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Frauen an der Macht: Gieriges Ungeheuer

CorbisFrauen in der Politik? Was in Ägypten lange Tradition hatte, war in Rom ein Zeichen von Krise. Auch deshalb hatte es Octavians Propaganda leicht, Kleopatra zu dämonisieren.

http://www.spiegel.degeschichte/0,1518,824839,00.html
  1. #1

    "Kleopatra galt als unvergleichliche Schönheit ..." ????

    Ja, wenn man Elizabeth Taylor als Kleopatra betrachtet.
    Eigentlich, wie die Hostoriker behaupten, soll die echte Kleopatra potthässlich gewesen sein.
  2. #2

    Was ist schon Schönheit?

    Zitat von Oback_Barama Beitrag anzeigen
    "Kleopatra galt als unvergleichliche Schönheit ..." ????

    Eigentlich, wie die Hostoriker behaupten, soll die echte Kleopatra potthässlich gewesen sein.
    Das behaupten nicht nur Historiker. Es gibt zeitgenössische Münzen mit dem Portait Kleopatras, die zeigen vermutlich ein durchaus realistisches Bild. Nach heutigen und wahrscheinlich auch nach römischen Massstäben war sie sicherlich keine Schönheit. Ihre Qualitäten müssen auf anderem Gebiet zu suchen sein, mit denen sie nacheinander wichtige Männer Roms so für sich einnehmen konnte.

    Die Charakterisierung Livias im Artikel finde ich etwas eigentümlich. Livia war übrigens wirklich sehr attraktiv, wie zeitgenössische Bildnisse bestätigen. Wenn eine Frau Roms wirklich machtbewusst und durchsetzungsstark war, dann Livia. Sie hat faktisch gemeinsam mit Augustus regiert und in seiner Abwesenheit eigenverantwortlich und unangefochten die Staatsgeschäfte geführt. Sie zum Feind zu haben war mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich. Viele römische Kaiser sind den Intrigen ihrer eigenen Frauen zum Opfer gefallen, wobei sich der Ehrgeiz wohl meist auf die Karriere der Söhne bezog.

    Dass Augustus die Ehe förderte und die Moral hochhielt, war wohl eher dem Aderlass aus dem Bürgerkrieg geschuldet. Rom brauchte schlicht Nachwuchs, um die Verluste an Gefallenen auszugleichen.
  3. #3

    Sie haben das gut zusammengefaßt.

    Zitat von nethopper01 Beitrag anzeigen
    Das behaupten nicht nur Historiker. Es gibt zeitgenössische Münzen mit dem Portait Kleopatras, die zeigen vermutlich ein durchaus realistisches Bild. Nach heutigen und wahrscheinlich auch nach römischen Massstäben war sie sicherlich keine Schönheit. Ihre Qualitäten müssen auf anderem Gebiet zu suchen sein, mit denen sie nacheinander wichtige Männer Roms so für sich einnehmen konnte...
    So wie Caesar und dann Antonius, klaer - die "orientalische
    Verführerin", die ja eigentlich girechischer Abstammung war.

    Das mit "machtgeil" stimmt, alle Ptole-maier waren das -
    eine Familie voll äußerst schlimmer Finger, die die ägyptische
    Kultur wie eine Maske trug.
  4. #4

    Es war die Stimme!

    Zitat von nethopper01 Beitrag anzeigen
    Das behaupten nicht nur Historiker. Es gibt zeitgenössische Münzen mit dem Portait Kleopatras, die zeigen vermutlich ein durchaus realistisches Bild. Nach heutigen und wahrscheinlich auch nach römischen Massstäben war sie sicherlich keine Schönheit. Ihre Qualitäten müssen auf anderem Gebiet zu suchen sein, mit denen sie nacheinander wichtige Männer Roms so für sich einnehmen konnte.
    wie Historiker aus Textquellen schon vor einiger Zeit ermittelt haben, war das unvergleichlich Schöne an ihr die Stimme. Das ist auch schon in einer TV- Reportage transportiert worden.

    Ich bin etwas enttäuscht, daß der Spiegel noch nichts davon gehört hat und mit dem üblichen "...galt als unvergleichliche Schönheit..." aufmachen muß.

    Es wird wohl noch genauso lange dauern bis sich das in Journalistenkreisen herumspricht, wie die Tatsache, daß die "Machtergreifung" eine Sogenannte war.
  5. #5

    Zitat von nethopper01 Beitrag anzeigen
    D
    Dass Augustus die Ehe förderte und die Moral hochhielt, war wohl eher dem Aderlass aus dem Bürgerkrieg geschuldet. Rom brauchte schlicht Nachwuchs, um die Verluste an Gefallenen auszugleichen.

    Es gibt ja eine verklärtes und romantisiertes Bild von der Antike, von Griechenland und Rom, und zwar von den jenen Religionskritikern wie Dawkins und Co. Die meinen in der Antike, in Griechenland und Rom herrschte früher große sexuelle Freiheit und Gleichberechtigung und dies und das..war alles prima alles toll und das ganze Moral-Zeug und die strengen Regeln, führte später erst das Christentum ein.
    Offenischtlich gab es die moralischen Regeln schon vorher, also lange vorm Christentum.
  6. #6

    Zitat von Oback_Barama Beitrag anzeigen
    Es gibt ja eine verklärtes und romantisiertes Bild von der Antike, von Griechenland und Rom, und zwar von den jenen Religionskritikern wie Dawkins und Co. Die meinen in der Antike, in Griechenland und Rom herrschte früher große sexuelle Freiheit und Gleichberechtigung und dies und das..war alles prima alles toll und das ganze Moral-Zeug und die strengen Regeln, führte später erst das Christentum ein.
    Offenischtlich gab es die moralischen Regeln schon vorher, also lange vorm Christentum.
    Ja, einige gab es sicherlich, andere, wie das Töten von Babys, die einem nicht passten, gab es später nicht mehr.

    Zur "schönen" Kleopatra: Es mag für manche heute seltsam anmuten, aber damals war es wohl tatsächlich ihr Intellekt, ihr Humor und ihre Fähigkeit zur geistreichen Konversation, die sie für Männer so interessant gemacht hat. Schöne (doch ungebildete) Frauen gab es in Rom genug, aber sowas war einmalig und deshalb sexy.
  7. #7

    Nette Thesen, aber mehr auch nicht ...

    Plutarch schriebn über Kleopatra:

    »Ihre Schönheit an sich fand wohl ihresgleichen und vermochte nicht, durch den bloßen Anblick zu berücken, in der Unterhaltung übte sie dagegen eine unwiderstehliche Anziehung aus. Der Zauber ihrer Rede, die geistige Anmut ihres ganzen Wesens verliehen ihren Reizen einen Stachel, der sich tief in die Seele eindrückte.«

    War wohl nix mit Schönheit und Anmut, ist der Rest ganauso gründlich recherchiert?

    Sorry ...
  8. #8

    Dieser seltsame Unterton...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Frauen in der Politik? Was in Ägypten lange Tradition hatte, war in Rom ein Zeichen von Krise. Auch deshalb hatte es Octavians Propaganda leicht, Kleopatra zu dämonisieren.

    http://www.spiegel.degeschichte/0,1518,824839,00.html
    "Propagandakeule gegen Karrierefrauen"....nun müssen wir also noch ins antike Rom zurück um zu wissen, wie schwer es "Karrierefrauen" haben...Ob Octavian ahnte, dass ihm mal 2000 Jahre später vorgeworfen werden wird, traditionelle Frauenbilder zu verfestigen?
    sollte man beim Lesen den Eindruck gewinnen, dass das ganze einen gewissen feministischen Unterton hat...ein Blick auf pro-quote.de zeigt, dass dort auch die Autorin zu finden ist (-:.
  9. #9

    Schön, dass darüber gesprochen wird

    Geschichte macht Spaß. Manche Kombinationen sind wirklich mindestens ein Schmunzeln wert, wenn man sich die angebotenen Daten näher betrachtet. Ob das auch alles so stimmt?
    Ich glaube auch, dass nachträglich unbewusst oder sehr bewusst noch einiges maskulinisiert wurde, so jedenfalls der Eindruck beim Vergleich lateinischer Texte mit englischen und deutschen Übersetzungen.

    "In der Hauptstadt wählten Bürgerinnen ihre Männer nicht, sie wurden von ihren Vätern, Brüdern, manchmal auch Müttern verheiratet"

    Das mag sein. Frauen haben hübsch passiv zu sein, eigentlich bis heute. Trotzdem HABEN diese Bürgerinnen selbst geheiratet und gebaren ihre Kinder nicht ausschließlich ihren Gatten, sondern auch sich selbst. Aber es ist schon erfreulich, dass doch recht viele Mütter noch herauszubekommen sind.

    Was ich z.B. anders formuliert hätte:

    "Das genaue Gegenbild zu Kleopatra hatte Octavian in der eigenen Familie: Es war seine Schwester Octavia, die nach dem Tod Fulvias Antonius' vierte Gemahlin wurde."

    ... Octavia minor, deren zweiter Gemahl Antonius nach Tod des Marcellus wurde. ... (weil es hier um Octavia geht)

    "Sie vermittelte zwischen Octavian und ihrem Mann, arrangierte die Verlobung zwischen Octavians Tochter und Antonius' Sohn Antyllus aus der Ehe mit Fulvia, ja ertrug duldsam sogar Antonius' Liaison mit Kleopatra."

    Sie ... arrangierte die Verlobung ihrer Nichte Iulia (5), die Octavians und Scribonias Tochter war, und ihrem Stiefsohn Marcus Antonius Antyllus (11) ...








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