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Freiheit im Netz : Das Internet ist totalitär

CorbisDas Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...828270,00.html
  1. #1

    Nicht ganz so einfach

    Deep Packet Inspection zu verwenden um das Internet zu zensieren, würde nur dazu führen dass nahezu komplett auf kryptografische Protokolle ausgewichen würde.

    Und nein, bei denen ist DPI unmöglich. Nun könnte man dann natürlich auch versuchen verschlüsselte Kommunikation zu verbieten. Das Problem ist, dass es nicht unbedingt möglich ist zu erkennen ob Kryptografie genutzt wird. Im Extremfall kann man sogar Datenpakete tarnen.

    Da all dies bekannt ist, und auch tatsächlich zum Einsatz käme wenn das Netz totalitär würde, kann man sagen dass das ganze nicht ganz so einfach wäre wie das hier dargestellt wird - zum Glück.

    Anders ist das natürlich wenn man freiwilllig sowas wie Facebook nutzt. Aber wenn so eine Plattform zu stark eingeschränkt wird, sucht man sich halt eine andere, dann ggf. dezentrale - Willkommen zurück im Usenet.
  2. #2

    Gefährliches Halbwissen.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential.

    Freiheit im Netz*: Das Internet ist totalitär - SPIEGEL ONLINE
    Also ist DPI schon bis zu den Spiegelautoren durchgedrungen, die Möglichkeiten der Verschlüsselungen und Steganographie allerdings noch nicht. Es gibt einen Grund, warum beides in China für den normalen Bürger verboten ist - und trotzdem genuntzt wird. Zum Beispiel kann man sich in China verbotene Internetseiten als JPG per Email zusenden lassen, kein Computer kann schnell und zuverlässig genug tausende JPGs mit Texterkennung scannen, einzig ein Hashing wäre hier eine Kontrollmöglichkeit, was aber auch erstens umständlich ist, denn man müsste erst einmal eine Datenbank von "kriminellen" Hashes haben und zweitens ändert sich durch leichte kaum sichtbare Bildmanipulation (zB Rauschen oder Farbeffekte) der Hash vollkommen.

    Es gibt kein 100% sicheres System, alles läst sich umgehen und das gilt für den Gesetzgeber genauso wie für den Kriminellen.
    Gerade darum fordern CCC und Piratenpartei und ähnliche ja eine Änderung dessen, was als kriminell gilt und was welche Kontrolle rechtfertigt. Schließlich ist die einzige Möglichkeit das Internet wirklich zu kontrollieren, das Internet komplett abzuschaffen...
  3. #3

    Wer sich mit den Gesetzen unseres Rechtsstaats abfindet und ohne zu Murren darin lebt, muesste auch mit allen Konsequenzen des letzten Abschnittes keine Probleme haben. Wenn doch, sollte er sich dafuer einsetzen "Spielraum"-Kriterien in die Gesetzebuecher zu bringen. Dass unsere Justiz derartig unformal daher kommt, sollte als Mangel und nicht als "Freiheit" eingestuft werden. Wer sagt denn, dass die Unexaktheit der Gesetzesausuebung im Alltag nur zum Vorteil des Einzelnen eingesetzt werden kann, und nicht auch dessen Freiheit berauben koennte?

    Wer mit der rigorosen Einhaltung der Gesetze eines Landes nicht einverstanden ist, soll sich entweder ueber die im gegebenen Wege der Demokratie fuer Veraenderung einsetzen oder auswandern.
    Selbiges Argument gilt auch fuer das Internet: wer zwingt einen denn dazu Facebook, Android und Co. zu benutzen? Richtig, niemand. Solange ich laut AGB des Dienstes, zu denen ich mich mit Beginn der (zumeist kostenlosen!) Nutzung einverstanden erklaere, kann ich nicht erwarten nicht formulierte Rechte zu haben oder etwa Moeglichkeiten zu besitzen diese zu erhalten.
    Die Freiheit besteht hier doch in der Wahl: wenn einem ein Dienst nicht vollends zusagt: nicht nutzen, einen anderen Nutzen, oder selbst gestalten.
  4. #4

    Zitat von Infonautiker Beitrag anzeigen
    Deep Packet Inspection zu verwenden um das Internet zu zensieren, würde nur dazu führen dass nahezu komplett auf kryptografische Protokolle ausgewichen würde.
    Was ja im Falle von Filesharing völlig wurscht wäre, jeder der Files via BitTorrent oder ähnlichem ins Netz stellt gibt diese ja frei. Die Rechteinhaber müssen ja nur so tun als wären sie auch ein Client und jede Datei abrufen, genauso wird ja derzeit von der MI vorgegangen. Da braucht man gar keine Deep Packet Inspektion.

    Findet man in den abgerufenen Dateien geschütztes Material wird automatisch beim Provider der Name zur IP abgefragt. Was soll man da verschlüsseln.

    Das Problem hier ist ja, dass der Provider gar nicht prüft, ob es sich tatsächlich um geschütztes Material handelt, ihm reicht das Wort der MI um die Daten rauszurücken, so kann man natürlich auch problemlos Nutzer aufspüren die unliebsame Meinungen verbreiten. Verschlüsselung bringt bei Informationen die jeder lesen soll ja nichts.

    Kommt die Vorratsdatenspeicherung liest man einfach alles mit und kann Monate später noch den Namen zur passenden IP ermitteln. Verschlüsselung hilft allenfals bei 1 zu 1 Kommunikation und da ist der Aufwand recht hoch, so dass das nur für wirkliche Verbrecher praktikabel ist, der Normalbürger verschlüsselt keine Emails.
  5. #5

    Eine Antwort auf den Spiegel-Essay „Die Freiheit der Wölfe. Wird das Internet zu einer Schule der neuen Barbarei? und zu
    „Aufstand der Autoren“ von Sven Becker, Jan Fleischhauer, René Pfister beide nnacheinander in Der Spiegel 16/16.04.2012.

    Freiheit wie sie die Piraten meinen ist keine totale Freiheit, wie das immer wieder gerne unterstellt wird in Sätze wie „Die totale Freiheit im Internet begünstigt die Exzesse der Gewalt und einer krankhaften Sexualität“

    Ersten fordern die Piraten nicht die totale Freiheit im Internet.

    Zweitens ist nirgends belegt das Internet Exzesse der Gewalt und einer krankhaften Sexualität begünstigt. Sie wird dort nur genauso von einer Minderheit ausgelebt wie auch im realen Leben. Aber dadurch nicht begünstigt. Das einige wenige die Freiheit des Internets ausnutzen rechtfertigt nicht die Unfreiheit der übergroßen Mehrheit der Online-Nutzer. Dann sollte man vielleicht im realen Leben lieber weltweit die katholische Kirche kontrollieren, die ja leider hier wirklich nachgewiesen vieltausendfach das Leben von jungen in ihr anvertrauten Menschen durch Gewalt und sexuellen Missbrauch zerstört hat.


    Totale Freiheit ist die Freiheit der Wölfe. Und „die Freiheit der Wölfe ist der Tod der Lämmer“ wie Dirk Kurbjuweit zitiert.
    Ersetzt man Wölfe durch Großbanken, Großkonzerne, Super-Geld-Reiche, Monopolisten, große Verwertungskonzerne und durch intransparente Staatsapparate in deren Händen, dann sind Piraten für eine Einschränkung dieser Freiheiten in dem die Piraten für Transparenz und Basisdemokratie streiten.
    Piraten sind für einen gläsernen Staat! Aber gegen gläserne Lämmer sprich den gläsernen Bürger.
    Piraten sind für die größtmögliche Freiheit der Lämmer und dadurch für eine Beschränkung der Freiheit der Wölfe, so das sie der Gemeinschaft nicht schaden können.

    Ja die Piratenpartei will die Freiheit für den normalen Bürgers (die Lämmer) zur Anonymität im Internet, die Freiheit von Kontrolle, Verbot und Zensur wie sie zum Beispiel durch Hartz-IV-Gesetzen bedroht werden.
    All dieses dient zum Schutz der Lämmer und deren Privatsphäre, dem Schutz vor politischer Verfolgung, vor einem möglichen Überwachungsstaat und dem gläsernen Bürger, vor den Nachforschungen durch die Personaler der Unternehmen bei Bewerbungen...

    Keine totale Freiheit sondern eine sehr eingeschränkte Freiheit wollen die Piraten für öffentliche, staatliche und politische Institutionen.
    www.pirat-parzival.de
  6. #6

    Schau mal an

    Dann muss dieses Forum sofort verboten werden.

    Es hat "totalitäres Potential".

    Der Bundestag muss verboten werden. Auch der hat "totalitäres Potential".
  7. #7

    Wer will, der kann und tut es auch

    Das ewige Katz und Maus Spiel. Für jegliche Reglementierung gibts Lösungen. Über den Kopierschutz bei CD und DVD hat man kurz nach der Einführung gelacht. Video bei Youtube Dank GEMA nicht sichtbar? Lächerliche Kinkerlitzchen.
    Egal welche Gesetze erlassen werden, das Internet macht nicht an der Landesgrenze halt. Und das mal alle Länder dieser Erde einig sein werden ist so wahrscheinlich als wenn Facebook oder Google plötzlich veröffentlichen würden wie sie arbeiten und was mit den Daten passiert.
  8. #8

    Missverständnis?

    Zitat von unrolledloop Beitrag anzeigen
    Wer sich mit den Gesetzen unseres Rechtsstaats abfindet und ohne zu Murren darin lebt, muesste auch mit allen Konsequenzen des letzten Abschnittes keine Probleme haben. [...]

    Wer mit der rigorosen Einhaltung der Gesetze eines Landes nicht einverstanden ist, [...].
    Das ist zwar nicht ganz falsch, aber die Aussage, auf die sie sich beziehen verstehe ich anders: Es geht nicht darum, Gesetze nicht rigoros einzuhalten, sondern um das Mittel der totalen Überwachung - mit allen Konsequenzen wie dem Wegfall der Privatsphäre und des Datenschutzes - die im Übrigen auch durch Gesetze unseres Rechtsstaates geschützt werden.
  9. #9

    Au weia...

    hier werden aber mal wieder Äpfel mit Birnen verglichen. Da hat wohl mal wieder die Putzfrau in der Internetredaktion ausgeholfen...

    Facebooks ist kein Gesetztgeber...
    seinen "Gesetzen" kann man sich leicht entziehen.
    Man macht da einfach nicht mit.
    Versuchen sie das mal bei einer Verkehrskontrolle...

    Das Löschen von Malware ist kein "Killswitch"...
    ersteres ist eine Sicherheitsfunktion, letzteres eine Fernsteuerung zur Selbstzerstörung von Gerätschaften (z.B. außer Kontrolle geratenen Raketen).

    "deep packet inspection" ist praktisch auch bei der Post möglich... man kann einfach alle Briefe und Päckchen öffnen bzw. lesen und alles, was nach krimineller Machenschaft aussieht einfach vernichten.

    Das würden die Datenschützer und Juristen sicher begeistern...

    Und was nutzt schon das lesen, wenn man nichts versteht
    weil der "Gegner" eine Fremdsprache oder Verschlüsselung verwendet, oder man einfach nur das Protokol nicht kennt?

    "Alles, was nach BitTorrent aussieht" zu sperren könnte z.B. mächtig in die Hose gehen... BLIZZARD beispielsweise verteilt gewerblich Patches und Downloads seiner Spiele über einen BitTorrent-Client.
    Torrent an sich ist ja nun mal nicht illegal...


    "WIR LESEN JEDEN DEINER POST`S" oder "DEINE BILDER GEHÖREN ALLE UNS" ist vollkommen legal, solange der Nutzer das vorher abnickt, weil er unbedingt irgendwo rein will. Ein Recht auf Teilnahme an einem Angebot hat ein Nutzer nun mal nicht.



    ... Parallel ließe sich ein System einrichten, das an die ertappten Nutzer automatisiert Warnbotschaften verschickt. Oder gleich Strafbefehle.
    und DAS ist dann der Knaller zum Schluss... alle Juristen liegen lachend auf der Matte.








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