, als der Versuch, dieser Wahlkommödie einen staatstragenden Anstrich zu geben.

    Für mich ist es offensichtlich, daß diese hysterische Erschaffung eines neuen Präsidenten der verzweifelte Versuch einer abgehalfterten Führungselite ist, die Menetekel des Zusammenbruchs nicht zur Kenntnis zu nehmen.
    Was immer aus diesem EU-Gespenst werden wird - man kann es ja nicht voraussehen - aber sicher keine blühende Vielvölkerunion mit einer den weltlichen Niederungen weit entrückten (irgendwas)kratie. Insofern war das gestern der Tanz auf dem Vulkan, der gesichert in naher Zukunft explodiert.
    Wir kennen schon den Tanz um das goldene Kalb, etwas weltlicher den tanzenden Wiener Kongress, heute eher ein Tanz zum "spiel mir das Lied vom Tod", der unseren Eurosklerotikern ins Gesicht geschrieben stand.

    Der Autor hat zumindest mit seinem Schlusssatz recht.
  4. #133

    123123

    Zitat von wibo2 Beitrag anzeigen
    .................................................. .................................
    In einigen Fragen war er wohl anderer Meinung als die Banker.
    Seine Präsidentschaft hat Maßstäbe gesetzt auch wenn sie leider
    nur kurz war.
    ja konkret bei seinem Zinssatz.
  5. #134

    Sind Sie Wahrsager

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Schade eigentlich, besser als Gauck war er allemal.
    oder woher können Sie das einen Tag nach der Wahl schon wissen?
  6. #135

    Zitat von Maya2003 Beitrag anzeigen
    JETZT fällt den Medien auf daß Gauck "eigentlich" der falsche Mann ist, oder sein sollte. Leute was seid ihr für Heuchler !
    Sicher? Also auf Bild.de versucht man gegenwärtig selbst den Stuhlgang des neuen Präsidenten dem Volk als verehrungswürdigen Akt der Demokratie unterzujubeln.
  7. #136

    Vorsicht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was ist bloß mit den Grünen und den Sozialdemokraten passiert? Mit Joachim Gauck haben sie den konservativsten Bundespräsidenten gewählt, den Deutschland je hatte. Was das linke Lager heute als Sieg feiert, wird dort morgen schon als gewaltiger Irrtum gelten.
    Gauck-Wahl: Der Klassenfeind - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Die Kommentare zu Gauck sind vor allem anderen von Misstrauen geprägt, und das mit Recht. Man hat gelernt, seiner Kaste nicht zu glauben. Beleg dafür sind auch die vermuteten parteipolitischen Tricksereien. "Die da oben" spielen ihr Spiel ohne die Bürger.
    Das Misstrauen gegenüber Gauck mag berechtigt sein, oder nicht - er wird seine Gesinnung offenbaren müssen. Und das bleibt abzuwarten.
    Er weiss, dass er als wandelnde Freiheitsstatue auf Dauer nicht durchgehen wird und Farbe bekennen muss.

    Nun hat dieser Mann unbedacht angekündigt, dort weitermachen zu wollen, wo sein Vorgänger endete. "Integration" ! Als wären hier die schlimmsten Defizite der sozialen Gegenwart zu bearbeiten.
    Seine Ankündigung muss als Drohung gegen die integrationsunwilligen Türken aufgefasst werden, auch wenn sie - die Ansagen - in moderaten Tönen als Kritik und Mahnung formuliert werden.

    Ein dummer Spruch? Richtig. Unfair! So etwas entsteht, wenn man vorschnell und ohne eine verlässliche Erfahrung interpretiert, nicht wahr?
    Für Linguisten:
    Anmutung > Vermutung > Zumutung!
    :>)))
  8. #137

    Zitat von Moxxo Beitrag anzeigen
    "Merkels Coup?" Seit wann?

    Oder herrscht da mal wieder kognitive Dissonanz im konservativen Lager?
    Wo bitte haben Sie in Deutschland ein konservatives Lager ausgemacht? Das interessiert mich wirklich, ich würde die nämlich gern wählen.

    Zitat von Moxxo Beitrag anzeigen
    Ich zumindest begrüße die Wahl Gaucks als hoffentlich souverän handelnden Präsidenten im Gegensatz zum Abnicker Wulff, der selbst dann noch schwieg, als durch Hinterzimmer-Beschlüsse bzgl. EU-Rettungsschirm das Parlament dergestalt hintergangen wurde, dass das Verfassungsgericht sich zum Eingreifen genötigt sah.

    Das dürfte Gauck, so er denn den Worten Taten folgen lässt, nicht unkommentiert lassen, zumal derartige Praktiken -drastisch formuliert - doch ein wenig ans Abnicken der Direktiven der großen Bruders aus Moskau erinnern....
    Volle Zustimmung!!! Da erhoffe ich mir auch ein paar klare Worte von Gauck und eventuell auch Taten wie z.B. die Verweigerung seiner Unterschrift für Gesetzte, die durch die Übernahme ausufernder Haftungsrisiken Deutschlands Zukunfsfähigkeit zerstören.
  9. #138

    Zitat von homeuser Beitrag anzeigen
    Liberal - ja bitte, aber wie Ihre Andeutung auf die Risiken bereits verrät, betrachten heutzutage Liberale u. Neoliberale das ganze ja als Einbahnstraße. Stichwort "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren".

    Es soll gefälligst jeder Gewinne machen können möglichst ohne davon etwas .......
    Tja, was soll ich dazu sagen.
    Natürlich bin ich dagegen, dass Verluste von der Solidargemeinschaft getragen werden. Wenn man diese Meinung aber aktiv vertritt, wird man gleich als EURO-Kritiker gebrandmarkt. Das wiederum bin ich nicht!
    Verluste zu sozialisieren ist ja per se schon eher ein Ding der "linken Parlamentsseite". Oder wer schreit da nach den EURO-Bonds?

    Zum Thema Mindestlohn habe ich auch eine Meinung. Ich bin dagegen!
    Ich bin für das liberale Bürgergeld, dass ich als wesentlich gerechter empfinde als diese Anrechen-Spielchen bei ALGII-Empfängern. Beim Bürgergeld würde jeder zusätzlich verdiente Euro zu einem abschmelzen der staatlichen Leistungen führen. Ab einem Schwellenwert bekommt man dann nichts mehr, sondern zahlt stattdessen Steuern.
    Das wäre für mich das Optimum, weil es einen Anreiz setzt mehr zu arbeiten bzw. sich um besser bezahlte Arbeit zu kümmern.

    Wenn dies mangels politischer Mehrheiten so nicht realisierbar ist, wäre ich für einen einheitlichen Mindestlohn als absolute Lohnuntergrenze. Das derzeitige System der branchenabhängigen Mindestlöhne halte ich für zutiefst ungerecht und intransparent.
  10. #139

    Libertaer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was ist bloß mit den Grünen und den Sozialdemokraten passiert? Mit Joachim Gauck haben sie den konservativsten Bundespräsidenten gewählt, den Deutschland je hatte. Was das linke Lager heute als Sieg feiert, wird dort morgen schon als gewaltiger Irrtum gelten.

    Gauck-Wahl: Der Klassenfeind - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Der Kolumnist trifft durchaus den nagel auf den Kopf. Die Gleichsetzung von "neoliberal" mit "libertaer" geht allerdings voll daneben. "Neoliberale" hatten nie etwas gegen wachsende Staatsausgaben und -aufgaben einzuwenden. Die Praesidentschaft von GWB hat das ziemlich deutlich gemacht.
    In libertaerer Tradition steht allerdings Gauck's Plaedoyer die Zuruecknahme des Staates zugunsten einer wachsenden oder wiedergewonnenen Buergerverantwortung. Dieses Konzept ist die Konsequenz aus seinem Verstaendnis von Freiheit.

    Gauck ist aber durchaus klar, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen amerikanischem und deutschem Verfassungsverstaendnis gibt, das sich vor allem am Begriff des "sozialen Rechtsstaates" festmacht. Ihm ist gelaeufig, dass er in einer Konsendemokratie lebt. Dass diese nicht gleichzusetzen ist mit einem gleichmacherischen Nannystate, der in letzter Konsequenz das Individuum entmuendigt zugunsten einer alles nivellierenden Staatsanbeterei, wird er nicht muede zu betonen.

    Alles in allem ein erfrischender Praesident. Ich haette nicht fuer moelich gehalten, dass so einer mal ein hohes Staatsamt in D bekleiden wuerde.


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