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Führungskräfte: "Erfolg haben die Härtesten, nicht die Besten"

Corbis18-Stunden-Tage, enormer Druck, abgeschottet in der Vorstands-Festung - wo bleibt da der Blick über den Tag hinaus? Die Führungskultur in Deutschland gehört erneuert, sagen Soziologin Jutta Allmendinger, Personalberater Jörg Ritter und Stiftungsvorstand Tobias Leipprand im Gespräch.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...828086,00.html
  1. #40

    Eine Firma, die nur dann läuft, wenn der Chef das maximale an Arbeitsstunden aus jedem Tag herausholt, ist schlecht organisiert. Wenn schon zu normalen Zeiten maximal gearbeitet werden muss, stellt sich die Frage, was so eine Führungskraft tun soll, wenn es mal wirklich eng wird und mehr geleistet werden muss. Wer immer knapp auf Kante führt muss irgendwann runterfallen. Zu dumm, dass dann häufig nicht nur der Workoholic scheitert, sondern leider auch die Firma und die anderen Mitarbeiter.
  2. #41

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    18-Stunden-Tage, enormer Druck, abgeschottet in der Vorstands-Festung - wo bleibt da der Blick über den Tag hinaus? Die Führungskultur in Deutschland gehört erneuert, sagen Soziologin Jutta Allmendinger, Personalberater Jörg Ritter und Stiftungsvorstand Tobias Leipprand im Gespräch.

    Führungskräfte: "Erfolg*haben die Härtesten, nicht die Besten" - SPIEGEL ONLINE
    Also als jemand der schon eine Menge stressiger Jobs gehabt hat, muss ich einfach mal etwas sagen: Ich nehme niemandem ab, dass er täglich und auf Dauer 18 Stunden arbeitet.

    Damit meine ich wirklich arbeiten, nicht reine Anwesenheit. Nicht im Meeting sitzen und an was anderes denken oder auf Dienstreise sein und Zeitung lesen, sondern konzentriert bei der Sache sein und Probleme lösen.
  3. #42

    Zitat von Olaf Beitrag anzeigen
    Also als jemand der schon eine Menge stressiger Jobs gehabt hat, muss ich einfach mal etwas sagen: Ich nehme niemandem ab, dass er täglich und auf Dauer 18 Stunden arbeitet.

    Damit meine ich wirklich arbeiten, nicht reine Anwesenheit. Nicht im Meeting sitzen und an was anderes denken oder auf Dienstreise sein und Zeitung lesen, sondern konzentriert bei der Sache sein und Probleme lösen.
    Hallo,
    kommt wohl auch drauf an was der manager selber als "arbeit" empfindet. Da gehört die morgentliche zeitung schon zur arbeit oder auch der weg zur arbeit und oder zum golfplatz.
  4. #43

    Eine Frau mit Empathie

    Zitat von Der_Franke Beitrag anzeigen
    Zitat Allmendinger:
    "Viel zu wenig. Das sagen uns die Topmanager ja auch. Moralische Dimensionen kommen oft zu kurz. Wie gehe ich mit Mitarbeitern um? Wie schaffe ich es, dass diese langfristig dem Unternehmen verbunden bleiben, dass sie sich wohlfühlen? Was passiert mit meinen Beschäftigten, wenn ich Arbeitsplätze abbaue? Was kann ich dazu beitragen, dass Teile der deutschen Bevölkerung nicht völlig abgehängt werden? Für .....
    Als bekennender Gutmensch stehe ich Frau Allmendinger näher als dieser kaltherzigen Managerkaste. Ich möchte eine andere Gesellschaft. Mit Gregor Gysi bin ich der Auffasung, dass der Kapitalismus zwar vorläufig gesiegt hat, aber nicht die letzte Antwort der Geschichte ist. Ich bin froh, dass es Wissenschaftlerinnen wie Frau Allmendinger gibt. Sie ist eine Zierde für den Wisseschaftsstandort Deutschland. Und: im Gegensatz zu den Taschenrechnern (=Betriebswirte) ist sie eine Frau mit Empathie. Sie hat recht: all das, was wir unter Moral verstehen, geht vielen Führungskräften am Allerwertesten vorbei. Das ist schlecht für die Menschen und damit auch schlecht für das Geschäft. Freiburger Schule: Die Wirtschaft ist für die Menschen da und nicht die Menschen für die Wirtschaft. Ene gute Schule!
  5. #44

    Dienen tut gut

    Zitat von Idahoe Beitrag anzeigen
    Ist Unterordnung nicht dasselbe wie Überordnung ?
    Bedingt nicht Unterordnung die Überordnung ?
    Auch die asiatische Form des Denkens hilft niemandem weiter. Der Mensch braucht die Möglichkeit sich einzuordnen, denn der wichtigste Bezugspunkt eines Menschen sind NICHT Sachen oder Vorstellungen, sondern andere Menschen. Alles ganz einfach und doch für sehr viele unendlich schwierig.

    Das Leben besteht aus geben UND nehmen, nicht aus "entweder oder".
    Wenn ich "diene", besagt das nicht, das ich mich unterordne. Mag sein, dass durch "dienen" in der Bundeswehr das Wort in Veruf geraten ist.
    Eine Krankenschwester "im Dinste" ihrer Patienten ordnet sich doch nicht unter. Oder ein guter Musiker - z.B. ein Dirigent - der der Musik dient, mag sich ihr evtl. unterordnen. Das zeichnet ihn aber aus! Er stellt sich nämlich nicht - wie schlechte Musiker - über die Musik.
    Wir sollten hier die Kategorie "dienen beim Barras" außer Acht lassen. Dienen ist etwas zutiefts menschliches.
  6. #45

    Eine Frau mit Empathie

    Zitat von Der_Franke Beitrag anzeigen
    Zitat Allmendinger:
    "Viel zu wenig. Das sagen uns die Topmanager ja auch. Moralische Dimensionen kommen oft zu kurz. Wie gehe ich mit Mitarbeitern um? Wie schaffe ich es, dass diese langfristig dem Unternehmen verbunden bleiben, dass sie sich wohlfühlen? Was passiert mit meinen Beschäftigten, wenn.....
    Als bekennender Gutmensch stehe ich Frau Allmendinger näher als dieser kaltherzigen Managerkaste. Ich möchte eine andere Gesellschaft. Mit Gregor Gysi bin ich der Auffasung, dass der Kapitalismus zwar vorläufig gesiegt hat, aber nicht die letzte Antwort der Geschichte ist. Ich bin froh, dass es Wissenschaftlerinnen wie Frau Allmendinger gibt. Sie ist eine Zierde für den Wisseschaftsstandort Deutschland. Und: im Gegensatz zu den Taschenrechnern (=Betriebswirte) ist sie eine Frau mit Empathie. Sie hat recht: all das, was wir unter Moral verstehen, geht vielen Führungskräften am Allerwertesten vorbei. Das ist schlecht für die Menschen und damit auch schlecht für das Geschäft. Freiburger Schule: Die Wirtschaft ist für die Menschen da und nicht die Menschen für die Wirtschaft. Ene gute Schule!
  7. #46

    Zitat von polyphemos Beitrag anzeigen
    "Sie müssen sich als Dienstleister verstehen" Das ist wohl der wichtigste Satz in diesem Gespräch, ...
    Den sollten Manager eigentlich kennen, benutzen sie in doch sehr gerne gegenüber ihren Untergebenen.

    Aber ich hatte immer den Eindruck, dass sie sich selbst da nicht miteinbezogen haben. Dienen ist eben etwas für die unteren Chargen.
  8. #47

    da gebe ich den Foristen recht, die angestellten Manger arbeiten nocht 18 Stunden,

    Zitat von kdshp Beitrag anzeigen
    Hallo,
    kommt wohl auch drauf an was der manager selber als "arbeit" empfindet. Da gehört die morgentliche zeitung schon zur arbeit oder auch der weg zur arbeit und oder zum golfplatz.
    auch nicht 14 oder 12 - laß es manchmal 10 sein - aber gut ist.
    Überhaupt der ganze Hype um Führung und Führungsqualitäten ist nur sinnvoll, damit irgendwelche Psychomatiker und Trainer wieder schweineteuere Seminare verkaufen können.
    Richtige Führungsqualiäten setzen sich eh durch.
    Überhaupt verstehe ich vieles in den Arbeits- und Anstellungsanforderungen nicht, die die Mitarbeiter haben.
    Die Verhältnisse sind doch JEDEM klar.
    EIne Firma hat nur einen Zweck:

    Profit zu machen - und zwar den bestmöglichen unter Berücksichtigung der sozialen Verantwortung.

    Jeder, der einen Arbeitsvertrag abschließt, weiß das (sollte das wissen) und mit dem Arbeitsvertrag verspricht er, sein bestmöglichstes dazuzugeben - heißt, daß er sich so einsetzt, daß die Firma wie im oben beschriebenen Sinn Pofit machen kann.

    Vile Spielräume gibt es da meiner Meinung nach nicht - wer meint, für Anwesenheit bezahlt werden zu müssen, sollte besser das DEUTSCHE BGE beantragen (H4+Miete+KK=1000€)

    Und eine Entlassung ist halt das Risiko des Arbeitnehmers - er hat ja sonst keines - Verluste trägt das Unternehmen alleine - die Arbeitnehmer sind an Verlusten NICHT beteiligt - entweder Besitzstandswahrung oder etwas hinzu.

    Ein Arbeitsplatz ist KEINE Garantie auf Lebenszeit - für sinkende Reallöhne kann ein Unternehmen nichts - warum soll es dafür bluten ?

    Wenn jeder diese Regel/Vorgaben kennt, solte es gut laufen und das hat es ja in Deutschland überwiegend in den letzten 50 Jahren getan.
  9. #48

    Frühling halt

    Zitat von ArnoNuem Beitrag anzeigen
    Als bekennender Gutmensch stehe ich Frau Allmendinger näher als dieser kaltherzigen Managerkaste. Ich möchte eine andere Gesellschaft. Mit Gregor Gysi bin ich der Auffasung, dass der Kapitalismus zwar vorläufig gesiegt hat, aber nicht die letzte Antwort der ......
    Wunderbar. Jetzt haben wir schon einen Verliebten. Sehr einfühlsam vorgetragen. Es ist halt Frühling.
  10. #49

    In allen Ehren

    Zitat von ArnoNuem Beitrag anzeigen
    Als bekennender Gutmensch stehe ich Frau Allmendinger näher als dieser kaltherzigen Managerkaste. Ich möchte eine andere Gesellschaft. Mit Gregor Gysi bin ich der Auffasung, dass der Kapitalismus zwar vorläufig gesiegt hat, aber nicht die letzte Antwort der .....
    Ihre geistig, moralische Übereinstimung mit Frau Allmendinger in allen Ehren. Aber wer einen so riskofreien, abgesicherten und auch ordentlich dotiernden Job hat, hat nicht immer Ahnung von der Realität. Sie kennt zwar die Situation außerhalb ihres Elfenbeinturmes, aber ihre Vorstellung, wie die Dinge sich ändern müssten, sind einfach realitätsfremd. Ein neuer Kapitalismus, nach dem Motto: "Wir fühlen uns jetzt alle wohl." Mal sehen ob die Milliardenkonkurrenz in Asien in Konkurrenz auf dem Arbeitsmärkten dieser Welt da auch mitmacht. Ich bezweifle es.








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