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Freiheit im Netz : Das Internet ist totalitär
CorbisDas Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...828270,00.html
- #30 18.04.2012 18:30 von
Dann wird der Staat totalitär (aber nicht das Internet).
Jemand anderes schrieb das hier schon: Der Staat könnte theoretisch auch alle Briefe öffenen und lesen und wir hatten das auch schonmal.
Nur um mal zu verdeutlichen, was hier manchmal gefordert wird. Wollen wir wirklich eine neue Stasi, nur damit der Verwerterindustrie die Profite mit ihrem Geschäftsmodell aus dem letzten Jahrtausend nicht flöten gehen?
Das ist genau die Frage, eine Grundsatzentscheidung, die die Piratenpartei jetzt forciert, und das ist gut so. Denn es muss endlich klargestellt werden, wo wir sind und was wir wollen, statt im stillen Kämmerlein (siehe Fischereiausschuß und ACTA) weiter an dem zu Sägen, was unsere Gesellschaft ausmacht.
Das Routing ist nur ein Aspekt was das Internet ausmacht, ein anderer Aspekt ist die Protokollfreiheit in den oberen Schichten und die Abstraktion von den reinen Daten. Denn so ist es eben möglich, irgendwas irgendwie zu verpacken und über die normalen Kanäle zu schicken.
Und wenn man die Leitung kontrolliert, sieht man im Zweifelsfall dort nur Traffic und Rauschen, was dort drinnen steckt, kann man nicht sehen, es sei denn man kontrolliert -alle- Nodes vom Start bis zum Endpunkt und alle evtl. dazwischen liegenden Hops. - #31 18.04.2012 18:36 von
Der politische Wille
Die technischen Möglichkeiten gehen derzeit bereits so weit, das eine totale Überwachung weit jenseits der kühnsten Träume des grossen Bruders möglich wäre.
Letztendlich benötigen wir den "politischen Willen", um die Umsetzung der Überwachungsgesellschaft zu verhindern.
Mit Ausnahme der Piratenpartei zeigt derzeit keine andere Partei diesen politischen Willen. Die meisten unterhöhlen Grundprinzipien aus reiner Ignoranz oder aus Rücksichtnahme auf Lobbyinteressen.
Gesetzgeber können Provider auffordern, praktisch mit "white list" nur noch einsehbahre Datenpakete zuzulassen (siehe Frankreich Mitte der 90ger, der erste Versuch). Da bliebe dann nur die Steganographie, die aber bei massivem Einsatz auch auffällt.
Letztendlich werden wir uns entscheiden müssen, ob wir "Freiheit vor Überwachung" haben wollen, oder die Konrolle über digitale Kopien.
Letzteres benötigt man für die vollständige Umsetzung der Urheberrechte, aber ist es das wirklich wert, dafür jegliche Kommunikation zu überwachen und damit den Weg für den Überwachungsstaat (und sei es "nur" durch Firmen) zu ebnen? - #32 18.04.2012 18:40 von
Ja sicher, im Artikel, und nicht nur in dem hier, steht allermeist sowas wie "natürlich kann man in völliger Gesundheit leben, wenn man nämlich gegen alle Krankheiten die passende Medizin hat, dann haben die Krankheiten keine Chance." Oder ähnliches. Erinnert auch oft an das schlichte "Heilsreich" das jederzeit eintreten kann, oder vielleicht auch nicht so schlimm, aber in etwa so scheinbar detailgenaue ist das oft beschrieben und zu lesen.
Was ganz anderes ist der Fakt, daß mit "Internet oder kein Internet" eigentlich schon alles gesagt ist. Jede "eingeschränket Form ist praktisch -kein Internet-
Aber ! jetzt kommt's doch noch, nämlich das was Herr Obermann schon mal in einem Zeit-Online Interview mit Anmerkung auf einen Provider Streit in USA nannte. Das nennt sich ganz einfach "priviligierte Nutzung" oder auch ein "Zwei-Klassen Internet". Was faktisch bedeuten muß das es dann nur noch für ausgewählte und bestimmte Leute tatsächlich Internet gibt. Der Rest wird mit -kein Internet- abgespeist. Ganz verständlich war es aber ehrlich gesagt nicht, was er da sagen oder andenken wollte.
Es wirft ja die Frage auf : " Wofür dann Internet bezahlen ?"
Wird jeder der es Nutzern erklären kann, daß sie gar kein echtes Internet haben, mit einem "Maulkorberlass" mundtod gemacht, oder wie könnte das in Echt aussehen ?
Wann wir es den ersten von selbst auffallen, daß "Internet" gar kein Fernsehkanal ist ? Denn irgendwie dreht sich bei dem Thema offenbar alles um Film- und Musikangebote. Manche fragen sich bereits wieso Fernseher jetzt eine Tastatur brauchen. ;) - #33 18.04.2012 19:17 von conny2
Langsam
Die allermeisten Gesetze sind für die reale Welt gemacht und sind im Netz nicht ohne Weiteres anwendbar. Das war einigermaßen hinnehmbar, solange man das Internet nicht nutzen musste, also wenigstens die "Freiheit" hatte, ihm fernzubleiben. Diese Zeiten sind aber wohl endgültig vorbei. Ok, ich brauche mich z.B. nicht auf dieser Seite hier herumzutreiben. Aber ich kann z.B. nicht ohne das Internet mit meiner Dirketbank in Verbindung treten oder bestimmte für mich berufsrelevante Informationen zur Kenntnis nehmen, weil sie nur per Internet abrufbar sind. Auch die Printmedien werden zunehmend durch Onlinezeitungen ersetzt. Wenn dieser längst im Gang befindliche Prozess abgeschlossen ist, wird man nicht mal mehr Zeitung lesen können, ohne sich ins Netz zu begeben. Auch der Verkehr mit Behörden, sogar der Verkehr mit dem Finanzamt, wird bald nur per Internet möglich sein, weil es viel zu teuer ist, Büros mit Menschen aus Fleisch und Blut vorzuhalten, bei denen man vorstellig werden kann um seine Anliegen persönlich vorzutragen. Tatsächlich hat sich die virtuelle Welt längst so massiv in die reale Welt gedrängt, so dass die letztere ohne die erstere nicht mehr funktionieren würde. Würden wir heute ohne das Netz dastehen und wären gezwungen, den Gang der Dinge so zu organisieren, wie sagen wir, im Jahr 1970, kämen wir alle möglichen Teufelsküchen. Und wenn das so ist, dann muss man in der Tat dafür sorgen, dass der scheinbare Freiraum, den das Netz gewährt, nicht zur Falle wird, aus der es für den Einzelnen kein Entrinnen mehr gibt. Eben dies ist aber zu befürchten, wenn das Internet nach den dürftigen Spielregeln der Anarchie verwaltet wird statt nach den relativ komfortablen Spielregeln der Demokratie.
- #34 18.04.2012 19:41 von
Das ist aber auch genau meine Aussage und auch die Aussage des Autors des Artikels, sofern ich ihn richtig verstanden habe
("Die Frage ist, ob wir in einer solchen Welt leben wollen.")
Siehe auch
Freiheit im Netz : Das Internet ist totalitär
Das Problem ist einfach das der Aufwand immer höher wird. Auch in einem totalitären Staat kann man die Überwachung umgehen mit dem entsprechenden Wissen und dem entsprechendem Risiko. Auch in Briefen kann ich geheime Botschaften verstecken sofern diese geöffnet und gelesen werden. Da gibt es zum Netz keinen Unterschied.
Aber wollen wir in einer solchen Welt leben?
Wehret den Anfängen .... wählt Piraten ;) - #35 18.04.2012 19:46 von
Wacht doch mal auf!
Wacht doch mal auf! Das Internet ist doch schon totalitär. Firmen und ihre Horden von Marketingspezialisten wissen genau worauf wir klicken und welchen Bericht wir lesen oder sehen.
Sie wissen wohin wir uns bewegen was wir zu essen Kaufen und vielleicht auch was wir in Fernsehen sehen wenn es Digital übertragen wird. Sie kennen unsere Freunde und sie wissen was wir lieben und hassen aber auch wes wir begehren und keinen sagen.
Jeder weiß ein bisschen und der der genügend Geld hat bekommt zu jeden die Puzzleteile die er möchte
Dazu laufen zwei Schwärme von Usern die einen die sich spontan oder iniziert zu einer Horde verwandeln und dabei alles niedertrampeln was in ihren Weg ist und die anderen die „Hail to the thief” schreien. - #36 18.04.2012 20:23 von
VPN auf einen (zB.) russischen Proxy ist 1:1 und man ermittelt die IP eines Proxy außerhalb der eigenen Rechtsprechung.
Meinetwegen auch über Monate gespeichert.
Nicht jeder, der solche Konfigurationen nutzt, muss ein Verbrecher sein. Für den "Normalbürger" mag das momentan zu kompliziert sein. - #37 18.04.2012 20:41 von
- #38 18.04.2012 21:08 von
Re: unfassbar!!!!!!!!!!
Bestimmt alles Internet Raubmordkopierer, oder?
Das Internet ist nicht gesetzlos.
Oft kolportiert, aber dennoch falsch.
Aus Ihrem Beitrag spricht viel Verbitterung, IMO.
Warum?
Jetzt werden Sie auch noch pampig.
Nein, nicht jeder "Schwachkopf" kann das.
Sie waren es doch, der auf fachliche Qualifikation wert legt.
Das mag so sein. Mir persönlich gefällt das auch nicht.
Zu der Gaukelei gehören aber immer zwei.
Offensichtlich lässt sich damit Geld verdienen.
Jetzt werden Sie aber beleidigend. Was soll das?
Glauben Sie, als "Kreativer" etwas besseres zu sein?
In welchem Bereich sind Sie denn "kreativ" tätig? Na?
Ich glaube, Sie lesen die falschen Zeitungen (um es vorsichtig auszudrücken). Woher nehmen Sie diesen Vorwurf?
Pff.
Hätten die damals schon Verwertungsgesellschaften gehabt, würden wir tatsächlich noch dort sitzen.
Naja, kommen Sie mal ein wenig runter ;-)
Und lassen Sie die Nazikeule stecken.
Mit der Nummer schießen Sie sich bei Ihrer Argumentation nur in das eigene Knie. - #39 18.04.2012 21:32 von
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