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Frust über Endlos-Diskussionen: Piraten sagen Querulanten den Kampf an

dapd"Karrieristen, Trolle, Verschwörungsfritzen": Die Piraten werden ungeduldig mit Störenfrieden in den eigenen Reihen, Selbstdarsteller sollen künftig ausgebremst werden. Der Grund ist klar - die Aufstellung für die begehrten Listenplätze zur Bundestagswahl rückt näher.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...843405,00.html
  1. #20

    Das...

    Zitat von derwosblickt Beitrag anzeigen
    Kenne auch zwei so Hempels, die bei den Piraten eingetreten sind mit der Begründung "bei denen kann man am schnellsten Karriere machen, wenn man mal in die Politik will".

    Da kommt mit irgendwie das Grausen und wählen kann ich die dann auch nicht mehr.
    ...war 2004 bei der WASG genauso.Ich bin aus dem "Verein"genauso schnell wieder ausgetreten wie ich eingetreten war....alles nur "Pöstchengeier"....und wenn die PIRATEN mit sich selber ehrlich wären,würden sie das auch für 99% ihrer "Mitglieder"auch bejahen!
  2. #21

    Wat den een sien Uhl, is den annern sien Nachtigal

    Warum soll es den Piraten besser gehen, als den anderen Konservativen von der CDU. Dort zerlegt der Uhl in einer Nach- und Nebelaktion zum Melderecht, Glaubwürdigkeit und Handlungsfähigkeit der Schwarz-Geld-Koalition. Die dann immer als Trolle und Verschwörungstheoretiker auszugrenzen, nur weil die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen kräftezehrend ist, ist ziemlich platt, wenn auch weitverbreitet.

    In jeder Partei hat man schwierige Leute, so ist das Leben. Zu glauben, das wäre jetzt bei den Piraten besonders wegen anstehender Mandate, ist ein Irrglaube. Die Schwierigen sitzen längst im Kern. Mir ist es vor zwei oder drei Jahren passiert, dass auf einem Bord der Piraten ein Ex-SPDler als Admin seine unkontrollierte Macht vervollkommnen wollte. Wie weiland der Geßler von Tell forderte, einen dumpfbackigen Hut auf einer Stange zu grüße, so sollte Demut vor der Verwendung der Schriftfarbe grün gezeigt werden (wie bei einem Minister in der Regierung). Wer sich erdreistete, die Schriftfarbe grün zu verwenden, war ein Troll, Störer, Verschwörungstheoretiker und wurde Gegenstand der stalinistisch anmutendenn Säuberungen. Man war geneigt zu sagen: Is klar, Genosse :-)

    Um die Brücke zu den anderen Konservativen zu schlagen: Nachtigall, ick hör Dir trapsen :-)
  3. #22

    Zitat von Pingvin Beitrag anzeigen
    Na, Herrschaften, wer wird denn klagen. Her kann man die "Liquid democracy" beim Funktionieren (oder eben nicht) beobachten.

    Man muß sich das Ganze dann nur noch mit über 60 Millionen Wahlberechtigten denken, die alle über alles mitreden. Die erste Beschlußvorlage (von einer Abstimmung redet noch lange keiner) dürfte in einigen Jahren vorliegen.

    Ich stelle mir das Zustandekommen des "Siebten Gesetzes zur Änderung eisenbahnrechtlicher Vorschriften" -- unlängst vom Bundestag beschlossen -- in der direkten Demokratie sehr erheiternd vor.
    Ich warte seit 2 monaten auf meine mitgliedsnr., womit ich dann bei ``liquid democracy´´mit wirken könnte,ausserdem wollte ich
    meinen mitgliedjahrebeitrag gerne sofort bezahlen,fehlanzeige.
    Ich habe mich in der Berliner Geschäftsstelle persöhnlich als mitglied
    eingetragen.Mittlerweile glaube ich das von den anwesenden evtl.
    einer mitglidsanträge die nicht mit dem persöhnlichen meinungsprofil
    ausgestattet sind im papierkorb landen.
    Die Piraten hätten die möglichkeit wichtige themen an die sich die etablierten nicht ranwagen medienwirksam auf die tagesordnung zu setzen,
    was passiert ist leider nichts ausser das sich die selbstdarsteller mit
    den überzeugungstätern um die macht streiten.
  4. #23

    Herzlichen Glückwunsch!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Karrieristen, Trolle, Verschwörungsfritzen": Die Piraten werden ungeduldig mit Störenfrieden in den eigenen Reihen, Selbstdarsteller sollen künftig ausgebremst werden. Der Grund ist klar - die Aufstellung für die begehrten Listenplätze zur Bundestagswahl rückt näher.

    Offener Brief von Piraten gegen Störer und Trolle - SPIEGEL ONLINE
    soso. Die Freak-Partei "entfreakt" sich. Binnen kurzem werden sie Strukturen wie alle anderen Parteien auch haben, bloß von vornherein ganz ohne Inhalte. Die anderen Parteien haben dazu immerhin 30 Jahre gebraucht, die Piraten schaffen das in unter 3 Jahren. Herzlichen Glückwunsch!
  5. #24

    Das System wirkt von oben

    Wer immernoch glaubt, dass die Macht alleine von unten ausgeht sieht doch so langsam den klaren Beweis, dass dem nicht so ist. Ein System ist mehr als die Summe seiner Teile, und wer in diesem politischen Zirkus einen mehr als 5% Auftritt will braucht Parteiraeson und was alles noch dazugehoert. Dieser Sachverhalt geht auf das System zurueck. Wer Arbeitnehmer oder sonstwie beschaeftigt ist hat einfach nicht soviel Zeit zu investieren wie Karrieristen (die ja dann Arbeitnehmer im politischen Geschehen sind). Gibt es keine Parteiraeson bleibt man bei unbeantworteten Fragen zurueck etc. Im Endeffekt war die Piratenpartei erstmal so stark, da sie dutzende Meinungen akkumuliert hat, deren Vertreter nun Schritt fuer Schritt das Boot wieder verlassen, da die Partei eben in all diesen Fragen zu jeweils einer Antwort konvergiert.

    Die Piraten beantworten die Systemfrage fuer den geneigten Zuschauer wunderbar.
  6. #25

    reih und glied!

    ich bin weder pirat noch will ich in den bundestag. doch dieser artikel liest sich für mich zwischen den zeilen etwa so: piraten sind in den parlamenten angekommen und werden dort nun erstmal schön von den etablierten auf die wege der "alternativlosen" politik in D eingeschworen.

    resultat u.a.: die quertreiber müssen weg! bin mir sicher, dass es da nicht nur pro-rauchen-stimmen gab, sondern auch gefährliche, radikale ideen zur sog. euro-krise, zu den kriegen in afghanistan & irak etc. ist ja auch einfach: "extremistische" stimmen werden einfach abgekanzelt. demokratie total!

    noch 4 bis 6 jahre, dann sind die piraten nicht mehr von der restlichen grümschwarzrotgelben sauce zu unterscheiden.
  7. #26

    Kann nicht funktionieren

    Zitat von axel_roland Beitrag anzeigen
    Basisdemokratie heißt eben auch jedem noch so nervigen Querulanten sein Stimmchen zuzugestehen. Deswegen habe ich für mich persönlich schon lange entschieden: Ich halte nichts mehr von Basisdemokratie. Ein bisschen Diktatur INNERHALB(!) einer Partei muss sein, wenn man was erreichen will. Das Modell Apple und viele andere aus der freuen Wirtschaft zeigen das Eindrucksvoll.
    Ich sehe das ähnlich, eine Partei müßte sich als erstes klare Ziele setzen und eine Richtung geben- es Allen und Jedem recht zu machen, ist unmöglich. Die Grünen hatten in der Anfangszeit Antiatom- und Umweltpolitik als ihre Schwerpunkte gehabt, aber die Piraten sind für mich per se unwählbar, weil ich nicht erkennen kann, in welche Richtung sie eigentlich wollen. So sympathisch die Basisdemokratie auch scheinen mag- sie funktioniert ja noch nicht einmal in der kleinsten Menge der Gesellschaft- der Familie, ohne dass eine Richtung vorgegeben wird. Alle Diskussionen müssen letztlich den Kompromiss zum Ziel haben, welcher den meisten Beteiligten am wenigsten wehtut. Hast du aber "Trolle und Querulanten" an Bord, findest du nie ein Ende.
    Wenn die Grundsätze da sind, sollte sich rasch die Spreu vom Weizen trennen lassen.
  8. #27

    Stimmt:

    Zitat von StaticBool Beitrag anzeigen
    Es fließen Strömungen mit in die Entscheidungsfindungen ein, die dem grundsätzlichen Parteicredo entgegen stehen!

    Niemand hätte bspw. bei den Grünen ernsthaft zur Diskussion stellen können, die Zahl der Atomkraftwerke zu verdoppeln und den Abfall vor einem armen Land auf der anderen Seite der Welt im Meer zu verklappen.
    Wer aber entscheidet über das "grundsätzliche Parteicredo" der Piraten - irgendwelche externen Hüter der Politischen Korrektheit, oder doch ergebnisoffen diese selbst...? oO
  9. #28

    Zitat von ruhepuls Beitrag anzeigen
    Jetzt lernen die Piraten die Gründe kennen, warum die etablierten Parteien so sind, wie sie sind.
    Egal ob Partei, Verein oder informelle Gemeinschaft, in der Regel überwiegt die Zahl derer, die "tolle" Ideen haben, die Zahl derer, die bereit sind sie auch tatkräftig umzusetzen bei weitem.
    Die müssen jetzt eben schmerzhaft lernen, dass viel schwerer ist als gedacht, eine wirklich neue Idee zu haben.
  10. #29

    Ideen nicht erwünscht

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dort die Menschen, die neue Ideen einbringen und die Zukunft der Partei mitgestalten wollen, nicht mehr erwünscht sind. Es hat sich schon eine starre Hierarchiestruktur etabliert und neue Mitglieder nur dann willkommen sind, wann sie keinen Anspruch auf Partizipation in Entscheidungsprozessen erheben, die Entscheidungen der Altmitglieder kommentarlos mittragen und sich lediglich als Gehilfen einbringen wollen. Ist sehr fraglich, ob eine solche Vorgehensweise den Grundsätzen dieser Partei überhaupt entspricht ... darum geht es da aber wahrscheinlich nicht mehr. Es sind nicht mehr die Grundsätze, sondern in erster Linie die Personalien wichtig!








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