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Freiheit im Netz : Das Internet ist totalitär

CorbisDas Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...828270,00.html
  1. #10

    Zitat von unrolledloop Beitrag anzeigen
    Wer sich mit den Gesetzen unseres Rechtsstaats abfindet und ohne zu Murren darin lebt, muesste auch mit allen Konsequenzen des letzten Abschnittes keine Probleme haben. Wenn doch, sollte er sich dafuer einsetzen "Spielraum"-Kriterien in die Gesetzebuecher zu bringen. Dass unsere Justiz derartig unformal daher kommt, sollte als Mangel und nicht als "Freiheit" eingestuft werden. Wer sagt denn, dass die Unexaktheit der Gesetzesausuebung im Alltag nur zum Vorteil des Einzelnen eingesetzt werden kann, und nicht auch dessen Freiheit berauben koennte?

    Wer mit der rigorosen Einhaltung der Gesetze eines Landes nicht einverstanden ist, soll sich entweder ueber die im gegebenen Wege der Demokratie fuer Veraenderung einsetzen oder auswandern.
    Selbiges Argument gilt auch fuer das Internet
    Sie vergessen dabei eines. Um die Gesetze wie beispielsweise das Urheber- und Verwertungsgesetz oder ähnliches im Internet effektiv durchsetzen zu können, müssen Sie das wichtigste Gesetz, das wir in Deutschland haben, brechen oder zumindest grundlegend verändern, nämlich das Grundgesetz.
    Den nur mit derzeit grundgesetzwidrigen Mitteln ist DPI, Verbot von Kryptographie, Totalüberwachung des gesamten Internetverkehrs und sämtlicher online verfügbaren und abgespeicherten Daten und Totalüberwachung sämtlicher Verbindungsdaten überhaupt möglich.

    Das alles verstößt gegen so viele Artikel des Grundgesetzes und Verfassungsparagraphen, dass man das halbe Grundgesetz umschmeißen müsste, um diese Totalüberwachung umzusetzen. Das fängt beim Postgeheimnis an, geht mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung weiter, über das Recht auf informationelle Selbstbestimmung usw. usf.
    Alles in allem ... einfach nicht umsetzbar und schon gar nicht gewollt ... zum Glück für uns alle.
  2. #11

    Zitat von mcmercy Beitrag anzeigen
    Was ja im Falle von Filesharing völlig wurscht wäre, jeder der Files via BitTorrent oder ähnlichem ins Netz stellt gibt diese ja frei. Die Rechteinhaber müssen ja nur so tun als wären sie auch ein Client und jede Datei abrufen, genauso wird ja derzeit von der MI vorgegangen. Da braucht man gar keine Deep Packet Inspektion.
    Das ist bei dezentralen Netzen nicht mehr möglich. Wenn eine Datei nicht von einer Person hochgeladen wird, sondern im Netzwerk verteilt ist, kann man die Herkunft nicht mehr heraus finden. Versuch mal, den Uploader einer Datei im Freenet zu ermitteln.

    Zitat von mcmercy Beitrag anzeigen
    Kommt die Vorratsdatenspeicherung liest man einfach alles mit und kann Monate später noch den Namen zur passenden IP ermitteln. Verschlüsselung hilft allenfals bei 1 zu 1 Kommunikation und da ist der Aufwand recht hoch, so dass das nur für wirkliche Verbrecher praktikabel ist, der Normalbürger verschlüsselt keine Emails.
    Man kann auch IP-Adressen verschlüsseln. Genau das wird im Tor und im Freenet gemacht.
  3. #12

    unfassbar!!!!!!!!!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential.

    Freiheit im Netz*: Das Internet ist totalitär - SPIEGEL ONLINE
    so ein hahnebüschener Quatsch! Dadurch, dass jeder Beutelschneider und Strauchdieb sich im WorldWideWeb als was-weiß-ich gerieren kann wanken ganze Branchen schon, werden Innenstädte verwaist, weil Einzelhandelsgeschäfte schließen müssen. Diese ganzen Heilsversprecher im gesetzlosen, digitalen Nirvana dürfen sich in allen möglichen Dingen Fachkompetenz andichten, dürfen so tun, als seien sie billiger und mindestens genauso gut, wie die Fachleute pro Produkt oder Dienstleistung, die jahrlang in ihrem Fach arbeiten, die nachweislich Ahnung haben von dem, was sie anbieten und verkaufen.

    Jeder Schwachkopf kann z.B. Flugtickets vermitteln oder Hausratsversicherungen. Vergleichs- oder Bewertungsportale nehmen für sich in Anspruch, einen Markt zu liberalisieren. Dabei sind sie entweder nur dazu da, mithilfe prominenter Reklameschreier Kompetenz für überteuerte Produkte vorzugaukeln oder von der Konkurrenz gedungene Beurteilungen vorzulügen.
    Kreative Leistungen, die immer schon von einer Gruppe von wenig Begabten gering geschätzt wurden, die sollen plötzlich Allgemeingut werden, Künstler sollen endlich leer ausgehen. Dabei würden wir ikm er noch auf Bäumen hocken und mit Keulen um uns wedeln, wenn es nicht die kreative Leistung von begabten Menschen gegeben hätte.

    Aber nur zu, der digitale Webpöbel will die Anarchie. Und da kann man schon mal erzählen, dass jede Einschränkung der Freiheit gleichzusetzen ist mit den finstersten Erfahrungen der deutschen Vergangenheit.
  4. #13

    Sie sind ganz klar ein Troll

    Zitat von unrolledloop Beitrag anzeigen
    Wer sich mit den Gesetzen unseres Rechtsstaats abfindet und ohne zu Murren darin lebt, muesste auch mit allen Konsequenzen des letzten Abschnittes keine Probleme haben. …
    Wer mit der rigorosen Einhaltung der Gesetze eines Landes nicht einverstanden ist, soll sich entweder ueber die im gegebenen Wege der Demokratie fuer Veraenderung einsetzen oder auswandern.…
    Die Freiheit besteht hier doch in der Wahl: wenn einem ein Dienst nicht vollends zusagt: nicht nutzen, einen anderen Nutzen, oder selbst gestalten.
    Sie hätten aber doch deutlich machen sollen, dass Sie hier absichtlich übertreiben und ironisch sein wollen. Im Prinzip beschreibt der Autor eine Welt, in dem jede Art der Telekommunikation, jeder Datenaustausch überwacht und Verfehlungen automatisch bestraft werden.

    Vergleich: jeder Bürger bekommt einen Sender eingepflanzt und jede Übertretung wird registriert und ggf. geahndet: Zu viel Wasser verbraucht, zu schnell gefahren, seine Kontingent Lebensmittel zu spät abgeholt, seine Steuern nicht schnell genug gezahlt, Kontakt zu Ausländern gehabt oder zu wenig, einen Witz über Seehofer gehört und nicht gemeldet, einen kritischen Beitrag über Israel gelesen und nicht gemeldet, eine Zigarette im Haus geraucht, mehr als 1 Bier getrunken, außerehelichen Verkehr gehabt usw.
  5. #14

    Zitat von mcmercy Beitrag anzeigen
    Was ja im Falle von Filesharing völlig wurscht wäre, jeder der Files via BitTorrent oder ähnlichem ins Netz stellt gibt diese ja frei. Die Rechteinhaber müssen ja nur so tun als wären sie auch ein Client und jede Datei abrufen, genauso wird ja derzeit von der MI vorgegangen. Da braucht man gar keine Deep Packet Inspektion.

    Findet man in den abgerufenen Dateien geschütztes Material wird automatisch beim Provider der Name zur IP abgefragt. Was soll man da verschlüsseln.
    Klar kann man das verschlüsseln, aber dann muss der ganze Filesharing-Dienst verschlüsselt sein. Funktioniert nicht nur bei Filesharing, sondern auch bei sämtlichen anderen Web-Diensten. Ist auch keine Zukunftsmusik mehr, denn solche Systeme gibt es schon und sie funktionieren ... selbst mal vor einiger Zeit getestet, als die ACTA-Sache bekannt wurde. Lesen Sie sich folgendes und die dort angegebenen weiterführenden Links mal durch:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Freenet

    Gibt auch schon einige andere, ähnlich arbeitende Systeme. Gegen derartige Systeme können Sie wirklich nur noch vorgehen, indem Sie das Internet komplett abschalten.
  6. #15

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Beispiel: Selbstverständlich wäre es möglich, die Nutzung von dezentralen Tauschbörsensystemen wie BitTorrent zu unterbinden. Man müsste dazu - beispielsweise - eine Technik namens Deep Packet Inspection nutzen. Gewissermaßen Durchleuchtungsapparate für alle Internet-Datenpäckchen bei allen Providern aufstellen. Wenn der Datendurchleuchter ein Päckchen fände, das nach BitTorrent aussieht, könnte man die Weiterleitung verhindern. Das ist nur eine von mehreren Methoden, um solchen Netzwerkverkehr gezielt zu stoppen. Parallel ließe sich ein System einrichten, das an die ertappten Nutzer automatisiert Warnbotschaften verschickt. Oder gleich Strafbefehle.
    /0,1518,828270,00.html[/url]
    DPI kann P2P nicht verhindern. Notfalls geht der Traffic verschlüsselt über Port 80 - und nun?
  7. #16

    Zitat von medienquadrat Beitrag anzeigen
    Kreative Leistungen, die immer schon von einer Gruppe von wenig Begabten gering geschätzt wurden, die sollen plötzlich Allgemeingut werden, Künstler sollen endlich leer ausgehen. Dabei würden wir ikm er noch auf Bäumen hocken und mit Keulen um uns wedeln, wenn es nicht die kreative Leistung von begabten Menschen gegeben hätte.
    Wir hätten kein Internet, wenn des mit der Medienindustrie entwickelt worden würde. Wie hast du die Kreativen, die deinen Browser entwickelt haben entlohnt? 90% des Internets laufen auf GPL, LGPL oder gar BSD oder MIT, der Erfinder des WWW hat seine Kreation explizit der allgemeinheit frei zur Verfügung gestellt ohne Vergütung und Patente. Stell dir vor, an müsste Lizenzgebühren für die Benutzung von HTML zahlen.

    Würden die Erfinder aller Errungenschaften der Menschheit so ticken wie die Verwerterindustrie heute, könnten wir nicht mal 1+1 = 2 schreiben, ohne dafür wegen Urheberrechts- und Patentverletzung verklagt zu werden.

    Zitat von medienquadrat Beitrag anzeigen
    Aber nur zu, der digitale Webpöbel will die Anarchie. Und da kann man schon mal erzählen, dass jede Einschränkung der Freiheit gleichzusetzen ist mit den finstersten Erfahrungen der deutschen Vergangenheit.
    Anarchie
  8. #17

    Wäre es nun technisch und finanziell möglich, Filesharing von Videos und Musik zu unterbinden: ich meine auf eine Weise, die den gröten Teil der jetzigen üblichen User davon abhalten würde, diese zu konsumieren (wird natürlich immer Spezialisten geben, die das umgehen können)?

    Falls ja: Was spräche dann dagegen, entsprechende Filter zu realisieren? Die übliche Angst vorm Überwachungsstaat, der dann alles kontrollieren und einschränken würde, wenn er nun könnte?

    Meiner Meinung nach bestimmt nicht die zu Verfügung stehende Technik, ob ein Staat zum totalitären Staat wird, sondern ganz simpel: ob er ein totalitärer Staat sein will, ob totalitäre Tendenzen in der Regierung und der Bevölkerung bestehen.

    In Deutschland sehe ich da derzeit kein Problem. Warum dann nicht versuchen, so etwas wie "Rechtsstaatlichkeit" auch im Internet umzusetzen?

    Immer vorausgesetzt, dass so etwas technisch sinnvoll möglich ist
  9. #18

    Wow

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Internet sei allzu frei, ist derzeit öfter zu hören und zu lesen, gerade die Piratenpartei wolle eine digitale Welt ohne Regeln. Tatsächlich ist das Netz ideal geeignet zur Durchsetzung von Gesetzen - wenn man das denn will. Es hat sogar totalitäres Potential.

    Freiheit im Netz*: Das Internet ist totalitär - SPIEGEL ONLINE
    Ein Artikel bei SPON bei dem der Autor den Kern des Problems verstanden hat. Ich bin ehrlich begeistert!

    Und klar ist es möglich alle Sperren zu umgehen mit Kryptografie und sonstigem .... aber auch in einem realen totalitären System ist es immer möglich im Untergrund zu handeln.

    Und das ist doch, wie der Autor sehr schön darlegt, die zentrale Frage in den ganzen Debatten wegen Urheberrecht und Internet und Kipo und VDS und sonstigem:
    Wollen wir aus dem Netz ein totalitäres System machen nur weil manche Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren und sich Umsätze und Gewinne von einigen Personengruppen zu anderen Personengruppen verschieben und manche Straftaten leichter sichtbar werden (Kinder werden nicht im Netz missbraucht und auch nicht erst seit es das Netz gibt!) oder wollen wir nicht doch lieber die Freiheit und die Möglichkeiten der schnellen und gesamtgesellschaftlichen Vernetzung nutzen?

    Ich kenne die Antwort für mich. Schauen wir mal wie die Gesellschaft sich entscheidet.
  10. #19

    Ueberlasst die Freiheit im Netz dem freien und privaten Marktplatz

    Uebelassen wir doch einfach den freien und privaten Marktplatz das Feld. So ist es im Netz (der westlichen Welt) die letzten zwanzig Jahre gelaufen, und zwar relativ gut.

    Da gibts zwar auch Potentiale, dass Anbieter Kontrolle ueber die Daten erheben - aber eben nur in ihrem Bezitzbereich, und nicht wie der universelle Staat, der als Monpolmacht gleich das komplette Netz hops nehmen koennte, und nicht bloss ein paar "Apps" auf Smartphones.


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