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Gastbeitrag zu Plagiaten: Promotionsbetrug darf nicht verjähren!

Auf keinen Fall dürfen Plagiatoren ungeschoren bleiben, findet Gerhard Dannemann, Jurist an der HU Berlin. Zu viele Wissenschaftler bauten auf geistigem Diebstahl ganze Karrieren auf. Derzeit gelte bei Unis die Prämisse: Die Promis hängt man, unbekanntere Forscher lässt man laufen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...841795,00.html
  1. #1

    Überbewertet

    Der Doktortitel ist völlig überbewertet. Unabhängig von Plagiaten sind intellektueller, wissenschaftlicher Inhalt und Nutzen dermassen variable so dass nicht auf die Kompetenz geschlossen werden kann.

    Denken Sie immer daran Einstein was "NUR" Experte Dritter Klasse (im Patentamt).
    Auf die weltbewegenden Theorien der Experten 1 und 2 Klassen werden wir verzichten müssen.
  2. #2

    Zitat von sprechweise Beitrag anzeigen
    Der Doktortitel ist völlig überbewertet. Unabhängig von Plagiaten sind intellektueller, wissenschaftlicher Inhalt und Nutzen dermassen variable so dass nicht auf die Kompetenz geschlossen werden kann.
    Es kommt stark aufs Fach an, ob in der Doktorarbeit tatsächlich geforscht wird, ob wirklich neue Erkenntnisse gefunden werden, und noch wichtiger, ob diese Erkenntnisse dann auch mal einen Nutzen für die Menschheit haben könnten. Aber daraus abzuleiten, dass alle Doktortitel überbewertet wären, halte ich für ziemlich kurzsichtig. Die einzelnen Fachgebiete sind da eben nicht vergleichbar und werden das auch nie sein.
  3. #3

    Zitat von sprechweise Beitrag anzeigen
    Der Doktortitel ist völlig überbewertet. [...]Denken Sie immer daran Einstein was "NUR" Experte Dritter Klasse [...]
    Einstein hatte selbstverständlich einen Doktortitel (und war sogar habilitiert), er verfasste eine Dissertation mit dem Titel "Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen" und wurde dafür 1906 von der Universität Zürich promoviert, er habilitierte sich (im zweiten Anlauf) 1908. 1911 wurde er dann zum ordentlichen Professor an der Universität Prag berufen. Im Laufe der Jahre sammelte er eine stattliche Anzahl Ehrendoktorwürden, so dass er sich guten Gewissens "Prof. Dr. Dr. h.c. mult. A. Einstein" hätte nennen dürfen - was er allerdings nicht nötig gehabt zu haben scheint...
  4. #4

    Promotionsbetrug

    Bundeforschungsministerin (und Merkel-Intima) Schavan hatte doch geglaubt, es sei Gras über die Sache gewachsen ....
    Da taucht sie aus dem Sommerloch wieder auf.
    Die Dame ist keinen Deut seriöser als der selige Baron von und zu Googlezwerg.
  5. #5

    Danke!

    Es ist wichtig, dass Schummeln, Schlampen und Plagiieren bestraft wird, denn solange das nicht passiert, haben ehrliche Menschen keine Chance - und die Forschungsergebnisse werden an vielen Stellen mehr Wunschdenken als irgendeine Annäherung der Wahrheit sein.
    Auf der anderen Seite, denke ich, dass es auch eine sachliche Diskussion darüber braucht, was als vorsätzliche Täuschung und was als menschlicher Fehler zu werten ist, und außerdem sollten auch die Betreuer und Doktorväter endlich mit in die Verantwortung gezogen werden!
    Alles was offensichtlich Vorsatz ist, muss, denke ich, rigoros verfolgt werden - aber Fehler machen Menschen eben auch. Ich kenne eine Person, die Panikattacken und schlaflose Nächte verbracht hat, weil sie im Stress ihrer - längeren - Abschlussarbeit vergessen hat, ein paar (vielleicht drei) sogar als Zitate gekennzeichnete Stellen auch im Literaturverzeichnis unterzubringen. Das war definitiv unabsichtlich, und dieses Ausmaß an Fehlern sollte man wohl jedem zugestehen - nur nicht beliebig viele.
  6. #6

    Sie scheinen es ja zu wissen...

    Zitat von uwe koschnick Beitrag anzeigen
    Bundeforschungsministerin (und Merkel-Intima) Schavan hatte doch geglaubt, es sei Gras über die Sache gewachsen ....
    Da taucht sie aus dem Sommerloch wieder auf.
    Die Dame ist keinen Deut seriöser als der selige Baron von und zu Googlezwerg.
    Die zwei Fälle kann man unmöglich vergleichen. Frau Schavans Arbeit ist eigentlich total sauber, es sind nur Details, die da bemängelt werden. Im Falle zu Guttenberg gab es seitenweise 1:1 Kopien und es ist unklar, wieviel der Arbeit er damals ausgelagert hatte an seine Mitarbeiter. Frau Schavan hat eine gute Forschungsarbeit abgeliefert und es ist eine Schande, wie schnell sie von unwissenden Neidern und Politikhassern hier diffamiert wird.
  7. #7

    Geduldeter & geförderter Promotionsbetrug

    Wer eine gehaltlose Dissertation abgeliefert hat – egal ob plagiiert oder sonstwie zusammengeschustert – gehört sowieso üblicherweise zu jenen, die ihren Titel wie eine Standarte vor sich hertragen und Unterwerfung unter ihre vermeintiche Genialität fordern. Das ist einfach mit Menschenkenntnis zu erkennen, auch ohne Recherche nach Plagiaten und sogar ohne akademische Ausbildung.

    Problematisch sind aber die verhinterten Karrieren jener, die zwischen all diesen Schmierfinken mit sachorientierter Arbeit nichts geworden sind, denn Karl-Theodor zu Guttenberg dürfte seine Bestnote insbesondere für seine soziale Herkunft und seine opportune Parteizugehörigkeit erhalten haben. Sein dafür abzulieferndes Geschreibsel war doch nur der Vorwand, um seine Karriere zu fördern, und ein Ghostwriter hätte auch gereicht.

    Während Studenten in den 60ern und 70er noch Wut hatten, sich mit guter Arbeit auch behaupten zu wollen, hat sich seit den 90ern aber längst durchgesetzt, daß es nur noch auf Opportunität und Stromlinienförmigkeit ankommt, so daß die Frage der Verjährung eines Promotionsbetrugs die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft ungefähr so weit wiederherstellt wie der griechische Schuldenschnitt die Euro-Probleme gelöst hat.
  8. #8

    Schavan nicht zu vergleichen mit zu Guttenberg?

    Gerade weil diese Fälle so unterschiedlich sind, lohnt es sich diese zu vergleichen. Aber rbsch Schavans Dissertation ist nicht "eigentlich total sauber"! Annette Schavan zeigt eindrucksvoll mit ihren Fremdplagiaten, dass sie die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens damals nicht beherrscht hat. So bleibt die Frage, warum Frau Schavan im Plagiatsjahr 2011 keine Aussagen zu den unzähligen Plagiatsaffären gemacht hat. Wahrscheinlich ist ihr gedämmert, dass sie selbst etliche Fehler gemacht und Plagiate fabriziert hat. Kann ein Land mit einer derartig befangenen Ministerin leben? Ich bin der Überzeugung, dass geht nicht. Eine Ministerin für Bildung und Forschung hat eine gesellschaftliche und wissenschaftliche Vorbildfunktion. Wäre die Dame promovierte Religionslehrerin in der Grundschule "Hürbel am Rangen" und stünde sie kurz vor der Pensionierung, könnte sie sicher bleiben. Als Ministerin schadet sie dem Ansehen der Politiker und insbesondere der CDU. Bleibt sie im Amt, freut sich die Opposition, denn die Wähler nehmen eine Regierung mit solchen Mitgliedern nicht mehr ernst.
  9. #9

    Keine Verjährung!

    Wie geht man eigentlich mit einem Autofahrer um, der seit vielen Jahren unfallfrei gefahren ist, wenn sich nachträglich herausstellt, dass er seinen Führerschein seinerzeit erschwindelt hat?

    Und wo ist der Unterschied zur erschwindelten Dissertation?

    Natürlich darf es hier nur um "systematisches Plagiieren" gehen und nicht um die berühmten drei vergessenen Quellenangaben.


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