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Frauen gegen das Betreuungsgeld: Stoppt den Herdprämien-Unsinn!

Getty Images; SPIEGEL ONLINE; dapd; AP; DPAFrauen aus ganz Deutschland stellen sich gegen das Betreuungsgeld: In einer großen Umfrage von SPIEGEL ONLINE sagen sie, warum sie den Plan der schwarz-gelben Koalition für falsch halten. Mit dabei sind auch prominente Unions-Anhängerinnen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...828027,00.html
  1. #850

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    Es kann eigentlich nicht sein, dass diese Leute ernsthaft glauben, dass sich berufstätige Frauen in den typischen Jobs selbst verwirklichten.
    Das Problem ist doch, dass einerseits zwar viele Frauen heutzutage gut ausgebildet sind und durchaus in Berufen arbeiten können, die interessant und erfüllend sind. Nur ist das mit einem Schlag vorbei, sobald die Familienplanung ansteht. Oder alternativ ist die Familienplanung vorbei... Was fehlt, ist der Mittelweg, für die Kinder in sinnvollem Umfang dazusein, aber auch weiter als Person mit erwachsenen Interessen und Fähigkeiten zu existieren. (Sowohl während der Kleinkindzeit als auch insbesondere danach!)

    Wer nun einmal vorher z.B. ein interessantes Studium oder sogar schon einige Berufsjahre erlebt hat, für den ist es sehr frustrierend, das alles lebenslänglich aufzugeben für ein paar Jahre als Haus- und anschließend Schleckerfrau (oder bestenfalls noch Sekretärin beim alten Arbeitgeber, wo man irgendwann man eine mit interessanten Projekten betraute Fachkraft war). Und weder die frustrierte Mutter als auch der überstresste und praktisch immer weniger präsente Jetzt-Alleinverdiener-Vater tun dem Familienleben und besonders auch den Kleinen besonders gut...
  2. #851

    Zitat von sagmalwasdazu Beitrag anzeigen
    Jeder Kitaplatz der nicht in Anspruch genommen wird, spart ein Vermögen, jedoch kann keine Mutter mehr sagen....kann nicht Vollzeit
    arbeiten, denn meine Kinder...usw. Leuchtet ein oder ?
    Also Kinder haben und beide Vollzeit arbeiten ist ein Knochenjob. Das muss man auch mal ganz ehrlich sagen. Ich habe für jedeN Verständnis, der/die da für sich ausschliesst und sich auf 20 oder 30 Stunden beschränkt. Die möglichen Ganztagsbetreuungszeiten fahren die Freiheit von Gleitzeit auf Null runter, ausser man kann sich abwechseln. Haushalt ab 21 Uhr ist auch nicht so witzig und mit permanent unter 6 Stunden Schlaf pro Nacht leidet die Kreativität (und Gesundheit) auch ganz schön.

    Mein Mann und ich wollten immer die Arbeitszeit reduzieren, wenn Kinder da sind. Aber niemand stellt Informatiker ein, wenn man nicht 40 Stunden plus Überstunden zusichert. Eine Studienfreundin von mir ist mit 2 Kindern seit Jahren auf Suche, weil sie nur 30 Stunden arbeiten will. Es glaubt aber niemand, dass sie sich in diesen 30 Stunden auch engagieren will. Das ist der wahre Grund, warum wir nie von der Vollzeit runtergekommen sind. Sobald man auch nur Teilzeit anspricht, hat man das N (iete) auf der Stirn kleben. Wenn jetzt noch Dienstreisen dazu kommen (bei mir häufig der Fall), ist man endgültig im Wahnsinn angekommen.

    Ich weigere mich aber zu glauben, dass die einzige Alternative ist, dass einer den Job und seine Qualifikation aufgibt und den Rest des Lebens Kinderbetreuung und Haushalt macht. Verdammt nochmal, da muss sich Gesellschaft bewegen. Das MUSS teilbar werden, so dass beide Elternteile auch in der Praxis Eltern sein können.
  3. #852

    Liebe Mitforistin

    in Ihrem Beitrag steht ja nun viel sinnvolles, aber das
    Zitat von kfp Beitrag anzeigen
    Es ist nun einmal so, dass heutzutage Frauen i.d.R. auch deutlich besser ausgebildet und dementsprechend auch oft vielseitiger interessiert sind als in der Vergangenheit. Insofern ist es auch verständlich, dass heutzutage für deutlich mehr Frauen ein exklusives Hausfrauen- und Mutter-Dasein als Gefängnis empfunden wird. Und das ist kein überzogenes Anspruchsdenken, sondern Resultat der Ausbildung/Erziehung. Wenn Sie das ablehnen, sollten Sie fortan Frauen den Zugang zum Gymnasium und zu Unis gleich wieder mit verbieten,...
    ist nun wirklich daneben: gerade wirklich gebildete und intelligente Frauen (und Männer) können sich ohne Druck der entfremdeten Lohnarbeit hervorragend selbst entfalten. Oder glauben Sie, diese Menschen brauchten die geistige Anregung der Supermarktkase? Man dürfte insoweit die Prognose wagen, dass die Zahl der zu Hause forschenden Menschen beiderlei Geschlechts mit zunehmender Bildung zunehmen müsste, wenn nicht doch zu befürchten wäre, dass der Anzahl hier natürliche Grenzen gesetzt sind.

    Gleichwohl ist der Grundgedanke, je gebildeter man sei, um so mehr habe man das Bedürfnis, sich als Lohnabhängiger ganztägig zu betätigen, geradezu köstlich falsch.
    Wenn Sie sich an dem Supermarktbeispiel stören, weil Sie glauben, besser ausgebildete Frauen kriegten schönere Jobs: Seien Sie versichert, dass gegebenenfalls rein technische Anforderungen steigen, der Grad des Grundstumpfsinns aber durchaus erhalten bleibt. Auch wenn Sie es - zum Beispiel - zur Abteilungsleiterin bei einer Krankenkasse gebracht haben. Letztlich eine Frage des Maßstabs.
  4. #853

    Das allerdings...

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    sollte es einem das wert sein. Hand auf's Herz: lassen Sie sich denn in Ihrem Beruf von Leuten "weiterbilden", die die Materie glauben, in drei VHS-Kursen gelernt zu haben? Sie wollen doch sicher auch wirklich qualifizierte Trainer. Und das soll bei den Kindern anders sein?
    ...sehe ( sah, Kinder sind Erwachsen ) ich anders, denn das wesentliche
    für das Leben, das wollte ich ihnen mitgeben. So wie meine Gene ebenfalls.
    Über ihre schulische Ausbildung hinaus, wäre ich sicherlich nicht die richtige Wahl. Eben weil da auch ein völlig anderes Ziel bestand.

    Ansonsten hoffe ich ihnen viel mit auf den Weg gegeben zu haben.
    Wenn ich dann etwas an ihnen kritisiere, dann kritisiere ich mich damit im Grunde selbst. Jedoch jeder Mensch entwickelt sich täglich in irgendeiner Form und Richtung weiter. Und das ist gut so.
  5. #854

    Zitat von kfp Beitrag anzeigen
    Es ist nun einmal so, dass heutzutage Frauen i.d.R. auch deutlich besser ausgebildet und dementsprechend auch oft vielseitiger interessiert sind als in der Vergangenheit. Insofern ist es auch verständlich, dass heutzutage für deutlich mehr Frauen ein exklusives Hausfrauen- und Mutter-Dasein als Gefängnis empfunden wird.
    Ich würde wirklich mal gerne wissen, wo Sie denn ihr Bild von Hausfrau-und-Mutter-Sein herhaben. Mit der Realität, wie ich sie aus vielen Familien kenne, hat Ihre Beschreibung nämlich nichts zu tun. Vielmehr war und ist es dort so, dass die Frauen durchaus vielseitig interessiert waren/sind und auch viel bessere Gelegenheiten als ihr jeweiliger Mann hatten, diesen Interessen nachzugehen.
  6. #855

    Einzelverdiener

    Zitat von sagmalwasdazu Beitrag anzeigen
    Wenn anständige Löhne gezahlt würden, sodaß ein Einzelverdiener
    mit entsprechendem Kinderfreibetrag genug für eine Familie an Nettolohn
    ausbezahlt bekäme, wäre dies Hick-Hack überflüssig.

    das ist nunmal eines der Kollateralschäden des Reallohnverlustes,
    nicht zuletzt wegen der immer weiter steigenden Abgaben.

    Im Grunde müssten die Unternehmen diese Kosten tragen.
    für einen Familienverband entspricht einem veralteten gesellschaftlichen Modell, das an der Lebenswirklichkeit von unterschiedlichen Lebensgemeinschaften vorbeigeht - unabhängig davon, ob ein Verdienst ausreichend wäre od. nicht.

    Wozu sollten denn z.B. auch Frauen hochwertige und längjährige Ausbildungen erfolgreich abschließen, wenn sie ihre Fähigkeiten dann nicht umsetzen können/sollen - abgesehen von den Kosten einer Ausbildung?

    Erwerbsarbeit bietet bekanntlich nicht nur Unabhängigkeit, sondern auch Anerkennung, weil in unserer Gesellschaft (leider) noch immer der Wert einer Leistung weit überwiegend monetär gemessen wird.
    Doch Kinder braucht unsere Gesellschaft ebenso.

    Bessere Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit wird durch Teilzeitmodelle und andere Arbeitsformen wie z.B. Telearbeit gefördert.
    Wenn man in dieser Fam.Phase auch nicht so richtig Karriere machen kann, so bleibt man doch im Arbeits- und Fortbilungsprozess, was gerade für die Unabhängigkeit wichtig ist und zunehmend eine größere Rolle spielt, wenn das Kind "erwachsen" ist.
    Ein Wiedereinstieg nach Jahren ist extrem erschwert, von beiden Seiten.

    Es gibt bekanntlich Unternehmen mit eigens für die Kids ihrer Beschäftigten geschaffenen hochwertigen Kinderbetreuungseinrichtungen.
    Sie werben damit bei der Gewinnung und dem Erhalt von qualifiziertem Personal, auch für eine zeitige Rückkehr junger Mütter/Väter.

    Im Übrigen wissen auch Personalchefs/-chefinnen die in der Dreifachrolle "Mutter, Hausfrau, erwerbstätig" erworbene soziale Kompetenz wie auch organisatorischen Fähigkeiten beim Einsatz am Arbeitsplatz zu schätzen - was selbstverständlich auch für Väter gilt, auch wenn diese in der Rolle noch vergleichsweise Exoten sind.

    Niemand, dem seine Erwerbsarbeit am Herzen liegt, wird für ein Betreuungsgeld zu Hause bleiben; eher wird sich insb. die gutausgebildete Frau für Kinderlosigkeit entscheiden (so ca. 30 % der Akademikerinnen).

    Deshalb muss dem Ausbau von Krippen, KiTas und Ganztagsschulen oberste Priorität eingeräumt werden.
  7. #856

    Zitat von sagmalwasdazu Beitrag anzeigen
    ...Wo haben Ihre Eltern Sie denn in der Zeit " erzogen "- oder erziehen lassen ?...
    Na zu hause, wie alle anderen Eltern - und wenn sie arbeiten gingen, durfte ich in den Kindergarten gehen.

    Was an diesen Eltern ist gierig ? Bitte präzisieren Sie das mal !
    Gierig sind solche Eltern, weil sie noch extra ein "Betreuungsgeld" fordern. Als ob die anderen Eltern, ihre Kinder nicht betreuen würden, die dafür kein Extrageld bekommen sollen - weil die ja schon eine andere Leistung erhalten hätten (für die sie allerdings teuer bezahlen müssen). Der Grund, warum es eine solche Prämie überhaupt geben soll, ist aber nicht, dass "Betreuung von Kindern" honoriert werden soll, sondern weil Bayern keine weiteren Kita-Plätze bereitstellen will. Kita gibt es schließlich schon lange - aber noch nie hat irgendwer bisher gefordert, dass es für die Betreuung von Kindern ein Extrageld geben solle.

    Einerseits soll sich der Staat gefälligst aus der Erziehung heraushalten - andererseits will man dafür vom Staat bezahlt werden. Dann aber hätte der Staat auch eigentlich wieder Ansprüche an die Erziehung der Kinder - könnte Qualitätskriterien aufstellen.
  8. #857

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    gerade wirklich gebildete und intelligente Frauen (und Männer) können sich ohne Druck der entfremdeten Lohnarbeit hervorragend selbst entfalten. Oder glauben Sie, diese Menschen brauchten die geistige Anregung der Supermarktkase? Man dürfte insoweit die Prognose wagen, dass die Zahl der zu Hause forschenden Menschen beiderlei Geschlechts mit zunehmender Bildung zunehmen müsste, wenn nicht doch zu befürchten wäre, dass der Anzahl hier natürliche Grenzen gesetzt sind.

    Gleichwohl ist der Grundgedanke, je gebildeter man sei, um so mehr habe man das Bedürfnis, sich als Lohnabhängiger ganztägig zu betätigen, geradezu köstlich falsch.
    Wenn Sie sich an dem Supermarktbeispiel stören, weil Sie glauben, besser ausgebildete Frauen kriegten schönere Jobs: Seien Sie versichert, dass gegebenenfalls rein technische Anforderungen steigen, der Grad des Grundstumpfsinns aber durchaus erhalten bleibt.

    Empirisch überprüfbare Tatsachen sind dann keine Tatsachen, wenn sie politisch nicht korrekt sind. Also kann das gar nicht stimmen, was Sie da schreiben. Gerade eine gebildete Frau ist durch kleine Kinder, vor allem ihre eigenen, ausschließlich genervt, so dass sie schon aus lauter Genervtheit keine sinnvolle, ihrer persönlichen Entfaltung dienende Beschäftigung findet. Sie sieht sich weder in der Lage, all die Bücher zu lesen, die sie immer schon einmal lesen wollte, sie wird das Instrument, das sie vielleicht mal wieder aus der Ecke holen wollte, schon wegen der zusätzlichen Lärmbelästigung unangetastet lassen, sie kann den Begriff "Ehrenamt" plötzlich nicht einmal mehr buchstabieren, und zum Spanisch-Kurs in der VHS ist sie viel zu erschöpft. Nicht einmal in Ruhe über Gott und die Welt nachdenken funktioniert. Auch der Akademikerin bleibt folglich nur die totale Entspannung mit RTL-II.
    Und da sie das nun wirklich nicht möchte, ist der Vollzeitjob gerade bei Akademikerinnen mit Kindern so nötig.

    Ausnahmen wie ich bestätigen selbstverständlich nur die Regel.
  9. #858

    Eltern.......

    Zitat von Christoph Beitrag anzeigen
    Ich würde wirklich mal gerne wissen, wo Sie denn ihr Bild von Hausfrau-und-Mutter-Sein herhaben. Mit der Realität, wie ich sie aus vielen Familien kenne, hat Ihre Beschreibung nämlich nichts zu tun. Vielmehr war und ist es dort so, dass die Frauen durchaus vielseitig interessiert waren/sind und auch viel bessere Gelegenheiten als ihr jeweiliger Mann hatten, diesen Interessen nachzugehen.
    ..... ab einer gewissen Schicht zugehörig, benötigen dann wie einst einen ihn zu versorgenden Hofstaat. Mindestens jedoch eine Amme, sowie eine exquisite Gouvernante. Eine Köchin sowie Gärtner und Butler.

    Nur dafür reicht auch bei vielen Familien " Wichtig " das Einkommen nicht.
    Da bleibt eben nur die Kita, mit den minderausgebildeten Erzieherinnen
    samt Umgang mit den Kellerkindern . So ein Mist ! :))
  10. #859

    Wirklich?

    Zitat von willhy Beitrag anzeigen
    Bertreuungsplätze?.....es geht nicht um Betreuungsplätze......es geht
    doch nur um die gezielte Vereinzelung der Menschen, es geht um Zerstörung familiärer Strukturen u.s.w.
    Es doch nur gerecht, wenn die Leute, die auf die Kinderbetreuung verzichten, Ihren Anteil an den Betreuungskosten ausbezahlt bekommen.
    Noch in den 70er Jahren hat ein Zahltag zur Versorgung einer mehrköpfigen Familie ausgereicht.
    Teilweise vielleicht, weil auch die Ansprüche niedriger waren.

    Bestimmt nicht aus reiner Freude gingen auch seinerzeit schon viele (insb. gering qualifizierte) Hausfrauen/Mütter abends (wenn Vater zur Kinderbetreuung zu Hause war) z.B. putzen oder als Servicekraft in die Gastronomie - für Extras (Urlaub, Auto, Wohnungseinrichtung) od. um die Haushaltskasse aufzustocken.

    Und sog. "familiäre Strukturen" zerstören sich die Menschen selbst.
    Schauen Sie sich doch mal in der Lebenswirklichkeit um, wie viele sog. Familien i.S.v. Mann/Vater (schafft das Geld heran) und Frau/Mutter (als Hüterin von Heim und Kindern) es heute gibt. Sog. Patchwork-Familien und Alleinerziehende sind gesellschaftl. Realitäten, denen die Politik mit qualifizierten Betreuungsangeboten bis hin zu Ganztagsschulen Rechnung tragen muss.
    Das bedeutet auch soziale Prävention, abgesehen davon, dass jeder arbeitsfähige Erwachsene seine Existenz zumindest anteilmäßig mit eigener Erwerbsarbeit selbst sichern soll.

    Und übrigens:
    Fänden Sie es auch "gerecht", wenn ein kinderloser Erwebstätiger einen angemessenen Anteil seiner Krankenversicherungsprämie zurückhaben will, z.B. weil bei ihm keine Frau und keine Kinder beitragsfrei mitversichert sind?

    Dgl. "Gerechtigkeitsbeispiele" gäbe es noch viele; deswegen begründen sie mitnichten tragfähige Ausgleichszahlsansprüche.








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