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Frauenbewegung: Ministerin Schröder rechnet mit Feminismus ab
Mit klaren Worten kritisiert Familienministerin Kristina Schröder die Frauenbewegung - und greift die Sexual-Thesen von Feminismus-Ikone Alice Schwarzer an. "Es ist absurd, wenn etwas, das für die Menschheit grundlegend ist, per se als Unterwerfung definiert wird", sagt die CDU-Politikerin im SPIEGEL.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...727648,00.html
- #840 10.11.2010 17:59 von
Schon wieder Redeverbot?
Ich mag Frau Schröder nicht besonders, aber Sie hat recht mit dem humorlosen Feminismus der 70er, in der tatsächlich von wildgewordenen Hühnern "Schwanz ab" Parolen herausgekreischt wurde. Aber wir waren auch Pionierinnen, die keinerlei Vorbilder hatten und uns selber durch den Wirrwarr von Macho-Papis und Altherren-Frauenhass arbeiten mussten. Da nützte nur eine gewisse Radikalität etwas. In der Tat sind die Tage vorbei, aber das heisst nicht, dass ein gewisser Kampf nicht mehr nötig ist und sich Frauen auf den Lorbeeren ausruhen können. Ungleicher Lohn für diegleiche Arbeit? Ein Skandal.
Ich finde Frau Schwarzer genauso nervend - nein noch mehr - wie die biedere, eifrige Frau Schröder. Beide haben ein paar gute Argumente - und beide liegen auf anderen Ebenen voll daneben. Kann man denn eine gewisse Varietät in der Auffassung eines der wichtigsten Themen unserer Zeit nicht einfach akzeptieren?
Dieser überempörte Aufschrei über Frau Schröders paar Sätze erinnert mich an das Sarrazin Debakel. Man darf scheinbar in Deutschland keine Meinung vertreten, die sich nicht mit den selbsternannten Pseudo-Intellektuellen deckt. Ich kann Frau Künast nicht ausstehen, genausowenig wie Frau Roth,...
das nur nebenbei... - #841 10.11.2010 19:25 von
- #842 11.11.2010 06:14 von
Geschichtsbewusstsein: "Mangelhaft"
Junge Frauen wie Frau Schröder scheinen heute nicht mehr zu wissen, wem sie es zu verdanken haben, dass sie heutzutage so selbstverständlich und ohne Erlaubnis ihrer Ehemänner Karriere machen können - nämlich dem Kampf der Feministinnen.
Ich kann es im übrigen kaum glauben, dass heutzutage überhaupt irgend jemand noch glaubt, eine Feminismusdebatte loszutreten zu müssen. Sieht Frau Schröder keine dringenderen Probleme in Deutschland?
Ich bin seit vielen Jahren Abonnentin von Frau Schwarzers Zeitschrift EMMA. Zwar führt EMMA - zu Recht - einen Kampf gegen sexuelle Gewalt, aber ich kann mich nicht erinnern, Aussagen gelesen zu haben, die den von Frau Schröder vorgebrachten Thesen entsprechen. Weder kann ich mich an Ablehnung einer gleichberechtigten heterosexuellen Partnerschaft/Ehe mit Kindern erinnern noch an eine Behauptung, dass in einer solchen Sex nur durch Unterwerfung der Frau möglich sei. Beidem würde ich auch nicht zustimmen.
Das ändert aber nichts an den historischen Leistungen des Feminismus, der die Freiheit und Gleichberechtigung der Frauen erkämpft hat.
Was ich aber noch ungeheuerlicher finde als Frau Schröders Aussagen, sind viele der Reaktionen hier in diesem Forum. Dass heute - 40 Jahre nach der zweiten Welle des Feminismus - noch so viel reaktionäres Gift versprüht werden könnte, hätte ich nicht für möglich gehalten.
Vielleicht sollten die gekränkten Machos, die Frau Schwarzer "dumpf-radikalen Feminismus" usw. unterstellen, nach 4 Jahrzehnten endlich mal die narzistische Kränkung ihrer Männlichkeit überwinden und statt zu lamentieren sich sachlich mit dem Feminismus, seiner Geschichte und den Standpunkten von Frau Schwarzer auseinandersetzen. Aber dazu gehört natürlich die Fähigkeiten der Rationalität und der Fairness. Inwieweit diesen Herren beides gegeben ist, werden sie wohl nur selber wissen. - #843 11.11.2010 06:19 von
An Marasek: Danke!
Vielen Dank für diesen Beitrag. Schön, dass es hier auch Leute gibt, die darauf verzichten können, gegen den Feminismus zu agitieren. Vielleicht sollte Frau Schröder ja tatsächlich, wie Sie vorschlagen, mal ein paar Jahre so leben wie vor 50 Jahren: Als Hausfrau, der das Geld vom Ehemann zugeteilt und der von selbigem die Berufstätigkeit verboten wird. Könnte sein, dass sie da etwas vermissen würde...
- #844 11.11.2010 13:58 von
seltsame logik
Und deshalb muss man alles von ihnen tolerieren und gut heißen? Das ist eine seltsame Logik. Dann dürfte man auch nie seinen Eltern widersprechen, die haben schließlich viel Geld und Zeit aufgebracht...
Eben dieses generelle Ablehnen der Kritik ist unerhört. Wenn ich schon "Macho" und "reaktionär" lese, dann wird mir aber einiges klar.
Wir müssen davon loskommen, dass Frauen immernoch und überall als Opfer dargestellt werden, selbst wenn Studien und Statistiken eine vollkommen andere Sprache sprechen. Eben genau das sollte doch im Sinne von Feministinnen sein, sollte ihr Ziel denn die wirkliche Gleichberechtigung sein.
Dass Quotenregelungen immernoch als sinnvoll und Nichtdiskriminierend angesehen werden ist ein Hohn oder gelebte Doppelmoral.
Es ist wichtig, dass jetzt auch die Jungen die Förderung bekommen, die sie drigend brauchen, bisher wurde leider fast ausschließlich auf Mädchen im Bildungswesen Rücksicht genommen und das wird auch keine liberale Feministin abstreiten.
Generell sollte man auch den Feminismus nicht nur lokal betrachten, in anderen Ländern wird der dt Feminismus teilweise sehr kritisch beäugt. Aber evlt ist doch auch ein Phänomen Deutschlands, dt Linke bspw haben mit Links im eigentlichen Sinne ja auch nichts mehr gemein. - #845 11.11.2010 15:06 von
- #846 11.11.2010 16:08 von
...
Vor 50 Jahren haben bis auf eine alle Frauen in meiner Familie gearbeitet und zwar auch in verantwortungsvollen Positionen. Das Geld des Ehemannes war für Alltagsausgaben wie Haus und Familie gedacht, das Geld der Ehefrau war ihr Privatvergnügen und kam normalerweise nicht in den Haushaltstopf, denn das Einkommen des Mannes reichte locker aus.
- #847 11.11.2010 16:16 von underdog
Rationalität und Fairness - wieso soll das nur eine Seite aufbringen?
- #848 11.11.2010 16:36 von
- #849 11.11.2010 16:47 von
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