Was diese offenkundige Abneigung gegen alles Vorherbestimmte angeht, die unschwer aus der Wortwahl der Vertreter der Quote hervorgeht, so ist hier anzumerken, dass aus dieser nicht minder unreflektierten ideologisch verquasten Position der Blick für die eigenen subjektiven Anstriche verloren gegangen ist. Der Wunsch einer (auch nur annähernd) vollständigen Emanzipation des Menschen von der Natur mag für manch kopflastigen Menschen verlockend sein, zeugt er dennoch von einer Arroganz und Verachtung wie man zu Zeiten der Veröffentlichung der Darwinschen Thesen beobachten konnte.
Gegebenes ist schlecht, nur im Widerstreit und der Besiegung seines Naturells wird der Mensch erst zu einem solchen geadelt. Einige Zugeständnisse mussten jedoch den neueren Erkenntnissen gemacht werden, obschon sich in neueren Versuchen die erblichen Tendenzen zu marginalisieren („fast ausschließlich durch die Sozialisation bedingt“) weiterhin die Weigerung ausdrückt von der eigenen Position abzuweichen.
Selbstverständlich sollte man als aufgeklärter Mensch nach einem hohen Maße der Impulskontrolle streben ohne jedoch zu ignorieren, dass der angenommene Handlungsspielraum, wie sich in zahlreichen Experimenten zur Entscheidungsfindung zeigte, viel kleiner ist als man sich zugestehen möchte.
Wenn auch unfraglich in manchen Bereichen sich die charakterliche Konstitution eines Menschen in erster Linie aus den sozialen Umständen ergibt, und der Mensch durch die Fähigkeit zur Reflexion ein höheres Maß an Selbstbestimmung besitzt, so kann man doch nicht verkennen welchen immensen Einfluss rein hormonelle Situationen auf ihn haben können und somit Handlungstendenzen erzeugen. Andernfalls wären Antidepressiva bloße Placebos. Ein verdammt starkes jedenfalls.
Ein gutes Beispiel bieten hier Mädchen mit AGS (Androgenitales Syndrom) bei denen in Studien ein jungenhaftes Spielverhalten festgestellt wurde, obwohl sie wie andere Mädchen auch dem gleichen so oft angeprangerten sozialen Druck ausgesetzt sind.
Ferner stelle ich die rein quantitative Bewertung der Berufswahl in Frage. Frauen scheint es auch in männerdominierten Berufen noch immer um typisch weibliche Aspekte im Zuge der Interaktion zu sehen. Es zeigt sich also bei einer qualitativen Bewertung immer noch ein sehr deutlicher Unterschied.
Ich möchte hiermit auch festhalten, dass ich mir sehr wohl bewusst darüber bin, dass es in jedem natürlichen System eine Schnittmenge gibt und ich keinesfalls behaupte, dass Frauen sich nicht in Männerdomänen behaupten können.
Eine Frage stellt sich zum Abschluss: Sollte diese Geschlechterdebatte jemals abschließend wissenschaftlich zu klären sein, wären man bereit das Ergebnis zu akzeptieren wenn sie nicht den Vorstellungen entspräche?
Antworten / Zitieren


