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Frauen in der Wissenschaft: Kann Kinderkriegen Sünde sein?

CorbisFrauen bleiben beim Wettlauf um Professorenposten oft auf der Strecke. Biophysik-Professorin Petra Schwille empfiehlt deshalb: erst Karriere und dann Kinder machen. Die Anthropologinnen Victoria Hegner und Anna-Carolina Vogel widersprechen: Wer solche Ratschläge gibt, passt sich an.

http://www.spiegel.de/unispiegel/job...840268,00.html
  1. #1

    optional

    Ich habe das Gefühl, dass es bei diesen Kind und Karriere Artikeln irgendwie aussschliesslich um Mütter geht. In Finnland ist mir aufgefallen wie viele junge Väter sich dort um ihre Kleinen kümmern (und wieviel Freude sie dabei hatten). Dort ist es normal, dass erst die Frau und dann der Mann ein Jahr Auszeit nehmen. Ich glaube, dass wir anfangen müssen, diese Diskussion als ganze Gesellschaft zu führen, in der es normal wird ein Jahr (bzw. alle zwei Jahr ein Jahr) zu fehlen. Denn ich glaube schon, dass auch viele Männer sich um ihre Kiddies kümmern möchten, und dass der Ausfall aus dem Beruf kein ausschliesslich weiblich Problem bleiben wird. Die Strukturen aus den 50ern müssen einfach aufgweicht werden.
  2. #2

    Kinder während des Studiums...

    Wer Kinder während des Studiums mit 20 bekommt, der kann sicher sein, dass sie wenn die Karriere startet mit 26 bis 30 die Kinder aus dem Gröbsten raus sind.
  3. #3

    Oder die akademische Laufbahn vermeiden?

    Es gibt Alternativen zur Wissenschaft. Dann muss man sich auch nicht jahrelang mit befristeten Stellen rund um den Globus über Wasser halten, bis man VIELLEICHT eine Festanstellung hat. Eine akademische Karriere ist nicht familienfreundlich, nicht für Männer und nicht für Frauen.
  4. #4

    Wie praktisch, dass Frau Schwille keine Söhne hat

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das heißt vermutlich, dass begabte Männer eine Weile benachteiligt werden.
    Der Wunsch nach Benachteiligung der Männer wird Frau Schwille schon heute erfüllt, nämlich durch das Professorinnenprogramm des BMBF (BMBF › Ministerium › Frauen im Wissenschaftssystem). Indem man dort den Bewerberinnen im Verfahren buchstäblich ein Schnitzel um den Hals hängt, schafft man für Hochschulleitungen starke Anreize, die Qualifikationen der Kandidatinnen und Kandidaten im Feld nicht zum entscheidenden Kriterium bei der Berufungsentscheidung zu machen.

    Man liest bisweilen schon Ausschreibungen, in denen "vorbehaltlich des Erhalts von Mitteln aus dem Professorinnenprogramm" ausgeschrieben wird. Das heißt dann im Klartext: "Männer, spart Euch die Bewerbung, wir berufen eine Frau." Im Grunde ist das sogar noch die faire Variante, weil man(n) wenigstens noch erkennen kann, dass er sich den Aufwand sparen kann.

    Angenommen, Frau Schwille hätte Söhne: Wie würde sie es finden, wenn diese aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt würden?
  5. #5

    Genauso isse!

    [QUOTE=u30;10664933]. Die Strukturen aus den 50ern müssen einfach aufgweicht werden.[/QUOTE

    Diese ewige Debatte offenbart nämlich das eigentlich "Problem". Es scheint in vielen Ländern noch selbstverständlich, dass Frauen naturgegeben der Löwenanteil an der Aufzucht des Nachwuchs' zusteht.

    Ich möchte die Leistung der Frauen nicht herabwürdigen, aber abgesehen von den letzten 2, 3 Monate Schwangerschaft, die echt anstrengend sind, der eigentlichen Geburt und dem Stillen, kann der andere Partner alles mitübernehmen.

    Der Tipp von Frau Dr. Schwille ist geradezu perfide, da ja Professorestellen und andere permanente Beschäftigungsverhältnisse an Universitäten geradezu von den Bäumen wachsen und (auch sehr bezeichnend) eine Professorenstelle ein Hafen der Ruhe ist.

    Ich schätze 80% der Frauen, die dieser Empfehlung folgen haben mit 40 dann eine gescheiterte akademische Laufbahn, einen vergrätzen Partner und gute Aussichten auf ein Kind mit Trisomie 21. Das klingt hart. Härter allerdings ist, wie wenig wert man in Deutschland auf Nachwuchs zu legen scheint.

    Mein Vorschlag: Flucht nach vorn. Kinder während des Studiums oder der Doktorarbeit. Selbst erlebt und für gut befunden!
  6. #6

    Lebensfreindliche Wissenschaftslaufbahn

    Meines Erachtens sorgt auch noch ein anderer Aspekt dafür, dass Frauen eine wissenschaftliche Karriere gar nicht erst in Angriff nehmen möchten: die total lebensfernen Bedingungen respektive die ebenfalls total lebensfernen Wissenschaftlertypen, die sie dort antreffen. Meine bald 24-jährige Tochter, die gerade ihr 5. Studienjahr Medizin erfolgreich abgeschlosssen hat, zieht ihre vor zwei Jahren begonnene Doktorarbeit auf dem Gebiet der Schlaganfallforschung (Hirnchirurgie) nur deshalb noch durch, weil sie sich von dem eben lebensfeindlichen Umfeld und den dort arbeitenden Menschen (in der Hirnforschung gibt es wie erst recht in der Hirnchirurgie ohnehin fast nur Männer), die sie im Institut erlebt, nicht entmutigen und unterkriegen lassen möchte. Ansonsten sagt sie, die, soweit ich das beurteilen kann, durchaus das Zeug zu einer wissenschaftlichen Laufbahn hätte: "So lebensblind nur noch aufs Labor und die Veröffentlichung im nächsten Paper fixiert möchte ich nie werden. Da helfe ich tausendmal lieber der Oma mit chronischer COPD in der Notaufnahme. Als Mensch unter Menschen."
  7. #7

    optional

    Hier muss die Frau halt abwägen was sie möchte.
    Karriere oder Kinder. Es gibt keinen "Zwang" bzw keine "Pflicht" sich fortzupflanzen, die Menschheit lebt auch weiter wenn sich 10.000 oder 20.000 oder 20 Millionen Menschen weniger für den
    egoistischen Wunsch eines Kindes entscheiden. Wieso man also für einen "Luxus" (die Befriedigung des Fortpflanzungsverlangens) eine bevorzugung braucht will sich mir nicht erschliessen.
    Für die Menschheit als solche wäre es im Hinblick auf die Ressourcenlage eh nicht verkehrt mal darüber nachzudenken ob es wirklich im Interesse von uns allen ist, das Kinder kriegen noch zu unterstützen indem wir alle noch so unwichtigen Nachteile die nunmal mit jeder Entscheidung einhergehen auslöschen wollen, oder ob wir uns global betrachtet nicht eher überlegen sollten ob diese ganze förderung von "mehr Kindern" nicht einen schädlichen Effekt für gerade diese Kinder und alle nachfolgenden Generationen hat.
  8. #8

    Liest man den Artikel, dann bleibt mir als Joe Sixpack glatt die Luft weg. Da wird ein Anspruchsdenken propagiert, das seinesgleichen sucht, nach dem Motto: Siehe zu, dass du eine C4-Stelle ergatterst, dann kannst du machen was du willst und der Staat bezahlt dich auch noch heftig dafür. Ganz davon abgesehen, dass diese Möglichkeit evtl. 0,1 Promille aller Frauen offenstehen würde, also tatsächlich im Wortsinne ziemlich "akademisch" ist.

    Für alle Frauen, die in der Industrie beschäftigt sind, ist das ein Tritt in den Hintern, und das unabhängig davon, in welcher Hierarchiestufe sie dort arbeiten. Je höher man dort kommt, umso mehr wird verlangt für das Gehalt, das man bekommt. Und die Industrie sagt mit einigem Recht: Wir sind nicht für die Alimentierung der Bevölkerungspolitik zuständig, das ist Staatsaufgabe und wenn ihr das wollt, dann alimentiert die Führungsdamen eben über Steuergelder....
  9. #9

    Am Thema vorbei

    Es geht nicht um "Bevorzugung", sondern um Lebensumstände, die eine Vereinbarung von Kindern (egal in welchem Alter) und Karriere (egal an welchem Punkt) möglich macht. Das käme Männern, Frauen und Kindern zu Gute.


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