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Freie Journalisten: Arm, aber verblüffend glücklich
SPIEGEL ONLINESie gehen ihrem Beruf mit Elan nach, haben eine gute Ausbildung - aber verdienen teils schlechter als Putzfrauen. Freie Journalisten rutschen in den Niedriglohnsektor und halten sich nebenher oft mit PR-Aufträgen über Wasser. Trotz mieser Bezahlung macht Freelancern ihre Arbeit Freude.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...838734,00.html
- #10 15.06.2012 14:51 von
Das trifft exakt die Stimmung
Uns freie Journalisten macht es geradezu überglücklich die Begehrlichkeiten der geschätzten Konsumenten für einen Hungerlohn zu befriedigen.
Was für ein ausgemachter Blödsinn.
In meinem Umfeld schauen sich freie Journalisten massenhaft nach anderen Betätigungsfeldern um.
Der freie Journalismus ist eine aussterbende Art - Kollegen wie F. Überall die Ausnahme.
Freie Journalisten haben keine Lobby und keine Tarifverträge und werden in der Regel nach dem Prinzip: friss unsere Bedingungen oder stirb behandelt.
Statt diesem Arm-aber-glücklich-Quatsch sollte vielleicht einmal eine Studie über Krankheits-, Burn-Out- und Selbstmordfälle unter freien Journalisten veröffentlich werden. - #11 15.06.2012 14:55 von
Der Märchenonkel hat einen Anfall
In Neigungsberufen verdient man generell wenig, weil das Angebot riesig ist. Das gilt insbesondere für darstellende Künstler, also Musiker und Schauspieler, oder für Graphiker und Architekten. Es zählt das Prinzip Hoffnung, irgendeiner schafft es. Allerdings so selten, daß ein halbwegs vernünftiger Mensch gar nicht auf die Idee kommt, einen solchen Beruf zu ergreifen.
Die Glücksgefühle dürften nach ein paar Jahren deutlich zurückgehen, wenn auf dem Konto oder sonstwo keine Sicherheit liegt, und auch die hochfahrenden Illusionen dürften zerstoben sein.
Es gibt sogar Leute, die ganz umsonst Worte drechseln. Oder Wissen beitragen.
Und endlich wird es klar. Der Verfasser ist selbst freier Mitarbeiter, und war so stolz, daß er im Spiegel namentlich erwähnt wird, daß er mit seinem Manuskript auf den Knien von München nach Hamburg gerobbt ist und sich mit einer namhaften Summe an den horrenden Druckkosten beteiligt hat. Und dabei hat er ein gutes Werk getan. Jeder wird froh und glücklich sein, wenn er gegen Spesen Buchstaben abliefern darf. Gerade der Spiegel braucht dringend solche Leute. Oder hat sie schon in Massen, wie Spötter behaupten. Ein Sammelsurium von jungen Freiwilligen (Volontären) und pensionierten Oberstudienräten. Irgendwo sitzt eine Rentnerin auf 400 - Euro - Basis und sortiert den Kram. Früher war sie Chefsekretärin mit 4.000 Euro, aber den Job gibt es nicht mehr. - #12 15.06.2012 15:23 von
honi soit qui mal y pense...
- #13 15.06.2012 15:24 von
- #14 15.06.2012 15:31 von
Vergütungsregeln nicht bindend?
Den Satz im achten Absatz, dass die Mindestvergütung, wie sie zwischen Journalistengewerkschaften und Zeitungsverlegern ausgehandelt wurden , nicht bindend sind, verstehe ich nicht, natürlich gelten sie für alle freien hauptberuflichen JournalistInnen, nur die Zeitungsverleger halten sich nicht dran!
http://dju.verdi.de/freie_journalisten/vergutungsregeln - #15 15.06.2012 16:31 von
Wo ist das Problem?
Sieht man sich den Presseclub im Ersten regelmäßig an, so loben die Damen und Herren Journalisten regelmäßig die Hungerlöhne aus der Zeitarbeitsbranche. Ich habe schon für 8€ BRUTTO gearbeitet. Und das dann bis zu 200 Std. damit ich überhaupt davon leben konnte! Wenn ich mir dann natürlich zwei Mal überlege, ob ich mein Abo kündige oder behalte, dann ist das für mich nur logisch. Und, wer, wie eben die Journalisten aus dem Presseclub so argumentiert, der darf dann auch nicht jammern, wenn die Leser abspringen. Eine Wochenzeitung aus meiner Umgebung hat es nun auch getroffen. 30 Mitarbeiter wurden entlassen. So what! Willkommen in der Leiharbeit!
- #16 15.06.2012 16:39 von
- #17 15.06.2012 16:42 von
- #18 15.06.2012 17:17 von
Ziemlich viel Spott
hier im Forum.Das liegt wahrscheinlich am Zeitgeist.Bestimmt gibt es eine Statistik(gibt es ja ueber alles),wieviele Menschen einer Arbeit oder einem Beruf nachgehen,die zwar gut bezahlt ist,das Aufstehen jeden morgen ist eine Qual,weil diese Menschen ihre Arbeit nicht moegen.Und das bis zur Rente..Somit denke ich ,dass ein freier Journalist,eben weil er seine Arbeit mag,den Rest ersteinmal in Kauf nimmt,zumal,wenn er jung ist.Und zwiachendurch ein Erfolgserlebnis macht gluecklich und Mut.Sich etwas anderes ueberlegen kann man immer ,und sei es zur Riege der ungluecklichen aber gut bezahlten ueberzuwechseln.
- #19 15.06.2012 17:25 von
Zeilengelder, Lokalzeitung, etc.
Wenn Frau Schäfer mit 35 bis 40h pro Woche nur auf 1.000€ brutto kommt, macht Sie aber etwas falsch!
Die Zeilengelder bei Lokalzeitungen sind zwar im Keller, aber wenn man als freier Journalist seinen Output nicht erhöhen kann, muss man vielleicht seinen Input anpassen.
Ich habe mit freiem Journalismus in der Lokalsportredaktion mein Studium finanziert. Zeilengeld 0,15 €, pro Foto gab es 10 €. Freitags schrieb man die Vorberichte für die Samstagsausgabe, Samstags und Sonntags tingelte man vom Sportplatz zur Turnhalle und danach an die Skisprungschanze. Anschließend ging es in die Redaktion die Montagsausgabe und die Dienstagsausgabe mit Artikeln zu füllen.
Arbeitszeiten: Freitags 3h per Telefon und Mail von zu Hause aus, Samstag 4h, Sonntags 8h.
Aus Interesse habe ich die ersten Monate Arbeitszeit, Material- und Spritkosten aufgeschrieben und Bilanz gezogen. Stundenlohn im Bereich von 18€/brutto, netto ca. 14€. Klar, die Arbeitszeit fiel ins Wochenende, aber es war der beste Studentenjob, den ich mir vorstellen konnte.
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