Freiheit im Netz : Das Internet ist totalitär

CorbisDas Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...828270,00.html
  1. #20

    @ Infonautiker & mindphuk

    Ihre Argumentation ist kurzsichtig.

    Es ist unbestritten das immer Möglichkeiten geben wird Überwachung zu umgehen, aber je ausgefeilter technische Überwachungsmaßnahmen sind desto mehr technisches Wissen wird dazu benötigt. Ein Wissen das dem Großteil der Bevölkerung nicht zur Verfügung steht.

    Verschlüsselung muss erst mal angewendet werden, Steganographie muss erst mal angewendet werden.

    Was nützen Umgehungstechniken die nur von einer kleinen Gruppe innerhalb einer Gesellschaft beherrscht?

    Grüße
    D.
  2. #21

    >|-)

    Zitat von trident Beitrag anzeigen
    DPI kann P2P nicht verhindern. Notfalls geht der Traffic verschlüsselt über Port 80 - und nun?
    Ich bin Mitglied der Partei DIE PIRATEN; ich trage öffentlich das Abzeichen dieser Partei; ich nutze das Internet; ich bezahle meine von mir benutzte Software: was bin ich?
  3. #22

    Zitat von tpk Beitrag anzeigen
    Wäre es nun technisch und finanziell möglich, Filesharing von Videos und Musik zu unterbinden: ich meine auf eine Weise, die den gröten Teil der jetzigen üblichen User davon abhalten würde, diese zu konsumieren (wird natürlich immer Spezialisten geben, die das umgehen können)?

    Es ist technisch nicht möglich und finanziell nicht zu rechtfertigen. Und spezialist muss man auch nicht mehr sein, um entsprechende Ausweichtechnologien zu benutzen. Da reichen heute ein paar Mausklicks.
  4. #23

    Zitat von mindphuk Beitrag anzeigen
    Also ist DPI schon bis zu den Spiegelautoren durchgedrungen, die Möglichkeiten der Verschlüsselungen und Steganographie allerdings noch nicht. Es gibt einen Grund, warum beides in China für den normalen Bürger verboten ist - und trotzdem genuntzt wird. Zum Beispiel kann man sich in China verbotene Internetseiten als JPG per Email zusenden lassen, kein Computer kann schnell und zuverlässig genug tausende JPGs mit Texterkennung scannen, einzig ein Hashing wäre hier eine Kontrollmöglichkeit, was aber auch erstens umständlich ist, denn man müsste erst einmal eine Datenbank von "kriminellen" Hashes haben und zweitens ändert sich durch leichte kaum sichtbare Bildmanipulation (zB Rauschen oder Farbeffekte) der Hash vollkommen.

    Es gibt kein 100% sicheres System, alles läst sich umgehen und das gilt für den Gesetzgeber genauso wie für den Kriminellen.
    Gerade darum fordern CCC und Piratenpartei und ähnliche ja eine Änderung dessen, was als kriminell gilt und was welche Kontrolle rechtfertigt. Schließlich ist die einzige Möglichkeit das Internet wirklich zu kontrollieren, das Internet komplett abzuschaffen...
    Naja, die Möglichkeiten bestimte traffictypen auch bei Verschlüsselung zu erkennen gibt es auch schon, aber das ist ja genau das Problem das das ganze am Ende auf eine Hase und Igel Problem rausläuft. Entweder man stoppt den Unsinn jetzt ein für alle mal, oder am Ende haben wir ein System mit totaler Überwachung und Gesetze, bei Veschlüsselung ganz verboten ist, oder nur mit Methoden und Schlüsseln, die der Staat entschlüsseln kann.
  5. #24

    Zitat von tasoris Beitrag anzeigen
    Ihre Argumentation ist kurzsichtig.

    Es ist unbestritten das immer Möglichkeiten geben wird Überwachung zu umgehen, aber je ausgefeilter technische Überwachungsmaßnahmen sind desto mehr technisches Wissen wird dazu benötigt. Ein Wissen das dem Großteil der Bevölkerung nicht zur Verfügung steht.

    Verschlüsselung muss erst mal angewendet werden, Steganographie muss erst mal angewendet werden.

    Was nützen Umgehungstechniken die nur von einer kleinen Gruppe innerhalb einer Gesellschaft beherrscht?

    Grüße
    D.

    Das Runterladen eines Programms und dessen Benutzung durch wenige Mausklicks mit Untergrundaktivität (unter Lebensgefahr!) in einem totalitären System zu vergleichen, das ist kurzsichtig.

    Wie ich eben schon geschrieben habe, braucht man heute für sowas kein Spezialist mehr zu sein auch dabei hilft das Internet (und das beweisst, dass das Internet eben nicht totalitär ist). Denn andere haben sich längst die Arbeit gemacht und entsprechende Bundles zusammen gestellt.

    Das Internet wurde erfunden, um einen reibungslosen Informationsaustausch auch unter der Gefahr eines 3. Weltkrieges zu gewährleisten. Und genau diese Eigenschaft macht das Internet unkontrollierbar.
  6. #25

    Freies Netz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential.

    Freiheit im Netz*: Das Internet ist totalitär - SPIEGEL ONLINE
    Freies Netz für freie Bürger!
    Jaja, ich weiß, das gab es eh noch nie, es sei denn, man kannte manchmal recht umfangreiche Umwege.
    Ist es denn sooooo schwer , dem Sinn unseres Grundgesetzes genüge zu tun und private/persönliche Schutzzonen zu definieren, wo Niemand, außer der betroffenen Person selbst, seine "Nase" rein zu stecken hat?!
    Selbstversändlich können in sicherheitsrelevanten und kapitalverbrechecherischen Ausnahmefällen per Gerichtsbeschluss klar umrissene Ausnahmefälle genehmigt werden.
    Aber das Herumschnüffeln von staatlichen und privaten/gewerblichen Wunderfitzen in Computern Dritter, verstößt ganz klar gegen unsere Rechtsordnung.
    Demokratie in unserer gewohnten Freiheit ist eben kein Selbstläufer.
    Das muss jeden Tag auf `s neue erkämpft und verteidigt werden.
  7. #26

    Zitat von trident Beitrag anzeigen
    DPI kann P2P nicht verhindern. Notfalls geht der Traffic verschlüsselt über Port 80 - und nun?
    das ist jetzt aber ein bisschen viel Insiderinformation für den normalen Forentroll...

    ... und gleichzeitig mehr Wahrheit als der gesamte zugrunde liegende Artikel.

    Vollumfängliches DPI übersteigt bei weitem die Möglichkeiten jedes Providers. Und das wird auch noch ein Weilchen so bleiben, da das Datenvolumen durch die stetig steigenden Bandbreite und die "Generation Facebook", die aus jedem Furz einen Film macht, deutlich schneller steigt, als die Rechenleistung und Speicherkapazität der Providerhardware.

    Sie müssten ja nicht nur einzelne Pakete, sondern zumindest einen repräsentativen Teil auf eingebettete Inhalte überprüfen. Da der Sender aber i.d.R. eine Empfangsbestätigung für Paketen erwartet, müssen sie das Paket ausliefern, damit fortlaufend weitere gesendet werden ODER für Sender und Empfänger jeweils die Gegenstelle simulieren (man in the middle-Scenario).

    Verschlüsselte, gepackte oder neu gerenderte Inhalte sind für DPI garnicht erfassbar... kein Computer dieser Erde könnte eine umgepackte BLUE-RAY während des Downloads in Echtzeit von einem Urlaubsvideo unterscheiden. Dazu fehlen im schlichtweg die Vergleichsdaten...

    der Scanner des Providers hat Avatar schließlich nie im Kino gesehen...
  8. #27

    Zitat von mindphuk Beitrag anzeigen
    Das Runterladen eines Programms und dessen Benutzung durch wenige Mausklicks mit Untergrundaktivität (unter Lebensgefahr!) in einem totalitären System zu vergleichen, das ist kurzsichtig.

    Wie ich eben schon geschrieben habe, braucht man heute für sowas kein Spezialist mehr zu sein auch dabei hilft das Internet (und das beweisst, dass das Internet eben nicht totalitär ist). Denn andere haben sich längst die Arbeit gemacht und entsprechende Bundles zusammen gestellt.
    Wenn aber aus genau dem Grund irgendwann schon der Zugriff auf solche Programme verboten und geblockt wird wie kommt man dann an diese Programme? Nicht mehr mit wenigen Mausklicks. Und es gibt schon Ansätze zu Gesetzen die manche Programme verbieten wollen (Hackertools)

    Zitat von mindphuk Beitrag anzeigen
    Das Internet wurde erfunden, um einen reibungslosen Informationsaustausch auch unter der Gefahr eines 3. Weltkrieges zu gewährleisten. Und genau diese Eigenschaft macht das Internet unkontrollierbar.
    Das gilt in sofern als das die Datenpakete sich immer einen Weg suchen. Irgendwann aber müssen die Datenpakete beim Empfänger ankommen bzw. beim Sender verschickt werden. Und das ist nur eine Leitung (Zugangsprovider) die sehr wohl kontrollierbar ist.
  9. #28

    Wikipedia ist das Gefährlichste

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential.

    Freiheit im Netz*: Das Internet ist totalitär - SPIEGEL ONLINE
    Das Internet ist sicher eine gute Erfindung, birgt aber große Gefahren.
    Aus meiner Sicht ist Wikipedia das Gefährlichste, da die meisten Menschen die kritische Bewertung von Information durch sklavischen Glauben an das ersetzen, was in Wikipedia geschrieben steht.
    Und das ist wirklich gefährlich.
  10. #29

    Zitat von mindphuk Beitrag anzeigen
    ...

    Man kann auch IP-Adressen verschlüsseln. Genau das wird im Tor und im Freenet gemacht.
    naja, ganz so funktioniert das nicht, was man halt nur sieht ist eine(Ihre) Verbindung zum Torserver, und sonst dann erstmal Rauschen. D.H. man sieht nicht wohin sie surfen oder was Sie machen, zumindest beim normalen Surfen. Trotzdem ist auch das nur begrenzt sicher (selbst wenn der Tor Server als solcher sicher ist). Man kann ggf. identifizieren, welcher auf der Ihnen abgewandten Tor Seite als böse identifizierter Traffic zu Ihnen geht.