Forum


 

Fußgänger-Simulation: Der kürzeste Weg ist*das Ziel

Auf welchem*Weg*geht ein Mensch durchs Gedränge? Verkehrsforscher haben ein neues Modell entwickelt, um das Verhalten von Fußgängern besser vorhersagen zu können. Das wichtigste Prinzip dabei: Wer läuft, meidet Umwege, so gut er kann.*

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...757753,00.html
  1. #10

    Sehe ich das richtig, ...

    ... hier sind einige Fachkollegen sauer, weil einer von ihnen einen richtig guten Draht zum Spiegel hat.

    Aber wie ist eigentlich die Mathematik dahinter? Das müsste doch so etwas wie eine Brownsche Bewegung von Metallteilchen mit einem zusätzlichen Magneten sein?
    Gibt es bei der "Fußgängerforschung" noch andere Anwendungsgebiete?
  2. #11

    Blender

    Zitat von Glasperlenspiel Beitrag anzeigen
    ... hier sind einige Fachkollegen sauer, weil einer von ihnen einen richtig guten Draht zum Spiegel hat.
    Exaktemang. Es ist einfach nur noch erbärmlich, wie Helbing sich immer wieder mit uraltem Kram als großer Macher darstellt und sich zusätzlich mit fremden Federn schmückt. Und die Reporter greifen alles dankbar auf, sind also genauso unreflektiert.

    Was hier beschrieben wird, steht schon in Helbings Publikation "Verkehrsdynamik, Neue physikalische Modellierungskonzepte" was schon 1996 (!!!) erschienen ist. Seitdem nichts neues.
  3. #12

    ...

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Ich habe übrigens eine etwas andere Theorie, mehr praktisch. Frauen laufen immer auf der Straßenseite, auf der mehr Schaufenster sind, weil sie dort ihre Freundinnen zu einem kleinen Plausch treffen können. Und ich weiche stundenlang von meiner geplanten Route ab, nur weil ein paar lange schwarze Haare als Pferdeschwanz oder Zopf meinen Orientierungssinn lahmgelegt haben.
    Wir Frauen laufen dort, wo die Schaufenster sind, weil wir uns darin gespiegelt sehen!

    Übrigens würde ich noch unterscheiden zwischen vertrauten und neuen Wegen: Bei neuen Wegen neigen wir [Menschen, nicht Frauen;-)] dazu, die vertrauten Pfade so lange wie möglich zu begehen, selbst wenn die einen weiteren Weg bedeuten. -- Und wie oft ist es mir in meinem Tran schon passiert, dass ich den "bekannten" Weg gegangen bin statt den "richtigen" ...
  4. #13

    Weisheit alter englischer Gartenbaumeister

    Wie ein Gärtner unserer Stadt mir sagte, verzichteten die alten englischen Gartenbaumeister, wenn sie einen Park anlegten, solange auf das Bauen von Wegen, bis die Besucher des Parks selbst ein Wegenetz geschaffen hatten, das man dann befestigen konnte.

    Diese Vorgehensweise setzt aber eine heute rar gewordene Tugend voraus: das Wartenkönnen. Heute werden am CAD-Bildschirm ein paar gerade Linien hingeklickt und wie eine Computergrafik sieht die gestaltete Landschaft dann auch aus. Jedenfalls für kurze Zeit – bis die Bürger das tun, was abzuwarten die alten englischen Meister klug genug waren.
  5. #14

    Gewöhnung

    Zitat von KaWiDu Beitrag anzeigen
    Übrigens würde ich noch unterscheiden zwischen vertrauten und neuen Wegen: Bei neuen Wegen neigen wir [Menschen, nicht Frauen;-)] dazu, die vertrauten Pfade so lange wie möglich zu begehen, selbst wenn die einen weiteren Weg bedeuten. -- Und wie oft ist es mir in meinem Tran schon passiert, dass ich den "bekannten" Weg gegangen bin statt den "richtigen" ...
    Das ist gebräuchlich. So ziehen neue Straßen und Wege Verkehr an. Aber es dauert Jahre, bis die Menschen das bemerken, sie fahren die alte Route. Wir hatten hier eine Straße, die schneller zu fahren war, weil sie keine Ampeln hatte. Auch nachdem Ampeln reinkamen, zusätzlich 30er - Bereiche, fuhren die Taxis weiter diese Strecke.

    An mir habe ich eine außerordentlich merkwürdige Vorliebe entdeckt. Ich richte meine Radtouren so ein, daß ich an irgendwelchen Orten oder Häusern vorbeikomme, wo ich in grauer Vorzeit mal ein hübsches Mädchen gesehen habe. Und davon kann mich weder ein Mensch noch die Vernunft abbringen. Zu Fuß mache ich es genauso. Trotz der garantierten Mißerfolge. Man erlebt nämlich deutlich mehr, wenn man nichts erwartet.

    Es macht natürlich einen Riesenunterschied, ob man flaniert oder etwas erledigen will oder muß. Dann kennt man jede Ampelphase und vermeidet jede Hinderlichkeit.

    Da fallen mir doch die Römerstraßen ein, die heute noch benutzt werden. Die hatten damals nicht mal einen Kompaß.
  6. #15

    Na, da wird doch langsam...

    Zitat von gelul Beitrag anzeigen
    Exaktemang. Es ist einfach nur noch erbärmlich, wie Helbing sich immer wieder mit uraltem Kram als großer Macher darstellt und sich zusätzlich mit fremden Federn schmückt. Und die Reporter greifen alles dankbar auf, sind also genauso unreflektiert.

    Was hier beschrieben wird, steht schon in Helbings Publikation "Verkehrsdynamik, Neue physikalische Modellierungskonzepte" was schon 1996 (!!!) erschienen ist. Seitdem nichts neues.
    ... eine Nachauflage fällig. Sehe ich das richtig?
  7. #16

    Wahnsionn, was bei der Wissenschaft alles so ankommt, irgendwann!

    Und es gibt sogar ganze Volksgruppen, die fahren Motorrad und Auto nach fast dem gleichen Prinzip. Verkerszeichen werden nur als leichte Orientierung betrachtet.
  8. #17

    ...

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Das ist gebräuchlich. So ziehen neue Straßen und Wege Verkehr an. Aber es dauert Jahre, bis die Menschen das bemerken, sie fahren die alte Route. Wir hatten hier eine Straße, die schneller zu fahren war, weil sie keine Ampeln hatte. Auch nachdem Ampeln reinkamen, zusätzlich 30er - Bereiche, fuhren die Taxis weiter diese Strecke.
    Manchmal ist es schon sinnvoll, auch mal Neues auszuprobieren. Aber meistens klappt das "Bewährte" gut, und alles "Neue" muss ja erst einmal quasi 'erarbeitet' werden, sprich: Es braucht unserer Aufmerksamkeit, unsere geistigen Ressourcen. Das lohnt sich meist nicht für den minimalen Zusatznutzen, den man haben könnte.
    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    An mir habe ich eine außerordentlich merkwürdige Vorliebe entdeckt. Ich richte meine Radtouren so ein, daß ich an irgendwelchen Orten oder Häusern vorbeikomme, wo ich in grauer Vorzeit mal ein hübsches Mädchen gesehen habe. Und davon kann mich weder ein Mensch noch die Vernunft abbringen. Zu Fuß mache ich es genauso. Trotz der garantierten Mißerfolge. Man erlebt nämlich deutlich mehr, wenn man nichts erwartet.
    Sie sind nicht der erste Mann, der darüber schreibt, wie Frauen ihn vom rechten Weg abbringen. Das erklärt vielleicht Eure Abneigung, einfach mal nach dem Weg zu fragen. ;-))
    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Es macht natürlich einen Riesenunterschied, ob man flaniert oder etwas erledigen will oder muß. Dann kennt man jede Ampelphase und vermeidet jede Hinderlichkeit.
    Ja, das stimmt. Aber versuchen Sie mal, so etwas in einer mathematische Formel zu bringen. Das sind eben die Grenzen der Vernunft.
    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Da fallen mir doch die Römerstraßen ein, die heute noch benutzt werden. Die hatten damals nicht mal einen Kompaß.
    Vermutlich haben die römischen Bauplaner noch gewusst, dass sie sich an den menschlichen Bedürfnissen und den natürlichen Gegebenheiten zu orientieren haben.

    Es gibt bei mir in der Nähe auf der Autobahn eine Stelle, da wird ganz kurz vor einer Steigung die Geschwindigkeit von 100 auf 80 heruntergesetzt. Wer gerne noch "den Schwung mitnehmen" will, ignoriert das Schild. Auch ich käme mir blöd dabei vor, kurz vor dem Berg noch auf die Bremse zu treten ... der Berg bremst mich schon von ganz alleine aus. Oben auf der Berkuppe habe ich dann nämlich die geforderten 80. (Ich hoffe, ich werde da nie geblitzt.) Das Schild ärgert mich jedenfalls.


TOP



TOP