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Frauen gegen das Betreuungsgeld: Stoppt den Herdprämien-Unsinn!
Getty Images; SPIEGEL ONLINE; dapd; AP; DPAFrauen aus ganz Deutschland stellen sich gegen das Betreuungsgeld: In einer großen Umfrage von SPIEGEL ONLINE sagen sie, warum sie den Plan der schwarz-gelben Koalition für falsch halten. Mit dabei sind auch prominente Unions-Anhängerinnen.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...828027,00.html
- #840 20.04.2012 14:03 von
keine Stimmungsmache
Es geht nicht um die Kinder, es geht um die Erzieherinnen.
Und wenn sehr bildungsnahe Eltern eine gewisse Abneigung dagegen haben, ihre Kinder ganztägig der Beeinflussung durch - sagen wir mal - sehr einfach gestrickte Personen auszusetzen, ist das nicht so ganz unverständlich. Schon in den "Buddenbrooks" erregt sich der rational denkende Großvater, als seinem Enkel durch die - herzensgute - Kinderfrau gewisse Aberglaubensregeln über das Wetter beigebracht werden sollen. In der KiTa ist man ja nicht dabei, wenn entsprechender Unsinn verbreitet wird, übrigens gerade ein Grund, warum man die ganztägige Kinderbetreuung in totalitären Systemen so gern mag. - #841 20.04.2012 14:52 von
Es spricht sogar sehr viel dagegen, weil das nämlich eine Besserstellung der Eltern wäre, die einfach daheim bleiben. Wer neben seiner Erziehungszeit noch arbeiten geht, ist doppelt, wenn nicht sogar 3-fach so wertvoll für den Staat, als jemand, der nur sein Kind begluckt. An erster Stelle steht die Kindererziehung, zweitens schafft man zusätzlich Werte und sorgt für Steuereinnahmen und mindestens drittens, werden weitere Arbeitsplätze im Betreuungsbereich geschaffen. Der Betreuungsplatz ist aber trotzdem nicht kostenlos, sondern ganz im Gegenteil. Dagegen sind "Zuhauseerzieher" eher eine Belastung für den Staat - und sollten dafür eher extra Steuern bezahlen, anstatt noch etwas sinnlos in den gierigen Rachen geworfen zu bekommen.
- #842 20.04.2012 14:53 von
Unlängst ....
...war darüber ein TV-Bericht, ich glaube Panorama, über diese
Tätigkeit in Kitas. Verschiedene Berufsebenen sowie deren
Verdienst. Das Topgehalt lag bei 2.100 € für die Kitaleiterin,
sowie 1.800 € für die Vollzeitkräfte. Brutto versteht sich sich.
Welche adäquat ausgebildete Akademikerin würde denn für ein solches Taschengeld den Prinzen und Prinzesinnen die Etiquitten
des Lebens beibringen wollen ?Samt musikalischer Früherziehung.
Unter den neuesten pädagogischen Aspekten versteht sich.
Da wäre ein Kleinkindinternat in der Schweiz die richtigere Wahl. - #843 20.04.2012 15:08 von
- #844 20.04.2012 15:08 von
- #845 20.04.2012 15:08 von
Sie sprechen beide durchaus einen sehr legitimen Punkt an. Dass das Um-Sich-Greifen einer Profit- und Ausbeuterkultur ein Doppelverdienermodell erzwingt, ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Dagegen hilft aber auch kein Betreuungsgeld von 100 Euro - da ist das Elterngeld schon eher dienlich, da es tatsächlich an den realen Einkommensverlust durch die Babypause gekoppelt ist...
Allerdings würde ich das mit der Abkehr vom "Einzelverdiener" zum Doppelverdienerhaushalt unter dem "Deckmantel der Frauenfreundlichkeit" schon etwas relativieren. Es ist nun einmal so, dass heutzutage Frauen i.d.R. auch deutlich besser ausgebildet und dementsprechend auch oft vielseitiger interessiert sind als in der Vergangenheit. Insofern ist es auch verständlich, dass heutzutage für deutlich mehr Frauen ein exklusives Hausfrauen- und Mutter-Dasein als Gefängnis empfunden wird. Und das ist kein überzogenes Anspruchsdenken, sondern Resultat der Ausbildung/Erziehung. Wenn Sie das ablehnen, sollten Sie fortan Frauen den Zugang zum Gymnasium und zu Unis gleich wieder mit verbieten, das würde dann allen eine Menge Energie und Frustrationen sparen (und Geld natürlich auch, aber lassen wir die finanzielle Wirtschaftlichkeit jetzt einfach mal außen vor)...
Wenn man dann noch berücksichtigt, dass eine langjährige Familienpause unweigerlich zur Folge hat, dass einerseits vieles, was man gelernt hatte, ziemlich einrostet, und dass sich andererseits Fachwissen nun einmal weiterentwickelt, somit die Pause für die Babyjahre schnell zu "lebenslänglich" wird, bringt ein Alleinverdienermodell natürlich erhebliche Belastungen mit sich.
Insofern wäre es neben der Bekämpfung des galloppierenden Reallohnverlusts inzwischen nötig, nicht nur Alleinverdiener zu fördern, sondern auch in stark verstärktem Umfang mehr oder weniger gleichberechtigte Teilzeitmodelle zu unterstützen. - In meiner Familie wären damit vermutlich alle deutlich zufriedener als mit der "ganz oder gar nicht"-Frage, der man heutzutage immer noch mangels akzeptierter Alternativen gegenübersteht, zumindest bei qualifizierten Stellen jenseits von Supermarktkassiererin u.ä.
Da z.B. sowohl ich als auch mein Mann in einem sich schnell veränderndem Umfeld und nach Jahren immer noch prekären Arbeitsverhältnissen massiv Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren, wenn wir noch ein Jahr oder mehr länger komplett aussetzten, bleibt uns so nur "ganz", obwohl wir wie vermutlich sehr viele andere Eltern, mit einem Teilzeitmodell - soweit reduziert, wie wir es uns eben leisten könnten - viel zufriedener wären. - Dass bei meinem Berufseinstieg - im Ausland - noch mein Gehalt alleine bzw. wirkliche Zeitteilung in 2xhalbe Zeit zum Leben gereicht hätte, nach der Kürzungsspirale hier in D aber hinten und vorne nicht mehr, ist dann, wie Sie beide so schön herausstellen, eine weitere wichtige Baustelle... - #846 20.04.2012 15:17 von
...
Das stimmt nicht so ganz.
Sie wollen es sich ja auch noch vom Staat (sprich: Berufstätigen Mitmenschen) bezahlen lassen.
Der Streit Pro-Kontra Kita wird sowieso nie beigelegt werden, warum auch, es ist keiner im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit.
Icke fand Kita spitze! - #847 20.04.2012 15:19 von
Wenn man sich's leisten kann
- #848 20.04.2012 15:20 von
Das Beschriebene hat vom Prinzip her der Kindergarten alles für unserer größere Tochter in der Vorschularbeit geleistet, bzw. hatten wir da zuhause nicht mehr viel zu ergänzen. Der Schock kam dann mit dem Schulbeginn als andere Kinder bereits zuhause Lesen und Schreiben gelernt hatten (was man den Kindern nicht vorher beibringen sollte, wie der Grundschuldirektor im Vorjahr auf einem Vorbereitungsabend gesagt hatte) und das Tempo in der ersten Klasse dann doch so ausgelegt wurde, dass sich diese Kinder nicht langweilen sollten. Wir hatten uns damals ziemlich darüber geärgert, uns zum Nachteil unserer Tochter an die vorgegebenen Regeln gehalten zu haben.
Bei unserer jüngeren Tochter haben wir das Problem dann vermieden, indem wir sie mit 5 ganz regulär in die Vorschulklasse unserer Schule gegeben haben. Dort hatte sie nun fast 1 1/2 Jahre lang täglich 3 Unterrichtseinheiten (à 30 Minuten), davon ein bis zwei in englischer Sprache (Immersionsenglisch). Bereits nach einem halben Jahr konnte sie sich im Ausland im Krankenhaus mit einer Ärztin ohne unser Zutun verständigen. Das hat mich doch beeindruckt und scheint ihr nicht geschadet zu haben. Im Sommer geht es nun in die erste Klasse, sie liest und schreibt bereits leidlich und rechnet bis 12. Da sie die Schule aber zur ersten Klasse nicht wechseln wird und alles inhaltlich zusammen passt, ist unser schlechtes Gewissen gering. Offenbar konnte unsere Kleine den Input schon ganz gut gebrauchen.
Das mag sein, ich habe es aus dem Konzept unseres Kindergartens geklaut. Es gab da mal wüste Elterndiskussionen zur Vorschularbeit. Viele Eltern wollten ihre Kinder schon auf Leistung ausgerichtet sehen und legten hauptsächlich Wert auf die kognitive Entwicklung. Dass aber die soziale und emotionale mindestens genauso wichtig sind, musste auch ich damals erst von unserer Kindergartenleiterin (einer Diakonin) lernen. Fazit: die wussten offenbar im Kindergarten sehr genau, worauf es ankommt. Aber gegen übersteigerten Elternehrgeiz ist es schwer anzukommen. Und das dann leider ausgetragen auf dem Rücken der Kinder. Wir sind nur froh, dass unsere Schule auch die bezahlenden Eltern knallhart aus dem Lernprozess raus hält und es schafft, den Kindern auch gegen die globalisierte Leistungsgesellschaft die Freude am Lernen zu erhalten. Verflixt, als ich Kind war, ging das an einer stinknormalen staatlichen Schule auch.. warum geht das heute nicht mehr??Ja, das sind sehr wichtige Fähigkeiten. Mir kommt es aber so vor dass solche sozial Kompetenzen hauptsächlich zu Hause vermittelt werden. Sonst erklärt sich nicht warum manche (sprich Akademiker-Kinder) sie eher besitzen als andere. Obwohl alle die gleiche KIGAs besucht haben. - #849 20.04.2012 15:26 von
Gibt es ja, aber zuwenig :
Auszug :
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Es ist ein seltenes Angebot an arbeitende Eltern: Nur 39 Firmen in Nordrhein-Westfalen (NRW) bieten ihren Mitarbeitern eine staatlich geförderte Kinderbetreuung am Arbeitsplatz. Das Land will nun die Betriebskindergärten im Land fördern. "Die Firmen haben mittlerweile erkannt, dass sie hoch qualifizierte Kräfte mit so einem Angebot an sich binden können", sagte NRW-Familienminister Armin Laschet (CDU) der Frankfurter Rundschau. Nun müsse die Idee noch bekannter werden.
Da passt es gut, dass auch nach den Vorstellungen von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Kinderbetreuung in den Betrieben in den kommenden zwei Jahren stark ausgebaut werden soll. Ziel sei es, dass "der Anteil der Unternehmen, die betriebliche Kinderbetreuung anbieten, von heute 3,5 Prozent auf zehn Prozent wächst", sagte von der Leyen jetzt. In Anbetracht des Fachkräftemangels seien Unternehmen darauf angewiesen, die Wünsche junger Menschen ernst zu nehmen. Von der Leyen zitierte dazu eine Umfrage des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK unter Beschäftigten zwischen 25 und 39 Jahren mit Kindern. "Da sagen 90 Prozent, ihnen sind familienbewusste Arbeitsbedingungen genauso wichtig wie das Gehalt. 25 Prozent haben deswegen schon mal den Arbeitgeber gewechselt."
In NRW soll nun erforscht werden, warum sich bislang so wenige Firmen in eigenen Kitas um den Mitarbeiter-Nachwuchs kümmern. Lange müssen die Wissenschaftler wohl nicht nach den Hinderungsgründen der Firmen suchen. Jede Stadt subventioniert bislang nur die Plätze für Kinder ihrer Kommune. Mitarbeiter von Firmen kommen jedoch häufig aus einem größeren Umkreis. So fehlen die Zuschüsse für einen Teil der Angestellten.
Oder die Firmen scheitern am Dschungel der Paragrafen. "Es ist nicht einfach, einen Betriebskindergarten zu gründen", sagt Claus Eckmann, Personalleiter der Parfümeriekette Douglas Holding aus Hagen. Das Unternehmen habe sich durch eine Menge von Auflagen und Gesetzesvorschriften wühlen müssen. "Aber die Zufriedenheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt uns am Herzen", wirbt Eckmann. Weil Douglas überdurchschnittlich viele Frauen beschäftige, die oft bereits Mütter sind, sei Kinderbetreuung ein entscheidender Faktor. "Längst sind nicht mehr nur die Höhe des Gehaltes oder die Größe des Dienstwagens entscheidend für die Jobwahl", so Eckmann. Ein Betriebskindergarten mache die Firma als Arbeitgeber attraktiv.
.............. Quelle :
Kitas im Betrieb: Kinder und Karriere im selben Haus | Wissen*- Frankfurter Rundschau
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