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Gastbeitrag von Ban Ki Moon: Das Konsum-Prinzip ist tot

AFPWie kann die Erde die Menschheit künftig ernähren? Das werden beim Umweltgipfel "Rio+20" die Staats- und Regierungschefs beraten. Viel zu lange haben wir versucht, unseren Wohlstand durch gesteigerten Konsum zu sichern. Doch dies Modell ist tot.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...838701,00.html
  1. #40

    Erhaltung der Art

    Zitat von spiegelgabel Beitrag anzeigen
    Die normalen Menschen, die 99%, sind den Regierungen, Religionsführern und allen globalen Konzernen und Milliardären weiterhin völlig egal.
    Das mag zutreffen, aber letztlich tragen wir alle durch unseren Konsum dazu bei, dass der Ast auf dem wir sitzen immer brüchiger wird. Mit anderen Worten, die Menschheit arbeitet eifrig an ihrer Selbstvernichtung, und das nachdem unsere Vorfahren vor 65 Millionen Jahren die Katastrope, die die Dinosaurier auslöschte, überlebt haben. Gerade weil die Evolution ein derart intelligentes Wesen wie den Menschen hervorgebracht hat, sind wir m.E. verpflichtet, das Überleben unserer Art für die nahe und ferne Zukunft sicherzustellen. Eine verstärkte Besiedlung des Weltalls wäre eine Möglichkeit, das Risiko zu streuen, sollte die Menschheit ihre irdischen Probleme nicht in den Griff bekommen.
  2. #41

    Zitat von wuchtbrumme Beitrag anzeigen
    ... geht aber in seinem Beitrag zuwenig auf das (wie er es nennt) "Konsumprinzip" ein. Immer mehr Wohlstand durch immer mehr Konsum ist dauerhaft gesehen schwachsinn.
    Na, dann fangen sie mal mit dem Verzicht an.

    VerzichtenSie zuerst auf eine Teil ihres Einkommens, in der Folge müssen sie dann auf Konsum verzichten. Also auf geht's und mit gutem Beispiel voran.

    Mal sehen wann die Gewerkschaften beginnen für Lohnsenkungen zu streiken und Firmenpleiten zu begrüssen, denn das alles hilft den Menschen Konsumverzicht zu üben.
  3. #42

    Zitat von turekat Beitrag anzeigen
    Das mag zutreffen, aber letztlich tragen wir alle durch unseren Konsum dazu bei, dass der Ast auf dem wir sitzen immer brüchiger wird. Mit anderen Worten, die Menschheit arbeitet eifrig an ihrer Selbstvernichtung, und das nachdem unsere Vorfahren vor 65 Millionen Jahren die Katastrope, die die Dinosaurier auslöschte, überlebt haben.
    Die gute alte Apokalyptikerleier. Immer das selbe, nur die Katastrophen werden ausgetauscht.

    Angesichts der vielen Untegangsprophenten die die Menschheitsgeschichte schon gesehen hat kann man das gelassen sehen.

    Im Grunde ist es nur die Angst dass sich die Dinge fortwährend ändern und wir nicht wissen was kommen wird.
  4. #43

    Keinen Schimmer

    Leider sagt Ban Ki Moon nur was NICHT geht,
    aber nicht WIE es geht.

    Vermutlich hat er keinen blassen Schimmer wie konkrete Schritte/Ansätze aussehen könnten.

    Und der einzige wirklich funktionierende Schritt, der mir einfällt ist: ganz massiv die Überbevölkerung (auf möglichst humane Weise) zu stoppen. Nur werden das die diversen verantwortungslosen Religionsführer und Gemeinschaften nicht mittragen wollen, im Gegenteil, sie wollen das Wachstum ihrer jeweiligen Gruppe anheizen um Macht zu gewinnen. Zu Lasten der Gesamtheit der Menschen.
  5. #44

    Zitat von sprechweise Beitrag anzeigen
    Und der einzige wirklich funktionierende Schritt, der mir einfällt ist: ganz massiv die Überbevölkerung (auf möglichst humane Weise) zu stoppen.
    Das hängt nicht nur an den Religionsführern. Auch die Humanisten werden sich mehrheitlich dagegen stellen.

    Im Grunde wäre es ganz einfach. Entwicklungshilfen komplett stoppen, und Kriege nicht verhindern. Ausserdem Massnahmen der Seuchenbekämpfung unterlassen.
  6. #45

    Wachstum und Wohlstand

    Wachstum: ja. Am besten Bäume. Die binden Kohlenstoff für Jahrzehnte bis Jahrhunderte, vor allem wenn man das Holz nicht verfeuert, sondern für Möbel und als Bauholz nutzt.

    Wachstum in nachhaltigen Energien: ja. Wo immer die Sonne scheint, ohne von einem PV-Modul aufgefangen zu werden, ist sie irgendwie verschwendet. Wo immer der Wind weht, ohne von einem Windgenerator genutzt zu werden, war er irgendwie vergeblich.

    Wohlstand: ja. Am besten immaterieller - unter http://* steht schon soviel an Wissen und Unterhaltung bereit, dass die materiellen Medien mit ihren ganzen Umweltproblemen irgendwie sehr von gestern sind. Wer z.B. SpOn liest, produziert weniger Altpapier...

    Konsum: nein, wenn es zu Müllproduktion führt.
  7. #46

    Die Abwärtsspirale

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Denken Sie doch mal zünde. Kein Konsum des einen, kein Einkommen de anderen. Wohlstand basier allein darauf dass viele Menschen Dinge konsumieren die sie eigentlich nicht brauchen. Dazu gibt es keine Alternative.

    Konsumverzicht heisst Wohlstandsverzicht und zwar in allen Bereichen. Das Problem ist dass damit eine Abwärtsspirale in Gang kommt denn freiwilliger Konsumverzicht zieht erzwungenen Konsumverzicht nach sich.
    ist schon längst 'in Gang' und freiwilliger Konsumverzicht ist eine gute Vorübung für den allumfassenden Konsumverzicht, den der bevorstehende Kollaps nach sich ziehen wird.
  8. #47

    Da Sie, erfreulicher Weise, sich mit dem Problem ernsthaft beschäftigen, doch noch ein paar Fragen von mir:
    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Der Sozialismus ist keine Alternative denn er ist mit einer freiheitlichen Demokratie nicht kompatibel..
    Was ist mit mit dem Grundgedanken des Sozialismus, der Vergesellschaftung des Eigentums, nicht kompatibel mit einer Demokratie (ausser dem Weg zu diesem Zusatnd) ?

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    Die soziale Marktwirtschaft ist kapitalistisch
    Wohl war, da sie mit dem Entstehen des Privateigentums an Produktionsmitteln einherging, aber was hat der Grundgedanke der sozialen Marktwirtschaft(siehe auch die ersten Parteiprogramme der CDU aus den 50iger Jahren), noch mit dem Kapitalismus der globalisierten Welt zu tun ?

    Zitat von M. Michaelis Beitrag anzeigen
    und auch das was den Erfolg der Chinesen erst ermöglicht hat ist kapitalistisch.
    Nein, glaube ich nicht, die Prinzipien (Preisbildung, Handel, Monopolisierung u.ä.) sind Instrumente des Kapitalismus, der Grundgedanke aber, der ist eindeutig sozialistisch. (Eigentumsverhältnisse, Verteilung der Gewinnung, soziale Standards).
  9. #48

    ...

    Irgendwelche Gipfeltreffen haben noch nie die Welt verändert. Der UNO-Generalsekretär gibt doch nur hohle Phrasen von sich. Alte Männer, die weder das Interesse noch die echte Macht haben, irgendetwas zu verändern. Das Konsumprinzip mag tot sein, aber das ganze System ist es, inklusive Nationalstaaten, Regierungen, UNO etc. Die wahren Kräfte, die den Planeten formen, sind ganz andere.

    Wenn man die Welt verbessern will, dann sollte Ban Ki Moon als erstes zurücktreten, weil er mit seinem Tun sowieso keinen Einfluß hat und von den Mächtigen nur mißbraucht wird, weil man halt so jemand braucht, der ab und zu mal solche Artikel schreibt, über die man dann nett spricht, als Alibi, und dann trotzdem anders handelt.
  10. #49

    Die Befriedigung von Gier ist das primäre Gesellschaftsideal des Kapitalismus!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie kann die Erde die Menschheit künftig ernähren? Das werden beim Umweltgipfel "Rio+20" die Staats- und Regierungschefs beraten. Viel zu lange haben wir versucht, unseren Wohlstand durch gesteigerten Konsum zu sichern. Doch dies Modell ist tot.

    Ban Ki Moon zu Rio+20: Das Konsum-Prinzip ist tot - SPIEGEL ONLINE
    Das entscheidende Problem ist m. E., dass das derzeitige Gesellschaftssystem Gier als primäres Auslesekriterium für den Aufstieg in Spitzenpositionen nutzt. Wer irgendwann mit einem erreichten Maß an Wohlstand zufrieden ist, dessen Bereitschaft wird sinken, auf Lebensqualität zu verzichten, um für weiteren Wohlstandszuwachs zu kämpfen. In den umkämpften Spitzenpositionen bleiben vor allem diejenigen übrig, deren zentraler Wesenszug darin besteht, niemals genug bekommen zu können.

    Die extrem hohe Vergütungen für die meisten Spitzenpositionen bewirken so, dass gerade die Spitzenfunktionäre der Gesellschaft den primären Sinn ihrer Existenz darin sehen, ihrem persönlichen Anteil am gesellschaftlichen Wohlstand möglichst schnell zu steigern.


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