Während Sie vor dem Spiegel stehen und "trotzdem" rufen, ernähre ich trotz dem ÖD-Job, der mich einfach nur noch ankotzt, immer noch allein meine Familie, verbringe trotz kleinem Kind und Vollzeit-Job jede freie Minute mit Bewerbungen und fast alle Urlaubstage mit Interviews und ziehe neue Stellen an Land... Zwar immer noch keine derjenigen, die mich wirklich begeistern und in denen ich entsprechend erfolgreich war (leider nur im Ausland, wo man auch als verheiratete Frau noch Karriere machen durfte - wenn ich damals gewusst hätte, wie anders das hier ist, hätte ich nicht so blauäugig mein Visum aufgegeben, um einer scheinbar verlockenden Gelegenheit in D zu folgen).
Aber erzählen Sie mir hier bitte nichts von "trotzdem", nur weil sie mit ein bisschen Heulen einen nicht ganz so einfachen Unikurs doch noch irgendwie durchgestanden haben und danach ihren Traumjob gefunden haben... Das hatte ich auch mal (dummerweise habe ich dort nicht ausgeruht, sondern neue Herausforderungen innerhalb der Firma angenommen - anderes Land, nach Fusion anderes Management, passte nicht mehr so toll, und daraufhin dann der fatale Fehler, mich von einer anderen Stelle zurück nach D locken zu lassen) und weiß daher auch, dass dazu mehr Glück als hartes Erarbeiten gehört. Genau wie man sich anders herum noch so sehr anstrengen kann und schließlich doch nur mit Mühe irgendwie über Wasser hält, wenn das Glück eben mal nicht mitspielt... (Da können Sie gerne jahrelang chinesisch lernen, wenn China aber doch lieber erst nochmal ein paar Boeings einkauft und erst in 20 Jahren seine eigene Flugzeugfirma gründet oder morgen eine "hire Chinese"-Regel einführt, hilft es Ihnen herzlich gar nix...)
Schön, wenn Sie zufällig gerade Bush's Quotenfrau sind, aber nicht wirklich eine Leistung. Auf der anderen Seite gibt es auch noch andere schwarze Frauen (und Männer, MLK wurde erschossen), die zum Teil sehr viel bessere Leistungen erbringen und härter daran arbeiten, entgegen der gesellschaftlichen Erwartungen zu überzeugen. Die aber täglich wieder in ihre Schranken verwiesen werden und lernen müssen, dass der Kampf gegen gesellschaftliche Erwartungen in vielen Fällen ein Kampf gegen Windmühlen ist.Und genau da ist ihr Problem. Wieso interessiert Sie die Erwartung der Gesellschaft? Glauben Sie, Condoleezza Rice hat es interessiert, was die amerikanische Gesellschaft von einer schwarzen Frau erwartet hat?
"Ok, aber Sie sollten sich im klaren sein, dass wir Holz und Kohle nur an Männer verkaufen. Wenn sie als Frau also Schmied werden wollen, sollten Sie auch gleichzeitig noch Holzfäller und Minenarbeiter sein, wenn Sie sich denn das Geld zurechtsparen, Wald und Kohlenmine zu kaufen. Alternativ können Sie natürlich auch kalt schmieden, geht sicher auch, wenn Sie es nur wirklich wollen. Ach ja, und Eisen zum Schmieden müssen Sie natürlich auch selbst auftreiben...""Wollen Sie Amboss oder Hammer sein?"
"Schmied."

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