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Gauck-Debatte bei Günther Jauch: Die Freiheit, die er meinen könnte
DPAWas für ein Bundespräsident wird Joachim Gauck? Bei Günther Jauch zeigte sich, dass jeder seine eigene Vorstellung davon hat - und dass damit alle glücklich sind. Nur eine Frau hatte Grund, sich zu ärgern: Sie verpasste die Party des Jahres.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,822101,00.html
- #1 19.03.2012 06:29 von
Gauck und Freiheit
Der Begriff "Freiheit" macht die Runde, dafür steht der neu gewählte Bundespräsident. Ich frage mich bloß: mangelt es in Deutschland an Freiheit? Da wir ein freiheitlich-demokratisches Land sind, welches vielen in dieser Welt als Vorbild dienen kann und es auch tut, woher kommt plötzlich dieser Schrei nach Freiheit? Ich denke, mehr Freiheit geht nicht - was soll das Ganze...?
- #2 19.03.2012 06:49 von
Wermutstropfen
Es gibt in dieser Harmonie-Soße, die mir mit Verlaub Übelkeit erregt, einen kleinen Wermustropfen. Auch wenn die Debatte mit dem ganzen Gewicht der Mainstream-Medien, und das sind nun mal 95%, mit der Harmonie-Walze platt gemacht werden soll: es gibt immer noch viele im Land die diese Wahl kritisch sehen. Sehr kritisch. Und das sind nicht die Dümmsten. Es gibt das Buch "Der falsche Präsident" und es gibt im Web viele Faktensammlungen die sehr deutlich darauf hinweisen dass Gauck, eben der Falsche ist.
Da gab es diesen Rede-Einspieler von Stoiber der genau wusste was er s sagte der sich lustig machte über das Ei das sich SPD und Grüne mit seiner Nominierung gelegt haben. Das kann man für sich stehen lassen und somit der Keule des "falsch Zitierens" von Halbsätzen, des "Neides" usw. entgehen. Die Aggressivität in der sich das komplette Establishmenet Kritik an ihrem Potentaten verbittet und die Methode nicht auf der Sachebene sondern mit Unterstellungen (kommunistischer Hass, Neid, zu doof zum Zitieren) zeigt auch dass das Wermutströpfchen durchaus geschmeckt wird.
Frau Lötzsch tat gut daran gute Miene zu machen, sonst wäre sie in der Luft zerrissen worden. Der drohende Unterton von Jauch, der ihr Zitat von den "kalten Herzen" gerechtfertigt sehen wollte, war deutlich genug.
Dass Gauck nun gleich, nach dem Thema Freiheit, Freiheit, Freiheit (als ob wir in einer linken Diktatur leben und sonst keine aktuellen Probleme hätten) nun die Generationen-Gerechtigkeit als Thema erkoren har. Das lässt nichts Gutes ahnen. Denn ihm geht es nie primär um Moarl sondern vor allem um Moral als Waffe gegen seinen pathologischen Sozialismus-Hass. Diese nun erlaubt es ihm gegen eventuelle steigende Sozial-Ausgaben für arme Rentner, HartzIVler usw. zu argumentieren. Man darf gespannt sein.
Das alles schreibt jemand der weder Marxist noch Ex-DDRler ist. Der sich nur wünscht dass der solidarische und fortschrittliche Bürgergeist des Grundgesetzes wieder belebt wird. Und der den Tag gestern als sehr verstörend, empfand und sich fremdgeschämt hat für Trittin und Co. die sich nicht an devotem Applaus genug tun konnte. Für diesen alten Mann, der nicht von den aktuellen Problemen und den realen Menschen hier umgetrieben wird, sondern nur von seinem eigenen uralten Lebensthema. - #3 19.03.2012 07:31 von
Nachdem ich gestern drei Minuten Jauch gesehen und mir das rechte Auge zugefallen ist, hatte ich ich zuerst Angst, ich hätte einen Schlaganfall. Aber es war einfach die Langeweile... Diese Runde könnte man ohne schlechtes Gewissen beim Arzt einsetzen, um all die Kranken Medikamente-frei zu narkotisieren.
Immerhin haben all die Talksendungen eines geschafft. Anstatt den Blick auf die Politik zu schärfen, kann ich Gauck mittlerweile nicht mehr sehen. Dabei kann der arme Mann gar nichts dafür, dass all die Medienredaktionen in Deutschland keinen Blick mehr für die wichtigen Themen haben und die Zeit lieber mit Gästen füllen, deren Aussagen im allgemeinen Kopfnicken und deutscher Bräsigkeit untergehen. - #4 19.03.2012 07:51 von
Freiheit ist nicht beliebig auslegbar
Ich weiß nicht, wer den Leuten diesen Floh ins Ohr gesetzt hat, aber der Wert "Freiheit" wird von den Menschen keineswegs völlig unterschiedlich verstanden. Im Gegenteil: Das Verständnis des Begriffs ist universell.
Die umfangreiche Werteforschung zeigt: In über 70 Ländern der Erde wird der Wert Freiheit als individuelle Selbstbestimmung verstanden, also als die Möglichkeit des Individuums, Gedanken und Handlungen unabhängig („frei“) zu wählen und zu verfolgen.
Im Kern ist Freiheit also an den Rechten des Einzelnen und des Bürgers aufgehängt, sein Leben autonom und nach den eigenen Vorstellungen leben zu können.
Wenn man sich die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland und der EU ansieht oder beispielsweise über den großen Teich blickt, wo gerade ein Mega-Bürger-Überwachungszentrum aufgebaut wird, weiß man, dass der Wert der (individuellen) Freiheit in jeder Generation verteidigt und zurückgewonnen werden muss. - #5 19.03.2012 07:52 von
- #6 19.03.2012 07:56 von
Freiheit und Verantwortung
Sie haben es nicht verstanden. Es geht um Freiheit und Verantwortung, die zwei Seiten derselben Medaille sind. Die Deutschen wollen aber in ihrer Mehrheit Freiheit, aber keine Verantwortung. Niicht für die Allgemeinheit und auch nicht für sich selbst. Wenn er das noch deutlicher sagt - was ich hoffe - werden manche noch schlucken.
- #7 19.03.2012 08:01 von
- #8 19.03.2012 08:10 von
Einen klugen Beitrag
den Sie da geschrieben haben. Und dennoch sollten sie realisieren, dass das was soziale Marktwirtschaft dereinst gewesen ist, nicht mehr wieder kommt. Die soziale Marktwirtschaft eines Kapitalismus mit menschlichen Antlitz, war lediglich die Notwendigkeit, im kalten krieg der systeme, zu beweisen dass man bessser war als das was sich realer Sozialismus nannte. Mit dem Fall der Mauer ist der sozialen Marktwirtschaft die Geschäftsgrundlage abhanden gekommen und seitdem heisst es wieder Kapital brutal.
- #9 19.03.2012 08:16 von
Es reicht
letzte Woche gab es in allen Talkshows ( angefangen Sonntag vor einer Woche bei Jauch, dann Maischberger, Will, Illner, ja sogar Phoenix ) nur ein Thema: Gauck.
Es gibt wirklich wichtigere Themen und ich hoffe inständig, dass Gauck nun einer sein wird, der diese Themen dann mal anschiebt als da wären:
Eurorettungswahnsinn, Mindestlohn,Niedriglohnsektor, Energieverteuerung, überhaupt mal wieder um unsere Interessen kümmern.
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