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Führerschein-Prüfung: Angst und Schrecken hinterm Lenkrad
Volle Straßen, fiepende Bremssysteme,*riesige*Autos: Wer eine Fahrschule besucht, braucht starke Nerven. Der*Führerscheinerwerb wird zur Tortur, die zudem immer teurer wird - auch weil die Fahrschüler selbst fahriger werden.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...796546,00.html
- #120 13.11.2011 22:36 von
- #121 13.11.2011 22:42 von
- #122 14.11.2011 06:02 von
- #123 14.11.2011 08:17 von
Aufgewachsen mit Verkehrsregeln.
Meinen B Führerschein machte ich mit 45, vor zwei Jahren. Der Grund war, daß ich in der Stadt München sehr gut alles mit dem Rad fahren kann, etwas weitere Ziele auch - oder mit der Bahn. Im Zuge dessen, daß mein Job inzwischen hohe Mobilität abverlangt, hab ich den Schein gemacht.
Obwohl ich in diesem Land aufgewachsen bin, jahrzentelang unfallfrei mit dem Rad unterwegs war (und mich dabei an die Regeln gehalten habe!) war es nicht ganz einfach. Zwar war die Theorie kein Problem, aber ich brauchte dann doch 14 Pflichtstunden + 24 Übungsstunden bis zur Prüfung, die ich dann aber auch auf Anhieb bestanden habe.
Meine Frau kommt aus Vietnam. Dort herrschen ganz andere Verkehrsbedingungen. Auch sie hat die Theorie problemlos geschafft, bis zur praktischen Prüfung im zweiten Anlauf waren aber mehr als 100 Stunden notwendig.
Wenn man also Kinder und Jugendliche nicht lang vor der Fahrschule an unser Verkehrssystem gewöhnt, wird es verdammt schwer und teuer. Es schadet nichts, den Neunjährigen bei einer Autofahrt ein paar grundlegende Dinge zu erklären, auch eigene Fehler und die anderer Verkehrsteilnehmer.
Einen zweiten Grund habe ich auch gefunden. In den Theoriestunden gabs welche, die haben nie aufgepasst, sich nie beteiligt, lieber gepennt oder gar gestört (der Theorielehrer hat mehr als einmal ein paar vor die Tür gesetzt). Durch plaudern bin ich drauf gekommen, die Jugendlichen die sich ihren Schein selber finanzieren müssen haben sich angestrengt. Diejenigen, welchen die Eltern alles finazierten nicht (Junge, mach mal den Schein, den brauchst Du später im Beruf ...) - #124 14.11.2011 08:21 von
- #125 14.11.2011 08:32 von
.
Hm, ich bin weder Rad gefahren noch Mofa oder was in der Art, habe 1988 23 Fahrstunden gemacht (war auch nicht wenig, andere haben nach weniger die Prüfung gemacht) und beide Prüfungen auf Anhieb bestanden. Entweder bin ich genial oder es ist nicht ganz so wild.
Autofahren gehört im übrigen zu den Dingen, die man nicht zuhause trocken üben kann. Autofahren lernt man nur, wenn man tatsächlich hinterm Steuer sitzt.
Ich finde übrigens nicht, dass das heute viel schwieriger wäre. Es mögen ja mehr Autos sein. Aber das führt doch höchstens dazu, dass es langsamer voran geht, und ich weiß nicht, wieso dadurch das Fahren schwieriger würde. - #126 14.11.2011 08:56 von
Wo lernt man Autofahren?
Das seh ich nicht so. Vorfahrtsregeln die in Fleisch und Blut übergegangen sind, einschätzen von Verkehrssituationen, erahnen von Fehlern die jemand gleich machen könnte und man daher schon bremsbereit ist ... Solche Dinge eben lernt man auch auf dem Rad oder beim mitfahren.
Was für mich persönlich eher neu war, aus der niedrigeren Sitzposition im Auto gegenüber dem Rad - wo man über die Autodächer hinweg sehen kann - sind bsp. rechts vor links Situationen erst viel später klar und deutlich.
Trotz allem, nach zwei Jahren die ich nun ein Auto fahre - ich halte mich selbst für einen eher vorsichtigen Fahrer, aber bei weitem nicht für einen guten Autofahrer - ich muss noch viel lernen. - #127 14.11.2011 11:24 von
Gar nicht so gefährlich
Auf den Radweg will man ganz bestimmt auch nicht, da jenseits des Jogger-Tempos dieser der weitaus gefährlichste Weg ist in der Stadt. Ein Mofa ist dafür viel zu schnell, ein vernünftiges Rad (oft schneller als ein Mofa) natürlich auch.
Die Lärmbelästigung für die Anwohner.- nicht zu schnell, aber was spricht gegen 80 auf dem Ring 2 morgens um 3?
Das stimmt. Sollen die Leute ohne Assistenzkram, Navi und kompletter Regelung durch Schilder und Ampeln fahren, sind sie auf einmal hilflos.Alle konzentrieren sich auf das Auswendiglernen von Regeln und der ca.200 Verkehrszeichen.
Das merke ich einerseits im Sommer mit dem Rad ständig, bei dem man bei >30 km/h zu absurden Rennsportmanövern gewzungen wird. Andererseits auch auf der Autobahn beim schnell fahren. Spätestens nach ein paar Minuten darf man von 250 auf 140 runterbremsen, weil wieder jemand den Rückspiegel nicht benutzen konnte. - #128 14.11.2011 14:58 von
Zum Vergleich
In Canada (BC), Theoretische Pruefung jederzeit nach vollendetem 16. Lebensjahr. Keine Schule erforderlich, selber lernen. Kosten fuer den Test $15
Dannach ein Jahr "learners license" begleitetes Fahren mit Eltern oder jemand ueber 25 mit gueltigem Fuehrerschein.
Nach einem Jahr, erster Praxis Test ($35)
Nach bestehen,fuer zwei Jahre alleine fahren mit gewissen Einschraenkungen (Neulings License).
Nach nochmals zwei Jahren ein weiterer Praxis test fuer $35 und wenn bestanden eine volle fahrerlaubnis fuer $75 pro Jahr.
Not everything Made in Germany is necessarily good! - #129 14.11.2011 15:16 von
Peking, Paris und Wuppertal
Meine Bekannte hat schon jahrelang in Peking die Fahrerlaubnis besessen, als sie nach Deutschland kam - seitdem (ca 4 Jahre) versucht sie sich am Deutschen Führerschein. Ich persönlich würde ihn ihr nicht geben, zuviel Rechthaberei und zuwenig Antizipation.
Der Höhepunkt kam aber, als ich mit ihr über den Champs Elysées nach Paris einfuhr - das Chaotenverhalten der Motos und der PKWs brachte sie dazu, die Hände vor die Augen zu schlagen - was würde sie erst in Ankara oder Kairo machen?
Das größere Problem ist aber das Fahren im Alter: mein Führerschein berechtigt mich, auch vollblind und taub zu fahren? Ich jedenfalls fange zur Vorsicht bald mit regelmäßigen Tests an - ich halte die tausend Geisterfahrer am Tag nicht mehr aus.
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