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Führungsschwächen: Deutsche Manager fallen bei Finanzinvestoren durch
Finanzinvestoren investieren Milliarden in deutsche Unternehmen - sind aber mit der Qualität des Top-Managements meist unzufrieden. Eine Umfrage zeigt, was Fonds und Private-Equity-Gesellschaften bei deutschen Führungskräften vermissen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,496278,00.html
- #10 25.07.2007 13:46 von suntzee
Ich vermute, Sie verwechseln Nettokapitalrendite mit dem, was man gemeinhin als (Firmen-)Gewinn bezeichnet...
(Außerdem "genehmigen" sie sich nichts, sondern sie streben es an.)
Ist aber nicht schlimm, der laxe Umgang mit Fachbegriffen ist in Deutschland üblich, wenn es denn nur der allgemeinen Empörung diemlich ist.
Nach dem lesen der ersten Postings überkommt mich leider das übliche Würgegefühl bei diesen Diskussionen.
Also dann:
Die Deutschen sind leider nach 60 Jahren kontinuierlich steigendem Wohlstand zusammen mit einem immer weiter ausufernden Sozialstaat der Meinung, 30 Tage Urlaub, bezahlte Weiterbildung, 35 h Woche, 30 Tage Kur, Ruhestand mit 65 etc.etc gehören zu den unveräußerlichen Menschenrechten. Dem ist leider nicht so.
In der Firma darf man keine 5 Kilo mehr heben, 70 dB Lärm sind nicht zumutbar, alles muß abwechslungsreich und schön bunt sein. Stellen Sie sich einmal vor, eine Firma würde einen Marathonlauf veranstalten: 42 km, ohne Pause, nur Wasser, im Freien bei Wind und Regen, das würde kein Betriebsrat zulassen. Und die Leute machen es in Ihrer Freizeit auch noch unbezahlt... (Nur ein beispiel dafür, das die Ansprüche an die Arbeit- und die an die Freizeitwelt meilenweit auseinanderklaffen...)
Ich kann dieses Gejammer über die bösen Investoren mit ihrem menschenverachtenden Profitstreben nicht mehr hören.
Die gleichen Leute, die sich darüber aufregen
- Verschieben ihr Festgeld von einem Konto auf das andere, weil es 0,1% mehr Zinsen gibt, und wundern sich, wenn die Banken selber auf hohe Renditen Ihrer Investitionen achten müssen.
- benutzen die billigste Telefonvorwahl und wundern sich, wenn die Telekom Kosten senken muss
- kaufen überall billigst, und wundern sich wenn der Preisdruck am anderen ende wieder bei Ihnen landet.
Nur noch ein paar Fragen, vielleicht kennt jemand die Antworten:
- Welche Telefonfirma benutzt Verdi? Die bei der sie zigtausend Mitglieder hat oder eine anderen Anbieter?
- Wieviele Ausbildungsplätze gibt es im Medienimperium der SPD? Liegt die Qote bei 5%? Werden etwa Praktikanten ausgebeutet?
Die deutsche Doppelmoral ist leider international nicht leicht zu schlagen.. - #11 25.07.2007 14:32 von
Diese Finanzinvestoren sind nichts anderes als Blutsauger.
Auf der Strecke bleiben der solide Betrieb und nicht selten das gute Produkt.Der solide Unternehmer verkommt zum Renditehai und noch schlimmer: staatliche Organe machen das nach.Aber der Krug geht bekanntlich zum Brunnen bis er bricht. Gefordert wäre die Politik.Die aber tut nichts. - #12 25.07.2007 15:45 von suntzee
Am besten alles verstaatlichen und die Finanzströme kontrollieren, oder?
Irgendwie kommt mir das doch bekannt vor... Ach ja, Nordkorea, Kuba, Zimbabwe... Alles Länder ohne Renditehaie.
Da hat auf jeden Fall die Politik für Ordnung gesorgt. Venezuela ist übrigens auf dem besten Wege dahin, jede Wette, in ca. 5-10 Jahren wird das Öl knapp...
Gruß an Ihren Kumpel Lafontaine. - #13 25.07.2007 16:05 von
Stimmt genau: Wie erklären Sie es sich sonst, daß Firmen, die ihre Mitarbeiter unter entsetzliche Sparzwänge setzen gleichzeitig die größten Gewinne der jeweiligen Unternehmensgeschichte ausrufen und als Dankeschön trotzdem noch tausende entlassen?
Daß Arbeitnehmer, deren Gehälter inflationsbereinigt eher gesunken als gestiegen sind, während gleichzeitig Rekordgewinne verkündet werden, sich zumindest benachteiligt fühlen, dürfte doch wohl nicht allzu schwer zu verstehen sein. Und dabei ist es in meinen Augen vollkommen unerheblich, ob daß Sinn einer jeden kapitalistischen Unternehmung darin liegt, das eingesetzte Kapital zu vervielfältigen. - #14 25.07.2007 16:38 von suntzee
Ja,Ja. 40 h statt 35 sind entsetzliche Sparzwänge. Die Leute tun mir soo leid.
Ich verstehe selbstverständlich, dass die Leute sich benachteiligt fühlen, sie müssen sich allerdings schon über den zugrunde liegenden Mechanismus im klaren sein.
- Wer selbst den Fond oder die Aktie nach dem Kriterium der Rendite und Gewinnerwartung auswählt (und eben nicht danach "sind die lieben Mitarbeiter auch zufrieden..),
- wer das Festgeld bei der Bank mit den besten Zinsen (und nicht den zufriedensten Mitarbeitern) anlegt,
- wer das beste und billigste Auto kauft (und nicht das vom Unternehmen mit den .. ich denke Sie habens kapiert.
JEDER (fast) ist mit seinem eigenen Geld Heuschrecke. Dann darf man sich auch nicht beschweren, wenn die Unternehmen sich danach richten.
Ich bin übrigens der Auffassung, das dieses System für alle die beste Lösung darstellt, man muss eben auch selbst ein wenig flexibel sein.
Und bitte nicht immer gleich nach Mammi (der Politik) rufen. - #15 25.07.2007 18:29 von Rainer Daeschler
Finanzinvestoren nicht verhindern, sonder einfach nicht fördern!
Falsch, sie tut sehr wohl etwas. Sie war bisher für jeden Schritt zu haben, der diese Finanzinvestoren geradezu fördert. Man wird den Verdacht nicht los, dass so manche Entscheidung getroffen wurde im Hinblick auf die Jobmöglichkeiten, die sich am Ende der Amtszeit ergeben.
Die Politik muss Finanzinvestoren nicht bekämpfen. Es würde völlig reichen, sie würde damit aufhören sie zu fördern. - #16 25.07.2007 19:28 von Felix.Krull
Universalexperten
Ich staune immer wieder über den geballten Sachverstand mancher Forumsmitglieder, insbesondere jener, die sich praktisch zu jedem Thema äußern und es auf durchschnittlich 10 bis 20 Beiträge täglich allein in diesem Forum bringen. Da fragt man sich doch unwillkürlich, was die eigentlich sonst so machen und bei welcher beruflichen Tätigkeit sie ihre überragenden Kompetenzen erworben haben. Alle echten Fachleute, die ich persönlich kenne, hätten dafür jedenfalls überhaupt keine Zeit.
- #17 26.07.2007 09:10 von Rainer Daeschler
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