Gauck-Macher Rösler: Aufstand des Erniedrigten

dapdDie FDP und ihr Vorsitzender Philipp Rösler haben hoch gepokert: Joachim Gauck soll neuer Bundespräsident werden, dafür haben die Liberalen die Kanzlerin brüskiert. Der Liberalen-Chef präsentiert sich erstmals als harter Machtpolitiker - aber wird ihm das helfen?

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...816363,00.html
  1. #60

    keine Präsidenten-Macherin

    Die FDP hat damit zumindest daran erinnert, dass es nicht Merkels Aufgabe ist, jemand zur Wahl des Bundespräsidenten zu bestimmen.
  2. #61

    Zitat von dr.bayreuth Beitrag anzeigen
    Bravo, Herr Rösler!

    Sie haben des Volkes Wille erkannt,
    ja, Kunststück - denn des "Volkes Wille" ist in Umfragen manifestiert, wie wir alle wissen...wie steht es mit des Volkes Wille eigentlich z.B. bei Töpfer?
    diesen in der Runde durchgesetzt
    so, "in der Runde durchgesetzt" schließt für Sie offenbar Erpressung als legitimes Mittel ein? Von einer Diskussion mit Argumenten konnte ja wohl keine Rede sein...das wäre eher mein Verständnis von "in der Runde"...
    und die Kanzlerin als das bloßgestellt, was sie ist: als eine eine taktisch denkende und machtbesessene Person
    die kategorische Ablehnung von Töpfer war nichts als pure Parteitaktik. Töpfer hätte vermutlich - im Gegensatz zu Gauck - sogar noch Stimmen aus der Linken erhalten...
    Das ist Mut und die Konsequenz, wie ihn viele FDP-Anhänger bisher vermisst haben. Es wird Ihrer Partei nicht schaden.
    Das wird sich zeigen.... :D
  3. #62

    Ein wunderbarer Phyrrus-"Sieg"....

    ...für die sog. "fdp" ! :)
    Die NICHT-Partei "fdp" wird von diesem -möglicherweise gestern Abend- noch so empfundenen Triumph NULL haben, im Gegenteil, und das ist SEHR gut so !

    "Mutti" wird ihre -gleichwohl verkraftbare- taktische Niederlage die "fdp" TEUER bezahlen lassen. Das wird bis 2013 richtig BITTER für die gelb-blauen Kasper ! :))
    Ich sage nur Vorratsdatenspeicherung und allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn.... beides mit der SPD künftig "problemlos bis begeistert" zu machen !
    Die fortgesetzten T€uro-Bailouts ebenso viel einfacher als mit der ewig widerspenstigen "fdp"....
    "Mutti" wird der "fdp" die Daumenschrauben nun erst recht derart anziehen, daß denen künftig täglich die Tränchen nur so kullern werden :))

    Die sich abzeichnende Neuauflage der großen, schwarz-roten Koalition wurde durch die gestrige Nominierung Gaucks bereits angekündigt(vorweggenommen). Die SPD weiß dies schon länger, weshalb sie ja auch keinen Anti-Merkel Wahlkampf führen möchte.
    Andere, mögliche Koalitionen wird es, mangels Mehrheit, 2013 nicht geben.
    ....umso weiter Griechenland, die übrigen PIIGS und folglich der T€uro abstürzen werden !
    Das verdiente ENDE der ~2% "Partei" wird sich so hoffentlich auch weiterhin nicht aufhalten lassen !!
    "Steuersenkungen" und "Deregulierung" sind ein niemals ausreichendes Programm - noch nicht einmal für diese ehemalige 5-6 % "Partei".
    Fähiges Personal ist -zum Glück- weiterhin nicht vorhanden. Einzige Ausnahme: Brüderle, doch der ist leider ebenfalls nur ein Neoliberaler und davon gibts in den übrigen "Parteien" bereits zu viele.

    Nichts gegen Gauck, der beste zur Verfügung stehene Kandidat. Gleichwohl muß er sich(wie Jeder) erst noch beweisen. Sein Hauptthema "Freiheit"(tatsächlich ein inflationär gebrauchter Begriff!) allein reicht für fünf Jahre natürlich nicht aus, daß weiß Hr. Gauck allerdings selbst.
    Wirklich interessant wirds, falls Gauck der etablierten Parteien-Mafia verbal erstmals am Zeuge flickt. Selbstbewußt genug ist er dafür zum Glück !
  4. #63

    Titel-Umfrage

    Zitat von Freifrau von Hase Beitrag anzeigen
    Nein, es wird ihm hoffentlich nichts nützen. 2013 wird ihn der deutsche Michel - so er denn nicht zu wankelmütig ist - dahinschicken, wo er hingehört. Nein, nicht in die Opposition. Sondern ins Niemandsland der 2% Parteien, auf ewig und zurecht vergessen und bedeutungslos. Hach, wenn doch schon Bundestagswahl wäre......
    Freuen Sie sich nicht zu früh. 1982 stürzten die Liberalen den SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Im Herbst 1982, wenige Monate vor der Bundestagswahl 1983, lag die FDP in den Umfragen bei drei Prozent. DER SPIEGEL*41/1982 - Stirbt die FDP, überlebt Kohl? Mit sieben Prozent Stimmenanteil ist die Partei dann in den Bundestag eingezogen.
    Ich denke, so wird es auch 2013 kommen.
  5. #64

    Interessantes Schauspiel!

    Wer nicht glaubt, dass diese Aktion der F.D.P. innerhalb der Koalition im Vorfeld haarklein kalkuliert, abgestimmt und vorbereitet war, der glaubt auch, das Zitronenfalter Zitronen falten.

    Hier wurde der kleinen F.D.P. aus meiner Sicht in Abstimmung mit der Union die einmalige Möglichkeit zur Profilierung gegeben.

    Da die Umfragewerte der F.D.P. seit Monaten im Keller liegen, wurde ihr somit eine einmalige Chance geboten, sich im Sinne der Bevölkerung in Szene zu setzen. Frei nach dem Motto: "Seht her, der kleine David domptiert den großen Goliath (Union) und zwingt diesen zum Einlenken im Sinne des Volkes."

    Merkel scheut aus gutem Grund eine große Koalition wie der Teufel das Weihwasser. Wenn nun ein grandios inszenierter, virtueller Koalitionskrach der F.D.P. dazu verhelfen mag, die fehlenden paar Prozentpünktchen für einen Wiedereinzug in den Bundestag zu holen, ist Merkel damit mehr geholfen, als einen BP Gauck zu verhindern.

    Und wer tatsächlich glaubt, dass die FDP derzeit mit einem möglicherweise provozierten Koalitionsbruch tatsächlich ihre Existenz gefährdet, überschätzt aus meiner Sicht tatsächlich die F.D.P.
    Aus meiner Sicht ist diese Aktion vorher haarklein in den Hinterzimmern des Bundeskanzleramtes ausgetüftelt worden.
    Alles andere wäre anhand des Risikos einer unabgestimmten Aktion, verbunden mit der Untergangswahrscheinlichkeit der F.D.P. bei vorgezogenen Neuwahlen einfach realitätsfern.

    Eben eine geniale Charade; Chapeau Frau Merkel!!!
  6. #65

    Was ist liberal?

    Zitat von Capoocan Beitrag anzeigen
    Das hoffe ich doch nicht! In einem Land, in dem eine Familie nicht mal ihr eigenes Haus in der Farbe ihrer Wahl streichen darf, braucht es eine Partei, die persönliche Freiheit ein bisschen großzügiger interpretiert.
    Und blöderweise war die FDP dafür eigentlich mal zuständig. Dann kamen die Wirtschaftsliberalen, mit dem - überspitzt ausgedrückten - Ziel, das Staatsvermögen in Richtung Individuum umzuverteilen. Die FDP hätte so schöne Assets oder mögliche Inhalte: "Wir haben die besten Manager, damit der Staat wieder schwarze Zahlen schreibt" (würde aber bedeuten: die Steuern müssen rauf, die Ausgaben runter). "Wir sorgen dafür, dass du deine persönliche Freiheit ausleben kannst - streich dein Haus wie du willst, lebe mit dem zusammen, mit dem du willst, gründe ein Unternehmen, wenn du Lust hast, mach im Internet, was Du willst". Aber nein ... diffuse Piraten wirken da ein bisschen frischer (und pragmatischer, zum Teil).
  7. #66

    Full ACK

    Zitat von Capoocan Beitrag anzeigen
    Das hoffe ich doch nicht! In einem Land, in dem eine Familie nicht mal ihr eigenes Haus in der Farbe ihrer Wahl streichen darf, braucht es eine Partei, die persönliche Freiheit ein bisschen großzügiger interpretiert.
  8. #67

    .

    "Der Liberalen-Chef präsentiert sich erstmals als harter Machtpolitiker"
    woher nehmen Sie sowas, Gnade, ich fühle mich veralbert.

    1. Rösler am Freitag: Kandidat der Koalition um Stärke zu zeigen nix überparteilich
    2. Kubicki am Freitag: überparteilich
    3. Rösler am Sonntag: überparteilich tolle Sache

    Bitte keine Legendenbildung und einfach sauber recherchieren.
  9. #68

    Schalte

    Zitat von wolbek Beitrag anzeigen
    Ich muss gerade feststellen dass ich das Wort Telefonschalte ziemlich ekelig finde.
    Was haben Sie denn für eine Halte?
    Keine Achte vor der Entscheide der Regiere?
    Solche Kommentare bringen mich immer in Walle!
  10. #69

    Unfug

    Zitat von wolbek Beitrag anzeigen
    ...
    So sehr ich auch den Rücktritt von Wulff begrüsse, die Idealisierung Gaucks ist schon seltsam.
    Was die FDP anbelangt-die Rache wird vermutlich furchtbar.
    Die Union wird sich hüten, Rache zu üben, sie wird sich damit nur selber schaden. Jede Abwatschung der FDP ist ein Prozentpunkt mehr für die Liberalen in den Umfragen. Schließlich sind Merkel und die CDU ja selber verantwortlich für die Malaise.