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Frustriert vom Jura-Studium: Wenn möglich, bitte wenden

Julia JungWas tun, wenn man das Falsche studiert? Als Studienanfängerin in Jura merkte Julia Jung schnell, dass Paragraphen und Mordmerkmale nichts für sie sind. Sie hatte das Paukfach ausprobiert - und schmiss nach fünf Wochen hin. Ein Erfahrungsbericht.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...841572,00.html
  1. #1

    Gute Entscheidung!

    Jura ist das klassische Verlegenheitstudium, wenn man sonst nichts weiß.

    Ich wusste auch lange nicht, was ich will, und habe Jura studiert. Mädels, euch ist unheimlich viel erspart geblieben. Unzählige tröge Vorlesungen und quälende Hausarbeiten. Spaß gemacht hat es mir später einmal kurz im Referendariat, wenn man mal vor Gericht darf. Also die Praxis.

    Ich habe es dann komplett durchgezogen, bis zum 2. Staatsex.
    Heute würde ich jedem raten, sofort abzubrechen, wenn einen das Studium nicht richtig fesselt. Man hat sonst auch keine Chance gegen diejenigen Studenten, die es wirklich interessiert, und quält sich nur herum.

    Also Daumen hoch, richtige Entscheidung.
  2. #2

    Ähmmm ja...

    der ganze Artikel klingt irgendwie nach einem Tagebucheintrag einer 16 Jährigen. Genauso siehts auch mit der Bedeutung des "Artikels" aus. Solche Sachen passieren in jedem Semester, an jeder Uni und in jedem Studienfach. Von daher, irgendwie bedeutungslos was die gute Dame hier schreibt. Von mir aus kann sie das bloggen oder gerne auch twittern, da würde es sich in eine lange Schlange weitere noch größerer Unwichtigkeiten einreihen.
  3. #3

    Paukfach

    Ich habe es bestimmt schon einmal hier im Spon-Forum losgelassen, aber gern noch einmal: Jura hat sehr wenig mit Pauken zu tun. Vielmehr allerdings mit Systemverständnis und der grundsätzlichen Begabung zwei oder mehr Seiten derselben Medaille überhaupt sehen zu können.
    Das was der Otto-Normal-Student im Fach Rechtswissenschaften so gerne paukt sind allesamt Dinge, die man, so man sich denn ein paar Jahre lang mit etwas ernsthaft (nicht intensiv, nur eben ernsthaft) auseinandersetzt, sowieso von ganz allein lernt. Wo da allerdings auch noch das letzte Aktenzeichen und die letzte Mindermeinung wortwörtlich aus dem Lehrbuch eingepaukt werden ist´s mit "Rechtswissenschaften" eh vorbei und die Damen und Herren die so ihr Studium verbringen werden, zum Glück, zu einem großen Teil beim 1. Staatexamen (gibt´s das überhaupt noch?) ausgesiebt. Rechtswissenschaft ist Geisteswissenschaft und wer da meint mit Pauken und Repetitorien sich durch´s Studium schleppen zu müssen - bittesehr. Ich kann Ihnen nur aus eigener Erfahrung sagen, dass man eine juristische Abschlussprüfung (sei´s nun Staatsexamen, oder was man da auch immer heute hat) durchaus auch ohne großes Lernen mit einer "mentalen Vorbereitungszeit" von 3-4 Wochen (noch einmal in die Bücher schauen) bestehen kann. Vielleicht nicht unebdingt mit Bestnote, aber auch weit entfernt von "gerade so".

    Habe den Artikel jetzt gar nicht gelesen, fühlte mich irgendwie genötigt hier zu posten, nachdem ich "Paukfach" las. Bitte, liebe angehende Stundenten, glaubt nicht, dass Jura sich mit Pauken bewältigen lässt - das ist, mit Verlaub, bullshit.
  4. #4

    Re: Paukfach

    Zitat von Kokeldil Beitrag anzeigen
    Ich habe es bestimmt schon einmal hier im Spon-Forum losgelassen, aber gern noch einmal: Jura hat sehr wenig mit Pauken zu tun. Vielmehr allerdings mit Systemverständnis und der grundsätzlichen Begabung zwei oder mehr Seiten derselben Medaille überhaupt sehen zu können.
    Das was der Otto-Normal-Student im Fach Rechtswissenschaften so gerne paukt sind allesamt Dinge, die man, so man sich denn ein paar Jahre lang mit etwas ernsthaft (nicht intensiv, nur eben ernsthaft) auseinandersetzt, sowieso von ganz allein lernt. Wo da allerdings auch noch das letzte Aktenzeichen und die letzte Mindermeinung wortwörtlich aus dem Lehrbuch eingepaukt werden ist´s mit "Rechtswissenschaften" eh vorbei und die Damen und Herren die so ihr Studium verbringen werden, zum Glück, zu einem großen Teil beim 1. Staatexamen (gibt´s das überhaupt noch?) ausgesiebt. Rechtswissenschaft ist Geisteswissenschaft und wer da meint mit Pauken und Repetitorien sich durch´s Studium schleppen zu müssen - bittesehr. Ich kann Ihnen nur aus eigener Erfahrung sagen, dass man eine juristische Abschlussprüfung (sei´s nun Staatsexamen, oder was man da auch immer heute hat) durchaus auch ohne großes Lernen mit einer "mentalen Vorbereitungszeit" von 3-4 Wochen (noch einmal in die Bücher schauen) bestehen kann. Vielleicht nicht unebdingt mit Bestnote, aber auch weit entfernt von "gerade so".

    Habe den Artikel jetzt gar nicht gelesen, fühlte mich irgendwie genötigt hier zu posten, nachdem ich "Paukfach" las. Bitte, liebe angehende Stundenten, glaubt nicht, dass Jura sich mit Pauken bewältigen lässt - das ist, mit Verlaub, bullshit.
    Um zum Examen zugelassen zu werden, muss sie jedoch durch die Hausarbeiten und Klausuren, also einige Scheine erlangen. Und diese sind auf jeden Fall sehr verschult. Auch wird sie eine Menge Zeit in Bibliotheken verbringen. Wem das keinen Spaß macht, der sollte nicht Jura studieren.

    Erfahrungsgemäß bricht die Hälfte der Erstsemester das Studium auch sehr früh ab. Außerdem wird es im Beruf nicht anders sein, sehr viel lesen, sehr viel Zeit in Bibliotheken.

    Mein dringender Rat ist wirklich, nichts zu machen, das einem keinen Spaß macht. Denn dann fehlt die Motivation, die jederman braucht.
    Ich habe zuviele Menschen kennengelernt, die Dinge tun, welche nicht ihrer Berufung entsprechen. Und Jura ganz ehrlich, kann stinklangweilig sein. Vor allem, geht mal in ein Verwaltungsgericht...das ganze Umfeld: einfach nur dröge !
  5. #5

    optional

    Ein guter Artikel. Die Autorin beschreibt etwas, was tatsächlich vielen Menschen passiert. Die wenigsten schaffen es jedoch, sich selbst (oder anderen) einzugestehen, dass sie die falsche Wahl getroffen haben. Ich habe im Studium (nicht Jura) viele erlebt, die mit dem Stoff nicht zurechtkamen, weil es sie nicht interessiert hat. Die haben aber krampfhaft daran festgehalten, weil das Abbrechen eines Studiums ja ein schlechtes Image hat. Dies führte dazu, dass diese Leute am Ende gezwungen waren, das Studium zu beenden, weil sie diverse Klausuren zu oft versiebt haben.
    Von daher ist es wirklich schlauer, nach 5 Wochen das Ganze zu beenden, statt nach 3 Semestern oder mehr zu merken, dass die Zeit und Arbeit vollkommen für die Katz waren...
    Es ist also keine Schande, ein Studium abzubrechen, wenn es nicht das Richtige ist.
  6. #6

    Sehr wohl ein Lernfach

    @Kokeldil:

    Sicher, dass das Jura war, dass Sie studiert haben!?? ^^

    3-4 Wochen Vorbereitungszeit fürs Examen (ja, das gibt es immernoch), halte ich dann schon für eine fast unmögliche Geschichte. Ok, vielleicht sind sie wirklich sehr begabt. Aber was mich eigentlich an Ihrem Kommentar stört, ist die Grundaussage, dass man im Fach Rechtswissenschaften mit Lernen nicht weiter kommt oder man bzw. gar nicht lernen braucht. Das ist, mit Verlaub, bullshit! Ich bin zwar auch der Meinung, dass die große Masse der Jurastudenten sich gerne als elitäre Einheit betrachtet, weil sie mehr lernen müssten als Studenten anderer Fachrichtungen. Das stimmt so natürlich auch nicht, aber wenn ich überlege was ich alleine an Definitionen im Kopf haben muss, wenn ich eine Klausur über Verfassungsrecht schreibe...Die muss man lernen, das geht nicht anders! Dazu kommen Schemata zum Prüfungsaufbau, Streitstände uvm. Das ist schon eine gehörige Portion und im 1. Examen muss man innerhalb einiger Tage den Stoff aller drei großen Rechtsgebiete "drauf" haben. Da reichen bei bestem Willen keine 3-4 Wochen. Und selbst wenn, man muss definitiv viel auswendig lernen in diesem Fach. Auch nicht viel mehr als wenn man eine andere Sozialwissenschaft studiert (ich habe den direkten Vergleich selbst erprobt ^^), aber diese Kommentare a la: "Quatsch, Jura hat kaum was mit Lernen zu tun", sind einfach falsch. Aufgrund solcher Kommentare bleiben viele Studenten viel zu lange im offensichtlich falschen Studienfach dabei und ärgern sich dann später über die "verlorene" Zeit. In diesem Sinne kann ich die Autorin nur zu dem Schritt beglückwünschen, rechtzeitig die Reißleine gezogen zu haben. Aber Vorsicht: Auch Politikwissenschaften studieren sich nicht von alleine!
  7. #7

    Gratulation!

    Die Autorin hat absolut richtig gehandelt, weil sie - wie ich meine - auf ihre "innere Stimme" gehört hat. Das Problem bei Jura ist: Manche brauchen Jahre, um zu erkennen, dass sie es nicht können oder wollen. Die alte Volksweisheit "Man soll zu Ende bringen, was man einmal angefangen hat.", kann man einem Studenten im 8. Semester empfehlen. Es ist aber überhaupt kein Problem nach einem, zwei oder drei Semestern die Weichen anders zu stellen. Das ist vielmehr konsequent und ehrlich. Später lächelt man über diese "verlorenen Jahre". Gemessen an der Lebensarbeitszeit fallen diese überhaupt nicht ins Gewicht!

    Ich selbst habe im Studium und sogar später noch im Referendariat mit Jura gehadert. Heute bin ich aber froh, Jurist zu sein. Interessant wird die Sache erst ab dem Referandariat und in der späteren Berufspraxis und -Spezialisierung. Bei manchen Studiengängen ist das anders herum. Da werden Raumstationen und Städte von angehenden Architekten geplant (cool!) und später stellt sich heraus, dass viele von diesem Beruf nur ein sehr karges Auskommen haben oder den ganzen Tag stupide Detailzeichnungen anfertigen müssen.

    Man sollte auch nicht vergessen, dass das Studium nur eine verhältnismäßig kurze Periode im Leben darstellt und dass später der Faktor "Geld" eine gewichtige Rolle (leider) spielt.

    Im Vergleich zu Architektur und Germanistik ist Jura eine relativ sichere Bank, wer aber vor allem "zwecknützig" studiert, sollte lieber etwas mit "Wirtschaft" machen. Das geht deutlich schneller, bringt im Schnitt genauso viel ein und dürfte im Verhältnis weniger Einsatz erfordern (es sei denn, man macht VWL). Vor allem hat man weniger Nervenkrieg als bei den juristischen Examen...

    Unterschätzt wid auch der Lehrerberuf: Gute work life balance und ein im heutigen Vergleich gutes Gehalt (schaffen viele (Einzel-)Anwälte bei doppelter Arbeitszeit nicht).

    Und für alle die, die sich nicht entscheiden können: Bleiben sie nicht an der Kreuzung stehen, sondern folgen Sie einfach einem der beiden Wege. Manchmal führen beide an das gleiche Ziel, denn es gibt immer wieder überraschende Querverbindungen.
  8. #8

    optional

    Die Studienabbrecherin hat ganz richtig gehandelt und jeder der in einem Jurastudium bis zum ca. 6. Semester merkt, dass er das eigentlich nicht machen will oder kann sollte es bleiben lassen. Die Staatsexamina sind so mit die härteste psychische Belastung in einer deutschen Ausbildung und viele zerbrechen daran. Das sollte man sich ersparen. Es gibt daneben eine derartige "Juristenschwemme", dass nur die wirklich guten Juristen zum erstrebten Geld und Ansehen kommen. Es gibt zuviel Konkurrenz und durchschnittliche Juristen krebsen daher am Existenzminimum rum. Ich würde schätzen, dass zwei Drittel der Volljuristen heute ihren Job verfluchen, weil sie keine Staatsnote schafften und als selbständiger Anwalt entweder nix verdienen (Mandanten aquirieren lernt man in keinem Studium) oder sich unter ausbeuterischen Konditionen als angestellter Anwalt totarbeiten. Jura macht man ganz oder gar nicht. Je früher man erkennt, dass man es ganz nicht machen kann oder will, um so besser.
  9. #9

    optional

    "Jura hat sich gut angehört, verspricht Ruhm und Kohle."

    Mann ist das Mädel naiv: Dieser Satz allein zeigt schon, dass sie sich im Vorfeld weder mit dem Studiengang noch mit dem Arbeitsmarkt für Juristen befasst hat.








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