Jetzt geht die Hexenjagd wieder los. Kopf hoch, Frau Friedrich und mehr Glück beim nächsten Mal.
Getty ImagesSie wollte ins Finale - und scheiterte in der Qualifikation. Für Ariane Friedrich sind die Olympischen Spiele bereits beendet. Das Aus von Deutschlands Top-Hochspringerin kommt nicht überraschend. Und der DLV muss sich für seine Härtefallregelung rechtfertigen.
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,849127,00.html
Jetzt geht die Hexenjagd wieder los. Kopf hoch, Frau Friedrich und mehr Glück beim nächsten Mal.
Die Norm des DLV lag bei 1,95, nicht bei 1,92 wie in dem Artikel behauptet wird. Friedrich ist in diesem jahr 2x die B-Norm von 1.92 Metern gesprungen.
Hochleitungssportler sind keine Maschinen, sondern auch nur Menschen. Ich weiß daher nicht, ob ich behaupten würde, 1,95 Meter müssten für Friedrich einn Klacks sein.Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie sich vor zwei oder drei Jahren die Achillessehne gerissen hat. Ich glaube für Hochspringer gibt es kaum `ne schlimmere Verletzung.
Warum diese überzogene Kritik? Mit 1,93 Meter hat Ariane Friedrich die Nominierungshöhe von 1,92 Meter übersprungen und somit die Nominierung im Nachhinein gerechtfertigt. Sicherlich ist Ariane höheres gewohnt und auch diesmal war mehr drin... Letztlich ist sie aber nur knapp an der Qualifikation gescheitert. Wenn wir die Nominierung jedes Athleten anzweifelten, der um zwei Plätze das Finale verpasst, müssten wir konsequenterweise auf zwei Drittel aller deutschen Sportler verzichten. Das kann es meiner Meinung nach auch nicht sein...
Wenn man mal ein wenig ausserhalb der Norm liegt, sieht der Deutsche Michel halt kollektiv rot.
Dass es für Arianes Karriere unheimlich wichtig war, in London zu sein, denke ich allerdings auch.
Dieser Teil des Artikels ist Blödsinn: Das Positive an den Personalien Friedrich, de Zordo und Bartels: Sie haben mit ihrer Olympia-Nominierung keinem anderen deutschen Athleten den Startplatz weggenommen. Das Negative: Ihr Abschneiden wirft ein schlechtes Licht auf die Nominierungspraxis und lässt die ansonsten positive Leichtathletikbilanz mit Gold für Robert Harting sowie Silber für David Storl und Lilli Schwarzkopf nicht mehr ganz so strahlend erscheinen.
Friedrich war nie eine Medallienkandidatin und hat keinen Platz einer anderen Athletin eingenommen. Sport besteht nicht nur aus Siegen. Der Brite würde dieses Ausscheiden einen "glorious defeat" nennen und nicht mosern.
Sehe ich anders. Einerseits hat Ariane Friedrich Saisonbestleistung gesprungen und knapp den Endkampf verpasst. Das waren andere (Schwimmer !, 4x400m Staffel Männer) trotz Quali wesentlich schlechter.
Und wir sollten vielmehr Athleten mitnehmen - die Kosten sind dafür im Vergleich zur Gesamtspitzensportförderung minimal, aber die Motivation speziell für jüngere Sportler unendlich gross. Und gelegentlich gibt es ja auch wirklich positive Aussreisser nach oben (Hochsprung U. Meyfahrt 1972 - o.k. sehr lange her - Judo - Frauen Thiele - Silber 2012 - völlige Aussenseiterin).
Und dabei werden noch mehr früh ausscheiden - aber wer dort seine Bestleistung verbessert, hat grosses geleistet und wird in der Zukunft weiterackern.