Frauenquote : Schröder verbittet sich Belehrungen aus Brüssel

Maurice Weiss/ Ostkreuz/ DER SPIEGEL40 Prozent Frauen in Aufsichtsräten - das fordert EU-Kommissarin Viviane Reding. Im SPIEGEL verwehrt sich Familienministerin Kristina Schröder (CDU) gegen ein Quoten-Diktat der EU. Frauen wollten "faire Chancen" und "kein Mitleid". Doch der Druck wächst auch in der eigenen Partei.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...823574,00.html
  1. #20

    Eigentlich war ich bisher kein Fan von solchen Argumenten, aber wenn ich mir überlege, dass SPANIEN, ausgerechnet diese Pleitegeier deutschen Unternehmen die Teilnahme an Ausschreibungen verwehren wollen, weil hierzulande der Quotenschwachsinn nicht mitgemacht wird, sollte man doch ganz ganz stark überlegen, den Geldhahn zuzudrehen.
  2. #21

    Zickenkrieg oder was ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    40 Prozent Frauen in Aufsichtsräten - das fordert EU-Kommissarin Viviane Reding. Im SPIEGEL verwehrt sich Familienministerin Kristina Schröder (CDU) gegen ein Quoten-Diktat der EU. Frauen wollten "faire Chancen" und "kein Mitleid". Doch der Druck wächst auch in der eigenen Partei.

    Frauenquote: Schröder*verbittet sich Belehrungen aus Brüssel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Schau mal einer an, eine Ministerin wehrt sich gegen ein Diktat aus Brüssel. Daß es sowas überhaupt gibt? Ein Diktat aus Brüssel? Kann gar nicht sein, schon mal gar nicht von Frauen und erst recht nicht exekutiert an einer Frau - einer Ministerin sogar!

    Wie es heißt, können deutsche Firmen bei innereuropäischen Ausschreibungen benachteiligt werden, weil sie die Quotenanforderungen der ausschreibenden Länder nicht erfüllen. Na, wunderbar - da machen doch endlich die Peripherieunternehmen ein paar Punkte gut und wir reduzieren unseren Außenhandelsüberschuß. Jetzt haben wir endlich einen Grund, spanische, portugiesische und italienische Firmen von unseren lukrativen Ausschreibungen fernzuhalten - sie haben eine Quote, die es bei uns nicht gibt - sowas kommt nicht in die Tüte.

    Die sollen alle bleiben, wo der Pfeffer wächst.
  3. #22

    Prozente...

    Zitat von objectiveview Beitrag anzeigen
    Wenn mir jetzt noch einer erklärt, warum in einem Unternehmen, in dem 20% (z. B. Industrie etc.) der Mitarbeiter Frauen sind, im Aufsichtsrat MINDESTENS 40% Frauen sein sollen, bin ich zufrieden.
    Hierfür gibt es KEINE Erklärung. Sie legen den Finger auf einen wunden Punkt. Abgesehen davon, dass es natürlich an sich schon keinen Grund gibt, dass sich das Geschlechterverhältniss in Führungspositionen mit dem der Gesamtbelegschaft decken muss, wären die Auwirkungen gerade in der Industrie wirklich nur noch grotesk. Frauen die nach oben wollen hätten letztlich einen Freifahrtschein, viele männliche Bewerber wären über Jahre hinweg chancenlos - wobei das von Reding und Co. gerne in Kauf genommen wird.
    Aber wir haben auch Parteien, die gerade mal um die 20% Frauenanteil haben, trotdzem aber 40% der Spitzenpostionen für Frauen reservieren. Was wollen Sie von solchen Politikern mit einem solchen Gerechtigkeitsverständnis ernsthaft erwarten???
  4. #23

    Zitat von Criticz Beitrag anzeigen
    Ich finde es souverän und mutig dass sie sich gegen den Zeitgeist und Brüssel stellt.
    Es ist ja noch nicht mal Zeitgeist, es ist ein Politiker- und Journalistenthema die aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen den Unsinn durchdrücken wollen. In der Bevölkerung liegt die Ablehnung je nach Umfrage zwischen 70 und 80 %
  5. #24

    [QUOTE=sysop;9885150] Im SPIEGEL verwehrt sich Familienministerin Kristina Schröder (CDU) gegen ein Quoten-Diktat der EU.

    Die Neuverschuldung unseres Staates durch EU-Rettungsschirme ist enorm. Die Bundeskanzlern hält an Europa fest.

    Bei der Antrittsrede unseres neuen Bundespräsidenten haben alle geklatscht als es hieß "lasst uns mehr Europa wagen"...

    Jetzt kommt aus Europa eine Vorgabe und es heißt "Kristina Schröder verwehrt sich gegen ein Diktat der EU".

    Was jetzt - "mehr Europa" und damit einem größeren Plan aus Brüssel folgen oder nur "weniger Europa" und als größter Zahler nur das akzeptieren, was wir selbst für richtig halten?

    Es lebe der Föderalismus!
  6. #25

    Bravo!

    Zitat von Criticz Beitrag anzeigen
    Ich finde es einfach nur toll wenn für Frau Schröder und Frau Leutheusser-Schnarrenberger die Sache und nicht das Geschelcht im Vordergrund steht und sie sich nicht durch billige Erpressermethoden aus Brüssel einschüchtern lassen - Respekt!
    Das ist genau meine Meinung. - Ich bin sehr überrascht, daß Frau Schröder sich nicht erpressen lässt und ihre Position so eindeutig vertritt. In den Mainstreammedien steht sie ziemlich allein da und ihr weht ein scharfer Wind entgegen. Mein Respekt dafür!
    Befürworter der Quote sollten mal klar formulieren, was sie wollen: Mal wird von Quoten für Aufsichtsräte gesprochen, mal von Quoten für Vorstände (was schon ein viel deutlicherer Eingriff in die Unternehmenssteuerung ist) und mal von Führungskräften allgemein.
  7. #26

    Quoten nach Qualifikation unerwünscht

    Im Hochbau sollten auch nur 20% Schwindelfreie eingesetzt werden. Das entspricht etwa ihrem Anteil in der Gesellschaft. Und die 0% Blinden bei den Piloten sind auch reine Menschenverachtung.
  8. #27

    blub

    Durch die Einführung bzw. das Eingestehen der Notwendigkeit einer Frauenquote müssten sich Frauen wie Frau Schröder eingestehen, dass sie möglicherweise nicht über ihre eigene "Leistung" an ihren Job gekommen sind, sondern weil sie das Patriachat, in ihrem Fall Roland Koch, gelassen oder gefördert haben. Das passt aber eigentlich nicht in die Ideologie der CDU/FDP, wo doch jeder seines eigenen Glückes Schmied ist - der Akteur ist alles, die Strukur nichts.
    Eigentich ist Frau Schröder damit als Einzige konsequent, während der Rest der CDU auf dem besten Weg zum bösen Sozialismus und der Bevormundung durch den Staat ist ;)
    Aber in Zeiten, in denen Atomausstieg, Mindestlohn und Transaktionssteuer von der CDU als nicht mehr sozialistisch eingestuft werden, wundert das auch niemanden mehr - Verrückte Welt!
  9. #28

    Diskussion von gestern

    Zitat von indosolar Beitrag anzeigen
    Diese Diskussion wird immer abenteuerlicher. Jetzt sind für Wettbewerbsnachteile der deutschen Wirtschaft, die im Übrigen bezweifelt werden dürfen Frauenquoten ausschlaggebend.
    Richtig. Schon deshalb führt Schröder eine Grundsatzdiskussion von gestern.
    Zitat von indosolar Beitrag anzeigen
    Spätestens hier sollte eigentlich das auswärtige Amt und das Wirtschaftsministerium intervenieren und hinterfragen, welche Kriterien für eine Ausschreibung gelten sollten.
    Das Auswärtige Amt und das Wirtschaftsministerium sind nicht zuständig für den Geltungsbereich spanischer oder französischer Gesetze. .-)
  10. #29

    Nichts verstanden

    Zitat von Criticz Beitrag anzeigen
    Hierfür gibt es KEINE Erklärung. Sie legen den Finger auf einen wunden Punkt. Abgesehen davon, dass es natürlich an sich schon keinen Grund gibt, dass sich das Geschlechterverhältniss in Führungspositionen mit dem der Gesamtbelegschaft decken muss, wären die Auwirkungen gerade in der Industrie wirklich nur noch grotesk. Frauen die nach oben wollen hätten letztlich einen Freifahrtschein, viele männliche Bewerber wären über Jahre hinweg chancenlos - wobei das von Reding und Co. gerne in Kauf genommen wird.
    Aber wir haben auch Parteien, die gerade mal um die 20% Frauenanteil haben, trotdzem aber 40% der Spitzenpostionen für Frauen reservieren. Was wollen Sie von solchen Politikern mit einem solchen Gerechtigkeitsverständnis ernsthaft erwarten???
    Von wegen wunder Punkt.
    Genau darum geht es doch: dass es egal ist, welchen Geschlechts man ist. Und auch wenn eine Frau in einem Unternehmen in dem sonst nur Männer arbeiten, diejenige ist, die am besten für den Führungsjob qualifiziert ist, sollte sie ihn machen. Gilt natürlich auch umgekehrt. Gesetzliche Quote ist Quatsch.Wenn es eine Quote für Führungspositionen geben sollte, dann eine "Leistungs- und Chancenquote". Der Grund warum mehr Männer als Frauen in Führungspositionen sind, liegt m.M. nicht in der Frauendiskriminierung, sondern daran, dass man sich in diesen Spären die Pöstchen so zuschachert. Das hat oft mit der Leistung der Männer in den Positionen nichts zu tun, dass hätte auch ein anderer Mann gekonnt, der eben nur leider nicht über das entsprechende Netzwerk verfügte. Oder eben eine Frau.