Es ist ein verheerendes Ergebnis: Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Gallup haben 23 Prozent der deutschen Mitarbeiter gar keine Bindung zu ihrem Job. Hauptgrund ist schlechte Personalführung. Durch sie entstehen volkswirtschaftliche Schäden im Milliardenhöhe.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...822519,00.html
Wenn das Personalbüro schon 'Human Resources' heißt, WER bitte erwartet dann irgendwas?
Jedem Mitarbeiter wird doch mehr oder weniger klargemacht: du bist austauschbar, auch nach 30 Jahren.
Kinder? Haus bauen? Wohnung kaufen? Konsum ankurbeln? Ohne einen sicheren Arbeitsplatz im Rücken ... ein Abenteuer auf welches, verständlicherweise, immer weniger Arbeitnehmer Lust haben.
Den Managern geht es nicht besser, Wulff war 100% Deutschland. Er hat das Land perfekt repräsentiert, wenn man genau hinschaut. Überall immer nur das meiste für sich selbst herausholen, ohne Rücksicht oder vorausschauendes Handeln. Das hier und jetzt, nicht das Morgen, zählt.
Die Industrie handhabt das genauso: Investitionen die sich erst in 20 Jahren lohnen? Wenn ich evtl. schon bei der Konkurrenz arbeite? Oder mein Nachfolger den Erfolg einheimst? Und ich JETZT schlechte Zahlen habe und dadurch einen niedrigeren Bonus? NEIN! Das geht gar nicht.
Accept it, it's doomed, the system itself ... failed, epically.
Es ist furchtbar simpel und man braucht nur gesunden Menschenverstand dafür (vermutlich wird es deswegen so wenig beachtet): am besten lernt und arbeitet der Mensch, wenn er positives Feedback bekommt! Aber zuviele meinen immer noch, dass die richtige Behandlung für Fehler ein Nackenschlag ist. Aber Menschen lernen aus Fehlern, bzw. wer keine Fehler macht der lernt auch nicht. Und wenn man einen Fehler macht, weiß man das selbst und ärgert sich, und muß nicht vor versammelter Mannschaft angepankt werden. Viel besser ist es, den Mitarbeiter positiv wieder aufzubauen, ihm den Rücken zu stärken und zu zeigen, dass man ihm vertraut.
Es ist schwer, eine vernünftige Diskussionskultur zu entwickeln, aber: warum sind Unternehmensberatungsteams oftmals mit ganz verschiedenen Persönlichkeiten und unterschiedlichsten indivduellen Fertigkeiten bzw. Ausbildungen zusammen gesetzt? Weil die bestehenden Probleme von allen Seiten möglichst kreativ analysiert und diskutiert werden sollen! Und auch mal was blödes gesagt werden kann - weiß man denn vorher, ob es wirklich blöd ist?
Vor kurzem hab ich irgenwo einen "Trick" gelesen: wenn eine Projektvorbereitung abgeschlossen ist, setzen sich alle Beteiligten noch einmal zusammen und diskutieren unter dem Gesichtspunkt: "wir haben das Projekt wie geplant realisiert. Es ging total schief. Woran könnte es gelegen haben?".
Chefs (und alle übrigen Mitarbeiter auch!) sollten es sich angewöhnen, alle übrigen Kollegen regelmäßig zu loben - denn alle ziehen ja an einem Strang.
Beim miesen Behandeln der Mitarbeiter sind jedoch selten die oberen Führungetagen "schuld". Das eigentliche Problem ist das ahnungslose, zutiefst inkompetente Gesindel, welches in den mittleren Ebenen der Unternehmen herum lungert, nach oben buckelt und nach unten konsequent tritt und meint, so nach oben zu kommen. Die sich mit Titeln rühmen und in Wirklichkeit wenig bis keine Ahnung haben, arrogant mit den Mitarbeitern umgehen und der oberen Chefetage konsequent Honig ums Maul schmieren. Die bringen dem Unternehmen keinen Wert, im Gegenteil, sie kosten zusätzlich viel Geld.
Diese "Manager" (Hampelmänner) sind die eigentlichen Problemfälle, die Schuld sind, dass Mitarbeiter zu Heerscharen innerlich kündigen. Sie gehören eigentlich raus geworfen und entsorgt.
...qualifiziert nicht automatisch für erfolgreiche Führungsaufgaben! Aus dem Hickhack und Verhau, dem die heutigen Absolventen ausgesetzt sind, kann nichts vernünftiges auf die Menschheit losgelassen werden! Mal abgesehen von 3 bis-5% echter Talente, die schon vom unternehmerisch geprägten Elternhaus geformt wurden!
Mit verantwortlich sind aus meiner Erfahrung auch die Unzahl mehr oder weniger qualifizierter Personalsucher und häufig auch den Aufsichtsräten, die ihren Aufgaben nur bedingt verantwortungsvoll nachkommen!
Ich war 16 Jahre GF einer deutsch-österreichischen Ges.m.b.H. im Familienbesitz und habe mit der übertragenen Verantwortung, "meine" Ges.m.b.H. wie ein Unternehmer und nicht wie ein Manager geführt!
Manche Leute haben sich vom Leben selbst verabschiedet, kein Wunder, dass sie sich auch aus dem Job verabschieden. Denen kann man nicht helfen.
Hier einige Vorschlaege es zu verbessern:
1) Umfragen bei den Mitarbeitern, wie denn das Klima so ist. Die Bezahlung des Chefs haengt vom Ergebnis teilweise ab. Wenn es zu schlecht ist sogar: feuern.
2) Kuendigungsschutz lockern, damit diese unzufriedenen Mitarbeiter sich schneller einen Job suchen, der sie zufrieden stellt. Gewinn fuer alle.
3) Umfragen beim Kunden, Abnehmer usw., wie denn der Service so war. Und Konsequenzen daraus ziehen.
Sich in die Ecke zu verkriechen und Sabotage betreiben ist einfach unerwachsen. Kann man sich auch nur in einem System erlauben, wo der Schutz hoch genug ist und die Konsequenzen gering.
Gewerkschaften und "Manager" wuerden sehr wahrscheinlich Sturm gegen sowas laufen. Dann muessen wir eben weiter leiden.