dapd/ Gruner + Jahr"Keine echten Chancen": Julia Jäkel, Vorstandsmitglied von Gruner + Jahr, hat das Aus für die "Financial Times Deutschland" im Interview als "unvermeidbar" bezeichnet. Kritik kommt jedoch vom Gründungschefredakteur. Der Verlag habe es versäumt, rechtzeitig eine Digitalstrategie zu entwickeln.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-869099.html
Mir fiel es immer schwerer, in der FTD Artikel zu finden, die
für mich interessant waren und mich emotional berührten.
Deshalb habe ich die FTD zum Schluss auch im Flugzeug umsonst
nicht mehr genommen. Wegen des Zeitverlusts erschien sie mir
selbst geschenkt zu teuer zu sein. Im Gegensatz zu den Lifestyle
Magazinen, die Frau Jäkel verantwortete, die habe ich stets gerne
gelesen, wenn sich eine Gelegenheit bot. Frau Jäkel hat ein feines
Gespür für die konservativen Lebenszusammenhänge, aus dem alle
Formen der Praxis erwachsen. Das beweist auch ihr Interview.
Die Beschränktheit reduktionistischer Zugangsweisen zur
menschlichen Wirklichkeit war bei der FTD unangenehm offensichtlich.
Nicht abstrakte Ideen oder einige Kunstgriffe können den
Erfolg bringen. Sondern eine konkrete, authentische in sich
zusammenhängende Lebensweise in allen ihren Verzweigungen
bringt eine emotionale Ansprache, die Voraussetzung für die
Kundenbindung ist. Frau Jäkel hat das verstanden! Das wird
sich in der Zukunft für G&J wirtschaftlich positiv auswirken.
Man hätte FTD zur Rentner-Börsen-Zeitung umpositionieren können!
... "Es gibt ein paar Dinge, die uns Sorgen machen. Aber wir haben auch jede Menge erfolgreiche Titel, die mich in meiner Überzeugung bestärken, dass wir noch viele Jahre Freude an Print haben werden."... soll heißen, dass die Spitze am Baumwall noch genug scheffelt bevor das nächste Blatt den Bach runter geht!
ist schon ekelerregend. Macht Bertelsmann und Gruner Jahr denn Verlust?
Ich störe hier den Gottesdienst: FTD war keine gute Zeitung. Das Geschäftsmodell der Redaktion war einfach: Einfach das Gegenteil dessen schreiben, was die andern sagen. Einfache Gemüter fanden das toll. Der Chefökonom (oder was auch immer) der FTD, Thomas Fricke, reizte das Schema bis zum geht nicht mehr aus - ein grosses Aergernis. Im Rückblick lag er zu etwa 90 Prozent daneben. Was solls? Für Aufsehen war gesorgt. Dass es sich nicht ausgezahlt hat lag daran, dass dier Leser nicht so dumm waren, wie es sich die FTD gewünscht hat. Ein Abschied also ohne Tränen.
Die FTD gab es gerade mal 12 Jahre. Das taugt nicht einmal für Nostalgie.
Dem ist wirklich *nichts* hinzuzufügen.
Ein Wirtschaftsblatt, das konsequent linke Meinungen vertritt und gegen jeglichen wirtschaftlichen Sachverstand anschreibt, braucht wirklich kein Mensch.
Ich habe mich immer gefragt, wie die alt-ehrwürdige Financial Times (also das in London erscheinende, äußerst seriöse und kompetente Blatt) seinen guten Namen für solche einen Murks hergeben konnte und nicht irgendwann die Lizenz entzogen hat.