Frauen im Top-Management: Schröder plant Bußgeld für Quoten-Sünder

Deutschlands Großkonzerne bremsen bei der Einführung einer Frauenquote im Top-Management - jetzt verliert Familienministerin Schröder die Geduld. Nach SPIEGEL-Informationen plant sie Strafzahlungen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...792022,00.html
  1. #170

    Zitat von Henry_Rearden Beitrag anzeigen
    Es ist Fakt, dass es im akademischen Bereich, aus dem sich Führungskräfte in der Wirtschaft maßgeblich rekrutieren, Ungleichgewichte in der Geschlechterverteilung auf die Fächer gibt.

    Sehr wenige Frauen studieren Maschinenbau, Chemie, Physik, Elektrotechnik.

    Viele Frauen studieren eher weiche Fächer, wie Jura, Wirtschaft, Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften.

    Viele Frauen sind also anders qualifiziert. Ein Maschinenbauer braucht jemanden mit technischem Sachverstand an der Spitze, sonst ist das Unternehmen in Gefahr. Die meisten Spitzenjobs in der Wirtschaft gibt es eben nicht im Verlagswesen oder im Kunstgewerbe. Da hätte ein Ingenieur an der Spitze auch schlechte Karten.

    Natürlich hört das Lernen nicht an der Unipfore auf und es gibt auch verschlungene Lebensläufe. Das muss aber individuell beurteilt und kann nicht durch ein Quote erzwungen werden.

    Und wieso es die Quote nur für Spitzenjobs gegen soll, leuchtet mir auch nicht ein. Das ist ja quasi eine Beförderungsgarantie für Frauen in technischen Unternehmen. Das motiviert sicherlich extrem. Warum soll ich arbeiten? Ich werden ja sowieso mal dein Chef.

    Alles in allem ein Riesenunsinn diese Quote.
    Fördert es dass Frauen Technik studieren und die Quote wird Makulatur.
    Haben Sie Belege für Ihren Fakt? Lt. einer Umfrage von 2008
    (http://de.statista.com/statistik/dat...he-ausbildung/) rekrutieren sich ca. 54 % der Dax-Vorstandsmitglieder aus der Gruppe der Wirtschaftswissenschaften und der Juristen. Aber selbst wenn man Ihrer Argumentation folgt, dann dürfte Ihre Sorge dürfte zumindest für die Chemiker unbegründet sein, denn 2011 waren 42 % aller Studienanfänger im Fach Chemie weiblich, in BWL waren es immerhin 53 % und in Jura 52 %, und auch bei den Maschinenbauingenieuren steigt der Frauenanteil, na das lässt doch hoffen.
    Es gibt hier in Dänemark eine sehr umfassende und im Vergleich zu Deutschland angenehm sachliche und unaufgeregte Forschung/Diskussion zu Genderfragen auf Arbeitsmärkten. Die Ergebnisse deuten mit aller Klarheit darauf, dass die Hauptursache für die geringe Präsenz von Frauen in Führungspositionen die häufigen und zu langen Unterbrechungen der Erwerbsbiographie durch Erziehungszeiten ist. Nun ergeben sich daraus drei Konsequenzen, man akzeptiert es wie es ist (Modell Deutschland, Polen, Spanien), man macht es möglich, dass Kinder schon sehr schnell nach der Geburt fremdbetreut werden (Modell UK, USA, Frankreich), man teilt 2/3 der bezahlten Erziehungszeit zwischen Mutter und Vater zu 50/50 auf und macht so beide gleichermassen "unattraktiv" auf dem Arbeitsmarkt (Modell Schweden, Norwegen, Island). Letzteres wird derzeit von der dänischen Regierung favorisiert.
    Sicher hätte dies nicht denselben durchschlagenden Erfolg und damit nicht dieselbe politische Signalwirkung wie eine Frauenquote, wäre aber m.E. eine wesentliche elegantere und bessere Lösung.
  2. #171

    Stark!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutschlands Großkonzerne bremsen bei der Einführung einer Frauenquote im Top-Management - jetzt verliert Familienministerin Schröder die Geduld. Nach SPIEGEL-Informationen plant sie Strafzahlungen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...792022,00.html
    Die Bussgelder zahlt letztendlich der Konsument, nicht der Sünder.
    Macht man einen Straftatbestand draus und locht die Typen ein, kann man mittelfristig mit Erfolg rechnen.
    Schröder ist so klug wie 100 m Landstrasse.
  3. #172

    Wir müssen unterscheiden ...

    Zitat von Herr Hold Beitrag anzeigen
    Allerdings zeigt das Beispiel Apple, dass auch der "Oberboss" nicht durchgehend vor Ort sein muss, wenn er ein Management hat, das auch funktioniert wenn er sich nicht zu 100% darum kümmern kann.
    ... zwischen einem Unternehmer, der als Eigentümer seines Unternehmens entscheiden kann zu delegieren und nicht 100% anwesend zu sein,
    und einem Manager im Vorstand, der als Angestellter mindestens 100% anwesend sein muß, schon weil er sein hohes bis exorbitantes Gehalt rechtfertigen muß.

    Die Quote in DAX-Vorständen zielt aber auf angestellte Manager: da sind weniger als 100% Leistung völlig absurd.

    Zitat von Herr Hold Beitrag anzeigen
    Auch eine Auszeit in " Familiengründerjahren" halte ich nicht grundsätzlich für karriereschädlich, viele Firmen bieten heute ihren Angestellten ein "Sabbatical" an. Gerade in der Politik tauchen doch auch immer wieder Leute wie Phönix aus der Asche auf... Özdemir, Schäuble & Co.) Eine Quote halte ich allerdings auch für überflüssig, das wird sich früher oder später (ausbildungs-/ berufserfahrungs- abhängig) von selbst regeln.Auch wenn der ein oder andere Kommentar zeigt, dass Frauendiskriminierung offensichtlich noch nicht vollständig im Mülleimer der Geschichte verschwunden ist.
    Daß eine Elternauszeit nicht karriereschädlich sein sollte, da sind wir uns einig. Sie ist es aber, für Männer und Frauen. Warum? Weil die gesamte Frauengleichstellungsdiskussion mit Familien nichts zu tun hat. Die Vorstandsquote bspw. ist ein Instrument zur Förderung kinderloser Frauen. Kinderlose Frauen aber sollten Ihre Kariere machen so wie Männer auch, und nicht hinter Familienargumenten getarnt werden.
  4. #173

    Augenwischerei

    Eine geschlechtsspezifische Veränderung in den Unternehmen und in den Führungspositionen wird sich in den kommenden Jahren von ganz alleine ergeben.

    Bitte sehen Sie sich nur einmal die Statistik an. Bereits jetzt spricht das Geschlechterverhältnis an (Fach)Hochschulen in BWL, Jura und ganz extrem bei Medizin eine deutliche Sprache.

    Ich frage: Wäre eine Umsetzung der Frauenquote unter Umständen ein Grund, in Zukunft auch eine Männerquote einzuführen?
  5. #174

    Zitat von Hovac Beitrag anzeigen
    Er hat Merkel/Steinbrück dazu gebracht ausserpalamentarisch, ohne Disskussion oder Berechtigung die DeutscheBank-Schulden der IKB vom Steuerzahler bezahlen zu lassen. Das waren bis zu 10 Mrd, die genaue Art und Höhe, ist trotz eines Beschlusses der IKB Aktionäre auf wunsch Ackermanns geheim gehalten worden.
    Das ist zweifellos eine super Joberfüllung, für uns aber verdammt schlecht.

    Zum Thema, es ist doch gar keine Quote gefordert, nur eine Selbstverpflichtung. Wenn eine Firma nun 0% vorgobt dann wird sie auch nicht bestraft. ISt halt die Frage ob man in diesem Licht dastehen will weil die Zahlen öffentlich sein sollen, nur wer liest die Zahlen überhaupt?
    Das Problem aber dabei ist, dass wenn sie sich eine Quote vorgeben, bei 10 Leuten 3 Frauen einzustellen, und nur 2 kompetente finden und die 3. vllt selbst kündigt oder irgendetwas anderes dazwischenn kommt, müssen sie entweder unqualifiziertes Personal einstellen, oder aber Strafe zahlen. Beides ist aus der Sicht des Unternehmers nicht fair.
  6. #175

    Schwestern, zur Sonne, zur Freizeit ...

    Zitat von zoramail Beitrag anzeigen
    ... man teilt 2/3 der bezahlten Erziehungszeit zwischen Mutter und Vater zu 50/50 auf und macht so beide gleichermassen "unattraktiv" auf dem Arbeitsmarkt (Modell Schweden, Norwegen, Island).
    Wie gut das norwegische Verfahren ohne Öl funktioniert zeigen Schweden und Island ja ziemlich eindrücklich. Und wie Schweden und Island hat Deutschland zuwenig Öl um sich den Luxus leisten zu können, Minderleister in Arbeit zu zwingen.

    Zitat von zoramail Beitrag anzeigen
    Letzteres wird derzeit von der dänischen Regierung favorisiert.
    Von Island lernen, heißt frieren lernen.

    Zitat von zoramail Beitrag anzeigen
    Sicher hätte dies nicht denselben durchschlagenden Erfolg und damit nicht dieselbe politische Signalwirkung wie eine Frauenquote, wäre aber m.E. eine wesentliche elegantere und bessere Lösung.
    Wie gesagt: Ich finde, wir sollten die Frauenquote mal ausprobieren. 14 Tage lang, 100% hoch.
  7. #176

    Cdu?

    Ich verstehe die CDU nicht mehr. Einerseits will Ursi von der Leyen die Frau an den Herd fesseln und auf der anderen seite will Frau Schröder eine Frauenquote!!! Wollen die mich veräppeln? Die CDU sollte sich mal entscheiden!
  8. #177

    Will sich Frau Schröder schon für die Zukunft eindecken und ein paar potentielle Aufsichtsrat- und Vorstandsplätze kreieren?
  9. #178

    Planwirtschaftliche Sollvorgaben aus der Politik

    Zitat von RubyRhod Beitrag anzeigen
    .. für Frauen
    .. für Farbige
    .. für Inder
    .. für Asiaten
    .. für Vegetarier
    .. für Veganer
    .. für Übergewichtige
    .. für Untergewichtige


    Es tut mir leid, aber eine Firma MUSS sich ihre Leute nach der Qualifikation aussuchen können, NICHT nach irgendwelchen Gesetzen von dummen Politikerinnen.

    CDU abwählen!
    Sie haben noch die Quote für
    - Homosexuelle
    - Diabetiker
    - Linkshänder und
    - Analphabeten
    vergessen. Ja, und ich als Frau gebe Ihnen Recht, eine Firma muss sich das Personal nach Qualifikation aussuchen können. Planwirtschaftliche Sollvorgaben aus der Politik sind hier fehl am Platz.
  10. #179

    Zitat von gummiband Beitrag anzeigen
    Ich bin uneingeschränkt für Gleichberechtigung und daher nicht so ganz sicher, ob der Protest gegen die Frauenquote zu unrecht ist. Aber eigentlich tendiere ich eher dazu, dass die Frauenquote ganz schön verolgen ist.
    Aber sicher ist sie das.

    Zum einen, weil sie auf der logisch nicht haltbaren Idee beruht, Männerdominanz in Führungsetagen mit Frauenbenachteiligung gleichzusetzen. (Wäre das so, dann wäre die Frauendominanz beispielsweise im pädagogischen Bereich zwangsläufig und ohne wenn und aber Männerbenachteiligung. Aber dem widersprechen selbst die heftigsten Quotenbefürworter meist, und zeigen damit - freilich, ohne es zu erkennen - die Inkonsistenz ihrer eigenen Argumentation auf.)

    Zum anderen, weil der weibliche Anteil an der Rollenverteilung geleugnet wird - solange sich Frauen die Freiheit nehmen, zwischen Beruf und Familie zu entscheiden, solange wird es Männer geben, die eben diese Wahl nicht haben (irgendjemand muss ja materiell für diese Entscheidungsfreiheit geradestehen). Und solange werden Männer sich eben auch stärker über den beruflichen Erfolg definieren als über hausmännische Qualitäten - der Verzicht aufs Familienleben ist der Preis dafür. Diesen Preis zu zahlen, diese Bereitschaft sehe ich nicht bei den Quotenforderern. Man will also quasi etwas "für umme", ohne die Nachteile, die es für Männer üblicherweise mit sich bringt.