Frauenbewegung: Ministerin Schröder rechnet mit Feminismus ab

Mit klaren Worten kritisiert Familienministerin Kristina Schröder die Frauenbewegung - und greift die Sexual-Thesen von Feminismus-Ikone Alice Schwarzer an. "Es ist absurd, wenn etwas, das für die Menschheit grundlegend ist, per se als Unterwerfung definiert wird", sagt die CDU-Politikerin im SPIEGEL.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...727648,00.html
  1. #840

    Schon wieder Redeverbot?

    Ich mag Frau Schröder nicht besonders, aber Sie hat recht mit dem humorlosen Feminismus der 70er, in der tatsächlich von wildgewordenen Hühnern "Schwanz ab" Parolen herausgekreischt wurde. Aber wir waren auch Pionierinnen, die keinerlei Vorbilder hatten und uns selber durch den Wirrwarr von Macho-Papis und Altherren-Frauenhass arbeiten mussten. Da nützte nur eine gewisse Radikalität etwas. In der Tat sind die Tage vorbei, aber das heisst nicht, dass ein gewisser Kampf nicht mehr nötig ist und sich Frauen auf den Lorbeeren ausruhen können. Ungleicher Lohn für diegleiche Arbeit? Ein Skandal.

    Ich finde Frau Schwarzer genauso nervend - nein noch mehr - wie die biedere, eifrige Frau Schröder. Beide haben ein paar gute Argumente - und beide liegen auf anderen Ebenen voll daneben. Kann man denn eine gewisse Varietät in der Auffassung eines der wichtigsten Themen unserer Zeit nicht einfach akzeptieren?

    Dieser überempörte Aufschrei über Frau Schröders paar Sätze erinnert mich an das Sarrazin Debakel. Man darf scheinbar in Deutschland keine Meinung vertreten, die sich nicht mit den selbsternannten Pseudo-Intellektuellen deckt. Ich kann Frau Künast nicht ausstehen, genausowenig wie Frau Roth,...
    das nur nebenbei...
  2. #841

    hmm

    Zitat von belladonna28 Beitrag anzeigen
    Ich mag Frau Schröder nicht besonders, aber Sie hat recht mit dem humorlosen Feminismus der 70er, in der tatsächlich von wildgewordenen Hühnern "Schwanz ab" Parolen herausgekreischt wurde. Aber wir waren auch Pionierinnen, die keinerlei Vorbilder hatten und uns selber durch den Wirrwarr von Macho-Papis und Altherren-Frauenhass arbeiten mussten. Da nützte nur eine gewisse Radikalität etwas. In der Tat sind die Tage vorbei, aber das heisst nicht, dass ein gewisser Kampf nicht mehr nötig ist und sich Frauen auf den Lorbeeren ausruhen können. Ungleicher Lohn für diegleiche Arbeit? Ein Skandal.

    Nur wenns stimmt UND auf Diskriminierung zurückzuführen ist ;-)
  3. #842

    Geschichtsbewusstsein: "Mangelhaft"

    Junge Frauen wie Frau Schröder scheinen heute nicht mehr zu wissen, wem sie es zu verdanken haben, dass sie heutzutage so selbstverständlich und ohne Erlaubnis ihrer Ehemänner Karriere machen können - nämlich dem Kampf der Feministinnen.

    Ich kann es im übrigen kaum glauben, dass heutzutage überhaupt irgend jemand noch glaubt, eine Feminismusdebatte loszutreten zu müssen. Sieht Frau Schröder keine dringenderen Probleme in Deutschland?

    Ich bin seit vielen Jahren Abonnentin von Frau Schwarzers Zeitschrift EMMA. Zwar führt EMMA - zu Recht - einen Kampf gegen sexuelle Gewalt, aber ich kann mich nicht erinnern, Aussagen gelesen zu haben, die den von Frau Schröder vorgebrachten Thesen entsprechen. Weder kann ich mich an Ablehnung einer gleichberechtigten heterosexuellen Partnerschaft/Ehe mit Kindern erinnern noch an eine Behauptung, dass in einer solchen Sex nur durch Unterwerfung der Frau möglich sei. Beidem würde ich auch nicht zustimmen.

    Das ändert aber nichts an den historischen Leistungen des Feminismus, der die Freiheit und Gleichberechtigung der Frauen erkämpft hat.

    Was ich aber noch ungeheuerlicher finde als Frau Schröders Aussagen, sind viele der Reaktionen hier in diesem Forum. Dass heute - 40 Jahre nach der zweiten Welle des Feminismus - noch so viel reaktionäres Gift versprüht werden könnte, hätte ich nicht für möglich gehalten.

    Vielleicht sollten die gekränkten Machos, die Frau Schwarzer "dumpf-radikalen Feminismus" usw. unterstellen, nach 4 Jahrzehnten endlich mal die narzistische Kränkung ihrer Männlichkeit überwinden und statt zu lamentieren sich sachlich mit dem Feminismus, seiner Geschichte und den Standpunkten von Frau Schwarzer auseinandersetzen. Aber dazu gehört natürlich die Fähigkeiten der Rationalität und der Fairness. Inwieweit diesen Herren beides gegeben ist, werden sie wohl nur selber wissen.
  4. #843

    An Marasek: Danke!

    Zitat von marasek Beitrag anzeigen
    Die Ministerin arbeitet sich hier an einer Strohpuppe ab. Welche Bedeutung hat die Fraktion der Feministinnen gehabt, die sich gegen heterosexuellen Geschlechtsverkehr
    ausgesprochen hat?

    Ansonsten, möchte die Ministerin vielleicht selber an den Herd, wie vor 50 Jahren?
    Vielen Dank für diesen Beitrag. Schön, dass es hier auch Leute gibt, die darauf verzichten können, gegen den Feminismus zu agitieren. Vielleicht sollte Frau Schröder ja tatsächlich, wie Sie vorschlagen, mal ein paar Jahre so leben wie vor 50 Jahren: Als Hausfrau, der das Geld vom Ehemann zugeteilt und der von selbigem die Berufstätigkeit verboten wird. Könnte sein, dass sie da etwas vermissen würde...
  5. #844

    seltsame logik

    Zitat von T_Pau Beitrag anzeigen
    Junge Frauen wie Frau Schröder scheinen heute nicht mehr zu wissen, wem sie es zu verdanken haben, dass sie heutzutage so selbstverständlich und ohne Erlaubnis ihrer Ehemänner Karriere machen können - nämlich dem Kampf der Feministinnen.
    Und deshalb muss man alles von ihnen tolerieren und gut heißen? Das ist eine seltsame Logik. Dann dürfte man auch nie seinen Eltern widersprechen, die haben schließlich viel Geld und Zeit aufgebracht...
    Eben dieses generelle Ablehnen der Kritik ist unerhört. Wenn ich schon "Macho" und "reaktionär" lese, dann wird mir aber einiges klar.

    Wir müssen davon loskommen, dass Frauen immernoch und überall als Opfer dargestellt werden, selbst wenn Studien und Statistiken eine vollkommen andere Sprache sprechen. Eben genau das sollte doch im Sinne von Feministinnen sein, sollte ihr Ziel denn die wirkliche Gleichberechtigung sein.
    Dass Quotenregelungen immernoch als sinnvoll und Nichtdiskriminierend angesehen werden ist ein Hohn oder gelebte Doppelmoral.

    Es ist wichtig, dass jetzt auch die Jungen die Förderung bekommen, die sie drigend brauchen, bisher wurde leider fast ausschließlich auf Mädchen im Bildungswesen Rücksicht genommen und das wird auch keine liberale Feministin abstreiten.

    Generell sollte man auch den Feminismus nicht nur lokal betrachten, in anderen Ländern wird der dt Feminismus teilweise sehr kritisch beäugt. Aber evlt ist doch auch ein Phänomen Deutschlands, dt Linke bspw haben mit Links im eigentlichen Sinne ja auch nichts mehr gemein.
  6. #845

    x

    Zitat von pandrodor Beitrag anzeigen
    Wir müssen davon loskommen, dass Frauen immernoch und überall als Opfer dargestellt werden, selbst wenn Studien und Statistiken eine vollkommen andere Sprache sprechen. Eben genau das sollte doch im Sinne von Feministinnen sein, sollte ihr Ziel denn die wirkliche Gleichberechtigung sein.
    Sollte es, aber in der Opfercouch liegt es sich halt schon bequem.
  7. #846

    ...

    Zitat von T_Pau Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für diesen Beitrag. Schön, dass es hier auch Leute gibt, die darauf verzichten können, gegen den Feminismus zu agitieren. Vielleicht sollte Frau Schröder ja tatsächlich, wie Sie vorschlagen, mal ein paar Jahre so leben wie vor 50 Jahren: Als Hausfrau, der das Geld vom Ehemann zugeteilt und der von selbigem die Berufstätigkeit verboten wird. Könnte sein, dass sie da etwas vermissen würde...
    Vor 50 Jahren haben bis auf eine alle Frauen in meiner Familie gearbeitet und zwar auch in verantwortungsvollen Positionen. Das Geld des Ehemannes war für Alltagsausgaben wie Haus und Familie gedacht, das Geld der Ehefrau war ihr Privatvergnügen und kam normalerweise nicht in den Haushaltstopf, denn das Einkommen des Mannes reichte locker aus.
  8. #847

    Rationalität und Fairness - wieso soll das nur eine Seite aufbringen?

    Zitat von T_Pau Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollten die gekränkten Machos, die Frau Schwarzer "dumpf-radikalen Feminismus" usw. unterstellen, nach 4 Jahrzehnten endlich mal die narzistische Kränkung ihrer Männlichkeit .....
    Rationalität und Fairness?

    Das sind Eigenschaften,die Sie angesichts von Äußerungen wie "gekränkte Machos", "narzistische Kränkung ihrer Männlichkeit" (sic!) oder "lamentieren" nicht unbedingt auszeichnen. Glaushaus, ick hör dia trapsen.
  9. #848

    Ihr seid so gemein

    Zitat von T_Pau Beitrag anzeigen
    Junge Frauen wie Frau Schröder scheinen heute nicht mehr zu wissen, wem sie es zu verdanken haben, dass sie heutzutage so selbstverständlich und ohne Erlaubnis ihrer Ehemänner Karriere machen können - nämlich dem Kampf der Feministinnen.
    Na ja, die Rolle könnte Inge Meysel besser spielen, da würde das in etwa so klingen:"Was habe ich nicht alles für euch getan und so dankt ihr mir das nun <schluchz>!"
  10. #849

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Vor 50 Jahren haben bis auf eine alle Frauen in meiner Familie gearbeitet und zwar auch in verantwortungsvollen Positionen. Das Geld des Ehemannes war für Alltagsausgaben wie Haus und Familie gedacht, das Geld der Ehefrau war ihr Privatvergnügen und kam normalerweise nicht in den Haushaltstopf, denn das Einkommen des Mannes reichte locker aus.
    Wow, da mussten aber viele Genehmigungen erteilt werden, dass sie arbeiten durften. ;))))