Ich hätte eigentlich erwartet, dass man dies alles unter den Teppich kehrt.
Japan leistet im Rahmen eines Mega-Desasters eigentlich recht gute, transparente Arbeit, oder? So scheint es mir.
In der Region Fukushima müssen sich rund 360.000 Kinder und Jugendliche einer Krebsvorsorge unterziehen: Die Schilddrüse könnte durch die Atom-Katastrophe geschädigt sein. Experten überprüfen zudem Schulen und Bauernhöfe auf radioaktive Strahlung.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...790769,00.html
Ich hätte eigentlich erwartet, dass man dies alles unter den Teppich kehrt.
Japan leistet im Rahmen eines Mega-Desasters eigentlich recht gute, transparente Arbeit, oder? So scheint es mir.
stimmt. vom ministerium wurden zB vom ersten tag an stündliche belastungswerte für alle präfekturen in luft, regen und trinkwasser ins internet gestellt.
in den deutschen medien wurde dagegen der eindruck erweckt, das würde alles verheimlicht und der dumme japaner merkt es nichtmal - dabei ist strahlung so einfach zu messen wie die temperatur. und währrend dort alle einfach das beste aus der beschissenen situation gemacht haben, wird hier massenpanik geschoben.
in ca 90% von japan ist die strahlung, aufgrund der insellage und radioaktivem gestein in deutschland übrigends halb so hoch wie hier. wer im mittelgebirge mal in seinem keller misst kommt auch oft auf 100fach erhöhte werte.
aber der musterdeutsche belächelt nunmal lieber die japaner, oder auch chinesen, griechen, amis usw.
Naja. Die Arbeit leistet ja eigentlich die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Japan sträubt sich nur nicht dagegen. Auch in der damaligen Sowjetunion hat es ja solche Untersuchungen gegeben. Von daher macht Japan erstmal noch nichts besser, was die Sowjetunion nicht auch schon gemacht hat.
Aber auch in Japan wird immer noch eine Menge unter den Teppich gekehrt. Beispielsweise sind sämtliche Arbeiter, die da in Fukushima und Umgebung den Dreck wegräumen müssen, vertraglich dazu gezwungen worden, über nichts, was sie dort sehen, erfahren und mitbekommen, mit der Presse oder sonstirgendjemandem zu reden. Journalisten oder unabhängige, wissenschafliche Untersuchungskommissionen bekommen keinen Zutritt zu dem Gelände oder auch nur der Sperrzone. Mit Transparenz hat das nicht sehr viel zu tun.
Und dass, wie zu erwarten, natürlich der japanische Staat mit japanischen Steuergeldern in Form von Staatshilfen für Tepco für nahezu die gesamten Kosten aufkommen muss, macht die Sache auch nicht transparenter, denn nun hat auch der japanische Staat an sich ein Interesse daran, dass nicht allzuviele Kenntnisse der auch finanziellen Vorgänge an die Bevölkerung durchsickert.
Aber es ist immerhin ein gutes Zeichen, dass die Japaner mit der IAEA zusammenarbeiten und die Auswirkungen untersuchen. Das muss aber wahrscheinlich schon aus juristischen Gründen zwingend gemacht werden, da das ganze ja auch Auswirkungen auf spätere Entschädigungsforderungen haben wird, obwohl sich auch da jeder schon jetzt ausmalen kann, wer dann in Japan für derartige Zahlungen wieder aufkommen muss.
Viele Grüße
hat schon in der Summe rund 25Mrd€ bezahlt.
Für das Geld, dass man heute für alle TEPCO
Aktien bekommen würde, (3Mrd)
kann man gerade 1/2 Atomkraftwerk bauen können.
Tepco hat Kunden für so 30 AKWs,
im Prinzip, das hatte man vor.
Diesem TAZ Artikel nach
http://taz.de/Japanischer-Experte-ue...ushima/!78742/
kostet die ganze Atomsossenpanne 250 Mrd$,
also 170 Mrd€.
Der rückwirkende Erzeugungspreis
pro Kwh Atomstrom verdoppelt sich
damit für die gesamte japanische Volskwirtschaft,
(nicht nur Tepco)
und liegt deutlich über vielen anderen
Energieformen.
Dazu kommt noch der Müll.
Die Zusammenarbeit mit der IAEA
vollzieht sich mit dem Vorsitzenden,
der ein Japaner ist, in der Wiener
Zentrale in Österreich,
da wo verfassungsmässiges Atomstromverbot
herrscht.
Da können alle ein bischen reisen.
"Geplant ist ein gigantisches Testprojekt"
Die medizinische Überwachung aller belasteten Personen nach einm schweren Störfall ist eine Selbstverständlichkeit. SPON solte darüber nicht so aufgeblasen berichten.
Die vorbeugende Untersuchung aller Männer über 52 auf Prostatakrebs oder aller Frauen auf Brustkrebs ist ja auch kein gigantisches Projekt sondern Routine im deutschen Medizinalltag.
Die sonstige Berichterstattung von SPON ist auch eher dürftig. Ich empfewhle NHK oder Manichi oder die TEPCO Pressemitteilungen
Die journalistische Begleitung der Katastrophe durch unsere Medien war ein Debakel. Selbst der Spiegel hat die drohenden Atomwolken Kurs auf Tokyo nehmen lassen. Wenn die dann gemeinerweise sich nicht nach Edo aufgemacht hatten wurde die Wolke einfach vergessen und man hat auf eine neue gehofft. Man musste annehmen, dass nicht der Tsunami das Desaster war sondern die Wolke! Mein Freund in Hiraizumi baut Reis an (Distanz zum Reaktor: 75 km). Er hat sich ein Messgerät gekauft und stellt 0 erhöhte Werte fest. Die sind, wie Ferdi konstatiert, geringer als bei uns. Japaner machen kein Geschiss aus ihren Leiden - sie tun was sie können und das ist eine ganze Menge!
Habe monatelang täglich japanische Medien gelesen.Die berichte schienen mir etwas krasser als das,was der Spiegel schrieb (sie berichten auch jetzt noch täglich).
Vieles,was die Regierung tat,fand ich gut,manches schlecht,und etliches unzureichend.
Z.B. wurde nur auf Jod und Cäsium getestet.Für Strontium wurde nur gesagt,es würde geprüft,wenn man bessere Verfahren gefunden hätte...und seither nichts mehr.
Dass ihr Freund selbst einen Geigerzähler kauft,finde ich eine gute Initiative,jedoch kann er damit nur die Oberfläche vom Reis checken.Messgeräte,die feststellen,ob Isotope sich in den Lebensmittel befinden kosten ca. 1/2mio.€(laut NHK News,Japan).Bei über 300mio.Tonnen Reis wird es schwierig sein einen relevanten Prozentsatz zu prüfen.
Vor Ort bleiben immer noch ca.80.000 Leute wegen dem AKW evakuiert,die Ruinen,samt Kühlbecken liegen immer noch unbedeckt unter freiem Himmel,und in den undichten Kellern steht immer noch hoch kontaminiertes Wasser (laut letzter Meldung von Mainichi News 80.000 Tonnen).
Dass die Japaner tun,was sie können ist lobenswert;dass zur Zeit die Dekontaminierung der Wohngebiete hauptsächlich hobbymässig von Privatleuten durchgeführt wird,dem stehe ich skeptisch gegenüber.
Jemand hat es geschafft, in die havarierten Fukushima-Reaktorgebaeude hineinzugehen, heimlich ein Video zu drehen und dieses aus der Sperrzone hinauszuschmuggeln. Wer wissen will, wie die Lava einer Kernschmelze aussieht, klicke hier:
http://www.youtube.com/watch?v=_qg3a6xW7s4