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Führungspositionen: Wissenschaftsrat fordert eine Frauenquote

CorbisZwar schließen mehr Frauen als Männer ein Studium ab, doch dann steigt an den Hochschulen die männliche Dominanz. Deswegen fordert der Wissenschaftsrat jetzt nach SPIEGEL-Informationen eine Frauenquote für die Uni. Der Frauenanteil müsste sich demnach gewaltig erhöhen.

Wissenschaftsrat fordert eine Frauenquote in Auswahlkommissionen - SPIEGEL ONLINE
  1. #10

    Kein Wunder.

    Es ist total schön, dass das immer wieder gefordert wird. Setzt das bitte auch mal jemand konsequent durch?

    Denn Frauen bekommen Kinder. Auf Elternzeit kann man verzichten. Aber Mutterschutzzeiten sind Pflicht.

    Und manche Landesregierung, siehe Sachsen und die Verwaltungsvorschrift VwV HWiF 2012, schafft wieder neue Anreize für Diskriminierung:

    http://list-sachsen.de/Recht/VwV_HWiF_2012.pdf

    Zitat:

    "3.1.3 Ersatzeinstellungen auf Stellen für in Mutterschutz befindliche Beschäftigte sind nicht statthaft. Die Erstattungsbeträge nach § 1 Abs. 2 Aufwendungsausgleichgesetz stehen nicht für Ersatzeinstellungen während der Mutterschutzfristen zur Verfügung."

    Was dazu führen kann, dass so manche per WissZVG befristete Frau einfach den Kettenarbeitsvertrag nicht mehr verlängert bekommt sobald ihre Schwangerschaft bekannt wird. Kündigung nicht notwendig. Denn ihr Chef muss die Arbeit an der Professur erledigt bekommen, basta. Alternativ lässt eine Fach-Konifere die junge Dame erstmal für zwei arbeiten bevor sie schwanger wird (wenn sie denn bei dem Stress überhaupt schwanger wird und bleibt), denn dann hat sie zumindest den Mutterschutz schon "herausgearbeitet".

    Danach lockt das mickrige Wiedereinstiegsstipendiun, um die sich gerade im MINT kaum eine bewirbt weil man von rund 900 Euro und eigener Sozialversicherungspflicht kaum leben kann. Falls man doch einen Vertrag ergattert kommt die nächste Falle: Der Antrag auf Verlängerung der 6 Jahresfrist muss besser begründet werden als ein DFG-Forschungsantrag und selbst dann wird er überwiegend abgelehnt. Da prüft die Verwaltung dann die familiären Verhältnisse, um an den zwei Jahren noch herumzukobern. Verlängerungsgrund = schlechter Chef? Fehlanzeige.

    Dabei bräuchte man den dringend:

    Für wissenschaftliche MA in Gremien gibt es konträr zum Professorinnen-Förderprogramm extra neu Arbeitszeiterfassung und disziplinarische Maßnahmen durch Feudalherren drohen. Ob man Gremienarbeit in der Elternzeit ehrenamtlich gemacht hat oder sonntags abends Senatspapiere durcharbeitet und die Stunden nicht abrechnen kann spielt vor Gericht keine Rolle, wenn man eine Mittagspause überzogen hat, weil Kolleginnen noch einen Rat brauchten oder vielleicht früh später da war weil auf dem Weg zum Kindergarten was dazwischen kam. Zur Begrenzung der Flexibilität bekommt man dann den uralten Laptop noch durch einen Fest-PC ersetzt.

    Ist ja dreist genug wenn Frau ihren Weiterbeschäftigungsanspruch nach Elternzeit in Anspruch nimmt, ihr Projekt weiter machen möchte und ihre Forschungsergebnisse selbst veröffentlichen möchte anstatt sie in während Mutterschutzes und der Elternzeit an Ehrenautoren und parasitäre Autoren abzutreten. Den Ombudsmann (statt der Bildzeitung) anzurufen ist jedoch ein schlimmer Vertrauensbruch für Chef-Egomanen, die dann gleich die Vertrauensbasis des Arbeitsvertrags zerstört sehen wenn sie den Brief mit der Bitte um Stellungnahme in der Hand halten. Da kann man von Glück reden, wenn man den nicht als Doktorvater hat.

    Und dann sind da noch die Diskussionen am Mittagstisch, Kollegen, die Dinge sagen wie: "wir haben drei Schwangere gleichzeitig, was uns das an Geld kostet, da kann man eben nicht in der Wissenschaft arbeiten, wenn man Kinder haben will, die sollten mal dran denken was das für die Kollegen bedeutet und sowas im Vorfeld mit der Führungsetage abklären."
  2. #11

    optional

    @d_grat: Aha, nur Leistung zählt? Ich erinnere an die Studie über die schwedische Forschungsförderung in der Medizin die zeigte, dass weibliche Bewerber signifikant mehr gleichwertige Publikationen vorweisen mussten als ihre männlichen Mitbewerber um gefördert zu werden. Meritokratie von wegen...
    @kandary: Frauen verdienen es also nicht Führungspositionen einzunehmen? Das müssen sie näher erklärten.... Und in meinem Fachgebiet, der Biologie, siebtes leider auch so aus - trotz eines Studentenanteils von mindestens 20% - und das schon seit vielen Jahren - ist der Anteil der Professorinnen immer noch verschwindend gering. Oder halten sie ein solches Muster fzer wünschenswert? Und kommen sie mir nicht mit irgendwelchen biologischen Unterschieden - diese halten in der Regel keiner wissenschaftlichen Überprüfung stand. Und als Studentin der Ingenieurwissenschaften ständig sexistisch beurteilt und gemobbt zu werden ist mit Sicherheit keine Anreiz diese Fächer zu studieren. Und schauen sie doch mal Selbstverwaltung dünnhäutig sie sind wenn es um solche Themen geht wie dieses - nicht ein Zeichen männlichen Selbstbewusstsein das Führungskraft ausstrahlt.
  3. #12

    lieber in die gläserne Decke einkuscheln

    (folgendes ist natürlich nicht repräsentativ) Zu meiner Zeit als Student bestand unser Jahrgang zu rund 50% aus Frauen. Soweit mir bekannt haben aus diesem Jahrgang vornehmlich Männer eine Promotionsstelle angestrebt, obwohl Frauen (wie schon in der Schule) im Durchschnitt die besseren Abschlussnoten hatten (Dieses erste Abknicken der Frauenquote zeigt auch der Beitrag) und obwohl die Uni fast nur für Frauen Stipendien zu vergeben hatte.
    Sicherlich gibt es vereinzelt auch sexistische Einstellungen diverser verkalkter Professoren aber das erklärt nicht alles. In persönlichen Gesprächen bekam ich damals oft von Mitstudentinnen zu hören eine wissenschaftliche Karriere wäre zu anstrengend, da sie einen geregelten 8 stündigen Arbeitstag dann doch lieber vorziehen würden. Ein fleißiger wiss. Mitarbeiter kennt so etwas wie einen ruhigen 8 Stunden-Tag natürlich nicht und ein Professor erst recht nicht. Da lassen sich die Damen der Schöpfung leider viel zu oft abschrecken und legen sich lieber ab 18 Uhr unter die gläserne Decke auf ihr Sofa und schauen TV. Solche Ansichten gilt es zuerst zu bekämpfen anstatt mit Quoten um sich zu werfen.
    So erlebe ich z.B. durchgehend nur von meinen weiblichen Studentinnen, dass sie fragen (z.T. sogar recht unverschähmt diskutieren) warum das Praktikum denn so lange dauern muss.
    Da muss ich mich dann nicht mehr wundern warum Frauen in höheren wiss. Positionen geringer vertreten sind. Wo ich mich jedoch jedesmal wundern muss ist wie durch Quoten und Gleichstellungsbeauftragte (man bedenke: "Gleichstellung") versucht wird ein System zu schaffen in welchem Männer offen benachteiligt werden. Aktuelles Bsp. ist an meiner Uni z.Z. eine Vorschrift die besagt, dass MINDESTENS 50% der Fachschaft aus Frauen bestehen muss. Gäbe es so etwas für Männer wäre der Aufschrei zurecht groß.
  4. #13

    Mehr Frauen, weniger Fachidioten...!

    Vielleicht wäre es sinnvoll, die Arbeitszeit an Unis generell strikt zu beschränken. Dann würde sich niemand mehr auf Kosten anderer, die sich um das genauso wichtige Leben außerhalb der Uni kümmern, zehn-bis fünfzehn-Stunden-Tage verschaffen und sich dabei noch für etwas Besseres halten. Das ist Faulheit, nicht Fleiß!
    Ich glaube, die Frauen, die pünktlich nach Hause möchten, haben das richtige Gefühl und der Praktikumsleiter hat schlecht geplant.
    Wenn man zulässt, dass sich Wissenschaftler Tag und Nacht im Labor einigeln, muss man sich weder wundern, wenn dabei weltfremde Ergebnisse herauskommen noch wenn die Lehre leidet, weil das Personal keine Ahnung mehr hat, wie normale Menschen denken (das kommt öfters vor).
    Anständige Menschen und gute Wissenschaftler sind normalerweise zum Abendessen zu Hause, haben mindestens zwei Kinder, um die sie sich auch kümmern , lesen regelmäßig die Zeitung (digital oder analog...), wissen, was in der Welt los ist, können auch unter der Dusche oder beim Spazierengehen nachdenken und lesen neue Artikel auch mal auf dem eigenen Sofa...! Computerbildschirmanstarren ist nicht unbedingt die beste Methode, gute Ideen zu bekommen, und die Beschränkung des Denkens auf eines oder wenige Themen ist die sicherste Methode, zu "verkalken". Das menschliche Hirn braucht vielfältige Anregungen, um zu funktionieren - das ist eigentlich eine Binsenweisheit! - Und, auch nicht unerheblich: Sollte, wer meint, dass er klüger ist als andere, sich nicht verpflichtet fühlen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen? Der Fachautismus so mancher Forscher hat schon dazu geführt, dass nicht einmal der eigene Berufsstand halbwegs vernünfige Arbeitsbedingungen geboten bekommt!
    Frauen bleibt spätestens als Mutter nichts anderes übrig, als sich auch um das Leben draußen zu kümmern. Sie haben, denke ich, dann die besten Chancen, wenn genau das von Männern auch erwartet wird.
  5. #14

    Zitat von kandary Beitrag anzeigen
    Meine Güte, ich dachte die Politik verdummt, seitdem die Frauen dort mitmischen, jetzt sind sie wohl schon in den Wissenschaftstrakt eingedrungen.
    MfG
    Da sind sie mit der Schaffung der sogenannten "Gender Studies" schon längst eingezogen.
    Wobei ich nicht generell gegen Frauen in Wissenschaft oder Politik bin. Nur gegen Quotenmuttis.
  6. #15

    Zitat von strixaluco Beitrag anzeigen
    Anständige Menschen und gute Wissenschaftler sind normalerweise zum Abendessen zu Hause, haben mindestens zwei Kinder, um die sie sich auch kümmern , lesen regelmäßig die Zeitung (digital oder analog...), wissen, was in der Welt los ist, können auch unter der Dusche oder beim Spazierengehen nachdenken und lesen neue Artikel auch mal auf dem eigenen Sofa...!
    Aja, so sieht also die Schublade 'anstaendig' aus. Immer wieder faszinierend zu beobachten wie in Deutschland allen dieselbe Lebensweise aufgedrueckt werden soll. Ob diese Denkweise noch aus Preussischer Zeit stammt?

    In Sachen Arbeitszeit haengt das nur von der eigenen Einstellung ab und wo man Prioritaeten setzt (zumindest in meinem Bereich). Manche arbeiten laenger, manche nicht. Normalerweise wirds etwas hecktischer sobald eine Deadline naeher rueckt was wiederum kompensiert wird durch ruhigere Zeiten danach. Alles halbsowild.

    Ich verstehe das 'mehr Frauen, weniger Fachidioten' Argument auch irgendwie nicht. Das eine ist doch unabhaengig vom andern. Und um die Fachidioten mal zu verteidigen: Klar gibt es Extremfaelle aber meistens sind das nur kleine Unzulaenglichkeiten bei ansonsten normalen Menschen. Nur weil Fachidioten aus andern Gebieten (Fussball, Autos, Mode, ...) gesellschaftlich mehr akzeptiert sind heisst dies nicht, dass ein starkes wissenschaftliches Interesse deutlich andere Persoenlichkeiten hervorbringen wuerde. Das sind auch nur Menschen mit kleinen Unzulaenglichkeiten wie alle andern auch. Viel wichtiger ist es von diesem Schubladendenken wegzukommen.
  7. #16

    Vor allem: mehr Familie!

    Zitat von giveusmcneal! Beitrag anzeigen
    In Sachen Arbeitszeit haengt das nur von der eigenen Einstellung ab und wo man Prioritaeten setzt (zumindest in meinem Bereich). Manche arbeiten laenger, manche nicht. Normalerweise wirds etwas hecktischer sobald eine Deadline naeher rueckt was wiederum kompensiert wird durch ruhigere Zeiten danach.
    Was wirklich aus preußischen Zeiten stammt, ist die Einstellung, Männer hätten die Familie allein zu ernähren und Frauen hätten gefälligst im Haus zu bleiben und ihre Finger aus der Politik und der Wissenschaft zu halten. Wie man an den Kommentaren oben sieht - wahrscheinlich haben da ein paar Leute Angst vor Konkurrenz - ist diese Einstellung immer noch ziemlich weit verbreitet. Der Muff hat sich unter den Krawatten erschreckend gut gehalten.
    - Was die Arbeitszeiten betrifft - dagegen, für eine Deadline einmal mehr zu arbeiten, hat ja wohl niemand etwas. Ein Problem ist, wenn regelmäßige Überstunden stillschweigend erwartet werden, so dass für Familie und gesellschaftliches Engagement kein Platz mehr bleibt. Das ist in der Wissenschaft an vielen Stellen so. - Wer seine Karriere auf solchem Verhalten aufbaut, überholt rechts - er tut dies auf Kosten der Menschen, die sich nicht aus der Gesellschaft verabschieden möchten, und deren Engagement dringend gebraucht wird. Wofür denn das alles, wenn keine Kinder da sind, die davon einmal etwas haben könnten?
    Nein, ich möchte auch keine Schubladen! Ich fände es schön, wenn alle in der Wissenschaft sich gemeinsam für vernünftige und gerechte Arbeitsbedingungen und ein Recht auf Familie und Sozialleben einsetzen würden, Männer und Frauen gleichermaßen.
    Das würde der Arbeit auch sehr gut tun, denke ich.
  8. #17

    Wichtiger wäre eine Quote für kompetente Leute,

    statt des üblichen Nepotismus in der Wissenschaft.

    Die Qualität von geistiger Arbeit ist nun wahrlich nicht von Geschlechtsmerkmalen abhängig. Wer wie der Wissenschaftsrat sowas unterstellt, stellt seine eigene Befähigung zur wissenschaftlicher Arbeit unter Zweifel. Genau solche unsinnigen und kontraproduktiven Forderungen kommen von Leuten, die ihre Position durch den üblichen Nepotismus und nicht durch geistige Leistung bekommen haben.

    In er Politik sind in der letzten Zeit einige falsche Doktortitel aufgeflogen. Wenn diese nun möglichen Untersuchungen im Internet weitergehen, werden demnächst auch in erheblichen Masse Promotionen und Habilitationen in der universitären Traumwelt platzen.
  9. #18

    optional

    @strixaluco
    Bisschen übertrieben Ihre Darstellung der angeblich preußischen Manier. Die hat allerdings seit Zehntausenden von jahren gut funktioniert und in Ihren Ausführungen sehe ich keinen Grund weshalb sie nun plötzlich so verachtenswert sein sollte wie Sie tun.
    Ausserdem sind Ihre "Rechtsüberholer" eben ein Mehrwert. Wer größere Ambitionen hegt und entspr. mehr Einsatz bringt ist eben im Stande mehr zu leisten. Wenn jemand meint sich mehr Freizeit gönnen zu wollen, kann er das ja gerne tun. Aber wieso dann andere Nichtstun aufzwingenb wollen?
    Sie können anderen die Nachteile die sich aus Ihren, seien sie noch so richtig, Entscheidungen ergeben schlecht anderen aufbügeln.
  10. #19

    grundsätzlich richtig

    Zitat von serafina Beitrag anzeigen

    .....Und dann sind da noch die Diskussionen am Mittagstisch, Kollegen, die Dinge sagen wie: "wir haben drei Schwangere gleichzeitig, was uns das an Geld kostet, da kann man eben nicht in der Wissenschaft arbeiten, wenn man Kinder haben will, die sollten mal dran denken was das für die Kollegen bedeutet und sowas im Vorfeld mit der Führungsetage abklären."
    aber auch ein grundsätzliches Problem, was nicht mit dem Geschlecht zuzuordnen ist. Auch wenn sich Väter mehr um Ihren Nachwuchs kümmern und andere deren Arbeit mitmachen müssen, wäre dieser Grundtenor in der Diskussion am Mittagstischähnlich. Es ist die Art, wie Familienarbeit gesehen und geschätzt wird.


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