Forum: Blogs
Frauenmangel in Führungsetagen: "Man braucht keinen Bart, um Rasierer zu verkaufen"
Ein Appell hier, ein Versprechen dort: Die Frauenförderung in Deutschlands 75 größten Unternehmen ist halbherzig und darum erfolglos. Laut einer Umfrage des Juristinnenbundes wissen Firmen oft nicht einmal, wie viele Frauen sie gern im Vorstand hätten.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...798238,00.html
- #30 17.11.2011 20:11 von muchacho
Erfahrung!
Ganz einfach, um einen guten Rasierer zu bauen, muss man zunächst wissen, was einen guten von einem schlechten Rasierer unterscheidet. Wenn man sich schon mal (im Gesicht) rasiert hat, fällt das einfacher (wenn es sich um Gesichtsbartrasierer handelt). Wie er genau funktioniert, davon wollen wir mal nicht reden...
Das ist natürlich im Übertragenen zu sehen:
Zitat aus dem Artikel:
>>Das Argument vieler Quoten-Kritiker, Frauen fehle oftmals die nötige Qualifikation für männertypische Berufe, lässt Pisal nicht gelten. Bei der Präsentation der Zahlen sagte sie, auch Juristinnen und studierte Wirtschaftswissenschaftlerinnen könnten ein Maschinenbauunternehmen leiten: "Man muss keinen Bart haben, um Rasierklingen zu verkaufen."<<
Das heiß doch nichts anderes, als das Erfahrung/Kenntnis von dem hergestellten Produkt und von den in der Firma ablaufenden Prozessen für einen Manager/Vorstand nicht wichtig ist. Und das ist grottenfalsch!!! Unabhängig von der Mann/Frau Thematik.
Wie kann jemand Wertschöpfungsprozesse optimieren, die er/sie nicht versteht? Wie will er/sie Märkte für ein Produkt erschließen, das er/sie nicht versteht? Wie will jemand eine Firma leiten, von der er/sie nicht weiß, wie sie funktioniert? - #31 17.11.2011 21:05 von
MINT Förderung in der Tierarztpraxis
Ist der Rasierermarkt für Frauen eigentlich nicht mindestens genauso groß, wie der für Herren? Selbst ohne Bart haben die deutlich mehr Fläche die sie rasieren.
aber muchacho trifft den Nagel auf den Punkt: die Albernheit des Artikels zeigt sich spätestens dort, wo die publizierenden Juristinnen davon schreiben, dass sie auch ideal für ein Maschinenbauunternehmen wären. ( auch Juristinnen [...] könnten ein Maschinenbauunternehmen leiten)
Ist das vielleicht eine generelle Stellenbewerbung vom Verband?
Also bitte: die Förderung von qualifizierten Frauen steigern. Aber dann bitte auch darauf achten, dass Frauen beim Girls Day nicht zur Tierarztpraxis dürfen (true story!), während die Jungs die Schulbank drücken dürfen ;) - #32 18.11.2011 06:54 von
Nunja
Zu Punkt 1. Es gibt auch viele Frauentypische Produkte, die sind auch nicht alle von Frauen erfunden, hergestellt und verkauft worden.
Zu Punkt 2. Natürlich muss ich als Manager Ahnung von den hergestellten Produkten und den WSP haben, dass heisst aber nicht, dass ich die Produkte auch selbst herstellen können muss.Dazu dienen die " ersten 100 Tage" ... - #33 18.11.2011 09:22 von
Wir brauchen viel mehr Quoten!
Meiner Meinung nach sollte es für Aufsichtsräte auch eine Ausländerquote, eine Schwerbehindertenquote, Schwulen- und Lesbenquote sowie nicht zuletzt eine Arbeitslosenquote geben.
Auch diese Gruppen sind Teil der gesellschaftlichen Realität und bisher in Aufsichtsräten unterrepräsentiert.
Qualifikation sollte kein Problem darstellen, es gibt genug schwule oder arbeitslose Akademiker. - #34 18.11.2011 09:41 von
diese Plattheiten sind ungeheuerlich
man braucht keine Bart um Rasierer zu verkaufen, sicherlich aber die Führungetagen von technischen Unternehmen bestehen nicht nur aus Verkäufern.
Vielleicht beschäftigt sich die Autorin mal damit, wie ein Karriere in großen Unternehmen stattfindet. Das geht über den Abteilungsleiter, Produktmangager, Managing Direktor usw. Viele Unternehmensführer haben das Unternehmen von unten erobert. Wer nun sagt, man braucht keinen Ingenieur um Brückenkonstruktionen zu verkaufen, der liegt schon ziemlich daneben.
Ein anderes Beispiel aus der Praxis zeigt, wie platt solche Aussagen sind. Ich war jahrelang in Asien als PM beschäftigt, als BWler , doch die PM Funktion erhielt ich weil ich nur im Zusammenhang mit Beherrschung der Landessprache, wegen grundlegender Kenntniss und Beherrschung der Produktionsprozesse, wie löten, Schweissen, verkabeln, montieren, weil ich Metallurgie auf Grund von Vorausbildungen wie Lehre und Berufstätigkeit beherrschte und weil ich ein Ausbildung im QM mit Berufserfahrung nachweisen konnte. Zurück nach Deutschland kam ich bei der Arge an. Mein Fallmanagerin, eine hochintelligente und durchaus vielseitige Frau, drängte mich, auf eine PM Stelle zu bewerben, ich sei doch PM. Den Einwand man suchte einen Elektroingenieur, diese Qualifikation hätte ich nicht, wischte sie vom Tisch. PM sei PM! Willkommen in der realen Welt, selbst mit Quote, ohne Bart und trotz bester Zeugnisse als PM hätte ich diese Stelle nicht bekommen, ganz bestimmt aber ein Diplom Elektroingenieur, selbst wenn er zuvor nicht PM war! Sorry aber mit solchen Sprüchen wie dem Rasierer, disqualifziert man Frauen, die vielleicht Formspritzer, Werkzeugmacher und Diplom Kauffrau sind, Ahnung von Elektronik und Elektrik haben, Zertifikate für ISO Bestimmungen aller Art in der Tasche, vier Sprachen sprechen und innerhalb einer weltweiten Produktion wissen, dass der Gewinn im Einkauf gemacht wird. Dass nicht jede Frau bereit ist, für die notwendige Karriere ihre Familie der Vielfliegerei zu opfern, ehrt die Frauen und mancher Mann, hat sich so den angenehmen Teil des Lebens ruiniert, würde heute gerne in der Vergangenheit erworbenes Geld gegen die verlorene Familie tauschen. Diese Erfahrung wird den Frauen die Quote ganz bestimmt bringen! - #35 18.11.2011 10:16 von
darauf warten Unternehmen
und vor allem Ihre Untergebenen, die Meisterinnen und Ingenieurinnen in der Produktion, abgesehen von den rüpelhaften männlichen Fachkräften mit 25 Jahren Berufserfahrung in der Fertigung. Da sind sie gleich unten durch, wenn die erkennen, ihr Wissen ist in 100 Tagen erworben. Aber naja, wenn es nicht klappt, es gibt ja noch die Überfliegerinnen von den Consulting Büros, die dann für 100.000 $ die Woche einfliegen und erklären, wie der Hase läuft. Leider sind viele Probleme einer Produktion und Fertigung äußerst komplex. Der Vorgesetzte der dies zuerst erkennt, erwirbt sich auch das größte Vertrauen und den meisten Respekt seiner Mitarbeiter, auf die er angewiesen ist.
Ob sie da mit 100 Tagen immer im Spitzenfeld der Innovatoren liegen, darf bezweifelt werden. - #36 18.11.2011 13:34 von muchacho
Ahnung?
zu1: Die Bartaussagen war wie gesagt als Geleichnis gemeint. Natürlich kann auch eine Frau einen guten Rasierer bauen...sie braucht dann halt einen männlichen Tester oder muss Hormonpillen schlucken. Ich habe mich auch eher an dem >>verkaufen<< gestört. Es gehört halt noch entwickeln und fertigen dazu.
Zu2: Natürlich muss ich als Automanager nicht ein Auto komplett zusammenschrauben können. Aber ich sollte vielleicht mal irgendwo der Fertigung gearbeitet haben, nicht direkt am Band, aber vielleicht als Ingenieur/in. Aus eigener Erfahrung als Ingenieur kann ich sagen, dass Sie jahrelang in verschiedenen Bereichen/Arbeitsgebieten tätig sein müssen, um zu verstehen wie eine moderne Fabrik mit ihrem Zusammenspiel aus Vertrieb, Design, Fertigung, Einkauf funktioniert. Und zwar so funktioniert, dass sie wirtschaftlich ist und Qualität herauskommt. Auf der Uni lernen Sie so was übrigens nicht, auch nicht als MINT. 100 Tage sind gar nichts, zumal eine Managerin sich in den ersten 100 Tagen wohl kaum mit solchen >>Details<< auseinandersetzt. Und wohl nicht auseinandersetzten kann, denn wenn man als Jurist/in nicht zufälligerweise ein stark ausgeprägtes Interesse für Technik/Prozessabläufe hat, fehlen einem die Grundlagen für dass Verständnis. - #37 19.11.2011 17:04 von
lustig
Sie meinen wirklich, dass Sie in den ersten 100 Tagen genug von
Maschinenbau lernen, um mal kurz die strategische Ausrichtung von
Daimler oder Thyssen festzulegen? Die Zeit koennte reichen fuer
die Deutsche Bank oder eine Rechtskanzelei zugegeben - aber, da
kommt man mit etwas Glueck und heisser Luft recht lange durch
Die aktuellen Top-Themen

Antworten / Zitieren

